Carey’s Castle

Diese nette Ruine aus dem 18. Jahrhundert hatte ich im Juli 2017 durch Zufall bei Recherchen im Internet entdeckt und bei nächster Gelegenheit machte ich mich auf den Weg in das ca. 125 km entfernte Clonmel im County Tipperary. Die Burg selbst liegt jedoch im County Waterford in einem malerischen Waldgebiet in der Nähe des Glenary Rivers, einem Nebenfluss des Suir, ca. 8 Kilometer südlich von Clonmel.

Das Navi in meinem Handy führte mich damals zu einem Parkplatz an einer Nebenstraße der R671. Von dort aus ging es dann zu Fuß ca. 1,3 Kilometer weiter einen Wanderweg entlang durch einen Wald, bis ich an einer Lichtung die Mauern der Burg entdeckte.

Leider gibt es keine Fotos von der Rückseite der Burg, denn der hintere Bereich des Geländes wurde von einigen Leuten an diesem schönen Sommertag als Platz für deren Grillparty ausgewählt. Daher kamen bei meinen Aufnahmen auch schon mal Kinder oder Hunde ins Bild gelaufen.

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Bunratty Castle & Folk Park

Das Bunratty Castle (irisch: Caisleán Bhun Raithe) im Co. Clare befindet sich am Zusammenfluß der Shannon-Mündung und des Owenogarney River (oder auch Ralty River). An dieser Stelle befand sich ca. 970 ein Handelsplatz der Wikinger, bevor 1250 dort eine Holzfestung gebaut wurde.
Die Burg, wie wir sie heute kennen, wurde um das Jahr 1425 von den MacNamaras erbaut und fiel ein halbes Jahrhundert später an den damals größten Clan in North Munster, den O’Briens, zurück.

Die Burg ist Teil des Bunratty Folk Parks, einer Art Freilichtmuseum, das sich auf ca. 10 Hektar erstreckt. Neben einem Wikingerspielplatz und diversen einheimischen Tieren wie z. B. Schafen, Ziegen, Ponys usw. findet man auf dem Gelände auch zwei Irish Wolfhounds namens Saoirse und Meabh.

Ein Highlight für Kinder ist der Feen-Pfad mit seinen Skulpturen und kleinen Häuschen, die sich am Rande des Weges oder in kleinen Wäldchen verstecken.

Über das Gelände verteilt findet man auch eine Reihe traditioneller irischer Bauernhäuser, die verschiedene Lebensstile zu Beginn des 20. Jahrhunderts veranschaulichen. Insgesamt verfügt der Park über mehr als 30 Gebäude.

Zentrum des Parks ist die sogenannte „Village Street“, eine Straße, in der man buchstäblich ins Dorfleben des 19. Jahrhunderts eintaucht. Hier findet man diverse typisch irische Gebäude aus dieser Zeit, mit den entsprechenden Einrichtungen wie z. B. eine Schule, ein Postbüro, einen Arzt oder diverse andere Geschäfte oder Wohnhäuser.

Die Schule

Das Haus des Arztes

Die Village Street

Auch eine Kirche darf natürlich nicht fehlen, diese liegt etwas abgelegen der Village Street

Mühle und ummauerter Garten

Der Garten wurde um 1804 angelegt.

Der Park ist seit März 2022 täglich von 9:30 bis 17:30 Uhr geöffnet.

Nachdem mittlerweile die Corona-Beschränkungen aufgehoben wurden, ist es auch nicht mehr notwendig, vorher zu buchen. Allerdings ist der Eintritt bei vorheriger Online-Buchung etwas günstiger.

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Das Spukschloss im Burren

Da es am Vormittag geregnet hatte und nach der Mittagspause trocken und wärmer wurde, wollte ich nach der Arbeit noch ein wenig durch die Landschaft fahren. Diesmal ohne festes Ziel, einfach durch die Gegend düsen und sehen, ob ich was Nettes zum Knipsen finde.

Ich entschied mich für die Strecke über die R476 entlang in Richtung Norden und kam daher am Leamaneh Castle, einem der wohl bekanntesten Spukschlösser Irlands, vorbei.

Die Burg der O’Briens liegt zwischen Killinaboy und Kilfenora im County Clare. Das Tower House rechts stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert um das Landhaus erweitert. Hier lebte um 1630 Mary MacMahon, die wegen ihrer roten Haare auch als Maire Rua oder „Red Mary“ bekannt war. Nachdem ihr erster Mann, Neylon vom Dysert O’Dea Castle in Clare im Jahr 1639 starb, heiratete sie Conor O’Brien vom Leamaneh Castle. Sie soll angeblich 25 Ehemänner gehabt und diese auch alle getötet haben, sobald sie derer überdrüssig wurde. Der Legende nach soll ihr letzter Ehemann ebenfalls auf diese Weise den Tod gefunden haben, woraufhin sie gefangen genommen und in einen hohlen Baum eingeschlossen wurde, wo sie schließlich verhungerte. Ihr rothaariger Geist soll angeblich noch heute das Schloss heimsuchen.

Donagh, der Sohn von Red Mary, verlegte 1689 den Familiensitz ins ca. 33 km entfernte Dromoland Castle. Die Barbakanentore, welche das Anwesen schmückten, wurden 1906 von Lucius William O’Brien, einem weiteren Nachfahren Mary’s, nach Dromoland Castle gebracht und dienen heute als Eingang zu den Gärten von Dromoland Castle.

Das innere Tor der Gärten von Dromoland Castle

Nun ging es weiter durch das Burren-Gebiet entlang der R480. Am Poulnabrone Dolmen hielt ich diesmal nicht an, denn es waren definitiv zu viele Leute dort unterwegs.

Auch Fionn war diesmal wieder mit dabei, denn ich hatte ihn ganz schön vernachlässigt in den letzten Wochen.

Fionn auf der Mauer

Auf meinem weiteren Weg kam ich noch an diesem netten Kameraden vorbei, den ich gerade noch im Augenwinkel entdeckt hatte. Schnell wurde das Auto geparkt und ein paar Fotos geschossen. Dann ging es am Meer entlang wieder nach Hause.

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Clifden Castle

2015 war ich das erste Mal in Clifden und auch bei dieser schönen Ruine. Da ich damals lediglich Schnappschüsse mit dem Handy gemacht hatte, wollte ich unbedingt bei Gelegenheit noch einmal dort hin. Gestern war die Gelegenheit günstig, denn ich hatte Urlaub und das bedeckte, windige Wetter animierte mich nicht sonderlich dazu, ans Meer zu fahren. Also musste ein Ziel her, das nicht direkt am Meer liegt. Da fiel mir wieder Clifden Castle ein. Das sollte ideal dafür sein. So machte ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg.

Clifden im County Galway ist die inoffizielle Hauptstadt von Connemara und hat ca. 1600 Einwohner. Dort steht ungefähr 3 Kilometer westlich das Clifden Castle. Clifden Castle war eigentlich ein Schloss oder Herrenhaus, keine Burg. Dieses wurde ca. 1818 von John D’Arcy erbaut, der es als Hauptwohnsitz nutzte, bis er 1839 im Alter von 54 Jahren verstarb und sein Sohn das Anwesen erbte.

Im Jahr 1850 kauften die Brüder Thomas und Charles Eyre aus dem englischen Bath (County Somerset) das Schloss, nachdem das Anwesen von D’Arcy in Konkurs ging. Daher findet man auch über dem Eingang heute noch das Wappen der Familie Eyre.

Unterwegs wurde das Wetter deutlich besser und als ich nach 2 Stunden Clifden erreichte, war der Himmel blau und fast wolkenlos. Es war ein schöner Anblick, im Stadtzentrum von Clifden die Menschen wieder in den Außenbereichen der Cafes und Restaurants in der Sonne sitzen zu sehen, nachdem die letzten Monate von Masken, Abstand und Isolation geprägt waren. Zum Glück lag mein Ziel außerhalb der Stadt, denn es war kaum ein leerer Parkplatz zu sehen.

Am Ziel angekommen parkte ich mein Auto am Eingang des Anwesens und machte mich auf den Fußmarsch zum Schloss. Dieses erreicht man nach ca. 10-15 Minuten über einen Schotterweg.

Das Schloss ist von der Rückseite aus zugänglich. Den Spuren im hinteren Teil des Grundstückes nach zu urteilen, wird es wohl auch als Kuhstall genutzt. Daher hatte ich die Gelegenheit, Bilder von den Innenräumen zu machen, bzw. was davon übrig ist.

Nach ca. 45 Minuten machte ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Vom Parkplatz aus fuhr ich dann auf der Sykroad ca. 800 Meter weiter in Richtung Westen. Dort kommt man an eine Grundstücksmauer mit einer kleinen Parkbucht. Da das Schloss in einem Tal liegt, hat man von dort oben einen guten Blick auf das Schloss und den Schotterweg.

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Mehr Bilder und Videos hier:

Die Wikinger kommen

Am 06. Mai 2018 hatte ich die Gelegenheit, einem besonderen Schauspiel beizuwohnen: Die Wikinger-Invasion von Craggunowen. Den Termin hatte ich schon vor Wochen eingeplant und zu meiner Freude war das Wetter an diesem Wochenende einfach traumhaft.

Craggunowen ist ein kleines Dorf in der Nähe von Quin im Co. Clare, ca. 16 km östlich von Ennis. Dort befindet sich das „Craggaunowen Megalithic Centre“, eine Art Freilichtmuseum für irische Geschichte das sich auf ca. 50 Hektar erstreckt. Dessen Mittelpunkt bildet eine kleine Burg (Craggunowen Castle) welche ca. 1550 erbaut und im 17. Jahrhundert aufgrund der Niederlage gegen die Truppen Oliver Cromwells verlassen wurde. Anfang des 19. Jahrhundert begann man, die Burg wieder zu restaurieren. Die Restauration wurde erst 1965 fertiggestellt.

Creggunowen Castle

Im Zuge des „Beltain“ (oder auch Beltane), des irischen Sommeranfangs, wurden auf dem Gelände um die Burg diverse Lager errichtet, in denen man mittelalterliche Handwerkskunst und Lebensweisen hautnah besichtigen und förmlich erleben konnte. Es gab Schmiede, Weber, Gerber und mehr, die in Ihren altertümlichen Gewändern ihrer Arbeit nachgingen und den Besuchern vor Ort präsentierten.

Höhepunkt des Tages war die Wikinger-Invasion. Eine, in entsprechenden Rüstungen und Gewändern nachgespielte Schlacht, die in dem Ringfort, in dem man auch ein Wikingerdorf errichtete, stattfand. Eine Attraktion, nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene waren begeistert von dem Schauspiel.

Der Weg vom Ringfort zum Eingang des Besucherzentrums führt zum Teil durch einen kleinen Wald in dem man, unter anderem, einen alten Stein mit noch schwach erkennbaren Ogam-Zeichen oder einen nachgebauten Dolman findet.

Auch ohne spezielle Veranstaltung ist ein Spaziergang durch die Anlage eine nette Abwechslung.

Mittlerweile habe ich auch ein nettes Video dazu im Netz gefunden:


Zur Veranstaltung aus 2022 geht es hier: Wikinger in Craggunowen 2022