Holycross Abbey

Am 05. März machte ich die erste Fototour in diesem Jahr. Das Wetter war in den letzten Wochen nicht wirklich berauschend und so war ich froh, dass der Samstag mit angenehmen Temperaturen und blauem Himmel begann. Daher machte ich mich am späten Vormittag mit dem Fotorucksack auf den Weg in meine alte Heimat, dem County Tipperary. Dort hatte ich in meiner ersten Zeit hier in Irland von 2011 bis 2013 in der Nähe von Thurles gelebt (Siehe auch: Auf zu neuen Ufern ).

Hier befindet sich ca. 7 km südwestlich von Thurles im kleinen Dorf Holycross, mit seinen ca. 715 Einwohnern die gleichnamige Holycross Abbey. Diese liegt am Fluss Suir, der auch durch Thurles fließt. Ich hatte ohnehin schon lange vor, hier ein paar Bilder zu machen.

Die Holycross Abbey am Fluss Suir

Zum letzten Mal hatte ich die Holycross Abbey im Mai 2013 besucht, als ich geheiratet hatte. Nach der Trauung in Nenagh fuhren wir mit der Hochzeitsgesellschaft für ein paar Fotos zur Abbey.

Die 1182 von Dónal Mór Ó Briain, König von Limerick, gegründete Holycross Abbey war ein Zisterzienserkloster und hat ihren Namen von einer Reliquie des wahren Kreuzes. Sie wurde von 1400 bis 1450 unter der Schirmherrschaft der Earls of Ormond restauriert und ca. 1540 aufgelöst. Der letzte Mönch P. Edmund Cormack starb 1735.

Nach den Führungen, die von März bis September jeden Mittwoch und Sonntag angeboten werden, kann man sich in dem Pub erfrischen, welches direkt an der Abbey liegt.

Gegenüber des Einganges direkt am Fluß befindet sich auch ein kleiner Park mit Pavillon und einigen Bänken.

In der Abbey befindet sich neben Toiletten auch ein kleiner Souvenirladen, der neben diversen Andenken auch Eis und heiße Getränke wie Kaffee oder Tee verkauft. Die Öffnungszeiten sind: Sonntags von 11:30 bis 16:00 Uhr.

Auf der Rückseite der Abbey befindet sich ein kleiner Park mit einem Kreuzweg, der mit diversen Säulen versehen ist, auf dem die entsprechenden Stationen abgebildet sind, sowie diverse Statuten wie z. B. von Papst Johannes Paul II.


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Rock of Dunamase

Im April 2017 hatte ich den schönen Tag ausgenutzt, um in den County Laois zu fahren. Der Namensgeber des Countys war der König von Leinster, Laois Ceann Mór. Dort steht auf dem Rock of Dunamase, östlich der Stadt Port Laois, die Ruine der Burg von Mac Murrough.

Viele Irlandfans werden das Tor, das den Eingang zur Ruine bildet, aus dem Film „Verlobung auf Umwegen“ (Original Titel: Leap Year) aus dem Jahr 2010 kennen. Hauptdarsteller der romantischen Komödie waren Amy Adams und Matthew Goode.

In einer Szene sieht man die beiden vor dem Torbogen einer Ruine, die im Film „Ballycarbery Castle“ heißt und sich im County Tipperary befindet. Der Torbogen im Film ist vom Rock of Dunamase, die restliche Burg wurde lediglich im Computer erstellt.

Allerdings gibt es in Irland ein Ballycarbery Castle. Dieses steht jedoch in der Nähe von Cahersiveen im County Kerry.

Screenshot aus „Verlobung auf Umwegen“

Von diesem ca. 150 Meter hohen Hügel kann man bis in die Slieve Bloom Mountains blicken.

Diese Ruine ist auch Teil meines neuesten Buches „Irische Ruinen“. Ab sofort bei Amazon erhältlich:

Irische Ruinen - Das Buch

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Valentia Island

Wer jetzt denkt, in der Überschrift befindet sich ein Schreibfehler, liegt falsch. Hier handelt es sich hier nicht um den spanischen Ort Valencia.

In dieser Geschichte geht es um die Insel „Valentia Island“. Diese liegt im schönen County Kerry im Südwesten Irlands. Von März bis Oktober erreicht man die Insel mittels Fähre zwischen Reenard Point und Knightstown im Nordwesten. Eine andere Möglichkeit ist die Route über eine Brücke, die von dem südlich auf dem Festland gelegenen Ort Portmagee auf die Insel führt. Der Ortsname bezieht sich auf den im 18. Jahrhundert in Irland lebenden Schmuggler, Kapitän Theobald Magee. Die meisten Irlandfans kennen den Ort sicher aus einem anderen Grund, denn von dort aus starten die Touristenboote für die Touren zur Insel Skellig Michael.

Hier zwei Bilder aus 2014, die ich gefunden habe. Damals noch mit dem Smartphone aufgenommen.

Ein Highlight (zumindest für mich) ist der Leuchtturm, der dort im nördlichen Teil der Insel steht. Auf unserer Tour 2014, als wir den Ring of Kerry abgefahren hatten, hatte ich keine Gelegenheit, die Insel bis zum Leuchtturm zu erkunden. Im Juni 2018 machte ich mich daher gezielt auf den Weg zum Leuchtturm, um ein paar Bilder bei Sonnenuntergang zu machen. Zumindest hatte ich es ursprünglich so geplant, denn Ende Juni sollte die Sonne in einem guten Winkel für mein Vorhaben stehen.

Was ich jedoch nicht eingeplant hatte, war die Tatsache, dass die Landzunge, auf der dieser Leuchtturm steht, mit der Spitze in etwa in Richtung Norden zeigt. Das bedeutet, wenn ich die Sonne hinter dem Leuchtturm haben wollte, müsste ich mich logischerweise östlich davon aufstellen. Leider ist die Landzunge so schmal, dass “östlich” vom Leuchtturm heißt: auf dem Wasser. Zumindest, wenn ich weit genug vom Leuchtturm entfernt sein möchte, um ihn ins Bild zu bekommen.

Karte von Valentia Island von openstreetmap.org

Als ich am späten Nachmittag dort ankam, wurde mir schnell klar, dass ich das mit dem Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm abhaken konnte. Ich erkundete also die Gegend, um einen geeigneten Alternativ-Standort zu suchen. Diesen fand ich auch etwas weiter südlich, wo das Land wieder breiter wird. Von dort aus bekam ich auch einen Teil der gegenüberliegenden Insel „Beginish Island“ mit auf das Bild. Diese Komposition war ganz interessant und so bin ich wenigstens nicht ganz umsonst die ca. 3 Autostunden nach Valentia Island gefahren. Außerdem hatte ich schon bei der Anreise den einen oder anderen Zwischenstopp eingelegt um ein paar Fotos zu schießen und auch auf dem Heimweg hielt ich noch mal kurz für diverse Aufnahmen an. Gegen 21 Uhr ging es dann wieder in Richtung Heimat.

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Black Head

Am Himmel ist kaum eine Wolke zu sehen, die Sonne steht bereits so tief, dass ich die Sonnenblende herunterklappen muss und aus den Lautsprechern dröhnt gute Musik. Ich fahre entlang der kurvigen R477 in Richtung Nordwesten und als ich das Meer am Horizont sehe, vergesse ich fast, dass ich „nur mal kurz“ weggefahren bin. Ich fühle mich eher wie im Urlaub und ans Meer zu fahren ist in Zeiten von Corona und den daraus resultierenden Lockdowns wieder etwas Besonderes geworden.

Ich bin auch sehr froh, in einem der 17 Countys zu wohnen, die am Meer liegen und genieße die Fahrt entlang der malerischen Küstenstraße. Die R477 liegt größtenteils im Burren, einem ca. 250 km² großen Kalksteingebiet. Die Übersetzung des irischen Namens (An Bhoireann) lautet “Steiniger Ort” und ist hier mehr als zutreffend. Auf beiden Seiten der Straße liegen Steine und Felsbrocken in allen Größen und Formen und verleihen dieser Gegend ihr markantes Aussehen.

Mein heutiges Ziel: Der Black Head Leuchtturm.

Dieser nur ca. 8 Meter hohe Leuchtturm liegt ungefähr 9 Kilometer nordwestlich von Ballyvaughan an der Nordspitze des County Clare. Die Black Head Landzunge ist auch Teil des Wild Atlantic Way, der wohl bekanntesten Küstenroute Irlands, die auf einer Länge von mehr als 2500 Kilometern entlang der Westküste von Malin Head im County Donegal bis nach Kinsale im County Cork verläuft.

Der Vorteil hier ist, dass der Leuchtturm nur ca. 40 Meter von der Straße entfernt liegt. Der Nachteil: Es gibt keinen richtigen Parkplatz. Nur eine kleine Bucht an der nicht allzu breiten Straße, in der gerade mal 2 Fahrzeuge hintereinander Platz haben (siehe Video).

Gegen 20 Uhr erreiche ich mein Ziel und bin froh, die Parkbucht leer vorzufinden. So kann ich das Auto sicher parken und bequem aussteigen. Mein Timing hätte auch nicht besser sein können, denn die Sonne nähert sich nun immer mehr dem Horizont. Ich suche mir eine geeignete Stelle für mein Stativ auf dem zerklüfteten Felsboden und ziehe den Reißverschluss meiner Kapuzenjacke zu, die ich in weiser Voraussicht mitgenommen hatte. Der Wind hier an der Küste ist doch stärker und auch kühler und ich bin noch von den letzten Tagen verwöhnt, als kurze Sommerhosen und T-Shirts mehr als ausreichend waren. Aber ich stehe nun mal am Atlantik und ca. 3000 Kilometer weiter westlich kommt, mit Ausnahme der Aran-Inseln, erst wieder Amerika.

Als die Sonne fast verschwunden ist, packe ich meine Sachen zusammen, um noch genügend Licht zu haben, damit ich nicht versehentlich in eine der tiefen Spalten trete und mache mich auf den Heimweg. Da für die nächsten Tage wieder Regen angesagt ist, bin ich froh, den Abend heute noch genutzt zu haben.

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Hier gibt’s das Video dazu: