Verlassene Mauern (Teil 5)

Bei einer meiner letzten Touren kam ich durch Zufall an diesem verlassenen Haus vorbei. In dieser Gegend bin ich seit Jahren immer wieder unterwegs, aber dieses Grundstück ist mir bis jetzt nie aufgefallen.

Dieses Mal hatte ich das Tor mit dem dahinterliegenden Haus gerade noch beim Vorbeifahren im Augenwinkel wahrgenommen und hielt umgehend an der nächsten Parkmöglichkeit an. Da ich meinen Fotorucksack im Auto hatte, schnappte ich mir die Kamera und ging die ca. 30 Meter zurück zu der Grenze des Grundstückes.

Zu meiner Freude stand das Tor leicht offen. So betrat ich das Grundstück und folgte einem etwas ausgetretenem Pfad zwischen den hohen Brennnesseln und Disteln hindurch, der hinter das Haus führte. Allerdings war dieser Trampelpfad bald zu Ende und da die Haustüre ohnehin verschlossen schien und ich aufgrund des Wetters nur mit einer kurzen Hose bekleidet war, ersparte ich mir weitere Erkundungen.

Eines der unteren Fenster neben der Haustüre stand offen und ermöglichte mir zumindest den Blick in einen der unteren Räume. Neben einem alten Ofen stand in diesem Raum lediglich diverser Unrat wie alte Holzbretter oder dergleichen und es schien, als hatte man das Haus in den letzten Jahren eher als Abstellkammer verwendet. Weitere Möbel waren zumindest nicht zu sehen.

Lieder ließen die Lage und das unwegsame Gelände keine weiteren Bilder zu.

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Clifden Castle

2015 war ich das erste Mal in Clifden und auch bei dieser schönen Ruine. Da ich damals lediglich Schnappschüsse mit dem Handy gemacht hatte, wollte ich unbedingt bei Gelegenheit noch einmal dort hin. Gestern war die Gelegenheit günstig, denn ich hatte Urlaub und das bedeckte, windige Wetter animierte mich nicht sonderlich dazu, ans Meer zu fahren. Also musste ein Ziel her, das nicht direkt am Meer liegt. Da fiel mir wieder Clifden Castle ein. Das sollte ideal dafür sein. So machte ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg.

Clifden im County Galway ist die inoffizielle Hauptstadt von Connemara und hat ca. 1600 Einwohner. Dort steht ungefähr 3 Kilometer westlich das Clifden Castle. Clifden Castle war eigentlich ein Schloss oder Herrenhaus, keine Burg. Dieses wurde ca. 1818 von John D’Arcy erbaut, der es als Hauptwohnsitz nutzte, bis er 1839 im Alter von 54 Jahren verstarb und sein Sohn das Anwesen erbte.

Im Jahr 1850 kauften die Brüder Thomas und Charles Eyre aus dem englischen Bath (County Somerset) das Schloss, nachdem das Anwesen von D’Arcy in Konkurs ging. Daher findet man auch über dem Eingang heute noch das Wappen der Familie Eyre.

Unterwegs wurde das Wetter deutlich besser und als ich nach 2 Stunden Clifden erreichte, war der Himmel blau und fast wolkenlos. Es war ein schöner Anblick, im Stadtzentrum von Clifden die Menschen wieder in den Außenbereichen der Cafes und Restaurants in der Sonne sitzen zu sehen, nachdem die letzten Monate von Masken, Abstand und Isolation geprägt waren. Zum Glück lag mein Ziel außerhalb der Stadt, denn es war kaum ein leerer Parkplatz zu sehen.

Am Ziel angekommen parkte ich mein Auto am Eingang des Anwesens und machte mich auf den Fußmarsch zum Schloss. Dieses erreicht man nach ca. 10-15 Minuten über einen Schotterweg.

Das Schloss ist von der Rückseite aus zugänglich. Den Spuren im hinteren Teil des Grundstückes nach zu urteilen, wird es wohl auch als Kuhstall genutzt. Daher hatte ich die Gelegenheit, Bilder von den Innenräumen zu machen, bzw. was davon übrig ist.

Nach ca. 45 Minuten machte ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Vom Parkplatz aus fuhr ich dann auf der Sykroad ca. 800 Meter weiter in Richtung Westen. Dort kommt man an eine Grundstücksmauer mit einer kleinen Parkbucht. Da das Schloss in einem Tal liegt, hat man von dort oben einen guten Blick auf das Schloss und den Schotterweg.

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Mehr Bilder und Videos hier:

Verlassene Mauern (Teil 4)

Auch das ist Irland. Ca. 27 verlassene Nervenheilanstalten (davon 5 in Nordirland) findet man hier auf der Insel.

Diese hier habe ich 2016 zum ersten Mal besucht. Sie wurde 1868 erstmals eröffnet und im Jahr 2002 geschlossen.

Mittlerweile wurde die Marienstatue vor der Kirche zerstört und um das Gebäude wurde ein Metallzaun errichtet. Daher ist auf einigen Fotos im Video der Zaun zu sehen.

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Mehr Bilder gibt es im entsprechenden Video:

Verlassene Mauern (Teil 3)

Seit Jahren bin ich immer wieder an diesem Grundstück vorbeigefahren. Da es heute mal nicht geregnet hat, habe ich die Chance genutzt, um dort ein paar Aufnahmen für den nächsten Beitrag zu meinem aktuellen Projekt zu machen.

Das Haus scheint gar nicht so alt zu sein und eigentlich ist es schade, dass so ein Gebäude mehr und mehr verkommt. Ich habe versucht, im Internet mehr darüber erfahren aber es war absolut nichts zu finden. Es scheint auch nicht in einem Portfolio der vielen Immobilienmakler hier gelistet zu sein, denn spätestens da hoffte ich, mehr Informationen dazu zu finden. Aber nichts. Aber es ist auch kein Verkaufsschild auf dem Grundstück zu sehen.

Das Haus scheint ein Zweifamilienhaus zu sein, denn es befinden sich dort zwei separate Eingangstüren und zwei metallene Gartentürchen an der Straße. Zu dem Haus gehört ein Vorgarten, der sich auch über die beiden Seiten erstreckt.

Auf der Rückseite verläuft im Abstand von ca. 1,5 Metern zur Hausmauer ein Maschendrahtzaun und dahinter eine hohe Baumreihe. In seinen Glanzzeiten war es sicher schön anzusehen. Allerdings ist die Lage, an einer Verbindungsstraße zu einer viel befahrenen Hauptstraße, nicht sehr reizvoll.

Hinter und neben dem Haus türmt sich Müll jeglicher Art und eine Scheibe an der Rückseite wurde eingeschlagen. Auch wurde eines der Fenster scheinbar von innen geöffnet. Ich habe es jedoch vermieden ins Haus einzusteigen.

Ich möchte mich dort weder beim Einsteigen verletzen noch möchte ich etwas von den Hinterlassenschaften der letzten Besucher an meinen Schuhen haben und das mit nach Hause bringen. So interessant ist da Haus dann doch nicht von innen.

Soweit man durch die Scheiben des Erdgeschosses sehen kann, sind ohnehin kaum Möbel vorhanden und es sieht aus, als wenn man die Renovierungsarbeiten vor Jahren eingestellt hatte.

Ich denke, das Haus wird noch länger so stehen bleiben, denn eine Renovierung erfordert offensichtlich viel Zeit und Geld.

Zum ersten Teil von „Verlassene Mauern“ geht’s hier .

Zum zweiten Teil von „Verlassene Mauern“ geht’s  hier .

Zu den ersten beiden Teilen gibt es auch ein Video:

Verlassene Mauern (Teil 2)

Im heutigen Teil zeige ich Euch zwar kein verlassenes Haus, aber ich denke, auch diese Ruine darf bei diesem Projekt nicht fehlen. Immerhin nennt man Kirchen ja auch Gotteshäuser.

Es handelt sich hier um die 1825 erbaute „Rathronan Church“ in der Nähe von Clonmel im County Tipperary. Nachdem ich das erste Bild dieser Kirche vor ein paar Jahren auf Facebook entdeckt hatte, musste ich sie einfach live sehen. Sie schien noch relativ gut erhalten und der Efeu, der inzwischen einen Großteil der Mauern bedeckt, gibt ihr ein etwas mystisches Aussehen.

So machte ich mich im September 2017 auf die Suche und wurde bald fündig. Die Kirche ist von der Hauptstraße aus nicht zu sehen. Hohe Bäume und Büsche auf beiden Seiten des ca. 300m langen Zufahrtsweges lassen diesen aussehen wie eine gewöhnliche, längere Hofeinfahrt, wie man sie oft in Irland findet. Es gibt auch kein Schild, welches den Weg zur Kirche anzeigt.

Fährt man den Seitenweg entlang, kommt man an ein verschlossenes Eisentor neben einer kleinen Lücke in einer der seitlichen Mauern, die wie eine kleine Treppe gestaltet ist. So kommt man zumindest zu Fuß zur Kirche.

Der Boden um die Kirche besteht zum Großteil aus steinigem, unebenem Erdreich, aus dem alte Grabsteine ragen, mit Bäumen dazwischen, die dem gesamten Grundstück ein Aussehen verleihen wie eine Filmkulisse aus einem Horrorfilm. Etwas unterhalb der Kirche stehen die Grabsteine deutlich dichter und die Lücken dazwischen sind durchzogen von wildwucherndem, hohem Gras. Dies ist ein genialer und seltener Anblick.

Die Kirche selbst hat keine Türen und auch kein Dach mehr und den Efeu, der sich über die Fassade erstreckt, findet man auch im Innenraum der Kirche. Dazwischen wachsen kleine Bäume, die sich mittlerweile auch dort ausgebreitet haben. Das hohe Fenster am hinteren Ende des Kirchenschiffes ist zwischen Ästen und Blättern kaum noch zu erkennen.

Die nachfolgenden Bilder zeigen den Eingang zum Kirchenschiff, das Kirchenschiff selbst und eines der Seitenfenster.

Hätte ich damals gewusst, dass ich Jahre später einen Blog starte, hätte ich wohl mehr und bessere Bilder gemacht. Ich denke aber, man kann sich hier ganz gut ein Bild von der Ruine und dem Grundstück machen. Bisher eine meiner schönsten Kirchenruinen, die ich in Irland besucht habe.

Diese Ruine ist auch Teil meines neuesten Buches „Irische Ruinen“. Ab sofort bei Amazon erhältlich:

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Zum ersten Teil von „Verlassene Mauern“ gehts hier .

Zu den ersten beiden Teilen gibt es auch ein Video:

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Verlassene Mauern (Teil 1)

Irland ist nicht nur das Land der Schafe, Kobolde und grünen Wiesen. Neben den über 30.000 Burgen, Ruinen und Schlössern gibt es auch zahlreiche verlassene Häuser auf der Insel.

Als ich mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht hatte, wie es wohl im neuen Jahr in Sachen Landschaftsfotos aussehen wird, kam mir die Idee, ein neues Projekt zu starten und den Charme des Verfalls in Bildern festzuhalten.

Noch weiß niemand, wie lange uns Corona noch einschränkt. Da bietet sich eine Fotoreihe mit eben diesen verlassenen Häusern an. Zur Abwechslung mal keine schönen Landschaften oder Sonnenuntergänge, sondern Häuser und Ruinen. Mal sehen, was das wird…

Heute war es den ganzen Tag nebelig und kalt. Morgens minus 4 Grad, aber trocken, daher hatte ich mir nach dem Mittagessen meine Kamera geschnappt und die ersten Bilder für mein neues Projekt geschossen. Dieses Haus hatte ich vor ein paar Jahren entdeckt, als ich noch mit der Bridgekamera unterwegs war. Da es auch innerhalb des aktuell gültigen 5km-Radius liegt, war dies ideal für den Start des Projektes „Verlassene Mauern“. Aufgrund der Jahreszeit ist der Blick auf das Haus auch nicht durch wild wuchernde Blätter bedeckt.

Zum zweiten Teil von „Verlassene Mauern“ gehts hier .

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Zu den ersten beiden Teilen gibt es auch ein Video: