SIGMA 105 mm F2.8

Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, mir ein Makro-Objektiv zuzulegen. Nach einigen Recherchen bezüglich Qualität und Preis wurde der Plan nun letzte Woche in die Tat umgesetzt und ich bestellte mir das Sigma 105 mm F2,8 EX Makro DG OS HSM.

Schon beim Auspacken war ich positiv überrascht. Das Objektiv wurde in einer eigenen Objektivtasche mit Tragegurt geliefert. Dazu lagen noch zwei Gegenlichtblenden im Karton. Eine für die Verwendung an Vollformatkameras und eine weitere, die mit der ersten zusammengeschraubt werden kann und so auch für APS-C-Kameras geeignet ist.

Das Objektiv hat einen dreistufigen Schalter, um den Fokusbereich zu begrenzen. Die Stufen sind:

  • 0,312 m – 0,45 m
  • 0,45 m – unendlich
  • Full

Ferner verfügt es über einen Schalter für das Umschalten von Autofokus auf manuellen Fokus und einen weiteren dreistufigen Schalter für die Bildstabilisierung mit den folgenden Stufen:

  • Aus
  • Stufe 1 – Hier werden horizontale und vertikale Bewegungen stabilisiert
  • Stufe 2 – Hier werden nur vertikale Bewegungen stabilisiert (z. B. für Mitzieher, fahrende Autos, etc.)

Die weiteren Bezeichnungen des Objektives kurz erklärt:

EX = SIGMAs professionelle Festbrennweiten und lichtstarke Zoomobjektive, deren größte Blende über den gesamten Zoombereich konstant beibehalten wird. (Quelle: SIGMA (Deutschland) GmbH)

DG = Objektive für die Verwendung an Vollformatkameras

OS = Optical stabilisation (also der Bildstabilisator)

HSM = Hyper Sonic Motor. Dieser Motor wurde von SIGMA entwickelt und verwendet Ultraschallwellen, um den Autofokus anzutreiben. Das hat den Vorteil, dass Filmaufnahmen nicht durch das störende Geräusch des Fokusantriebs gestört werden. Durch ein hohes Drehmoment ist der Autofokus auch relativ schnell. Der Fokus lässt sich auch bei eingeschaltetem Autofokus noch manuell mittels Fokusring einstellen.

Ein weiterer Vorteil ist: Das Objektiv hat eine Innenfokussierung. Somit ändert sich der Abstand zum Objekt nicht beim Fokussieren und es kann auch kein Staub oder Dreck in den Schneckengang eindringen.

Nun ging es erst mal in den Garten, um das Objektiv auf der Nikon D750 zu testen. Neben der Schnauze unseres Hundes, der sich auf der Terrasse ausruhte, waren die neu gewachsenen kleinen Erdbeeren, eine frische Blume im Blumenkasten sowie eine der Sonnenblumen vor dem Haus ideale Testobjekte, da sie sich nicht bewegten.


Nach ein wenig Übung machte ich mich etwas später daran, mir Objekte aus der Tierwelt zu suchen.

Das Sigma 105 mm eignet sich aber auch gut als Portrait-Objektiv, denn die Schärfe ist genial. Sobald das Wetter dies zulässt, werde ich auch eine Tour durch die Stadt sowie Landschaftsaufnahmen machen. Nur mit einer 105 mm Festbrennweite unterwegs wird das sicher eine interessante Herausforderung.

Mein Fazit nach den ersten Bildern:

Mit einem Gewicht von ca. 730 g nicht gerade ein Leichtgewicht. Die Verarbeitung ist sehr gut, das Objektiv fühlt sich auch dementsprechend hochwertig an und es macht Freude, damit zu fotografieren. An der Abbildungsleistung gibt es aktuell aus meiner Sicht nichts auszusetzen. Mit einem Preis von ca. 400 € ist dieses Objektiv, das bereits seit 2012 auf dem Markt ist, absolut empfehlenswert. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich entsprechende Modelle von Nikon oder Canon eher in Preissegmenten um die 1000 € bewegen.

Update vom 26.09.2021

Mittlerweile habe ich das Objektiv auch in der Stadt sowie mit Landschaftsaufnahmen testen können und auch hier liefert es, wie erwartet, super Ergebnisse.

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Das Baby ist da

Letzte Woche kam es nach ca. 1 Woche Lieferzeit mit der Post an. Schon seit Wochen hatte ich es mir immer wieder angesehen, überlegt ob ich es kaufe oder nicht und nachdem ich von meinem Arbeitgeber einen Einkaufsgutschein zu Weihnachten bekommen hatte, wurde es nun doch bestellt.

Die Wahl fiel auf das „Lensbaby Composer Pro II mit Sweet 50 Optik“. Ein-Tilt-Objektiv mit einer Lichtstärke von f/2,5 und einer Brennweite von 50 mm (Vollformatsensor).

Die ersten Erfahrungen mit Lensbaby hatte ich bereits vor 2 Jahren gemacht, als ich mir das „Lensbaby Spark“ zugelegt hatte. Allerdings war ich nach einiger Zeit unzufrieden und eher genervt vom Handling des ca. 100 Euro teuren Spielzeuges. Beim Spark lässt sich der Fokuspunkt zwar auch verschieben, allerdings geht das mittels einer gummigelagerten Linse, die mit den Fingern in die entsprechende Position gebracht und dort während der Aufnahme auch gehalten werden muss, da sie sonst wieder in die Ausgangslage zurück schwenkt. Gleichzeitig muss auch der Abstand zum Objekt mit den Fingern so gehalten werden, dass der gewünschte Bereich scharf wird… Kurz gesagt: Es gilt, mit seinen Händen die Kamera zu halten, das Objektiv korrekt zu schwenken und zu quetschen und dann auch noch den Auslöser zu drücken. Wenn sich dann auch noch das Objekt selbst bewegt, wird das eine nervenaufreibende Sache. Das Teil habe mittlerweile wieder verkauft.

Anders verhält sich das beim Composer Pro II. Das Composer Pro II selbst ist das entsprechende Gehäuse in das dann diverse Optiken (wie z. B. die Sweet 50) eingesetzt werden können und das sich mittels eines Kugelkopfes schwenken lässt. Dieser bleibt dann auch in dieser Stellung. So kann man den Fokuspunkt da setzen wo man ihn haben möchte. Die Schärfe stellt man, wie auch bei anderen Objektiven, über einen Drehring ein.

Der Vorteil davon ist: Wechselt man z. B. das Fabrikat seiner Kamera, muss nur das neue Gehäuse mit dem entsprechenden Anschluss gekauft werden. Die Optikeinsätze können dann in dem neuen Gehäuse weiterhin verwendet werden. Es gibt neben der Sweet 50 auch noch die entsprechende Sweet 35 (mit 35 mm Brennweite) oder diverse andere Einsätze mit interessanten Möglichkeiten. Das Composer Pro II habe ich incl. der Sweet 50 Optik bei dem bekannten Onlineversandhändler mit dem Großen „A“ für einen Nettopreis von unter 300 Euro incl. Versandkosten aus Deutschland bekommen. Preis aktuell auf der Webseite des Herstellers: 479,90 € + Versandkosten.

Die Sweet 50 Optik hat (wie auch die Sweet 35) einen radialen, selektiven Schärfebereich. Die Schärfentiefe lässt sich durch die verstellbare Blende von f/22 bis f/2,5 verstellen und bietet so diverse Möglichkeiten der Bildgestaltung. Der minimale Fokusbereich liegt bei 38 cm.

Die beiden Bilder hier wurden mit geschlossener Blende (links) und der max. geöffneten Blende (rechts) aufgenommen.

Wie bei allen Lensbaby-Objektiven handelt es sich auch hier um ein manuelles Objektiv ohne Bildstabilisator oder sonstigen elektronischen Hilfen. Das heißt: Das Scharfstellen muss man selbst übernehmen. Hier sind natürlich Kameras mit Focus Peaking von Vorteil.

Leider hatte ich aufgrund von Lockdown und Regenwetter noch nicht viel Gelegenheit, das Objektiv zu testen aber die ersten Bilder machen mich zuversichtlich und ich freue mich schon auf den Sommer – hoffentlich ohne Lockdown.

Hier nochmal zwei Vergleiche mit unterschiedlichen Blendenstufen (aus der Hand fotografiert):

Die ersten Versuche unterwegs bei der Gassirunde:

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Personen einfach entfernen

Wer kennt das nicht? Man ist im Urlaub und versucht, an einer viel besuchten Location ein Bild mit möglichst wenig Leuten darauf zu schießen. Je nach Ort wird das nicht immer einfach sein, denn irgendwer latscht sicher genau im ungünstigsten Moment ins Bild.

Jetzt hast Du die Möglichkeit, geduldig den richtigen Moment abzuwarten. Wenn Du Glück hast, bemerkt der eine oder andere Besucher die Kamera, erkennt Dein Vorhaben und bleibt höflich einen Augenblick stehen. In der Regel ist das aber eher die Seltenheit und bei mehreren Besuchern ist es ohnehin aussichtslos. Nach 10 Minuten mit der Kamera im Anschlag wird es Dir irgendwann zu blöd und Du nimmst das Bild mit den wenigsten Leuten darauf in Kauf.

Eine effektivere Methode zeige ich Dir hier. Diese funktioniert am besten, wenn man ein Stativ dabei hat. Alternativ kann man die Kamera auch auf einem festen Untergrund wie z. B. einem Rucksack ablegen.

Das Beispiel hier habe ich in Glendalough, im Co. Wicklow aufgenommen. Ein Bild ohne Touristen darauf ist im Sommer schon eine Herausforderung.

Die Vorbereitung

Dazu brauchen wir zwei Bilder vom gleichen Objekt. Mach das erste Bild so wie Du es haben willst, auch wenn Personen darauf sind. Wenn Du Glück hast, gehen die Personen nach ein paar Sekunden weiter oder bleiben zumindest an einem anderen Punkt stehen, so wie in diesem Beispiel. Jetzt mach das zweite Bild. Achte dabei darauf, an der Kamera nichts zu verändern.

Bild 1 + 2

Die Bearbeitung

Der Beitrag zeigt die Bearbeitung mit Photoshop. Im Prinzip funktioniert das auch mit anderen ähnlichen Programmen.

Öffne nun das erste Bild in Photoshop. Anschließend lege das zweite Bild mit „Platzieren und einbetten“ darüber.

Wenn Du nun beide Bilder übereinander liegen hast, markiere das zweite Bild und mach es leicht durchsichtig, damit Du beide Bilder siehst. Hier habe ich die Sichtbarkeit auf ca. 50% geändert.

Nun kannst Du das zweite Bild, falls nötig, so verschieben, dass es genau auf dem unteren liegt. Dies ist der Fall, wenn Du keine Schatten vom obersten Bild mehr siehst. So wie hier im ersten Bild.


Daher ist es wichtig, die beiden Bilder aus derselben Perspektive und mit demselben Zoomwert zu erstellen.

Wenn die Bilder nun korrekt übereinander liegen, sieht es dann so aus:

Lege nun eine Maske über das oberste Bild und entferne mit dem Radiergummi-Werkzeug die störenden Teile des zweiten Bildes.

Da das erste Bild darunter liegt, sieht man dort wo radiert wurde, den Hintgrund – also das erste Bild.

Jetzt kannst Du die Sichtbarkeit des ersten Bildes wieder zurück auf 100% stellen und das Bild abspeichern.

Der Vorteil dieser Methode ist, es bleibt die Struktur der Mauer exakt erhalten. Man könnte die beiden Personen auch mit Hilfe des „Bereichsreparatur-Pinsels“ oder „Reparatur-Pinsels“ entfernen. Jedoch ändert sich dann, speziell bei Bildern mit Mauern oder ähnlichem, die Struktur, wie hier zu sehen ist.

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Stative – Helfer mit drei Beinen

Das Alltags-Stativ

Früher oder später kommt meist die Frage auf „Brauche ich ein Stativ? Und wenn, welches?“. Was für professionelle Fotografen zur Grundausstattung gehört, ist evtl. für den Hobby-Fotografen eine Investition, die man sich erstmal durch den Kopf gehen lässt.
Wenn man in der Entscheidungsfindung dann etwas voran geschritten ist und sich wahllos im Internet diverse Werbungen von Herstellern oder Online-Versandhäusern ansieht, wird man erstmal von utopischen Preisen abgeschreckt. Da gehen die Preise auch schon mal an die 500€-Grenze oder darüber.


In der Regel findet man aber im Bereich von ca. 100€ bereits ordentliche Stative. Doch der bekannte Satz „Wer billig kauft, kauft zweimal“ ist vor allem bei Stativen zutreffend. Um nicht zu viel Geld auszugeben, hatte ich vor einigen Jahren ein absolutes Billig-Stativ für ca. 20€ gekauft. Klar, das Teil tat, was es sollte – die Kamera festhalten. Das war zumindest besser als aus der Hand fotografieren und ermöglichte auch Aufnahmen mit niedriger ISO und längeren Belichtungszeiten oder Langzeitaufnahmen. Aber durch die leichte Bauweise wurde das eine oder andere Bild bereits beim leichtesten Wind unscharf, denn selbst die schwere Kamera konnte die kleinsten Bewegungen des Statives nicht verhindern (hier in Irland an der Westküste ist Fotografieren ohne Wind auch eher eine Seltenheit). Als mir das Teil mit der Kamera darauf auf einem felsigen Strand beinahe umgekippt wäre, war mir klar: Jetzt wird ein vernünftiges Stativ gekauft.

Ich entschied mich damals für ein Stativ der Marke Neewer für ca. 106€ mit austauschbarem Kugelkopf. Die angegebene Maximalhöhe von 160 cm war mehr als ausreichend und die Möglichkeit, die Winkel der Beine unterschiedlich zu verstellen, kann an manchen Stellen – je nach Gelände – sehr hilfreich sein.


Mit ca. 1,9 kg gehört es zwar nicht zu den leichtesten, aber es ist in Ordnung und hält auch den einen oder anderen Windstoß aus, ohne dass es mit der Kamera darauf umgeweht wird. Ich wandere ja auch nicht stundenlang durch die Gegend. Sollte man doch mal mehr Stabilität benötigen, ist am unteren Ende des mittleren Rohres ein Haken angebracht an dem man noch einen Rucksack oder ähnliches einhängen kann. Im eingeklappten Zustand hat es eine Länge von ca. 62 cm und ist ganz gut an einem Fotorucksack anzubringen.

Was mir persönlich sehr gefällt, sind die Drehverschlüsse an den verstellbaren Rohren. Diese sind mir lieber als die Klickverschlüsse. Ich kann diese zum Beispiel in zusammengeschobenem Zustand mit einer Handbewegung pro Bein öffnen. Bis jetzt hat das Teil gute Dienste geleistet und sollte der Kopf mal defekt werden, einen neuen Stativkopf bekommt man ab ca. 25€ und muss nicht gleich ein neues Stativ kaufen.

Ein weiterer Vorteil beim Verwenden eines Statives ist, neben der Möglichkeit von längeren Belichtungszeiten und schärferen Bildern, dass man das Objektiv (vor allem im Gelände) leichter und sicherer wechseln kann, als wenn man die Kamera in der Hand hält. Wem die Kamera oder das Objektiv schon mal beim Wechseln aus der Hand gerutscht ist, weiß, wovon ich rede.

Das Reisestativ

Als wir im Mai 2019 einen Urlaub in Deutschland an der Ostsee geplant hatten, stand ich erneut vor der Wahl „welches Stativ?“, denn mit meinem aktuellen Stativ war an eine Flugreise mit einem Koffer pro Person + kleinem Fotorucksack + Stativ nicht zu denken. Meine erste Überlegung war, das Stativ einfach zu Hause zu lassen. Aber ich wusste, wenn ich das mache, kommt mit Sicherheit eine Situation, in der ich mir ein Stativ wünschen würde. Also durchforstete ich wieder einmal diverse Angebote im Internet und wurde auch schnell fündig. Für 21,99€ fand ich ein ideales Modell für die Reise.


Dass es wieder ein rotes Neewer wurde ist Zufall, auch wenn mir die Kombination Rot / Schwarz persönlich gut gefällt, war die Farbe des Statives kein Kriterium. Es musste in den Koffer passen und leicht sein.
Das kleine Neewer besteht aus einer Aluminiumlegierung, hat ein Gewicht von ca. 870 g und in gepacktem Zustand eine Länge von 32 cm, ideal zum Einpacken in einen normalen Reisekoffer.

Mit komplett ausgefahrener Mittelsäule und ausgezogenen Beinen erreicht es eine Höhe von 63 cm. Das ist hoch genug, um zumindest in der Hocke noch bequem an der Kamera noch etwas zu verstellen. Hier ist natürlich eine Kamera mit ausklappbarem Display von Vorteil. Die angebrachte Kurbel lässt kleinste Justierungen in der Höhe zu.

Einziger Nachteil: Das Mini-Stativ hat eine spezielle Wechselplatte, d. h. die normale Arca-Swiss-Schnellwechselplatte muss von der Kamera abgeschraubt und durch die des Mini-Stativs ersetzt werden. Da das kleine Stativ jedoch in der Regel dann zum Einsatz kommt, wenn ich das große nicht mitnehmen kann oder will, wird die Kamera vor Antritt der Reise entsprechend bestückt.

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