Der Steinkreis von Grange

Diesen Steinkreis habe ich durch Zufall vor ein paar Jahren entdeckt, als ich von einer Fototour im County Tipperary nach Hause fuhr. Ich sah nur am Straßenrand der N24 an einer unscheinbaren Kreuzung das braune Schild, das den Weg zum Steinkreis zeigte. Da es noch nicht spät war, bog ich kurzentschlossen ab und folgte den Wegweisern. Ca. 20 Minuten später war ich am Ziel.

Der Steinkreis mit seinen 113 Steinen liegt am Lough Gur im Co. Limerick und ist der größte in Irland. Sein Umfang beträgt ca. 48 Meter.

Werbung

Die „Ros Tuaiscert“ – Mehr Wrack als Schiff

Der Sonntag versprach angenehm warm und sonnig zu werden. So kam ich auf die Idee, an den Gortmellia-Strand im Co. Mayo zu fahren. Dort liegt das Wrack der „Ros Tuaiscert“, ein Trawler, der 1978 dort gestrandet war.

Der Gezeitentabelle nach, die ich im Internet fand, sollte auch am späten Nachmittag dort noch Ebbe sein. Also packte ich meine Sachen und fuhr gegen 14 Uhr los, in Richtung Co. Mayo.

Da der Gortmellia-Strand nur ca. 15 Autominuten von Belmullet entfernt liegt, wollte ich auch gleich einen Abstecher zum „Deirbhile’s Twist“ machen. Dieser befindet sich auf der südlichen Seite der Mullet Halbinsel (Irisch: An Muirthead). Als ich 2019 dort war, war es relativ bewölkt und bei meiner Nikon D750 hatte sich damals beim ersten Bild vom 2 km entfernten Blacksod-Leuchtturm der Spiegel nicht mehr zurückgeklappt. Zum Glück hatte ich die Fuji XT-2 dabei, sonst wäre ich die 236 km umsonst gefahren.

Trotz der „nur“ 18 Grad, die mir das Thermometer im Auto angezeigt hatte, war es so warm, dass ich teilweise mit halb geöffnetem Fenster durch die karge Landschaft gefahren bin.

Nimmt man die Route von Castlebar aus über die R312, zieht sich diese ca. 35 Kilometer durch Bäume und hohe Büsche, bei denen man nur selten einen Blick auf die Landschaft dahinter hat. Irgendwann verschwinden dann die Bäume, die Büsche werden niedriger und innerhalb weniger Minuten findet man sich in einer fast steppenähnlichen Landschaft wieder.

Die R312

Etwas später kommt man dann auf die N59, die fast parallel zum Oweniny River nach Richtung Bangor Erris verläuft. Auch die weitere Strecke über die R313 / R314 ist von diesem Landschaftsbild geprägt.

Als ich gegen 17 Uhr am Gortmellia-Strand ankam, war ich jedoch enttäuscht. Ich hatte noch die Bilder aus dem Internet von dem Schiffswrack im Kopf, die ich gefunden hatte und welche mich dazu inspirierten, mal wieder in diese Ecke Irlands zu fahren. Allerdings war das, was ich nun vorfand, mehr Wrack als Schiff.

Die „Ros Tuaiscert“ bzw. was davon übrig war, lag friedlich im Sand und wartete auf ihren endgültigen Zerfall, der, im Vergleich zu Bildern aus den Jahren 2017/2018, mehr als deutlich vorangeschritten war. Nur gut, dass dies nicht das einzige Ziel auf meiner Tagestour war.

Die "
Die „Ros Tuaiscert“ – Mehr Wrack als Schiff

Ich machte ein paar Bilder von dem Wrack und begab mich anschließend auf den Weg zu meinem zweiten Ziel an diesem Tag.

Deirbhile’s Twist

Als ich zum ersten Mal ein Bild vom Deirbhile’s Twist im Internet sah, dachte ich zuerst, es wäre einer der vielen Steinkreise in Irland, der auch noch sehr gut erhalten war.

Meine weitere Recherche dazu ergab allerdings: Der Steinkreis ist eine Skulptur des in Offaly geborenen Wissenschaftlers und Künstlers Michael Bulfin. Diese besteht aus spiralförmig angeordneten Granitsteinen und bezieht sich auf die Legende von St. Dervilla, einer heiligen Jungfrau aus dem 6. Jahrhundert, die in der Gegend lebte.

Deirbhile’s Twist, Co. Mayo
Deirbhile’s Twist

Auf dem Weg zum Deirbhile’s Twist kam ich auch am Blacksod Leuchtturm vorbei, der knapp 2 km entfernt an der Blacksod Bay liegt. Hier hatte ich Gelegenheit, diesmal ein paar Bilder vom Leuchtturm bei sonnigem Wetter zu machen.

Blacksod Leuchtturm, Co. Mayo
Blacksod Leuchtturm

Gegen 18:30 Uhr ging auch die Sonne langsam unter, daher entschied ich mich dazu, noch den Sonnenuntergang abzuwarten und fuhr nach einigen weiteren Bildern gegen 19:30 Uhr nach Hause.

Deirbhile’s Twist, Co. Mayo
Deirbhile’s Twist

Werbung

Steinkreis von Uragh

Steinkreis von Uragh

Da ich diesen Ort schon lange in meiner Planung hatte und das Wetter gestern ideal war, hatte ich endlich die Gelegenheit genutzt und bin zum Steinkreis von Uragh im Co. Kerry gefahren. Dieser steht auf der Beara-Halbinsel zwischen den Seen Cloonee Lough und Inchiquin Lough etwa 6 km von der Grenze zum County Cork entfernt. Er hat einen Durchmesser von ca. 2,5 Metern und besteht aus 5 kleinen Steinen und einem ca. 3 Meter hohen Monolith.


Was mich an dem Steinkreis so gereizt hatte, war die malerische Umgebung, die man auf den Bildern, die man im Internet findet, nur ahnen kann. Der Steinkreis steht auf einer kleinen Anhöhe, von der aus man eine wunderbare Sicht auf die beiden angrenzenden Seen hat, die in dieser traumhaften Berglandschaft liegen.


Die ca. 4 km lange Strecke ab der Abzweigung der R571 ist für Fahrer, die die irischen „Backroads“ nicht gewohnt sind, sicher ein besonderes Erlebnis. Auf der zum Teil unbefestigten Straße, die gerade mal breit genug für einen Pkw ist und in manchen engen Kurven auch noch bergauf oder bergab führt, gibt es nur wenige Stellen, an denen man einem entgegenkommenden Fahrzeug Platz machen kann, indem man möglichst weit links anhält. Hat man die Strecke dann gemeistert, wird man von einem traumhaften Anblick belohnt. Die ca. 250 Meter hinauf zum Steinkreis muss man dann jedoch noch zu Fuß gehen.

Am Steinkreis angekommen wurde ich erstmal von blökenden Schafen begrüßt, die sich in der gesamten Gegend hier tummeln. Als ich näher kam, machten sie sich aber doch rasch aus dem Staub, was mir einen ungestörten Blick auf mein Hauptmotiv ermöglichte.

Als ich mich nach einiger Zeit auf den Heimweg machte, musste ich doch nach ca. 3 Minuten nochmal anhalten. Auf der linken Seite lag ein Steg aus Steinen gebaut neben einer kleinen Bootshütte. Diese hatte ich bei der Anfahrt aufgrund des Blickwinkels gar nicht gesehen. Da ich jetzt von der anderen Seite kam, stach mir das Bild sofort ins Auge und ich hielt neben der kleinen Blechhütte an. Ein idealer Zeitpunkt, denn die Sonne strahlte am späten Nachmittag schön auf die hohen Bäume auf der anderen Seite des Sees und mit diesem ungewöhnlichen Steg im Vordergrund war es ein wunderbarer Anblick, den ich natürlich festhalten musste. Ein genialer Abschluss des Tages.

Cloonee Lough

Werbung