Viele bunte Smarties

Ein Gastbeitrag von Silvia Peiker (mehr dazu im Autorenprofil)

Achtung, da ist schon wieder ein Smartie!“ rufen unsere Kinder vom Rücksitz des Leihwagens, der sich auf der engen, kurvigen Küstenstraße des Rings of Kerry hochkämpft. Wir genießen die herrliche Aussicht auf die Küste von Kenmare und bestaunen die vielen bunt gepunkteten Schafe, die leider nicht nur auf den grünen, eingezäunten Weiden grasen, sondern manchmal, verborgen hinter einer unübersichtlichen Kurve, mitten auf der Fahrbahnauftauchen. Zum Glück sind wir nicht schnell unterwegs und das Auto verfügt über gute Bremsen.

Schafe in Irland
Foto: Irlandfoto.com


So werden die bunten, blökenden Smarties, die von ihren Besitzern mit unterschiedlichen Farbklecksen auf dem meist weißen, lockigen Fell markiert wurden, zur Attraktion unserer Rundfahrt durch den westlichen Teil Irlands.


In Kilkee, einem Fischerdorf wie aus dem Bilderbuch, haben wir ein Haus am Strand gemietet. Wir genießen die salzige frische Meeresbrise, die vom Atlantik herüberweht. Nur wenige wagen es, in dessen kalten Fluten zu baden. Wir tauchen lediglich unsere Zehen ins Meer, da die Temperaturen während der beiden Juliwochen niemals höher als 17 Grad klettern. Alles über 15 Grad dürfte in Irland einem Hitzerekord nahekommen, denn Mädchen mit gingerfarbigem Haar holen plötzlich Shirts mit Spaghettiträgern aus der Schublade und niemand, abgesehen von uns Touristen, wundert sich, wenn junge Männer mit dickem Norwegerpulli neben sommerlich gekleideten Sonnenanbeterinnen am Strand entlang spazieren.

Kilkee, Co. Clare
Kilkee, Co. ClareFoto: Irlandfoto.com

Vertraute heimatliche Klänge schallen uns bei unserem ersten Ausflug zum mittelalterlichen Bunratty Castle im County Clare entgegen, als wir einer Reisegruppe aus Wien begegnen. Während ihr deutschsprachiger Guide sie durch die Burg führt, fragen wir, ob wir uns anschließen dürfen.

Bunratty Castle
Bunratty Castle, Co. ClareFoto: Irlandfoto.com

Im angrenzenden Folk Park probieren wir das Nationalgericht Irish Stew, dessen Hauptingredienz, Schaffleisch, nur dem besten aller Väter mundet. Zur einschmeichelnden Musik von Norah Jones erblicken wir gleich hinter dem Schlossteich, der mit Schilf und Seerosen beinahe zugewachsen ist, unseren ersten Monkey Puzzle Tree, der wie ein groteskes Kunstwerk auf einer grünen Wiese seine stacheligen Arme von sich streckt.


Der schmale Klippenpfad bei den Cliffs of Moher verursacht am darauffolgenden Tag bei allen Schwindelgefühle. Die beeindruckendsten Steilklippen der grünen Insel ragen bis zu 214 m aus der vom Wind stark bewegten, rauen See empor. Die Schlagzeile, die mir in der gestrigen Sunday Tribune regelrecht ins Auge gesprungen ist, verstärkt mein mulmiges Gefühl. Der Körper eines Mannes wurde nur mit Socken bekleidet zwischen den vom Salzwasser umspülten Felsen unterhalb der Klippen bei Doolin entdeckt. Die Bergung des Toten ist aufgrund starker Böen und bewegter See nicht möglich.

Cliffs of Moher
Cliffs of Moher, Co. ClareFoto: Irlandfoto.com


Wir halten einander fest an den Händen und kehren bald um. Wir verinnerlichen das tosende Schauspiel der Wellenberge, die sich an den Felsen im Wasser brechen, und denken an den armen Ertrunkenen.


Autorenprofil:

Silvia Peiker – Ein edler Tropfen aus dem Jahrgang 1963, Fremdsprachensekretärin, Studium der Freizeitpädagogik. Tätig bin ich in der Bibliothek, wo ich für das Kleinkind- und Ferienprogramm zuständig bin. Meine Leidenschaft sind Bücher, Schreiben und die Natur. Ich bin Mutter von drei Kindern und lebe mit dem besten aller Väter, der jüngsten Tochter und zwei süßen Katzen in Wien.

Mehr Geschichten von Silvia findet Ihr hier: https://www.story.one/de/u/silvia-peiker-17522

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Kilkee Cliff Walk

Wir haben Samstag und das Wetter ist traumhaft. Mein Problem: Ich will ans Meer, aber nicht so weit fahren. Das ca. 30 Minuten entfernte Lahinch ist eine Option, allerdings ist dort wahrscheinlich an so einem Tag alles überlaufen und der Strand ist fotografisch auch nicht so reizvoll.

So kam mir die Idee, nach Kilkee zu fahren und etwas am Cliff Walk entlangzugehen. Kilkee liegt ca. 1 Stunde von zu Hause entfernt. Außerdem hatte ich das ohnehin schon lange vor. Bisher bin ich mit dem Auto immer nur direkt an die entsprechenden Spots auf der Loop Head-Halbinsel wie, z. B. dem Candlestick, gefahren. Heute möchte ich einen Teil der Küste mal zu Fuß erkunden und sehen, was ich an netten Motiven finde.

Ich mache mich schon am Vormittag auf den Weg und parke beim Diamond Rocks Cafe, das ca. 1 km nordwestlich des Strandes von Kilkee liegt. Aufgrund der Tageszeit ist der Parkplatz noch fast zur Hälfte leer und auch an den Klippen sind nur wenige Leute unterwegs.

Mit dem Fotorucksack auf dem Rücken mach ich mich nun auf den Weg und finde schon nach ein paar Minuten die erste Stelle für ein paar Bilder von dieser atemberaubenden Felslandschaft.

Nun geht es den Wanderweg entlang in Richtung Nordwesten, immer nur einige Meter vom Rand der Klippen entfernt, die alle paar Meter höher werden. Die Grasnelken (Armeria Maritima) auf der Seite des Weges und auf den Wiesen versehen die Landschaft mit vielen kleinen Farbtupfern und bieten so ein sommerliches Motiv.

Nach ca. 1 Kilometer erreiche ich eine Treppe mit einem Metallgeländer, die nach unten führt und mir wird erst jetzt bewusst, wie hoch ich eigentlich mittlerweile über dem Meeresspiegel bin. Ich steige hinunter und finde mich in einer genialen, zerklüfteten und für Irland typischen Felslandschaft wieder.

Über die diversen Bruchstellen der Felsen kann man wie über eine Treppe immer weiter hinunter in Richtung Meer steigen und hat dort einen wunderbaren Ausblick auf Bishop’s Island. Hier könnte ich stundenlang verweilen und den Wellen zusehen, wie sie, begleitet von lautem Rauschen, an den Felsen brechen.

Nach einiger Zeit entschließe ich mich aber doch, meine Wanderung fortzusetzen und begebe mich wieder zurück auf den Fußweg. Dieser wird nach ca. 500 Metern deutlich steiler und bietet so einen guten Blick in die Bucht.


Panorama-Aufnahme mit Blick nach Kilkee

Kurze Zeit später befinde ich mich an der höchsten Stelle der Kilkee Cliffs, ca. 80 Meter über dem Meer und genieße die traumhafte Aussicht und den frischen Wind, der mir um die Nase weht.

Nun geht es wieder bergab und der Wanderweg endet an der Dunlicky Road, der ich nun noch ca. 200 Meter folge, um am Rand der Klippen noch ein paar Fotos von einem Felsen zu schießen, den ich vor ein paar Jahren entdeckt hatte. Dieser ragt schräg aus dem Wasser und hat an der Spitze der fast glatten Schräge eine Haube aus Moos oder Gras, auf dem es sich allerlei Vögel gemütlich machen.

An einer Mauer an der Straße mach ich kurz Rast um etwas zu Trinken und begebe mich allmählich wieder auf den Rückweg.


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Das Video zum Beitrag:

The Candle Stick

19.07.2021, 19:45 Uhr. Das Thermometer im Auto zeigt noch 30°C an. Anstelle mir im Garten ein schattiges Plätzchen zu suchen, düse ich die N68 entlang in Richtung Kilkee. Der Fahrtwind, der durch die beiden offenen Fenster weht, bringt zumindest etwas Abkühlung bei diesen ungewöhnlich hohen Temperaturen hier in Irland.

Aus den Boxen dröhnt der Song „Winter Madness“ der Metalband „Wintersun“ und ich denke, der Titel passt im Moment absolut nicht zum aktuellen Wetter. Plötzlich werde ich grob aus meinen Gedanken gerissen, denn durch das offene Fenster wird eine Biene, dicke Fliege oder ähnliches hereingeweht, prallt dumpf an meinem Kinnbart ab und wird wieder ins Freie katapultiert. Ich sehe jedenfalls nur noch einen schwarzen Punkt nach draußen verschwinden.

Mein heutiges Ziel ist der sogenannte „Candle Stick“. Ein Felsen, der ca. 5 km südwestlich des Badeortes Kilkee (Co. Clare) vor der Küste im Meer steht. Ende Juli soll die Sonne ziemlich genau dahinter untergehen.

Schon am Sonntag hatte ich vor, dort Bilder zu machen, war aber dann abends doch zu faul, bei dem Wetter nochmal ins Auto zu steigen. Nun musste es aber sein, der zweite wolkenlose Tag sollte nicht ungenutzt enden. Ich weiß genau, wenn das Wetter wieder schlechter wird, würde ich es bereuen, diese Gelegenheit nicht genutzt zu haben.

Gegen 21 Uhr erreiche ich mein Ziel und suche mir eine Parkmöglichkeit in der Nähe meines geplanten Standortes, die ich auch einige Meter davon entfernt finde. So kann ich die Fenster im Auto offenlassen, während ich meine Fotos mache.

Ich habe noch etwas Zeit ein paar Bilder von der Umgebung zu machen, bevor ich das Stativ und die Kamera für den Sonnenuntergang platziere. Die Sonne nähert sich nun mehr und mehr dem Horizont und malt so einen wunderschönen Farbverlauf an den Himmel. Jetzt bin ich froh, doch losgefahren zu sein.

Eine knappe Stunde später ist das Naturschauspiel vorbei und ich packe meine Ausrüstung zusammen. Ich hoffe, die Kamera hat die Bilder ordentlich abgespeichert, denn beim letzten Betrachten der Bilder hat mir meine D750 eine Fehlermeldung angezeigt… Aber es ist nun ohnehin zu spät.

Zu Hause angekommen gibt’s erstmal Entwarnung. Die Bilder sind noch auf der Karte.

Update vom 08.01.2022: Den Candlestick sieht man auch ein paar Mal in dem Film „Sprachlos in Irland“, der 2020 in der Gegend hier gedreht wurde.

Siehe auch: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/freitag-im-ersten/sendung/sprachlos-in-irland-100.html

Mit dem Hund ans Meer

Als mir meine Frau vor ein paar Tagen die Wettervorhersage für diesen Samstag, den 17.07.2021, auf ihrem Bildschirm gezeigt hatte, war ich eher skeptisch. Es waren noch einige Tage hin und in der Regel ändert sich das Wetter dann doch noch vorher. Aber diesmal traf der irische Wetterfrosch voll ins Schwarze. Die vorhergesagten 26°C wurden noch übertroffen.

Schon am Abend zuvor war es sehr warm und schwül, daher hatte meine Frau die Idee, am Samstag ans Meer zu fahren und diesmal Bailey, unsere 9 Jahre alte Husky/Rottweiler-Mischlingshündin, mitzunehmen. Sie sollte nicht bei der Hitze allein im Haus eingesperrt bleiben, außerdem war sie noch nie am Meer. Ich hatte ihr die 40minütige Autofahrt immer erspart, auch wenn sie gerne mitfährt.

So packten wir am Samstag gegen 7 Uhr morgens ein paar Sachen ein und machten uns mit Bailey auf den Weg nach Kilkee, Co. Clare. An diesem Strand hat man genug Platz, um mit dem Hund herumzulaufen und Hunde sind von Mai bis September vormittags bis 11 Uhr und dann wieder abends ab 18 Uhr erlaubt.

Gegen 7:40 Uhr morgens erreichten wir den Parkplatz am Strand (das Thermometer im Auto zeigte bereits jetzt 19°C an) und Bailey begann natürlich sofort, die neue Umgebung zu erkunden. Dann ging es das erste Mal mit den Pfoten über warmen Sand. Ich war ziemlich gespannt, was sie wohl direkt am Meer machen würde, denn Wasser war bisher nicht so ihr Ding. Diesem Element ging sie eher aus dem Weg, außer es befindet sich in der Schüssel neben ihrem Fressnapf.

Da meine Frau nur mit Flip-Flops ausgestattet war, ging sie ein paar Schritte ins Meer hinein und zu meinem Erstaunen trabte Bailey furchtlos hinterher. Allerdings war ihr die erste, etwas größere Welle dann doch nicht so geheuer und sie machte einen kurzen Hüpfer in Richtung Strand. Ansonsten machte ihr das neue, ungewohnte Nass nichts aus.

So verbrachten wir eine gute halbe Stunde am Wasser und Bailey traf einige Artgenossen, die mit ihren Besitzern am Strand spazieren gingen und mit ihr spielen wollten.

Anschließend setzten wir uns weiter weg vom Meer in den weichen Sand und verspeisten unsere Wurstsemmeln, die meine Frau noch kurz vor der Fahrt vorbereitet hatte. Bailey blieb jedoch immer an unserer Seite, die neue Umgebung schien ihr doch nicht so geheuer zu sein.

Gegen 10 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg, denn die Sonne brannte weiterhin durch den wolkenlosen Himmel und auch ohne mich viel zu bewegen lief mir der Schweiß von der Stirn. Am Nachmittag gegen 15 Uhr zeigte das Thermometer zu Hause 31°C im Schatten an.


Ich denke, wir werden aber jetzt öfter mit unserer Fellnase ans Meer fahren.

Die Bucht von Kilkee sieht man auch in dem Film „Sprachlos in Irland“, der 2020 in der Gegend hier gedreht wurde.

Siehe auch: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/freitag-im-ersten/sendung/sprachlos-in-irland-100.html

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Der erste Tag am Meer 2021

Das Ende der 5 km-Regelung

Dienstag, 13.04.2021. Ich saß im Auto und hatte meinen Fotorucksack auf dem Rücksitz verstaut. Meine Frau saß neben mir und während ich langsam rückwärts aus der Hofeinfahrt fuhr, verstaute sie noch schnell ihre Tasche vor ihrem Sitz. Nun ging es los, wir fuhren ans Meer und ich konnte es kaum fassen, ein geniales Gefühl.

Was noch vor einem halben Jahr als fast normal galt, ist nun etwas Besonderes für uns. Seit Montag, dem 12.04.2021, wurde der Lockdown in Irland gelockert und anstelle der 5 km, in denen man sich bewegen durfte, können wir uns wieder innerhalb des Countys bewegen. Zufällig hatte ich für diese Woche Urlaub beantragt und auch das Wetter spielte mit, denn seit meinem ersten Urlaubstag hatten wir Sonne und deutlich höhere Temperaturen als in den letzten Wochen. Daher nahmen wir uns vor, diese Woche so oft es geht etwas zu unternehmen.

Die erste Tour

Am Montag waren wir am Mooghaun Hillfort. Diese Bergfestung wurde ca. 950 v. Chr. erbaut und liegt zwischen den Orten Quin und Newmarket on Fergus im County Clare. Eigentlich war der Besuch dort gar nicht geplant, aber als eine Bekannte, bei der wir nur schnell vorbeischauen und etwas abholen wollten, davon erzählte, entschlossen wir uns kurzerhand dort hinzufahren, schon um mal wieder etwas anderes zu sehen als unseren Garten und Ennis.

Ich hatte zwar eine Kamera in einer kleinen Tasche dabei, aber diese war nur mit dem 50 mm-Objektiv bestückt. Eine kürzere Brennweite wäre in der Anlage, die mittlerweile mit hohen Bäumen umgeben ist, deutlich besser, aber immerhin besser als nichts. Mittlerweile habe ich es mir angewöhnt, auch bei kurzen Fahrten zumindest eine meiner Kameras mitzunehmen. Schon oft gab es Momente, in denen ich mir gewünscht hatte, jetzt ein Foto von der aktuellen Situation machen zu können. Die D610 mit dem 50 mm-Objektiv passt schön in eine kleine alte Fototasche, die ich noch aufgehoben habe, und so passiert mir das nicht mehr.

Bei nächster Gelegenheit werden wir mal mit unserem Hund hierher fahren.


Es geht ans Meer

So, nun ging es endlich ans Meer. Es fühlte sich gut und irgendwie ungewohnt an, als wir mit Sonnenbrille auf der Nase und guter Musik entlang der N68 in Richtung Kilkee fuhren. Über uns der blaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken und vor uns eine kaum befahrene Straße. Schließlich hatten wir Dienstag und daher war kaum Verkehr als wir gegen 13:00 Uhr losfuhren.

Nach ca. 50 Minuten erreichten wir den beliebten Urlaubsort Kilkee. Als ich den fast leeren Parkplatz vor der Strandpromenade ansteuerte und schon vom Auto aus das Meer sah, war das ein unbeschreiblicher Moment. Das letzte Mal war ich im September 2020 am Meer. Damals war ich am Gortmellia-Strand im County Mayo unterwegs und hätte nie daran gedacht, dass es ein halbes Jahr dauern würde, bis ich das Rauschen der Wellen wieder live erlebe.

Als wir zum Strand gingen, war es zwar etwas windig, aber nicht kalt und ich hatte es nicht bereut mit kurzer Hose und T-Shirt losgefahren zu sein. Der Strand war beinahe menschenleer und auch fast alle Bänke entlang der Promenade waren unbesetzt. Wo sich normalerweise Touristen und Einheimische tummeln, war Leere. Die geschlossenen Restaurants und Bars sahen schon irgendwie trostlos aus. Trotzdem genossen wir es, über den weichen Sand zu spazieren und die kleinen Wellen zu beobachten, die sich rauschend und schäumend am Strand ausbreiteten, um dann wieder zurück ins Meer zu fließen. Das war auch eine gute Gelegenheit, Fionn am Strand in Szene zu setzen, der mit Schwimmweste und Kamera ausgestattet natürlich mit auf unserer Tour war.

Nach einiger Zeit fuhren wir weiter zum „George’s Head“, einer ca. 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Landzunge. In den letzten Jahren habe ich es immer vermieden, diesen Ort anzufahren, denn im Sommer ist nicht nur der runde Parkplatz am Ende der Straße komplett überfüllt, sondern es stehen auf beiden Seiten parkende Fahrzeuge entlang der Straße. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit, diesen Teil von Kilkee zu besuchen. Auf dem Parkplatz standen nur ein paar Fahrzeuge und die Gegend war menschenleer.

Mit neuen Eindrücken und Bildern ging es am frühen Nachmittag wieder nach Hause und der erste Tag am Meer 2021 ging zu Ende.

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Hier gibt’s das Video dazu:

Foto-Reise durch County Clare – Teil 2

Inhalt

Startpunkt unseres zweiten Teiles: Spanish Point

Vom bekannten Surferparadies Lahinch aus, ca. 13 km südlich, liegt der Ort Spanish Point. Seinen Namen verdankt er den Schiffen der spanischen Armada, welche 1588 aufgrund eines Untwetters an der irischen Küste zerschellten. Einige Spanier konnten sich zwar von den sinkenden Schiffen retten und erreichten das Festland, doch wurden diese später vom „High Sheriff of Clare“, Sir Turlough O’Brien, hingerichtet.

In Spanish Point findet man auch einen 9-Loch-Golfplatz. Mit über 110 Jahren gehört er zu den ältesten Golfplätzen der Grafschaft Clare.


Der ca. 1 km lange Sandstrand von Spanish Point hat außer den, für Irland so typischen, schräg aus dem Wasser ragenden Felsen, nicht sonderlich viel zu bieten, jedoch geben diese ein interessantes Motiv, vor allem wenn sich das Licht der tief stehenden Sonne bei Ebbe auf den nassen Felsen spiegelt oder bei Flut die Gischt an ihnen hochspritzt.


Kilkee Cliffs

Auf der N67 geht es in südlicher Richtung weiter in das 29 km entfernte Kilkee, dem beliebten Badeort mit seinen (2011 gezählten) 1024 Einwohnern, der jedes Jahr tausende von Touristen aber auch zahlreiche irische Urlauber in die Region lockt.

Von dort aus fahren wir auf einer schmalen Küstenstraße, der Dunlicky Road, entlang der Loop Head-Halbinsel, auf der wir uns nun befinden, bis wir nach 7 km die Kilkee Cliffs erreichen. Einem weiteren, der unzähligen Aussichtspunkte auf dem Wild Atlantic Way.

Die schroffen Felsformationen und die felsige Bucht dort, bieten viel Spielraum für allerlei Fotos.

Es lohnt sich auch grundsätzlich, auf dem Weg entlang der Loop Head Halbinsel ab und zu anzuhalten und zu Fuß den Rand der Klippen zu untersuchen, denn die Küste hier bietet diverse Gelegenheiten, die Kamera zu zücken.


Bridges of Ross

Unseren nächsten Punkt finden wir ca. 17 km weiter südwestlich der Kilkee Cliffs. Die „Bridges of Ross“ waren ursprünglich drei, von der Natur geformte, Steinbrücken. Mitterweile ist nur noch eine von ihnen erhalten. Diese erreicht man zu Fuß auf einem schmalen Trampelpfad, ca. 500 m nach dem kleinen Parkplatz der dort gebaut wurde.

Aber nicht nur diese Brücke, sondern auch das umliegende felsige Ufer, laden einen an sonnigen Tagen dazu ein, sich ein paar Minuten ins Gras zu setzen, den Anblick zu genießen und den Wellen zuzuhören die sich an den rauen Felsen brechen.


Loop Head Leuchtturm

An der Spitze der Halbinsel Loop Head, die den Atlantik von der Mündung des Shannon trennt, befindet sich ein 23 Meter hoher Leuchtturm. Dieser wurde 1854 erbaut und 1991 automatisiert. Hier wurde auch ein Teil des Films „Star Wars: Der letzte Jedi“ gedreht.

Nicht nur der Leuchtturm selbst bietet von der Westseite her betrachtet eine schöne Ansicht. Auch die, teilweise flachen und begehbaren, Klippen auf der südlichen Seite der Mauer, welche die Anlage mit den Gebäuden umfasst, sind besonders in den letzten Monaten des Jahres interessant wenn die Sonne dort untergeht.

Die nachfolgenden beiden Bilder wurden im September 2016 aufgenommen, als ich mir einmal die Mühe gemacht hatte, einem Trampelpfad zu folgen der an der Mauer entlang hinunter in Richtung Meer führte. Nach ca. 460 m hatte ich die Klippen erreicht und wurde mit einer genialen Aussicht belohnt.


Quin Friary

Ein weiterer interessanter Fotospot ist Quin Friary, die auch als Quin Abbey bezeichnet wird. Diese befindet sich ca. 12 km östlich von Ennis in Quin. Das eigentliche Kloster wurde zwischen 1402 und 1433 von von Sioda Cam McNamara für Brüder des Franziskanerordens auf den Ruinen einer normannischen Burg erbaut.

Die Klosteranlage mit dem Kreuzgang, die alten Räume und der Friedhof mit den alten Keltenkreuzen sind sehr interessante Motive. Da die Anlage von außen beleuchtet ist, sind auch interessante Nachtaufnahmen möglich.


Lough Derg

Ca. 40 km östlich von Quin liegt der Lough Derg. Mit 118 km² ist er der drittgrößte See Irlands. Aufgrund seiner geografischen Lage grenzt er an die Counties Clare, Tipperary und Galway. Im Norden, bei Portumna (Co. Galway) fließt der Shannon in den Lough Dergh. Der Abfluss des Shannon liegt im Süden bei Killaloe im County Clare.

Rund um den, im Durchschnitt 5 km breiten, See findet man diverse Gelegenheiten für Fotos. Die schönsten Orte neben Killaloe sind Mountshannon, mit seinem Hafen im Westen und Dromineer im Osten. Von Mountshannon aus kann auch man Bootstouren zur Insel Holy Island, einer der berühmtesten Klosteranlagen Irlands, unternehmen.

Blick auf Holy Island

Ennis

Letzte Station auf unserer Reise ist Ennis, die Hauptstadt der Grafschaft Clare, mit ihren ca. 25.000 Einwohnern. Ennis (irish: Inis) liegt am Fluss Fergus und auch verkehrsmäßig im Zentrum des County’s. Von hier aus kommt man direkt auf die N85 Richtung Lahinch im Nordwesten, die M18 Richtung Galway, das in nördlicher Richtung liegt, die N68 Richtung Kilrush im Südwesten und die, ca 40 km südöstlich gelegene, Stadt Limerick, die man bequem über die N18 erreicht.

Die Geschichte von Ennis geht zurück bis ins Jahr 1240 und begann mit dem Bau einer Kirche auf einer Insel im Fergus. Diese wurde später den Franziskanern überlassen, die sie zu einem Kloster (Ennis Friary) umgebaut hatten. Im 14. Jahrhundert lebten dort bereits ca. 1000 Mönche und Schüler. Aufgrund des weiteren Ausbaus und der zentralen Lage wurde Ennis 1565 Hauptstadt der Grafschaft Clare. Aufgrund der großen Hungersnot zwischen 1845 und 1849 reduzierte sich die Zahl der Bevölkerung um ca. 25%.
Seit 1974 findet in Ennis jährlich das Festival der irischen Kultur „Fleadh Nua“ (was soviel heißt wie „neues Festival“) statt, was unter anderem dazu geführt hat, dass sich Ennis im Laufe der Jahre auch zum Zentrum der traditionellen irischen Musik entwickelt hat.

Auch Fans von alten Friedhöfen kommen in Ennis auf ihre Kosten. Ennis und Umgebung hat einiges an Motiven zu bieten.

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