YONGNUO YN35 35mm F2.0

Wenn man seinen Fotorucksack auf den Rücken schwingen will, sollte man auf jeden Fall sicherstellen, dass dieser auch komplett geschlossen ist. Diese Regel habe ich vor ca. 2 Wochen gelernt, als ich nach einigen Fotos am Strandparkplatz meine Kamera wieder in meinen Rucksack packte und diesen mit Schwung aufnehmen wollte. Da ich vergessen hatte, den Reißverschluss der großen Klappe zu schließen, flogen durch den Schwung 2 Objektive durch die Luft und landeten auf dem steinigen Boden. Das Fisheye hat es überlebt, das 35mm-Objektiv leider nicht wirklich.

Nun musste also Ersatz her. Die Suche nach einer geeigneten und vor allem günstigen Festbrennweite, die auch für Vollformatkameras geeignet ist, gestaltete sich schwieriger als gedacht. Nachdem ich diverse Angebote im Internet durchforstet hatte, fiel meine engere Wahl auf das „YONGNUO 35mm F2.0“. Nachdem ich mir einige Testberichte auf YouTube und beim Online-Händler angesehen hatte, habe ich es dann mal bestellt.

Als es ankam, montierte ich es erst mal auf die D610 und testete den Autofokus. Ein kurzes Surren und dieser war schnell gefunden, was mich doch positiv überrascht hat. In den Testberichten war immer wieder zu hören, dass der Autofokus so lange brauchen würde, um den korrekten Punkt zu finden. Nur ein- oder zweimal musste der Motor im Gehäuse hin- und herfahren, bis der Fokus gefunden war, als das Objekt weiter weg stand. Bei kürzeren Abständen geht das fast so schnell wie bei meinem Nikkor 50mm. Ich war auch nicht sonderlich verwöhnt, denn mein altes 35mm-Objektiv war komplett manuell. Außerdem ist ein schneller Autofokus im Bereich Landschaftsfotografie, in dem ich mich hauptsächlich bewege, eher Luxus.

Eines meiner ersten Motive war eine der Sonnenblumen in unserer Einfahrt. Diese sind gerade dabei, sich zu entfalten und langsam erkennt auch ein Laie wie ich, was das einmal werden soll. Ein ideales Objekt zum Testen. Um einen direkten Vergleich mit meinem Nikkor 50mm zu haben, habe ich dieselbe Blume mit beiden Objektiven auf derselben Kamera fotografiert und das Ergebnis ließ sich absolut sehen. Die nachfolgenden Bilder zeigen die JPG’s aus den RAW-Dateien ohne jede Nachbearbeitung. Bei den beiden unteren Bildern wurde lediglich der Bildausschnitt verändert.

Da die ersten Eindrücke bei den Bildern im Garten positiv waren, hatte ich heute Gelegenheit das Teil mal im Außeneinsatz zu testen.

Hier ein paar Fotos mit der Nikon D750 aus den letzten Tagen. Die ersten 5 Bilder sind aus der Hand fotografiert. Beim 6. Bild hatte ich die Kamera auf einem Zaunpfahl aufgestützt. Alle nachfolgenden Bilder sind mit Lightroom nachbearbeitet.

Verblüffend ist die Schärfe bei Nahaufnahmen. Hier ein Bild mit unterschiedlichen Bildausschnitten aus der Hand fotografiert.

Ursprüngliche Auflösung: 6016 x 4016
Nikon D750 – f4.5 – 1/640 sec. – ISO 100

Mein erstes Fazit:

Das Objektiv hat seine Stärken vor allem im Nahbereich und bei optimalem Licht. Der Fokuspunkt wird (mit einzelnen Ausnahmen) meist schnell gefunden, was jedoch für meinen Einsatzbereich irrelevant ist. Wie mir das Bild Nr. 6 oben gezeigt hat, denke ich, dass es durchaus ratsam ist, ein Stativ zu verwenden, denn das Objektiv hat keinen eingebauten Bildstabilisator.
Wenn mal allerdings bedenkt, dass man hier eine Festbrennweite in der Hand hält, die für Vollformatkameras geeignet ist und die man für unter 150€ inkl. Mwst. bekommt, ist das Yongnuo durchaus eine Alternative.

Ich denke, ich werde es behalten und bei Gelegenheit nochmal bei anderen Lichtsituationen testen (Sonnenuntergang etc.) und evtl. mal ein Foto als Poster ausdrucken lassen.

Mehr Fotos mit diesem Objektiv gibt es hier:

https://irlandfoto.com/2021/07/25/spaziergang-zur-clare-abbey/

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Das zweite Buch

„Fotogeschichten aus Irland“ lautet der Titel meines zweiten Buches, das nun schneller als erwartet im Handel angekommen ist. Hier sind weitere Geschichten aus dem Blog in gedruckter Form verewigt. Es wird zwar noch ein paar Tage dauern, bis die Daten bei den entsprechenden Händlern up-to-date sind, aber bei den ersten ist es schon drin.


Trotzdem interessant, wie unterschiedlich das Ganze doch ist. Es hat z. B. bis heute gedauert, bis man beim Online-Händler Lehmanns das Foto dazu gesehen hat. Dafür war genau dieser Shop einer mit den kürzesten Versandzeiten.

Egal, mittlerweile gibt es eine ISBN fürs zweite Buch und es ist z. B. bei einem der bekanntesten Online-Shops für Bücher gelistet:

https://www.hugendubel.de/de/buch_gebunden/markus_helfferich-fotogeschichten_aus_irland_life_is_a_story_story_one-40989202-produkt-details.html

Die ISBN vom zweiten Buch lautet: 9783990874820 – Damit sollten auch andere Händler das Buch bei Bedarf bestellen können.

Bei BoD gibt es eine Leseprobe:
https://www.bod.de/booksample?json=http://www.bod.de/getjson.php%3Fobjk_id%3D3435225%26hash%3D8ab7eab08887fc4a36aa4fe922db5d34

Screenshot der Leseprobe

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Black Head

Am Himmel ist kaum eine Wolke zu sehen, die Sonne steht bereits so tief, dass ich die Sonnenblende herunterklappen muss und aus den Lautsprechern dröhnt gute Musik. Ich fahre entlang der kurvigen R477 in Richtung Nordwesten und als ich das Meer am Horizont sehe, vergesse ich fast, dass ich „nur mal kurz“ weggefahren bin. Ich fühle mich eher wie im Urlaub und ans Meer zu fahren ist in Zeiten von Corona und den daraus resultierenden Lockdowns wieder etwas Besonderes geworden.

Ich bin auch sehr froh, in einem der 17 Countys zu wohnen, die am Meer liegen und genieße die Fahrt entlang der malerischen Küstenstraße. Die R477 liegt größtenteils im Burren, einem ca. 250 km² großen Kalksteingebiet. Die Übersetzung des irischen Namens (An Bhoireann) lautet “Steiniger Ort” und ist hier mehr als zutreffend. Auf beiden Seiten der Straße liegen Steine und Felsbrocken in allen Größen und Formen und verleihen dieser Gegend ihr markantes Aussehen.

Mein heutiges Ziel: Der Black Head Leuchtturm.

Dieser nur ca. 8 Meter hohe Leuchtturm liegt ungefähr 9 Kilometer nordwestlich von Ballyvaughan an der Nordspitze des County Clare. Die Black Head Landzunge ist auch Teil des Wild Atlantic Way, der wohl bekanntesten Küstenroute Irlands, die auf einer Länge von mehr als 2500 Kilometern entlang der Westküste von Malin Head im County Donegal bis nach Kinsale im County Cork verläuft.

Der Vorteil hier ist, dass der Leuchtturm nur ca. 40 Meter von der Straße entfernt liegt. Der Nachteil: Es gibt keinen richtigen Parkplatz. Nur eine kleine Bucht an der nicht allzu breiten Straße, in der gerade mal 2 Fahrzeuge hintereinander Platz haben (siehe Video).

Gegen 20 Uhr erreiche ich mein Ziel und bin froh, die Parkbucht leer vorzufinden. So kann ich das Auto sicher parken und bequem aussteigen. Mein Timing hätte auch nicht besser sein können, denn die Sonne nähert sich nun immer mehr dem Horizont. Ich suche mir eine geeignete Stelle für mein Stativ auf dem zerklüfteten Felsboden und ziehe den Reißverschluss meiner Kapuzenjacke zu, die ich in weiser Voraussicht mitgenommen hatte. Der Wind hier an der Küste ist doch stärker und auch kühler und ich bin noch von den letzten Tagen verwöhnt, als kurze Sommerhosen und T-Shirts mehr als ausreichend waren. Aber ich stehe nun mal am Atlantik und ca. 3000 Kilometer weiter westlich kommt, mit Ausnahme der Aran-Inseln, erst wieder Amerika.

Als die Sonne fast verschwunden ist, packe ich meine Sachen zusammen, um noch genügend Licht zu haben, damit ich nicht versehentlich in eine der tiefen Spalten trete und mache mich auf den Heimweg. Da für die nächsten Tage wieder Regen angesagt ist, bin ich froh, den Abend heute noch genutzt zu haben.

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Hier gibt’s das Video dazu:

Doolin 2021

Um meine Urlaubswoche bestmöglich auszunutzen, hatte ich mir Gedanken gemacht, wo ich im County noch hinfahren könnte, um ans Meer zu kommen und natürlich auch ein paar Bilder zu machen. Meine Wahl fiel auf Doolin, dort war ich ohnehin schon lange nicht mehr gewesen.

Auf dem Weg nach Doolin über die R478 bot sich mir ein seltener Anblick: Der Besucherparkplatz der Cliffs of Moher war fast leer. Auch als ich in Doolin in die Fisher Street mit dem rosafarbenen Sweather Shop einbog, bot sich mir dasselbe Schauspiel. Wo man normalerweise erst lang einen Parkplatz suchen muss und Fußgänger in Scharen an der Straße entlanglaufen, sah ich nur freie Parkplätze und Straßen. Auch auf dem Parkplatz am Pier standen gerade mal ca. 5 Fahrzeuge. Und das bei diesem Traumwetter.

Der vor einigen Jahren neu gebaute Parkplatz sieht allerdings übel aus. Diverse heftige Stürme im letzten Jahr hatten tonnenweise Steine an Land gespült. Dieser Anblick lässt einen nur grob erahnen, welche Kraft diese Wassermassen wohl haben mussten, um die Felsbrocken über eine geschätzte Strecke von ca. 50 bis 100 Metern vom Meer bis auf den Parkplatz zu transportieren.

Nach den ersten Eindrücken machte ich einige Bilder von dem felsigen Ufer aus in Richtung Crab Island und parkte das Auto dann auf dem zweiten Parkplatz, der nördlich vom Pier liegt, um dann die weitere Küste in dieser Gegend zu erkunden. Vor ein paar Jahren hatte ich in der Nähe eine gute Stelle für Langzeitaufnahmen entdeckt. Leider fand ich diese nicht mehr. Ich werde wohl im Sommer nochmal genauer suchen. Zum Glück ist Doolin nur ca. 50 Minuten Fahrzeit von zu Hause entfernt.

Gegen 19 Uhr war ich wieder zu Hause und müde von der Seeluft sowie dem inzwischen ungewohnten Umherwandern auf dem zerklüfteten Boden. Bei diesem Gelände sollte man immer auf seine Schritte achten, um nicht umzuknicken oder in eine der vielen langen Spalten zu treten.

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Hier gibt’s das Video:

Der erste Tag am Meer 2021

Das Ende der 5 km-Regelung

Dienstag, 13.04.2021. Ich saß im Auto und hatte meinen Fotorucksack auf dem Rücksitz verstaut. Meine Frau saß neben mir und während ich langsam rückwärts aus der Hofeinfahrt fuhr, verstaute sie noch schnell ihre Tasche vor ihrem Sitz. Nun ging es los, wir fuhren ans Meer und ich konnte es kaum fassen, ein geniales Gefühl.

Was noch vor einem halben Jahr als fast normal galt, ist nun etwas Besonderes für uns. Seit Montag, dem 12.04.2021, wurde der Lockdown in Irland gelockert und anstelle der 5 km, in denen man sich bewegen durfte, können wir uns wieder innerhalb des Countys bewegen. Zufällig hatte ich für diese Woche Urlaub beantragt und auch das Wetter spielte mit, denn seit meinem ersten Urlaubstag hatten wir Sonne und deutlich höhere Temperaturen als in den letzten Wochen. Daher nahmen wir uns vor, diese Woche so oft es geht etwas zu unternehmen.

Die erste Tour

Am Montag waren wir am Mooghaun Hillfort. Diese Bergfestung wurde ca. 950 v. Chr. erbaut und liegt zwischen den Orten Quin und Newmarket on Fergus im County Clare. Eigentlich war der Besuch dort gar nicht geplant, aber als eine Bekannte, bei der wir nur schnell vorbeischauen und etwas abholen wollten, davon erzählte, entschlossen wir uns kurzerhand dort hinzufahren, schon um mal wieder etwas anderes zu sehen als unseren Garten und Ennis.

Ich hatte zwar eine Kamera in einer kleinen Tasche dabei, aber diese war nur mit dem 50 mm-Objektiv bestückt. Eine kürzere Brennweite wäre in der Anlage, die mittlerweile mit hohen Bäumen umgeben ist, deutlich besser, aber immerhin besser als nichts. Mittlerweile habe ich es mir angewöhnt, auch bei kurzen Fahrten zumindest eine meiner Kameras mitzunehmen. Schon oft gab es Momente, in denen ich mir gewünscht hatte, jetzt ein Foto von der aktuellen Situation machen zu können. Die D610 mit dem 50 mm-Objektiv passt schön in eine kleine alte Fototasche, die ich noch aufgehoben habe, und so passiert mir das nicht mehr.

Bei nächster Gelegenheit werden wir mal mit unserem Hund hierher fahren.


Es geht ans Meer

So, nun ging es endlich ans Meer. Es fühlte sich gut und irgendwie ungewohnt an, als wir mit Sonnenbrille auf der Nase und guter Musik entlang der N68 in Richtung Kilkee fuhren. Über uns der blaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken und vor uns eine kaum befahrene Straße. Schließlich hatten wir Dienstag und daher war kaum Verkehr als wir gegen 13:00 Uhr losfuhren.

Nach ca. 50 Minuten erreichten wir den beliebten Urlaubsort Kilkee. Als ich den fast leeren Parkplatz vor der Strandpromenade ansteuerte und schon vom Auto aus das Meer sah, war das ein unbeschreiblicher Moment. Das letzte Mal war ich im September 2020 am Meer. Damals war ich am Gortmellia-Strand im County Mayo unterwegs und hätte nie daran gedacht, dass es ein halbes Jahr dauern würde, bis ich das Rauschen der Wellen wieder live erlebe.

Als wir zum Strand gingen, war es zwar etwas windig, aber nicht kalt und ich hatte es nicht bereut mit kurzer Hose und T-Shirt losgefahren zu sein. Der Strand war beinahe menschenleer und auch fast alle Bänke entlang der Promenade waren unbesetzt. Wo sich normalerweise Touristen und Einheimische tummeln, war Leere. Die geschlossenen Restaurants und Bars sahen schon irgendwie trostlos aus. Trotzdem genossen wir es, über den weichen Sand zu spazieren und die kleinen Wellen zu beobachten, die sich rauschend und schäumend am Strand ausbreiteten, um dann wieder zurück ins Meer zu fließen. Das war auch eine gute Gelegenheit, Fionn am Strand in Szene zu setzen, der mit Schwimmweste und Kamera ausgestattet natürlich mit auf unserer Tour war.

Nach einiger Zeit fuhren wir weiter zum „George’s Head“, einer ca. 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Landzunge. In den letzten Jahren habe ich es immer vermieden, diesen Ort anzufahren, denn im Sommer ist nicht nur der runde Parkplatz am Ende der Straße komplett überfüllt, sondern es stehen auf beiden Seiten parkende Fahrzeuge entlang der Straße. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit, diesen Teil von Kilkee zu besuchen. Auf dem Parkplatz standen nur ein paar Fahrzeuge und die Gegend war menschenleer.

Mit neuen Eindrücken und Bildern ging es am frühen Nachmittag wieder nach Hause und der erste Tag am Meer 2021 ging zu Ende.

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Hier gibt’s das Video dazu:

Kurzurlaub auf Inishbofin

Inishbofin, Co. Donegal

Im September 2019 entschieden wir uns, d. h. meine Frau und meine Eltern, die ihren jährlichen Irlandurlaub bei uns verbrachten, die Insel Inishbofin zu erkunden.


Da uns meine Eltern seit einigen Jahren immer im Mai und, wenn möglich, nochmals im Herbst hier in Irland besuchen und wir dann jedesmal eine andere Ecke Irlands für 1-3 Tage bereisen, wurde es mit der Zeit immer schwerer, ein geeignetes Ziel zu finden. In den vergangenen Jahren hatten wir so bereits ziemlich den gesamten „Wild Atlantic Way“ von Cork bis Nordirland abgegrast. In einem Jahr waren es allein 3 Tage durch Connemara, in einem anderen Jahr war der Ring of Kerry an der Reihe, 2018 ging es durch den Osten Irlands, über Wickow Mountains und Waterford wieder zurück usw.


So saß ich im September 2019 wieder vor dem PC und studierte alle möglichen Reiseziele und Routen für unsere Tour. Irgendwie blieb ich im County Galway hängen und suchte die Küste auf der Landkarte im Internet ab. Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit einem Arbeitskollegen vor einigen Monaten, bei dem dieser von Inishbofin schwärmte. Ich suchte genauer nach dieser Insel und die Bilder die ich fand, sahen vielversprechend aus. So verkündete ich fröhlich meinen Vorschlag, der allen gefiel und wir planten die Tour.


Inishbofin ist die größte Insel Connemaras und liegt ca. 9 km südwestlich des Fischerdorfes Cleggan an der Spitze der Cleggan Bay. Von dort aus geht 3 mal täglich eine Fähre nach Inishbofin. Die Überfahrt dauert ca. 30 Minuten.


Da wir uns für die letzte Fähre am Abend entschieden hatten, fuhren wir schon mittags los um genügend Zeit für diverse Pausen zu haben, denn der Wetterbericht versprach einige schöne und warme Tage. Da ich nicht zum ersten mal durch Connemara fuhr, war mir auch auch klar, die meisten Pausen würde ich zum Fotografieren brauchen, den dort findet man alle paar Kilometer ein schönes Motiv.


Die Route führte von Ennis über Galway und dann entlang der N59 in Richtung Nordwesten, unter anderem vorbei am Derryclare Lough, dem, speziell bei Lachs- und Forellenfischern beliebte, Süßwassersee mit seiner malerischen Insel „Pine Island“ und dem 12-Bens-Gebirge im Hintergrund. Dort wollte ich unbedingt ein paar Fotos machen, denn bei meinem letzten Besuch in der Gegend war das Wetter nicht berauschend und die zweite Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Aufgrund es traumhaften Wetters entschieden wir uns unterwegs, anstelle nach Cleggan abzubiegen auch noch einen Abstecher zur Kylemore Abbey zu machen, denn wir hatten genügend Zeit eingeplant und das Kloster war nur ca. 20 Minuten entfernt. Nach einem kleinen Imbiss beim Besucherzentrum ging es wieder zurück nach Cleggan, wo wir unser Auto am Hafen geparkt hatten und auf die Fähre warteten, denn die ca. 15 km² große Insel Inishbofin kann nur zu Fuß besucht werden.


Während der Überfahrt mit der Fähre ging die Sonne langsam unter und ich hatte die Gelegenheit, einen Sonnenuntergang auf See zu fotografieren. Diese Gelegenheit bekommt man auch nicht jeden Tag.

Je länger die Fahrt dauerte, desto nervöser wurde ich, denn ich hatte gehofft, das Festland noch zu erreichen, bevor die Sonne endgültig untergeht.


Am Hafen angekommen, hatte ich schnell die Kamera aus der Tasche geholt und auf einer kleinen Mauer ausgerichtet, denn zum Aufbauen des Statives war keine Zeit mehr. Gerade noch rechtzeitig hatte ich den Auslöser gedrückt und konnte noch schnell ein paar Bilder von dem gelb/orangen Streifen am Horizont schießen, bevor alles in ein dunkles Blau getaucht wurde.

Der Abend war gerettet und ich konnte mich gemütlich daran machen, unser restliches Gepäck ins nahe gelegene Hotel zu bringen und das Restaurant fürs Abendessen aufzusuchen.

Am nächsten Morgen wurde ich mit einem wunderbaren Ausblick von der Terrasse unseres Zimmers aus belohnt. Vor mir lag eine kleine Bucht, in der die Boote ruhig im Wasser lagen und auf die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages warteten.


Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg und wanderten eine steile Straße beim Hafen entlang, hinauf zu einer Anhöhe von der man eine wunderbare Aussicht auf den südlich Teil der Insel mit seinem 1909 erbauten Leuchtturm hatte.

Auf unserer weiteren Wanderung trafen wir auf einen freundlichen Iren, mit dem wir ins Gespräch kamen und der hier ein Ferienhaus besaß. Da man sich auf Anhieb gut verstand, bot er uns an, uns für ein paar Euros in seinem Jeep mitzunehmen uns uns die Insel zu zeigen. Das kam vor allem mir sehr gelegen denn, obwohl die Insel „nur“ 5,5 km lang und ca. 3 km breit ist, wäre eine Erkundung zu Fuß in den paar Stunden, die uns bis zum Ablegen der Fähre am späten Nachmittag blieben, unmöglich gewesen. So hatte ich doch die Möglichkei,t einen Großteil von Inishbofin zu sehen und vor allem Bilder davon zu machen.

Auf der östlichen Seite besuchten wir Dumhach Beach, einem kleinen Sandstrand, der 2019 den „Green Coast Avard“ für saubere Umwelt und ausgezeichnete Wasserqualität verliehen bekam. Auf dem Weg dorthin passierten wir den St. Colman’s Friedhof mit seiner Kirchenruine, der idyllisch etwas weiter unten gelegen neben der Straße lag und von dem man einen wunderbaren Blick auf den Strand und die Berge von Connemara im Hintergrund sah.


Nach einen kurzen Aufenthalt am Strand brachte uns unser „Reiseleiter“ auf die nordwestliche Seite der Insel, wo eigentlich eine Seehundkolonie lebt. Leider waren die Tiere an diesem Tag nicht zu sehen, aber allein die, von kleinen Felsen übersäte, raue Gegend dort war auch so genial anzusehen.

Bevor wir dann zu unserem Hotel zurückgebracht wurden, waren wir noch auf eine gute Tasse irischen Tees auf der Terrasse unseres neuen Bekannten eingeladen. Mit vielen neuen Eindrücken ging es dann am späten Nachmittag wieder zurück aufs Festland und in Richtung Heimat. Wir hatten uns jedenfalls die richtige Zeit für diese Unternehmung ausgesucht, denn um diese Zeit, Ende September, sind fast keine Touristen mehr auf der Insel mit ihren ca. 160 Einwohnern und die Hotels schließen bald für die Winterpause. Ich denke, das war nicht der letzte Besuch auf dieser wunderschönen Insel.

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