Mein Jahresrückblick in Bildern

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um das vergangene Jahr mit ein paar Bildern Revue passieren zu lassen.

Inspiriert dazu wurde ich von Michael, der auf seinem Blog „Erkunde die Welt“ zu einer entsprechenden Fotoparade aufgerufen hat.

Das vergangene Jahr

Obwohl das Thema „Corona“ auch nach 21 Monaten immer noch die tägliche Berichterstattung in den öffentlichen Medien bestimmt, kann ich doch auf einige nette Erinnerungen aus dem Jahr 2021 zurückblicken. Im März wurde ein neues Auto angeschafft und mein Blog wurde 1 Jahr alt. Im April entstanden gleich 6 neue Blogeinträge, denn ab dem 12.04.2021 endete die 5-km-Regel und man durfte wieder im County herumfahren, was ich natürlich bestmöglich ausgenutzt hatte. Im Mai kam dann mein erstes Buch in den Handel und auch die Monate Juni und Juli bescherten mir jeweils 6 neue Blogeinträge. Im Juni wurden auch die Irlandfoto-News ins Leben gerufen. Ein Online-Magazin, das die Themen Irland und Fotografie vereint und nun jeden Samstag neu erscheint. Im Juli ging es dann mit unserem Hund das erste Mal ans Meer. Auch dieses Ereignis wurde natürlich mit einigen Bildern festgehalten.

Da wir im September Besuch aus Deutschland hatten und glücklicherweise auch das Wetter mitgespielt hatte, gab es in dieser Zeit doch mehr Beiträge als erwartet.

Aufgrund der Tatsache, dass ich im letzten Quartal beruflich mehr angespannt war als üblich und das Wetter auch nicht gerade zu Fototouren animierte, wurde es in den letzten Monaten etwas ruhiger im Blog. Da kam mir die oben erwähnte Fotoparade gerade recht, um einen Blogeintrag zum Jahresende zu verfassen und hier sind die vorgegebenen Themen:

Licht und Schatten

Dazu fiel mir der Besuch am Black Head Leuchtturm im April ein, bei dem ich endlich ein lang geplantes Bild von einem Sonnenuntergang dort in die Tat umsetzen konnte.


Tierisch

Für dieses Thema habe ich ein nettes Bild von unserem Besuch im Bunratty Castle Folk Park aus dem September gewählt. Dort waren wir mit unserem Besuch aus Deutschland unterwegs und die Ziege im Futtertrog musste ich natürlich fotografieren.


Gewässer

Auch das Bild zu diesem Thema wurde rasch gefunden. Die Panorama-Aufnahme aus drei Bildern entstand bei meiner kleinen Wanderung durch den Burren-Nationalpark im County Clare.


Aussicht

Vor allem wenn die Sonne richtig steht, hat man in der Nähe von Kilkee im County Clare eine wunderschöne Aussicht auf den Candlestick, den ich im Juli besucht hatte.


Hoch hinaus

Dieses Thema mit Bildern aus 2021 umzusetzen war nicht so leicht. Nach einigen Erkundungen durch meine Bilder aus diesem Jahr entschied ich mich für ein Foto vom Clifden Castle im County Galway aus dem Monat Juni. Von der Skyroad aus, die etwas höher liegt, hat man an einer Bucht vor einem Privatgrundstück einen guten Blick in das „Tal“.


Schwarz-Weiss

Das Thema fiel mir sehr leicht, denn unsere Hundedame Bailey ist eines meiner Lieblingsmotive. Das Bild wurde im Sommer in unserem Garten aufgenommen, als ich mein 85-mm-Objektiv zufällig auf der Kamera hatte. Eigentlich wollte ich nur etwas ausprobieren, da kam mir Bailey dazwischen. Ein nettes Zufallsfoto…


Das war mein Rückblick auf 2021.

Ich wünsche allen Lesern ein frohes, besinnliches und vor allem gesundes Weihnachtsfest. Rutscht gut in das neue Jahr und ich hoffe, wir lesen uns im Januar wieder.

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Auf den Hund gekommen

Tja, nun haben wir wieder die Zeit, in der man am Wochenende eher in der warmen Wohnung sitzt und sich über das Wetter ärgert. Vor allem, weil es sich selten lohnt, mit der Kamera raus zu gehen, da alles nur trüb und grau aussieht. Ich hätte ja nichts gegen einen schönen, sonnigen und klaren Wintertag mit blauem Himmel und schneebedeckten Wiesen oder Ruinen, aber das wird wohl hier in Irland nichts werden.

Also muss ich zusehen, dass ich die Zeit bis zur nächstmöglichen Fototour irgendwie anders totschlage und den Blog mit Alternativthemen fülle.

Als ich unseren Hund heute Vormittag gelangweilt auf seiner Decke liegen sah, kam mir die Idee zu diesem Beitrag.

Bailey, unsere Rottweiler-Husky-Mischlingshündin begleitet uns schon seit 2012. Ein guter Grund, ihr mal einen Blogeintrag zu widmen.

Ursprünglich hatten wir zwei Riesenschnauzer (Elix und Cosy) und einen Kater namens Mikosch. Die drei hatte ich bei meinem ersten Besuch in Irland 2011 kennengelernt, bevor ich ein knappes Jahr später hierher ausgewandert bin. (Siehe: Auf zu neuen Ufern).

Elix

Als Elix im Mai 2012 starb und Cosy sichtlich unter dem Verlust gelitten hatte, entschieden wir uns dazu, nach einem Spielkameraden für Cosy zu suchen, damit sie nicht so alleine ist, wenn meine Frau und ich auf der Arbeit sind. So kam Bailey in unser Haus. Bailey wurde im Mai 2012 geboren und kam im Juni 2012 zu uns.

Bevor sie kam, mussten wir natürlich erst mal das Grundstück mit Hasengitter absichern, damit der Welpe nicht ausbüchst, wenn man einmal einen Moment nicht aufpasst.

Die ersten Tage drehte sich natürlich alles um die kleine Fellnase, die nun alle möglichen Winkel in der für sie neuen Umgebung erkundete. Leider hatten wir damals zu wenige Bilder gemacht, wie wir heute wieder festgestellt hatten, daher sind nur ein paar Erinnerungsfotos aus dieser Zeit geblieben.

Die ersten Minuten im neuen Heim

Der Kater verstand sich zum Glück gut mit dem neuen Mitbewohner und auch Cosy ging es deutlich besser, denn sie hatte nun eine Aufgabe.

Bailey im August 2012:

Cosy war nicht unerheblich an der Erziehung von Bailey beteiligt. Das merken wir auch heute noch, denn Bailey hat das ruhige, aber wachsame Wesen von Cosy übernommen und so haben wir einen Hund, der eigentlich gar nicht bellt, es sei denn, jemand schleicht mit Kapuze nah am Haus vorbei oder so. Das mag sie überhaupt nicht. Das Bellen anderer Hunde lässt sie jedoch kalt. Wenn der kleine „Kläffer“ vom Nachbarn mal wieder keine Ruhe gibt, geht sie eher genervt ins Haus… guter Hund. Leider ist Cosy im März 2014 verstorben.

Auch beim Gassigehen verhält sich unsere Süße vorbildlich. Da sie aufs Wort hört, brauche ich eigentlich keine Leine. Ich lege ihr diese nur kurz an, wenn wir unterwegs auf andere Hunde oder Kinder treffen, denn man weiß nie, wie andere Hunde oder ihre Besitzer bzw. die Kinder reagieren.

Als ich mir 2016 eine neue Kamera zugelegt hatte und mich intensiver mit Fotografie beschäftigt hatte, war Bailey natürlich ein ideales Motiv.

Die beiden nachfolgenden Bilder haben Seltenheitswert – so viel Schnee wie hier im Jahr 2018 gibt es nur sehr selten in Irland. Mehr zu dazu: Irland und das Wetter

Einen neuen Freund fand Bailey 2015 in Shadow, einem Malmute-Rüden, den sich damalige Arbeitskollegen zugelegt hatten. Aufgrund der Gespräche über unsere Hunde fingen wir an, uns auch privat zu treffen und mit den Hunden gemeinsam etwas zu unternehmen. So entstand nicht nur zwischen unseren Familien eine enge Freundschaft, auch die Hunde verstanden sich auf Anhieb.

Shadow

Mittlerweile kam bei unseren Freunden 2021 noch eine weitere Fellnase namens Lexi dazu, was mir auch immer wieder nette Fotos beschert.

Bailey ist und bleibt aber „Papa’s“ Liebling und nicht nur ein Haustier sondern ein Familienmitglied. So gibt es auch zu Weihnachten mal einen besonders großen Knochen, oder einen speziellen Adventskalender mit besonderen Leckerchen, wie in diesem Jahr.

Mehr von Bailey: https://irlandfoto.com/2021/07/17/bailey-am-meer/

Update vom Januar 2022:
Bailey ist nun nicht länger „Einzelhund“ und hat einen Stiefbruder namens Gandalf bekommen. Mehr dazu hier:
https://irlandfoto.com/2022/01/29/gandalf/

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Gedanken zum Jahresende

Wow…schon Mitte Dezember. Ich sitze an meinem Schreibtisch und bin erstaunt, wie schnell das Jahr doch schon wieder vergangen ist. Dieses spezielle Jahr 2020 hat uns allen sicher einige Nerven gekostet und auch einiges an Geduld, Disziplin, Mut und Zuversicht abverlangt und es ist so schnell kein Ende in Sicht.

Wie viele andere hatte auch ich Pläne, die durch dieses Virus zunichtegemacht wurden, als uns im März/April allmählich klar wurde, dass das Ganze etwas länger dauern wird als nur ein paar Wochen.

Im Januar hatte ich noch neue Ideen für den wöchentlichen Markt hier in Ennis, an dem ich nun dieses Jahr verstärkt teilnehmen und meine Bilder und Kalender verkaufen wollte. Im März wurde dieser dann erstmals wegen Corona abgesagt und kurze Zeit später bis auf Weiteres ganz eingestellt. Als der Markt im Juni wieder geöffnet wurde, entschied ich mich jedoch dazu, vorerst nicht teilzunehmen. Ein Grund (neben den Auflagen mit Covid-Warnschildern, Masken und Desinfektionsmitteln, die jeder Stand haben musste) war, dass es für mich in jener Zeit einfach keinen Sinn machte. Aufgrund der aktuellen Situation kamen keine Touristen, es gab keine Festivals und die Leute hier im Ort hatten sicher andere Sorgen als Bilder oder Kalender zu kaufen. Themen wie Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Infektionsraten und dergleichen beherrschten die Medien weltweit.

Chapel Lane Market Ennis, Oktober 2019

Die fehlenden Marktbesuche ärgerten mich jedoch nicht so sehr wie die Tatsache, dass ich nicht wie gewohnt im Land herumfahren konnte. um Fotos zu machen. In den letzten Jahren hatte ich mir immer wieder Notizen mit interessanten Locations gemacht, die ich beim Stöbern im Internet gesehen hatte. Bis auf den Sonnenuntergang in Ballybunion, den ich seit 2 Jahren geplant hatte (siehe Beitrag: Kurzfristige Planänderung), war nichts davon abgearbeitet. Als der Lockdown zwischenzeitlich aufgehoben war, passte die Jahreszeit oder das Wetter nicht, wenn das Wetter gepasst hätte, hatten wir den 5km Radius oder es hatte tagelang geregnet usw.

Auch die für Mai geplante PHOTOEXPO in Limerick wurde abgesagt, nachdem man diese erst auf September verschoben hatte und dann doch ganz absagen musste. Schade, da wäre ich doch gerne hingefahren.

Einziger Vorteil in der derzeitigen Situation: Ich brauche nicht viele Klamotten. Seit Ende März ist Homeoffice angesagt und meine Jogginghosen sind, neben meinen diversen T-Shirts, ständige Begleiter im Büroalltag. Zumindest meine Haare muss ich mir täglich richten, denn bei den Videokonferenzen mit der Firma möchte ich nicht aussehen, als wäre ich gerade aus dem Bett gekrochen.

Apropos Haare – Mohammed, meinen Barber, den ich alle paar Wochen aufgesucht hatte, habe ich seit Dezember 2019 auch nicht mehr gesehen. Das hat meine Frau mittels Bartschneider mit Aufsatz heuer ganz gut erledigt. Außerdem sieht mich ohnehin sonst keiner, es sei denn, ich treffe Bekannte beim Einkaufen am Wochenende. Unter der Woche fährt meine Frau zum Glück alleine, denn Einkaufstouren (mit Ausnahme von Fotogeschäften) sind mir ein Graus.

Mittlerweile habe ich auch meine Gesichtsbehaarung etwas erweitert. Zu dem schon seit Jahrzehnten vorhandenen Schnauzbart kam nun eine Verlängerung in Form eines sogenannten „Ziegenbartes“ dazu, der sich nun an den Mundwinkeln entlang und über das Kinn erstreckt. Ich wollte schon lange mal sehen, ob mir sowas steht, hatte den Plan allerdings nie in die Tat umgesetzt, denn in den ersten Tagen sieht das eher ungepflegt aus. Jetzt hatte ich Zeit und Gelegenheit dazu und selbst meiner Frau gefällt es ganz gut.

Ansonsten gab es keine großartigen Veränderungen und die Einschränkungen halten sich für uns in Grenzen. Da wir ohnehin selten zum Essen ausgegangen sind, fehlen uns Restaurantbesuche nicht wirklich und als Vertreter der Kategorie Ü50 sind auch Discobesuche und wilde Partys bis in den Morgen, mit Ausnahme der einen oder anderen betrieblichen Weihnachtsfeier, kein Thema (mehr).

Was den Urlaub angeht, sage ich immer „Ich lebe in Irland und hab da noch so viel zu sehen und zu entdecken, wozu soll ich ins Ausland reisen?“ Klar, letztes Jahr waren wir zwei Wochen in Deutschland und haben Familie und Freunde in Hamburg und München besucht, macht man aber auch nicht jedes Jahr. Zu Hause ist es doch am schönsten. Vor allem wenn dieses „Zu Hause“ seit 9 Jahren „Irland“ heißt.

Unsere Familie und wir haben dieses Jahr 2020 – übrigens auch unser verflixtes 7. Jahr – ohne Krankheit oder Jobverlust überstanden, worüber ich sehr froh und dankbar bin.

Ich hoffe, im neuen Jahr gibt es wieder mehr Bilder und Stories, über die es sich zu schreiben lohnt.

Da ich denke, dass dies der letzte Beitrag für heuer sein wird, wünsche ich allen Lesern schon heute ein gesegnetes Weihnachtsfest und kommt gut ins neue Jahr.

Euer Markus

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Nollaig Shona Dhuit

Gastbeitrag von shamrock.blog – Mehr dazu im Autorenprofil.

Der Weihnachtsmarkt in Belfast – Photo: Shamrock.blog

Feiern die Iren Weihnachten genauso wie wir im kontinentaleuropäischen Raum? Gibt es Weihnachtsmärkte samt Glühwein und gebrannten Mandeln? Wie schmückt man in Irland das heimische Wohnzimmer und was isst man hier an Weihnachten? Auf die Vorweihnachtszeit in Irland waren wir ganz besonders gespannt. Im Zuge dessen haben wir uns auf die Suche nach irischen Weihnachtsmärkten begeben, insgesamt drei verschiedene quer über Irland (und Nordirland) verteilt getestet und uns über die irischen Weihnachtstraditionen schlau gemacht.

Weihnachtsmärkte auf Irisch

Es stellte sich heraus, dass Weihnachtsmärkte noch eine recht neue Erscheinung auf der grünen Insel sind. Erst in den letzten 10 Jahren ist die deutsche Tradition zunächst nach England und dann auch nach Irland übergeschwappt. Nur verhältnismäßig wenige Städte haben wirkliche Weihnachtsmärkte zu bieten, darunter natürlich Dublin, Cork, Galway und Belfast. Auch in kleineren Orten gibt es hier und da mal einen Weihnachtsmarkt, jedoch ähneln diese eher Flohmärkten bzw. „Craft Fairs“ oder sind lediglich für Kinder aufgebaute Weihnachtswelten, in denen man „Santa Clause“ treffen kann.

Der erste Weihnachtsmarkt, den wir ausprobierten, war der in Galway. Hier waren wir Anfang Dezember 2018 mit Freunden aus Deutschland unterwegs. Dick eingepackt und mit einem Hot Cider in der Hand ließ sich das kalte, regnerische Wetter schon deutlich besser ertragen. Der sogenannte Galway Continental Christmas Market würde dieses Jahr zum 11. Mal stattfinden, wäre nicht etwas dazwischen gekommen… Ungefähr 50 Stände um den Eyre Square herum verteilt sowie ein Riesenrad, ein Kinderkarussell und der „German Bier Keller“ gehören für gewöhnlich zu seinem Repertoire. Für deutsche Verhältnisse ein eher kleiner Weihnachtsmarkt für eine der größten Städte Irlands. Gott sei Dank besteht Galway ja nicht nur aus dem Eyre Square und so konnten wir unsere Gäste auch noch die beleuchteten Gassen des Latin Quarters entlang führen und sie zu einem unserer Lieblingspubs – die O’Connells Bar – führen, der ebenfalls weihnachtlich geschmückt war.

Weihnachten in Galway – Photo: Shamrock.blog

Diese Jahr wird eine abgespeckte, „Covid-freundliche“ Version des Weihnachtsmarkts samt Hand-Desinfektionsmittel und Maskenpflicht bis zum 20. Dezember stattfinden.

Eine Woche später ging es für uns das erste Mal in die Hauptstadt Nordirlands, wo wir natürlich als erstes nach Ankunft am Abend den Belfast Christmas Market auscheckten. Vor der beeindruckenden Kulisse der Belfast City Hall, dem prunkvollen Rathaus der Stadt, prangte der nordirische Weihnachtsmarkt. Hier war die Auswahl an weihnachtlichen Getränken und Speisen schon viel größer, wenn auch nicht günstiger. Neben schön geschmückten Hütten mit irischem Kunsthandwerk, köstlichen belgischen Waffeln und original deutschem Glühwein gab es auch hier ein paar kleinere Karussells für Kinder. Auch lokale Spezialitäten, wie Hummer-Burger und anderes Sea Food wurde angeboten.

Seit kurzem ist bekannt, dass der Weihnachtsmarkt in Belfast nach 15 Jahren dieses Jahr leider zum ersten Mal ausfallen muss. Sicher werden die herrlich geschmückte City Hall sowie der nahegelegene Victoria Square trotzdem weihnachtliches Großstadt-Flair versprühen, das seinesgleichen sucht.

Kurz vor unserem Weihnachtsurlaub in Deutschland ging es für uns noch auf einen kleinen Weihnachtsmarkt im preisgekrönten „Mckenna’s Guide Irish Pub of the Year 2018“. In den umgebauten Scheunen des Pot Duggans in Ennistymon fand an zwei Wochenenden im Dezember ein kleiner lokaler Weihnachtsmarkt statt, der jedoch eher einem weihnachtlich angehauchten Flohmarkt aka Craft Fair ähnelte. Statt Glühwein gab es hier Hot Cider von einem lokalen Gut in Cork. Besonders der Ausblick vom Biergarten auf den Fluss Inagh und die bunt beleuchtete Brücke hatte es uns angetan. Leider muss auch dieses Jahr auf diesen schnuckeligen Weihnachtsmarkt verzichtet werden.

Pot Duggans in Ennistymon – Photo: Shamrock.blog

Dafür soll in diesem verrückten Jahr neben dem Galwayer Weihnachtsmarkt auch eine umgedachte Variante von „Glow Cork“ stattfinden – mitsamt künstlerischem, festlichem Pfad durch das Corker Stadtzentrum und Outdoor-Lichtinstallation. Heutzutage muss man eben kreativ werden, um sicher mit seinen Liebsten feiern zu können!

Auch in Waterford steht für das alljährliche, große Winterval das Licht auf Grün – nicht mal auf ein Foto mit Santa muss dieses Jahr verzichtet werden. Man kann sich also auch hier auf ein sicheres und sozial distanziertes Weihnachtserlebnis vom 4. bis 23. Dezember freuen!

Wenn schon die großen Dubliner Weihnachtsmärkte ausfallen, so kann man dieses Jahr wenigstens auf den „Wicklow Christmas Market – Reimagined“ gehen. Um über Einschränkungen wie limitierten Besucherzahlen und Weihnachtsständen sowie einer etwas anderen Santa Express-Erfahrung hinwegzutrösten, soll eine extra Portion Magie und Glitzer sowie großartig klingende Angebote (z.B. eine Alpacca Experience und eine Feuershow) für unvergessliche Weihnachten sorgen.

Die irischen Weihnachtsmärkte versuchten selbst in diesem Jahr ihr Bestes, um an die kontinental-europäischen Vorbilder heranzukommen, jedoch ist bis dahin noch ein weiter Weg zu gehen. Weder das Essen und Trinken, das angeboten wird, hat viel mit hiesigen Weihnachtsmärkten zu tun, noch ist die Stimmung so heimelig und weihnachtlich. Wer einmal auf einem guten deutschen Weihnachtsmarkt war, weiß was wir meinen. Andersherum ist es ja auch genauso mit Irish Pubs in Deutschland – sie geben sich alle Mühe, an ihre großen Brüder in Irland heranzukommen, schaffen es aber einfach nicht. Das ist aber noch lange kein Grund, warum es in Deutschland keine Irish Pubs und in Irland keine Weihnachtsmärkte geben sollte! Trotzdem ist es eine schöne Sache, dass immer mehr Weihnachtsmärkte in Irland aus dem Boden sprießen und die Vorfreude auf Weihnachten versüßen.

Obwohl wir sonst nicht der Meinung sind, dass die größten Weihnachtsmärkte die besten sind (im Gegenteil), hat uns von den drei Weihnachtsmärkten derjenige in Belfast definitiv am besten gefallen. Er hat es am ehesten geschafft uns in Weihnachtsstimmung zu versetzen und der deutsche Glühwein dort hat sehr gut geschmeckt. Die horrenden Preise sind jedoch genau wie auf deutschen Weihnachtsmärkten gegeben, wenn nicht sogar noch schlimmer!

Weihnachten in Irland

Nur weil wir 2020 auf die meisten Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit verzichten müssen, heißt das nicht, dass wir Weihnachten ganz vergessen müssen.

Irland kann nämlich mit einigen unüblichen Weihnachtstraditionen aufwarten, die auch dieses Jahr nicht ausfallen müssen. Die wohl verrückteste und wichtigste davon ist das alljährliche Weihnachtsschwimmen – auf der gesamten Insel springen die Menschen seit mehr als 40 Jahren am Christmas Day, dem 25. Dezember, für den guten Zweck ins eiskalte Wasser. Logischerweise wird dieser „Christmas Swim“ eher in den Küstenregionen der grünen Insel zelebriert.

Der nächste irische Weihnachtsbrauch bezieht sich auf das bevorzugte Heißgetränk. Statt Glühwein gibt es in Irland eher heißen Apfelcider oder noch traditioneller; heißen Whiskey mit Zitrone, Gewürznelken und etwas braunem Zucker. Wärmt von drinnen nach draußen!

Auch beim Weihnachtsessen gibt es ein ganz besonderes Gericht, das vor allem in der Corker Region zu Weihnachten auf den Tisch kommt: Spiced beef, auf Deutsch gewürztes Rindfleisch, das mit Zucker, Gewürzen und Beeren gekocht wird. Dieses Rezept stammt aus der Zeit, als man so das Fleisch haltbar machte. Die Tradition hat sich gehalten und beansprucht ihren Platz auf den Weihnachtstafeln in ganz Irland.

Zum Nachtisch gibt es klassischerweise einen Christmas Pudding, eine Art Kuchen bestehend aus vielen verschiedenen Weihnachtsgewürzen, Rosinen und anderen getrockneten Beeren und vollgesaugt mit irischem Whiskey. Am besten wird er schon ein paar Wochen vor Weihnachten zubereitet, damit sich die Aromen entfalten können. Vor dem Servieren wird er noch einmal zwei Stunden lang gedünstet und anschließend auf dem Tisch noch einmal mit Whiskey übergossen. Das jüngste Familienmitglied hat dann die Ehre, den Pudding mit einem Streichholz anzuzünden bzw. zu flambieren. Sobald die Flamme aus ist, wird er er mit frisch geschlagener Sahne serviert. Wir haben es ausprobiert – schmeckt vollmundig nach Weihnachtsgewürzen und sorgt für Staunen beim Anzünden der blau züngelnden Flamme!

Und wusstet ihr, dass der Weihnachtsbaum in Irland noch eine relativ neue Dekoration ist? Üblicherweise wurden die Häuser sonst eher mit Ilex, auch Stechpalme genannt, sowie mit Efeu geschmückt. Kein Wunder, diese Pflanzen wachsen in Irland das ganze Jahr über, wogegen Bäume in vielen Teilen der Insel (vor allem in Küstenregionen) eine Rarität sind. Heutzutage ist es üblich, dass sich jeder einen Ilex-Kranz an die Haustür hängt. Die Tradition besagt, je mehr rote Beeren am Kranz sind, desto mehr Glück hat man im kommenden Jahr. Auch wir haben die Stechpalme, auf Englisch „holly“ und auf Irisch „cullenagh“ genannt, in unsere Adventsdekoration mit einfließen lassen.

Der letzte irische Weihnachtsbrauch findet erst im neuen Jahr, genauer gesagt am 6. Januar statt. Dieser Tag wird in Irland „Little Christmas“ oder auch „Women’s Christmas“ genannt. An diesem Tag sollen die Frauen alle Hausarbeit vermeiden, ausgehen, sich amüsieren und ihr Weihnachtsgeld ausgeben, während die Männer daheim bleiben und das Haus abschmücken. Es soll Unglück bringen, wenn man es nicht macht!

Na wenn das nicht genügend Traditionen sind, um auch in einem so seltsamen Jahr wie diesem in Weihnachtsstimmung zu kommen. Wir wünschen euch allen jedenfalls Nollaig Shona Dhuit, Blythe Yuletide und frohe Weihnachten!

Verena & Falk

von www.shamrock.blog

Autorenprofil:

Photo: Shamrock.blog

@Shamrock.blog – das sind zwei Irland-Verrückte aus dem Osten Deutschlands, die ihren großen Traum vom Leben in Irland für 15 Monate verwirklicht haben. Dabei reisten sie ausgehend von ihrem küstennahen Zuhause im County Clare quer durch das gesamte Land und erkundeten beinahe jeden Winkel der grünen Insel. Mittlerweile leben Sie wieder in Berlin, von wo aus sie ihre treue und stetig wachsende Follower-Gemeinde weiterhin mit Insider-Tipps rund um das Auswandern, Leben und Reisen in Irland und jeder Menge Stoff für Irlandweh versorgen. Sie können es kaum erwarten, endlich wieder in das Land ihrer Träume reisen zu können.

Ihr findet die beiden auch auf Instagram unter @shamrock.blog

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