Der erste Tag am Meer 2021

Das Ende der 5 km-Regelung

Dienstag, 13.04.2021. Ich saß im Auto und hatte meinen Fotorucksack auf dem Rücksitz verstaut. Meine Frau saß neben mir und während ich langsam rückwärts aus der Hofeinfahrt fuhr, verstaute sie noch schnell ihre Tasche vor ihrem Sitz. Nun ging es los, wir fuhren ans Meer und ich konnte es kaum fassen, ein geniales Gefühl.

Was noch vor einem halben Jahr als fast normal galt, ist nun etwas Besonderes für uns. Seit Montag, dem 12.04.2021, wurde der Lockdown in Irland gelockert und anstelle der 5 km, in denen man sich bewegen durfte, können wir uns wieder innerhalb des Countys bewegen. Zufällig hatte ich für diese Woche Urlaub beantragt und auch das Wetter spielte mit, denn seit meinem ersten Urlaubstag hatten wir Sonne und deutlich höhere Temperaturen als in den letzten Wochen. Daher nahmen wir uns vor, diese Woche so oft es geht etwas zu unternehmen.

Die erste Tour

Am Montag waren wir am Mooghaun Hillfort. Diese Bergfestung wurde ca. 950 v. Chr. erbaut und liegt zwischen den Orten Quin und Newmarket on Fergus im County Clare. Eigentlich war der Besuch dort gar nicht geplant, aber als eine Bekannte, bei der wir nur schnell vorbeischauen und etwas abholen wollten, davon erzählte, entschlossen wir uns kurzerhand dort hinzufahren, schon um mal wieder etwas anderes zu sehen als unseren Garten und Ennis.

Ich hatte zwar eine Kamera in einer kleinen Tasche dabei, aber diese war nur mit dem 50 mm-Objektiv bestückt. Eine kürzere Brennweite wäre in der Anlage, die mittlerweile mit hohen Bäumen umgeben ist, deutlich besser, aber immerhin besser als nichts. Mittlerweile habe ich es mir angewöhnt, auch bei kurzen Fahrten zumindest eine meiner Kameras mitzunehmen. Schon oft gab es Momente, in denen ich mir gewünscht hatte, jetzt ein Foto von der aktuellen Situation machen zu können. Die D610 mit dem 50 mm-Objektiv passt schön in eine kleine alte Fototasche, die ich noch aufgehoben habe, und so passiert mir das nicht mehr.

Bei nächster Gelegenheit werden wir mal mit unserem Hund hierher fahren.


Es geht ans Meer

So, nun ging es endlich ans Meer. Es fühlte sich gut und irgendwie ungewohnt an, als wir mit Sonnenbrille auf der Nase und guter Musik entlang der N68 in Richtung Kilkee fuhren. Über uns der blaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken und vor uns eine kaum befahrene Straße. Schließlich hatten wir Dienstag und daher war kaum Verkehr als wir gegen 13:00 Uhr losfuhren.

Nach ca. 50 Minuten erreichten wir den beliebten Urlaubsort Kilkee. Als ich den fast leeren Parkplatz vor der Strandpromenade ansteuerte und schon vom Auto aus das Meer sah, war das ein unbeschreiblicher Moment. Das letzte Mal war ich im September 2020 am Meer. Damals war ich am Gortmellia-Strand im County Mayo unterwegs und hätte nie daran gedacht, dass es ein halbes Jahr dauern würde, bis ich das Rauschen der Wellen wieder live erlebe.

Als wir zum Strand gingen, war es zwar etwas windig, aber nicht kalt und ich hatte es nicht bereut mit kurzer Hose und T-Shirt losgefahren zu sein. Der Strand war beinahe menschenleer und auch fast alle Bänke entlang der Promenade waren unbesetzt. Wo sich normalerweise Touristen und Einheimische tummeln, war Leere. Die geschlossenen Restaurants und Bars sahen schon irgendwie trostlos aus. Trotzdem genossen wir es, über den weichen Sand zu spazieren und die kleinen Wellen zu beobachten, die sich rauschend und schäumend am Strand ausbreiteten, um dann wieder zurück ins Meer zu fließen. Das war auch eine gute Gelegenheit, Fionn am Strand in Szene zu setzen, der mit Schwimmweste und Kamera ausgestattet natürlich mit auf unserer Tour war.

Nach einiger Zeit fuhren wir weiter zum „George’s Head“, einer ca. 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Landzunge. In den letzten Jahren habe ich es immer vermieden, diesen Ort anzufahren, denn im Sommer ist nicht nur der runde Parkplatz am Ende der Straße komplett überfüllt, sondern es stehen auf beiden Seiten parkende Fahrzeuge entlang der Straße. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit, diesen Teil von Kilkee zu besuchen. Auf dem Parkplatz standen nur ein paar Fahrzeuge und die Gegend war menschenleer.

Mit neuen Eindrücken und Bildern ging es am frühen Nachmittag wieder nach Hause und der erste Tag am Meer 2021 ging zu Ende.

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Hier gibt’s das Video dazu:

Foto-Reise durch County Clare – Teil 2

Inhalt

Startpunkt unseres zweiten Teiles: Spanish Point

Vom bekannten Surferparadies Lahinch aus, ca. 13 km südlich, liegt der Ort Spanish Point. Seinen Namen verdankt er den Schiffen der spanischen Armada, welche 1588 aufgrund eines Untwetters an der irischen Küste zerschellten. Einige Spanier konnten sich zwar von den sinkenden Schiffen retten und erreichten das Festland, doch wurden diese später vom „High Sheriff of Clare“, Sir Turlough O’Brien, hingerichtet.

In Spanish Point findet man auch einen 9-Loch-Golfplatz. Mit über 110 Jahren gehört er zu den ältesten Golfplätzen der Grafschaft Clare.


Der ca. 1 km lange Sandstrand von Spanish Point hat außer den, für Irland so typischen, schräg aus dem Wasser ragenden Felsen, nicht sonderlich viel zu bieten, jedoch geben diese ein interessantes Motiv, vor allem wenn sich das Licht der tief stehenden Sonne bei Ebbe auf den nassen Felsen spiegelt oder bei Flut die Gischt an ihnen hochspritzt.


Kilkee Cliffs

Auf der N67 geht es in südlicher Richtung weiter in das 29 km entfernte Kilkee, dem beliebten Badeort mit seinen (2011 gezählten) 1024 Einwohnern, der jedes Jahr tausende von Touristen aber auch zahlreiche irische Urlauber in die Region lockt.

Von dort aus fahren wir auf einer schmalen Küstenstraße, der Dunlicky Road, entlang der Loop Head-Halbinsel, auf der wir uns nun befinden, bis wir nach 7 km die Kilkee Cliffs erreichen. Einem weiteren, der unzähligen Aussichtspunkte auf dem Wild Atlantic Way.

Die schroffen Felsformationen und die felsige Bucht dort, bieten viel Spielraum für allerlei Fotos.

Es lohnt sich auch grundsätzlich, auf dem Weg entlang der Loop Head Halbinsel ab und zu anzuhalten und zu Fuß den Rand der Klippen zu untersuchen, denn die Küste hier bietet diverse Gelegenheiten, die Kamera zu zücken.


Bridges of Ross

Unseren nächsten Punkt finden wir ca. 17 km weiter südwestlich der Kilkee Cliffs. Die „Bridges of Ross“ waren ursprünglich drei, von der Natur geformte, Steinbrücken. Mitterweile ist nur noch eine von ihnen erhalten. Diese erreicht man zu Fuß auf einem schmalen Trampelpfad, ca. 500 m nach dem kleinen Parkplatz der dort gebaut wurde.

Aber nicht nur diese Brücke, sondern auch das umliegende felsige Ufer, laden einen an sonnigen Tagen dazu ein, sich ein paar Minuten ins Gras zu setzen, den Anblick zu genießen und den Wellen zuzuhören die sich an den rauen Felsen brechen.


Loop Head Leuchtturm

An der Spitze der Halbinsel Loop Head, die den Atlantik von der Mündung des Shannon trennt, befindet sich ein 23 Meter hoher Leuchtturm. Dieser wurde 1854 erbaut und 1991 automatisiert. Hier wurde auch ein Teil des Films „Star Wars: Der letzte Jedi“ gedreht.

Nicht nur der Leuchtturm selbst bietet von der Westseite her betrachtet eine schöne Ansicht. Auch die, teilweise flachen und begehbaren, Klippen auf der südlichen Seite der Mauer, welche die Anlage mit den Gebäuden umfasst, sind besonders in den letzten Monaten des Jahres interessant wenn die Sonne dort untergeht.

Die nachfolgenden beiden Bilder wurden im September 2016 aufgenommen, als ich mir einmal die Mühe gemacht hatte, einem Trampelpfad zu folgen der an der Mauer entlang hinunter in Richtung Meer führte. Nach ca. 460 m hatte ich die Klippen erreicht und wurde mit einer genialen Aussicht belohnt.


Quin Friary

Ein weiterer interessanter Fotospot ist Quin Friary, die auch als Quin Abbey bezeichnet wird. Diese befindet sich ca. 12 km östlich von Ennis in Quin. Das eigentliche Kloster wurde zwischen 1402 und 1433 von von Sioda Cam McNamara für Brüder des Franziskanerordens auf den Ruinen einer normannischen Burg erbaut.

Die Klosteranlage mit dem Kreuzgang, die alten Räume und der Friedhof mit den alten Keltenkreuzen sind sehr interessante Motive. Da die Anlage von außen beleuchtet ist, sind auch interessante Nachtaufnahmen möglich.


Lough Derg

Ca. 40 km östlich von Quin liegt der Lough Derg. Mit 118 km² ist er der drittgrößte See Irlands. Aufgrund seiner geografischen Lage grenzt er an die Counties Clare, Tipperary und Galway. Im Norden, bei Portumna (Co. Galway) fließt der Shannon in den Lough Dergh. Der Abfluss des Shannon liegt im Süden bei Killaloe im County Clare.

Rund um den, im Durchschnitt 5 km breiten, See findet man diverse Gelegenheiten für Fotos. Die schönsten Orte neben Killaloe sind Mountshannon, mit seinem Hafen im Westen und Dromineer im Osten. Von Mountshannon aus kann auch man Bootstouren zur Insel Holy Island, einer der berühmtesten Klosteranlagen Irlands, unternehmen.

Blick auf Holy Island

Ennis

Letzte Station auf unserer Reise ist Ennis, die Hauptstadt der Grafschaft Clare, mit ihren ca. 25.000 Einwohnern. Ennis (irish: Inis) liegt am Fluss Fergus und auch verkehrsmäßig im Zentrum des County’s. Von hier aus kommt man direkt auf die N85 Richtung Lahinch im Nordwesten, die M18 Richtung Galway, das in nördlicher Richtung liegt, die N68 Richtung Kilrush im Südwesten und die, ca 40 km südöstlich gelegene, Stadt Limerick, die man bequem über die N18 erreicht.

Die Geschichte von Ennis geht zurück bis ins Jahr 1240 und begann mit dem Bau einer Kirche auf einer Insel im Fergus. Diese wurde später den Franziskanern überlassen, die sie zu einem Kloster (Ennis Friary) umgebaut hatten. Im 14. Jahrhundert lebten dort bereits ca. 1000 Mönche und Schüler. Aufgrund des weiteren Ausbaus und der zentralen Lage wurde Ennis 1565 Hauptstadt der Grafschaft Clare. Aufgrund der großen Hungersnot zwischen 1845 und 1849 reduzierte sich die Zahl der Bevölkerung um ca. 25%.
Seit 1974 findet in Ennis jährlich das Festival der irischen Kultur „Fleadh Nua“ (was soviel heißt wie „neues Festival“) statt, was unter anderem dazu geführt hat, dass sich Ennis im Laufe der Jahre auch zum Zentrum der traditionellen irischen Musik entwickelt hat.

Auch Fans von alten Friedhöfen kommen in Ennis auf ihre Kosten. Ennis und Umgebung hat einiges an Motiven zu bieten.

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