Fionn im Schnee

Neues vom Landschaftsfotoschaf


Heute Vormittag hatte es angefangen zu schneien. Das war natürlich eine willkommene Abwechslung für Fionn. Danach ging es aber rasch vor den gemütlichen Kamin, um sich wieder aufzuwärmen. 

Fionn, das Landschaftsfotoschaf im Schnee
Fionn, das Landschaftsfotoschaf

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Verlassene Mauern (Teil 1)

Irland ist nicht nur das Land der Schafe, Kobolde und grünen Wiesen. Neben den über 30.000 Burgen, Ruinen und Schlössern gibt es auch zahlreiche verlassene Häuser auf der Insel.

Als ich mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht hatte, wie es wohl im neuen Jahr in Sachen Landschaftsfotos aussehen wird, kam mir die Idee, ein neues Projekt zu starten und den Charme des Verfalls in Bildern festzuhalten.

Noch weiß niemand, wie lange uns Corona noch einschränkt. Da bietet sich eine Fotoreihe mit eben diesen verlassenen Häusern an. Zur Abwechslung mal keine schönen Landschaften oder Sonnenuntergänge, sondern Häuser und Ruinen. Mal sehen, was das wird…

Heute war es den ganzen Tag nebelig und kalt. Morgens minus 4 Grad, aber trocken, daher hatte ich mir nach dem Mittagessen meine Kamera geschnappt und die ersten Bilder für mein neues Projekt geschossen. Dieses Haus hatte ich vor ein paar Jahren entdeckt, als ich noch mit der Bridgekamera unterwegs war. Da es auch innerhalb des aktuell gültigen 5km-Radius liegt, war dies ideal für den Start des Projektes „Verlassene Mauern“. Aufgrund der Jahreszeit ist der Blick auf das Haus auch nicht durch wild wuchernde Blätter bedeckt.

Zum zweiten Teil von „Verlassene Mauern“ gehts hier .

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Zu den ersten beiden Teilen gibt es auch ein Video:

Irland und das Wetter

Heute habe ich mich dazu entschieden, mal ein paar Zeilen über das Lieblingsthema der Iren zu schreiben… Das Wetter.

Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich durch die heutige Wetterlage. Ich saß in meinen neu eingerichteten Homeoffice und betrachtete den Regen, der fast quer daher kam. Gleichzeitig aber schien die Sonne direkt ins Zimmer, worauf ich den Vorgang bis zur Hälfte des Fensters zog um nicht geblendet zu werden.

Andererseits musste ich aber auch das Fenster für ein paar Minuten öffnen, denn durch die Sonne, die ins Zimmer schien, war es mir definitiv zu warm. Auch das angebrachte Rollo kam zum Einsatz und verdunkelte den hellen Himmel, der noch zusätzlich blendete. Mit meinem schmalen Ausguck, den ich mir so gebaut hatte, kam ich mir vor wie ein Ritter, der durch die Schießscharten der Burg die Umgebung beobachtete.

Das Ganze wurde dann noch untermalt von einem Sturm, der mit lauten Pfeifgeräuschen auf sich aufmerksam machte und die Bäume in der Nachbarschaft ordentlich durchschüttelte.

Originaltext heute auf der Webseite von „Met Éireann“, dem 1936 in Dublin gegründeten Wetterdienst in Irland:

Status Yellow – Wind warning for Galway, Mayo, Clare, Cork, Kerry and Limerick

Southwest to west winds veering northwest will reach mean speed 50 to 65km/h with gusts of 90 to 110km/h.

The combination of strong winds coupled with high tides brings an increased risk of coastal flooding. Valid: 15:00 Wednesday 18/11/2020 to 01:00 Thursday 19/11/2020

Wobei mir derartige Warnungen nach 9 Jahren in Irland lediglich ein leichtes Grinsen bescheren, auch wenn eine Windstärke zwischen 103 und 117 km/h auf einer Webseite, die ich dazu fand, als „orkanartiger Sturm“ bezeichnet wird. Ich glaube, nach ein paar Jahren auf der grünen Insel hat man ohnehin einen anderen Bezug zum Wetter.

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als mich meine Eltern zum ersten Mal in Irland besucht hatten, nachdem ich ausgewandert bin.

Es war Anfang November und ich hatte damals im County Tipperary gewohnt. Nachdem wir vom Flughafen in Cork zu Hause ankamen, machten wir kurz einen Abstecher zu einem größeren Kaufhaus, um noch ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage zu besorgen. Als wir am Parkplatz aus dem Auto stiegen, liefen einige junge Mädchen in Schuluniformen an uns vorbei. Meine Mutter, die sich nach dem Aussteigen aus dem warmen Auto, noch fester in Ihren Wintermantel packte, hatte einen Ausdruck im Gesicht als hätte sie gerade einen Außerirdischen gesehen. Die Mädchen mit ihren kurzen Röcken, ohne Strumpfhosen und in leichten Jäckchen liefen fröhlich lachend an uns vorbei als wäre es Frühling.

Es dauerte noch einige Besuche in Irland, bis sich meine Mutter daran gewöhnt hatte, dass man sich hier zum Teil „etwas anders“ kleidet. Hier auf der Insel ist die Kombination von Winteranorak mit fellbesetzter Kapuze, kombiniert mit Shorts und Flipflops, bei einer Außentemperatur von ca. 5°C für mich mittlerweile ein normaler Anblick. Einen Besucher vom europäischen Festland lässt ein derartiger Anblick doch eher staunen.

Ach ja, ca. 20 Minuten nachdem ich Vorhang und Rollo zugezogen hatte, konnte ich meine „Schutzvorrichtungen“ wieder in den Urzustand versetzen, denn die Wolken, die nun vor der Sonne hingen, verdunkelten das Büro zu sehr.

Das irische Wetter quasi als Bewegungstherapie im Homeoffice…

Vielleicht stelle ich mal die Kamera im Büro auf und mache einen Zeitraffer über das Wetter.

Ich hätte vor ein paar Monaten nicht daran gedacht, jemals einen Blog über das Wetter zu verfassen, aber genau dieses zwingt mich gerade dazu, mir zusätzliche Themen zu suchen. Aktuell befinden wir uns noch im Lockdown und der astronomische Winter steht vor der Türe. Ich befürchte, diese Kombination wird noch eine Weile neue Bilder von Irlands Landschaften verhindern. Ich schreibe bewusst „astronomisch“, denn auf weiße, schneebedeckte Landschaften wartet man hier eher vergeblich.

Ausnahme: Das Jahr 2018, als in Irland der stärkste Schneefall seit 1982 den Verkehr im März für einige Tage lahmlegte und bereits am 28. Februar zu Hamsterkäufen führte als der Wetterbericht den bevorstehenden extremen Schneefall ankündigte. Dieser wurde durch den Sturm „Emma“ oder wie man ihn hier nannte „the beast from the east“ ausgelöst. Aus Sicherheitsgründen wurde uns am Freitag, den 02. März vom Arbeitgeber bezahlter Urlaub verordnet, denn in Irland gibt es keine Winterreifen und das Risiko von Unfällen aufgrund des Wetters sollte somit vermindert werden.

Kinder, die Schneemänner bauten, die noch für Tage zu sehen waren und unseren Hund in einer schneebedeckten Landschaft zu fotografieren, waren schon seltene Erlebnisse für jemanden wie mich, der richtigen Schnee nur noch aus Erinnerungen an die Zeit in Deutschland kannte.

In Irland ist alles etwas anders

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Perfektes Timing

Nicht alle Fotos sind planbar, manchmal hilft einem auch der Kollege „Zufall“ so wie an jenem 01. Dezember 2016. Um meinen Resturlaub noch auszunutzen, hatte ich für diesen Tag Urlaub beantragt, ohne dass ich etwas Bestimmtes geplant hatte.


Trotz meines freien Tages war ich, aus Gewohnheit, schon sehr früh wach und setzte mich mit meiner ersten Tasse Kaffee an den Computer in unserem „Büro“, wie wir es nennen. In diesem Raum haben wir, d. h. meine Frau und ich, unsere PC’s stehen und dort hat sich im Laufe der Zeit auch so manches an Fotoausrüstung, Bildschirmen usw. angesammelt. Von dort aus habe ich auch einen direkten Blick auf unsere Hofeinfahrt. Noch an meinem Kaffee nippend, sah ich mir das Wetter genauer durch die großen Fensterscheiben an und nach einem Blick auf mein Auto, das mit einer leichten aber undurchsichtigen Eisschicht überzogen, in der Einfahrt stand, war klar: Es ist saukalt… Aber es war wolkenlos und klar, so kam mir die Idee, meine Kamera zu packen und zu sehen, welche Motive diese Kälte wohl hervorbringt.


Nach einigen Überlegungen, entschied ich mich, ganz in der Nähe auf die Suche nach einem Winterfoto zu gehen, denn ich wusste, die Kälte wird hier nicht so lange anhalten und wenn ich mir ein Ziel aussuche, welches eine Stunde oder mehr entfernt liegt, ist der Zauber vorbei bis ich dort ankomme.


Meine Wahl fiel auf einen Fußweg, der gerade mal ca. 2km entfernt entlang der Autobahn verläuft. In meinen dicken Winteranorak eingepackt, spazierte ich ca. 30 Minuten später dort entlang und erkundete die nähere Umgebung.

Das erste Motiv war ein Pferd das, nachdem es mich erblickte, zu mir an den Zaun kam und sich ein paar Streicheleinheiten abholte. Nicht nur der Maschendrahtzaun, sondern auch die Mähne des Tieres, waren zum Teil vereist. Ein seltenes Bild.

Der Fußweg führt nach etwa 300m auf eine leichte Anhöhe, von der eine Abzweigung zu einem alten Friedhof führt. Dieser war mein nächstes Ziel. Dort stand an einem der alten Gräber, mit ihren mittlerweile schief eingesunkenen oder zerbrochenen Grabsteinen, ein hohes, geschmiedetes Metallkreuz. Auf diesem bildeten sich mehrere Millimeter hohe Eiskristalle die in alle Richtungen ragten und ein wunderschönes Motiv ergaben.

Nach einigen Fotos auf diesem Friedhof wanderte ich weiter bis ich in die Nähe eines Holzzaunes kam. Auf dem Feld dahinter standen etwa 50 Meter weit entfernt, zwei große Bäume. Durch einen davon war die gerade aufgehende Sonne als gelber, unscharfer Fleck erkennbar, der durch den noch relativ dichten, grau-blauen Morgennebel schien.

Mit dem dunklen Holzzaun, der nach hinten im Nebel verschwand und den davor wuchernden, vereisten Gräsern, war dies ein genialer Anblick. Nachdem ich einige Bilder von dieser Szene gemacht hatte, ging ich noch ca. 10 Minuten weiter, entschloß mich aber dann doch, umzudrehen und den Heimweg anzutreten. Zum einen wurde mir langsam kalt, zum anderen war mir klar, daß es wohl auf diesem Weg nichts mehr geben würde, was meine letzten Aufnahmen noch toppen könnte.

Kurz nachdem ich zu Hause war, lichtete sich der Nebel allmählich und die Temperaturen stiegen aufgrund der stärker werdenden Sonne immer mehr an. Ich hätte keinen besseren Zeitpunkt für meinen Spaziergang wählen können, denn an keinem anderen Tag in jenem Winter herrschten solch ideale Wetterbedingungen für diese Art von Fotos.


Ein bisschen Glück gehört eben auch dazu.

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