Optimismus ist nicht heilbar


Am 28.05.2021 habe ich meine zweite Corona-Impfung bekommen, was für mich einen weiteren Schritt in Richtung Normalität bedeutet. Das brachte mich dazu, mir Gedanken über die letzten 15 Monate zu machen und was ich eigentlich an positiven Dingen aus dieser Krise mitgenommen. Klar, alle jammern und schimpfen, aber es gab auch positives.

Vielleicht ist das aber auch nur das Ergebnis meiner optimistischen Grundeinstellung.

Ich glaube, ich wurde schon als Optimist geboren. Schon als ich noch zur Schule ging, kam ich z. B. mit solchen Sätzen nach Hause wie „Wir haben heute unsere Mathearbeit zurückbekommen“ gefolgt von einem freudigen „Es gab aber Schüler, die bekamen noch schlechtere Noten„. Meine Mutter konnte diesen positiven Aspekt jedoch weniger nachvollziehen. Aber das war eben ich. Immer irgendwo etwas Positives finden, mag es auch noch so schlecht erscheinen.

Wahrscheinlich blicke ich auch deshalb anders auf die letzten Monate zurück als manch anderer. Mir ist natürlich auch klar, dass es viele Leute wirklich schlimm getroffen hat. Ich versuche, mir vorzustellen, was in einem vorgeht, wenn man sein Unternehmen schließen muss, in das man sein halbes Leben lang seine ganze Kraft, Zeit und Geld investiert hat. Vor allem, wenn diese Schließung nicht erfolgt, weil man schlecht gewirtschaftet hat, sondern wegen so einem verdammten Virus. Wie fühlt sich jemand, der in dieser Zeit einen Verwandten verloren hat oder arbeitslos wurde? Ich bin daher froh, dass ich darauf keine Antwort habe und hier nicht mitreden kann.

Was war bzw. ist für mich positiv?

Zum Beispiel, dass ich aufgrund von Homeoffice deutlich weniger Kraftstoff verfahre und mehr Freizeit habe, weil meine Frau nun zum Einkaufen fährt, während ich arbeite. Das Auto steht ja nun ohnehin zu Hause. Vor Corona bin ich meistens auf dem Weg von der Arbeit nach Hause noch zum Supermarkt gefahren und habe die nötigsten Dinge eingekauft. Mit Fahrtzeit und Einkaufen sind das gute 5-6 Stunden mehr Freizeit pro Woche.


Auch was das Essen angeht, gibt es für mich nur positive Veränderungen. Obwohl die Kantine in unserem Bürokomplex eine gute Qualität hat, ziehe ich das Essen zu Hause vor. Nicht nur, weil meine besser Hälfte gern und sehr gut kocht. Vor allem jetzt im Sommer, wo man sein Mittagessen in kurzer Hose im Garten einnehmen kann, anstelle erst mal minutenlang mit einem Tablett in der Hand in einer Schlange zu stehen. Hier zeigen sich einmal mehr die Vorteile, wenn man von zu Hause aus arbeiten kann. Seit Mai 2020 habe ich auch, aufgrund gesünderer und regelmäßiger Ernährung, ca. 6 kg abgenommen.
Dazu kommt noch, dass Frau und Hund glücklich sind, weil Herrchen ja den ganzen Tag zu Haus ist (sorry, im Falle der Frau heißt das natürlich Ehemann).

So sieht eine Mittagspause im Homeoffice aus

Eine weitere positive Sache, die mir bzw. uns Corona beschert hat, ist die Tatsache, dass ich überhaupt ein Homeoffice habe. Der Raum, in dem sich nun der neue Schreibtisch und die Regale befinden und in dem ich nun auch meine Fotoausrüstung ordentlich gelagert habe, war bis letzten August eher eine Art Abstellraum mit einem Gästebett und kaputten Schränken (Siehe Beitrag: Das neue Homeoffice).

Auch unser Garten würde wahrscheinlich ohne Lockdown nicht so aussehen wie jetzt. Die freie Zeit an den Wochenenden hatten wir dazu genutzt, diesen anschaulicher zu gestalten. Auch wenn das Thema Garten und Pflanzen nicht unbedingt meines ist, die Frau freut’s. Siehe dazu auch: https://irlandfoto.com/2021/04/11/gemuesebeet/.

Ohne Lockdown wäre zum Beispiel auch mein Blog erst gar nicht entstanden. Ich hatte mir schon früher mal überlegt, ob und wie ich wohl so etwas beginnen sollte. Dieser Beitrag ist Nr. 62 und ich habe aus den Geschichten mittlerweile zwei Bücher veröffentlicht. Ich werde wohl nicht reich dabei, aber es macht Spaß und die grauen Zellen haben was zu tun.

Die negativen Dinge, die ich Corona zu verdanken habe, halten sich zum Glück in Grenzen. Keiner aus unserer Familie oder unserem Freundeskreis wurde ernsthaft krank oder hat seinen Job verloren. Auch meine Frau und ich haben diese Zeit bisher ohne Krankheit überstanden. Ich hatte im letzten Winter nicht mal eine Erkältung.

Mein Fazit aus der Coronazeit bisher: Es gab nicht nur schlechtes und wir haben für uns das Beste aus dieser Zeit gemacht.

Eines Tages werden wir alle hoffentlich auf diese Zeit zurückblicken und sagen: Wir haben es überstanden.

Der erste Tag am Meer 2021

Das Ende der 5 km-Regelung

Dienstag, 13.04.2021. Ich saß im Auto und hatte meinen Fotorucksack auf dem Rücksitz verstaut. Meine Frau saß neben mir und während ich langsam rückwärts aus der Hofeinfahrt fuhr, verstaute sie noch schnell ihre Tasche vor ihrem Sitz. Nun ging es los, wir fuhren ans Meer und ich konnte es kaum fassen, ein geniales Gefühl.

Was noch vor einem halben Jahr als fast normal galt, ist nun etwas Besonderes für uns. Seit Montag, dem 12.04.2021, wurde der Lockdown in Irland gelockert und anstelle der 5 km, in denen man sich bewegen durfte, können wir uns wieder innerhalb des Countys bewegen. Zufällig hatte ich für diese Woche Urlaub beantragt und auch das Wetter spielte mit, denn seit meinem ersten Urlaubstag hatten wir Sonne und deutlich höhere Temperaturen als in den letzten Wochen. Daher nahmen wir uns vor, diese Woche so oft es geht etwas zu unternehmen.

Die erste Tour

Am Montag waren wir am Mooghaun Hillfort. Diese Bergfestung wurde ca. 950 v. Chr. erbaut und liegt zwischen den Orten Quin und Newmarket on Fergus im County Clare. Eigentlich war der Besuch dort gar nicht geplant, aber als eine Bekannte, bei der wir nur schnell vorbeischauen und etwas abholen wollten, davon erzählte, entschlossen wir uns kurzerhand dort hinzufahren, schon um mal wieder etwas anderes zu sehen als unseren Garten und Ennis.

Ich hatte zwar eine Kamera in einer kleinen Tasche dabei, aber diese war nur mit dem 50 mm-Objektiv bestückt. Eine kürzere Brennweite wäre in der Anlage, die mittlerweile mit hohen Bäumen umgeben ist, deutlich besser, aber immerhin besser als nichts. Mittlerweile habe ich es mir angewöhnt, auch bei kurzen Fahrten zumindest eine meiner Kameras mitzunehmen. Schon oft gab es Momente, in denen ich mir gewünscht hatte, jetzt ein Foto von der aktuellen Situation machen zu können. Die D610 mit dem 50 mm-Objektiv passt schön in eine kleine alte Fototasche, die ich noch aufgehoben habe, und so passiert mir das nicht mehr.

Bei nächster Gelegenheit werden wir mal mit unserem Hund hierher fahren.


Es geht ans Meer

So, nun ging es endlich ans Meer. Es fühlte sich gut und irgendwie ungewohnt an, als wir mit Sonnenbrille auf der Nase und guter Musik entlang der N68 in Richtung Kilkee fuhren. Über uns der blaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken und vor uns eine kaum befahrene Straße. Schließlich hatten wir Dienstag und daher war kaum Verkehr als wir gegen 13:00 Uhr losfuhren.

Nach ca. 50 Minuten erreichten wir den beliebten Urlaubsort Kilkee. Als ich den fast leeren Parkplatz vor der Strandpromenade ansteuerte und schon vom Auto aus das Meer sah, war das ein unbeschreiblicher Moment. Das letzte Mal war ich im September 2020 am Meer. Damals war ich am Gortmellia-Strand im County Mayo unterwegs und hätte nie daran gedacht, dass es ein halbes Jahr dauern würde, bis ich das Rauschen der Wellen wieder live erlebe.

Als wir zum Strand gingen, war es zwar etwas windig, aber nicht kalt und ich hatte es nicht bereut mit kurzer Hose und T-Shirt losgefahren zu sein. Der Strand war beinahe menschenleer und auch fast alle Bänke entlang der Promenade waren unbesetzt. Wo sich normalerweise Touristen und Einheimische tummeln, war Leere. Die geschlossenen Restaurants und Bars sahen schon irgendwie trostlos aus. Trotzdem genossen wir es, über den weichen Sand zu spazieren und die kleinen Wellen zu beobachten, die sich rauschend und schäumend am Strand ausbreiteten, um dann wieder zurück ins Meer zu fließen. Das war auch eine gute Gelegenheit, Fionn am Strand in Szene zu setzen, der mit Schwimmweste und Kamera ausgestattet natürlich mit auf unserer Tour war.

Nach einiger Zeit fuhren wir weiter zum „George’s Head“, einer ca. 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Landzunge. In den letzten Jahren habe ich es immer vermieden, diesen Ort anzufahren, denn im Sommer ist nicht nur der runde Parkplatz am Ende der Straße komplett überfüllt, sondern es stehen auf beiden Seiten parkende Fahrzeuge entlang der Straße. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit, diesen Teil von Kilkee zu besuchen. Auf dem Parkplatz standen nur ein paar Fahrzeuge und die Gegend war menschenleer.

Mit neuen Eindrücken und Bildern ging es am frühen Nachmittag wieder nach Hause und der erste Tag am Meer 2021 ging zu Ende.

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Hier gibt’s das Video dazu:

1 Jahr Irlandfoto – Ein Rückblick

Wie schnell die Zeit vergeht sieht man am besten, wenn Geburtstage anstehen. Vor einem Jahr hatte ich meinen Blog gestartet. Auch wenn die ersten Beiträge erst einige Tage später ins Netz gestellt wurden. Als ich meinen ersten Beitrag getippt hatte, konnte noch keiner ahnen, dass das Thema „Lockdown“ auch nach 12 Monaten noch unser tägliches Leben bestimmen wird.

In dieser Zeit war es für mich undenkbar, dass es mir ein Jahr später an neuen Fotos von der Insel mangeln würde. Ich hatte so viele Pläne und Ziele für den Sommer, aber da hat mir, wie auch vielen anderen, Corona einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht.

Zum Glück hatte ich bisher genügend Bilder aus den letzten Jahren auf meinen externen Festplatten, dass ich doch nach dem ersten Jahr auf heute genau 50 Beiträge zurückblicken kann. Immerhin 30 davon zum Fotografieren in Irland. Aber es war nicht immer leicht, geeignete Themen zu finden. Da kam mir auch der Gastbeitrag von shamrock.blog zur Weihnachtszeit sehr gelegen.

Neben den irischen Landschaften musste ich mir notgedrungen auch zusätzliche Themen für den Blog suchen. So kamen Berichte über Stative, ein spezielles Objektiv oder auch mal ein Beitrag zur Fotobearbeitung dazu. Trotzdem hatte ich es bisher vermieden, die Seite mit Fotografie-Tutorials oder Beiträgen wie z. B. „Häufige Fehler bei Urlaubsfotos“ zu füllen. Obwohl es auch ums Fotografieren geht, soll das Hauptthema doch Irland bleiben. Außerdem ist das Internet voll von Videos und Webseiten mit Fotokursen und dergleichen, da muss ich nicht auch noch den Leuten erzählen und bildhaft verdeutlichen, wie schlimm Urlaubsfotos mit schiefen Horizonten sind etc.

Zwischenzeitlich habe ich mir auch notgedrungen Objekte gesucht, die man zu Hause fotografieren kann. Dabei bin ich auf die kleinen Figuren gekommen, die man eigentlich beim Modellbau verwendet. Ich habe aber noch keinen Beitrag darüber erstellt. Ich denke, wer sich in die Mailing-Liste einträgt, um über neue Beiträge von „Irlandfoto“ informiert zu werden, erwartet auch einen Bericht von der Insel und keine kleinen Männchen die, wie hier, eine Tafel Schokolade bearbeiten.

Idee zum Fotografieren im Lockdown
Idee zum Fotografieren im Lockdown

Sehr gelegen kam mir damals Fionn, das Landschaftsfotoschaf. Der kleine Kerl füllt mittlerweile ein ganzes Album im Blog und auf der Facebook-Seite. Eigentlich sollte er nur als Maskottchen ab und zu mit auf diverse Landschaftsfotos, hatte aber dann quasi ein „Eigenleben“ entwickelt. So beschert er mir gelegentlich Fotoshootings der besonderen Art, weil mir immer wieder eine neue Idee in den Kopf kommt, wie ich ihn passend zur Jahreszeit in Szene setzen könnte. Da werden dann schon mal Webseiten mit Puppenmöbeln und Zubehör im Internet durchforstet, um passenden Utensilien zu finden.

Fotoshooting mit Fionn im Schnee
Fotoshooting mit Fionn im Schnee

Fazit nach dem ersten Jahr: Bloggen macht Spaß und ist eine nette Nebenbeschäftigung, vor allem in der Zeit, in der man ohnehin zu Hause sitzt. Da ich nun mehr und mehr andere Blogs besuche, bekomme ich auch immer wieder Ideen oder Anregungen zu neuen Themen. Noch besser wäre es natürlich, wenn es auch wieder neue Bilder von interessanten Orten in Irland geben würde. Aber da werde ich wohl noch etwas Geduld haben müssen.

Tolurenplanung in Irland
Die nächste Tour wird noch warten müssen

Bis dahin heißt es: Vorfreude ist die schönste Freude. Sobald ich wieder losdüsen kann, gibt es auch wieder mehr Irlandbilder.

Gerne könnt Ihr im Kommentar Eure Meinung dazu schreiben. Soll es mehr Beiträge zum Fotografieren geben oder soll sich der Blog rein auf Irland beziehen? Habt Ihr Anregungen oder Ideen? Was interessiert Euch speziell? Was stört euch?

Euer Markus

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Irland und das Wetter

Heute habe ich mich dazu entschieden, mal ein paar Zeilen über das Lieblingsthema der Iren zu schreiben… Das Wetter.

Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich durch die heutige Wetterlage. Ich saß in meinen neu eingerichteten Homeoffice und betrachtete den Regen, der fast quer daher kam. Gleichzeitig aber schien die Sonne direkt ins Zimmer, worauf ich den Vorgang bis zur Hälfte des Fensters zog um nicht geblendet zu werden.

Andererseits musste ich aber auch das Fenster für ein paar Minuten öffnen, denn durch die Sonne, die ins Zimmer schien, war es mir definitiv zu warm. Auch das angebrachte Rollo kam zum Einsatz und verdunkelte den hellen Himmel, der noch zusätzlich blendete. Mit meinem schmalen Ausguck, den ich mir so gebaut hatte, kam ich mir vor wie ein Ritter, der durch die Schießscharten der Burg die Umgebung beobachtete.

Das Ganze wurde dann noch untermalt von einem Sturm, der mit lauten Pfeifgeräuschen auf sich aufmerksam machte und die Bäume in der Nachbarschaft ordentlich durchschüttelte.

Originaltext heute auf der Webseite von „Met Éireann“, dem 1936 in Dublin gegründeten Wetterdienst in Irland:

Status Yellow – Wind warning for Galway, Mayo, Clare, Cork, Kerry and Limerick

Southwest to west winds veering northwest will reach mean speed 50 to 65km/h with gusts of 90 to 110km/h.

The combination of strong winds coupled with high tides brings an increased risk of coastal flooding. Valid: 15:00 Wednesday 18/11/2020 to 01:00 Thursday 19/11/2020

Wobei mir derartige Warnungen nach 9 Jahren in Irland lediglich ein leichtes Grinsen bescheren, auch wenn eine Windstärke zwischen 103 und 117 km/h auf einer Webseite, die ich dazu fand, als „orkanartiger Sturm“ bezeichnet wird. Ich glaube, nach ein paar Jahren auf der grünen Insel hat man ohnehin einen anderen Bezug zum Wetter.

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als mich meine Eltern zum ersten Mal in Irland besucht hatten, nachdem ich ausgewandert bin.

Es war Anfang November und ich hatte damals im County Tipperary gewohnt. Nachdem wir vom Flughafen in Cork zu Hause ankamen, machten wir kurz einen Abstecher zu einem größeren Kaufhaus, um noch ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage zu besorgen. Als wir am Parkplatz aus dem Auto stiegen, liefen einige junge Mädchen in Schuluniformen an uns vorbei. Meine Mutter, die sich nach dem Aussteigen aus dem warmen Auto, noch fester in Ihren Wintermantel packte, hatte einen Ausdruck im Gesicht als hätte sie gerade einen Außerirdischen gesehen. Die Mädchen mit ihren kurzen Röcken, ohne Strumpfhosen und in leichten Jäckchen liefen fröhlich lachend an uns vorbei als wäre es Frühling.

Es dauerte noch einige Besuche in Irland, bis sich meine Mutter daran gewöhnt hatte, dass man sich hier zum Teil „etwas anders“ kleidet. Hier auf der Insel ist die Kombination von Winteranorak mit fellbesetzter Kapuze, kombiniert mit Shorts und Flipflops, bei einer Außentemperatur von ca. 5°C für mich mittlerweile ein normaler Anblick. Einen Besucher vom europäischen Festland lässt ein derartiger Anblick doch eher staunen.

Ach ja, ca. 20 Minuten nachdem ich Vorhang und Rollo zugezogen hatte, konnte ich meine „Schutzvorrichtungen“ wieder in den Urzustand versetzen, denn die Wolken, die nun vor der Sonne hingen, verdunkelten das Büro zu sehr.

Das irische Wetter quasi als Bewegungstherapie im Homeoffice…

Vielleicht stelle ich mal die Kamera im Büro auf und mache einen Zeitraffer über das Wetter.

Ich hätte vor ein paar Monaten nicht daran gedacht, jemals einen Blog über das Wetter zu verfassen, aber genau dieses zwingt mich gerade dazu, mir zusätzliche Themen zu suchen. Aktuell befinden wir uns noch im Lockdown und der astronomische Winter steht vor der Türe. Ich befürchte, diese Kombination wird noch eine Weile neue Bilder von Irlands Landschaften verhindern. Ich schreibe bewusst „astronomisch“, denn auf weiße, schneebedeckte Landschaften wartet man hier eher vergeblich.

Ausnahme: Das Jahr 2018, als in Irland der stärkste Schneefall seit 1982 den Verkehr im März für einige Tage lahmlegte und bereits am 28. Februar zu Hamsterkäufen führte als der Wetterbericht den bevorstehenden extremen Schneefall ankündigte. Dieser wurde durch den Sturm „Emma“ oder wie man ihn hier nannte „the beast from the east“ ausgelöst. Aus Sicherheitsgründen wurde uns am Freitag, den 02. März vom Arbeitgeber bezahlter Urlaub verordnet, denn in Irland gibt es keine Winterreifen und das Risiko von Unfällen aufgrund des Wetters sollte somit vermindert werden.

Kinder, die Schneemänner bauten, die noch für Tage zu sehen waren und unseren Hund in einer schneebedeckten Landschaft zu fotografieren, waren schon seltene Erlebnisse für jemanden wie mich, der richtigen Schnee nur noch aus Erinnerungen an die Zeit in Deutschland kannte.

In Irland ist alles etwas anders

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Das neue Homeoffice

Die Vorarbeiten

Zur Zeit gibt es nicht viel über neue Fotos zu berichten, daher gibt es heute mal einen Bericht aus den heimischen vier Wänden.

Die Corona-Krise wird wohl noch eine Weile dauern und mein Arbeitgeber hatte im letzten Meeting verkündet, dass wir voraussichtlich noch bis zum Jahresende von zu Hause aus arbeiten werden, worüber ich nicht unbedingt traurig bin. Auch wenn ich meine Kollegen mal wieder gerne live sehen würde, hat es doch Vorteile. Abgesehen von den Einsparungen bei den Kraftstoffkosten ist es auch angenehm, morgens in die Jogginghose und ein altes Shirt zu schlüpfen und auf dem ca. 5 Meter langen „Arbeitsweg“ noch schnell eine Tasse Kaffee ins nächste Zimmer mitzunehmen.

Das alles war ein Grund mehr, das schon länger geplante Vorhaben „Homeoffice“ nun doch in die Tat umzusetzen. Wir hatten schon früher daran gedacht, das eigentlich ungenutzte Zimmer für meine Fotoausrüstung, Bilder, Koffer, Rucksäcke usw. zu nutzen, aber immer wieder verworfen. Das zukünftige Büro war bisher eher ein weiterer Abstellraum mit einem alten Schrank, in denen man alte Fotoalben und Sonstiges aufbewahrt hatte, einer Kommode und einem Bett. Letzteres diente, neben dem eigentlichen Fremdenzimmer, noch als zusätzliche Schlafmöglichkeit, sollte sich mal mehr Besuch ankündigen.

Letzte Woche wurden die wichtigsten Utensilien wie Farbe, Pinsel usw. im örtlichen Baumarkt gekauft und wir (meine bessere Hälfte und ich) machten uns an die Arbeit.


Den ersten Samstag Vormittag verbrachten wir dann mit dem Aussortieren und Entrümpeln – interessant, was so alles in einen alten Kleiderschrank passt…. Dieser wurde, nachdem er leer war, zerlegt und als Brennholz im Geräteschuppen unseres Gartens gelagert. Sieht so aus, als wenn ich im kommenden Winter doch wieder öfter den offenen Kamin im Wohnzimmer benutzen werde, denn das war heuer schon der zweite Schrank, der sein Dasein auf diese Weise beendete. Langsam wird es eng im Schuppen…


Jetzt ging es ans Streichen – eine der undankbarsten Arbeiten bei der Renovierung des Zimmers, denn der Vormieter hatte dieses scheinbar als Kinderzimmer genutzt und mit dunkler, lila Farbe gestrichen. Dies machte den neuen Anstrich in hellem Magnolia nicht gerade leicht. Allein das Vorstreichen der Kanten kostete mich den restlichen Samstag Nachmittag. Des Weiteren mussten erst noch diverse Tesafilm-Reste von der Wand gekratzt werden. Am Sonntag wurde dann den Wänden mittels Farbrolle ein neues Outfit verpasst. Die neue Farbe hat doch besser gedeckt als ich anfangs befürchtet hatte und so war der Anstrich mit 2-3 Durchgängen erledigt.

Nachdem ich am Montag noch Urlaub hatte, wurde dieser für die vorerst restlichen Arbeiten wie Vorhänge aufhängen, Teppich saugen, Kommode putzen etc. genutzt. Beim Einkaufen am Nachmittag hatte ich mir noch eine kleine Kaffeemaschine für mein neues Büro gegönnt und als ich in der Haushaltswarenabteilung unseres Kaufhauses eine Halloween-Dekoration in Form eines Totenschädels fand, der auf drei aufgestapelten Büchern thront, musste dieser natürlich mit. Der neue Schreibtisch ist ja schon bestellt und darauf macht sich das Teil sicher sehr gut.

Update 12.09.2020
Mittlerweile steht das kleinere von den beiden Regalen und ich warte immer noch auf das große Regal. Dieses sollte eigentlich bereits Anfang dieser Woche geliefert werden. Letztes Update vom Hesteller: Voraussichtliche Lieferung am 12.09. – also heute… mal sehen.

Mittlerweile habe ich mich dazu entschlossen, den Schreibtisch doch aufzubauen und nicht zu warten bis das große Regal steht. Dann muss ich das halt auf dem Gang aufbauen.

Zumindest meine beiden Bilder die ich für mich selbst bestellt hatte sind schon mal da und warten auf Ihren Platz an der Wand.

13.09.2020
Umzug erfolgreich abgeschlossen. Das Regal kam natürlich gestern wieder nicht, aber die PC’s stehen endlich und sind angeschlossen.

Ein paar Tage später kam eine Mail vom Verkäufer des noch fehlenden Regales. In dieser hatte man sich für die lange Wartezeit entschuldigt und mir mitgeteilt, dass das Regal leider beim Versand verloren ging und mir nun den Rechnungsbetrag zurückerstattet, da leider kein weiteres mehr auf Lager ist.

Das Regal hat aufgebaut die Maße 147 x 39 x 147 cm und besteht aus zwei schweren Kartons… wie kann man sowas „verlieren“???

Egal – ich hab das Teil dann beim Hersteller direkt bestellt. Nach weiteren zwei Wochen Lieferzeit war auch dieser Abschnitt erledigt und mein Büro endlich fertig.

Endlich wieder ans Meer

Der erste Kurztrip ans Meer seit dem Lockdown. Im März, als der Radius in dem man sich bewegen durfte, auf 2 km beschränkt war, saß ich bei sommerlichen Temperaturen im Garten und hatte Vögel fotografiert, die sich regelmäßig in unserem Vogelhäuschen ihr Futter abholten, anstatt Landschaften.


Als dann der Radius auf 5 km und später auf 20 km erweitert wurde, war das Wetter derart bescheiden, dass man im Haus saß und auf Regenwolken und nasse Straßen sah. Die 20 km hatten mir auch nicht viel gebracht, denn die kürzeste Strecke von zu Hause ans Meer waren immerhin noch 30 km.
Seit ersten Juli konnte man sich wieder frei im Land bewegen aber das Wetter war auch nicht viel besser…


Am 09.07. dann endlich ein Lichtblick (im wahrsten Sinne), blauer Himmel, zwar mit Wolken aber wenigstens blau. Nach Feierabend erstmal den Fotorucksack geschnappt und ab nach Lahinch, an der Promenade ein paar Minuten herumspaziert und nach 6 Monaten wieder das Rauschen der Wellen genossen.

Dann an die Cliffs of Moher. Ein seltener Anblick… der O’Brien’s Tower mal ohne Touristen, auch wenn ich mich noch an die neue Optik der Mauern, bzw. des Verputzes gewöhnen muss. Die alte Version hatte mir besser gefallen.

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