Reisegeschichten aus Irland

Ein Gastbeitrag von Stefanie Bleier (mehr dazu im Autorenprofil)

In diesem Gastbeitrag erzählt uns Stefanie von ihrer Reise 2011 durch diverse Grafschaften Irlands.

Inhalt:

Glendalough

Wir fahren mit dem Mietauto von Dublin in die ca. 40 km entfernten Wicklow Mountains. Nicht wie vor hunderten von Jahren die Wikinger, die mit ihren Schiffen kamen. Wir werden als Besucher freundlich begrüßt und nicht gefürchtet wie einst die rauen Nordmänner. Wir kommen, um der Geschichte des Ortes zu lauschen, die Schönheit der Natur zu bestaunen und die Ruhe zu genießen. Wir kommen nicht um zu plündern und Unheil zu verbreiten.

Glendalough, das „Tal der zwei Seen“, ist bekannt für seine Klostersiedlung am unteren Ende der beiden Seen. Ein Besucherzentrum heißt die zahlreichen Touristen willkommen und bietet Informationen zur Geschichte der Klosteranlage. Als wir die vielen Autos erblicken, befürchten wir, dass diese Sehenswürdigkeit total überlaufen ist. Nichtsdestotrotz parken wir das Auto und gehen zu Fuß entlang eines Baches weiter.

Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 6. Jahrhundert zurück. Der Heilige Kevin kam hierher, um zurückgezogen zu leben. Es sammelten sich jedoch rasch viele Menschen um ihn und die Siedlung wuchs. Der Legende nach soll Kevin im Jahr 618 im stolzen Alter von 120 Jahren verstorben sein. Ich versuche mir vorzustellen, wie die Menschen damals lebten. Es muss ein hartes, entbehrungsreiches Leben gewesen sein. Doch sind wir heute mit unserem Reichtum sehr viel glücklicher als es die Menschen damals waren?

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir die Klosteranlage. Genauer gesagt das, was davon noch übrig ist. Der 33 Meter hohe Rundturm sticht als Erstes ins Auge. Von außen betrachtet wirkt er noch gut erhalten. Der Innenbereich ist für uns nicht zugänglich. Er wurde 1066 erbaut, um die religiösen Schätze der Mönche vor den Wikingern zu schützen. Dutzende Grabsteine, viele mit keltischen Kreuzen verziert, flankieren den Weg. Die Inschriften sindkaum mehr zu entziffern. Sowohl die Wikinger, als auch englische Truppen überfielen die Klosteranlage mehrmals. Ich frage mich, wie viele Menschen bei den Überfällen ihr Leben lassen mussten. Obwohl die Anlage 1398 großteils zerstört wurde, ließen sich die Mönche nicht gänzlich vertreiben. Das Kloster blieb bis ins Jahr 1539 bestehen, als der englische König Heinrich VIII die Auflösung aller irischen Klöster befahl.

Glendadlough, Co. Wicklow – Foto: Stefanie Bleier

Wir verlassen die Klosteranlage und spazieren in Richtung der zwei Seen. Wir folgen einem schmalen Fußweg. Die Wanderwege sind gut beschildert. Je weiter wir uns vom Parkplatz entfernen, desto weniger Touristen begegnen uns. Wir kommen an einem kleinen Wasserfall vorbei. Ich halte inne und atme die frische Luft tief ein. Die Magie des Ortes umfängt michund ich würde gerne noch länger hier verweilen. Doch die Reise geht weiter…


Der Titanic auf der Spur

Meine Irland-Rundreise 2011 führt mich nach Cobh, einer Stadt im Süden der Insel. Cobh, zu Deutsch „Die Höhle“, ist mit einer Brücke mit dem Festland verbunden. Ich spaziere mit meiner kleinen, aber feinen Reisegruppe die steile Straße zum Hafen hinunter. Ein Großteil des Ortes befindet sich in einer Hanglange. Ins Auge stechen die vielen bunt gestrichenen Häuser.

Wir schlendern an einem der weltweit größten Naturhäfen entlang. Die Kulisse ist wirklich beeindruckend. Mein Blick streift über die kleinen, bunten Fischerboote, die von ihrer morgendlichen Ausfahrt wieder sicher zurück in den Hafen kamen. Die Sonne strahlt vom Himmel, es ist angenehm warm. Wir verweilen auf einer der Parkbänke und beobachten einen Schwarm Möwen. Die grüne Insel zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Viele Kreuzfahrtschiffe machen hier Halt. Heute ist die Stadt fest in der Hand von Touristen, doch das war nicht immer so.

Cobh, Co. Cork – Foto: Stefanie Bleier


Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Cobh zum Auswandererhafen. Man geht davon aus, dass bis 1950 an die 2,5 Millionen Menschen ihre Heimat von hier aus verließen. Weltweite Bekanntheit erreichte der Ort allerdings aus einem tragischen Anlass. Der Hafen von Cobh war der letzte, den die Titanic vor ihrem Untergang anlief. Nach unserer Rast auf der Parkbank spazieren wir weiter. Wir folgen dem Titanic Trail durch die Stadt und erfahren mehr über das bekannteste Schiffsunglück der Welt.

Dann geht es steil bergauf. Über dem Ort wacht die St. Colman Kathedrale. Kühle Luft umfängt uns, als wir die neugotische Kirche betreten. Besonders stolz ist man hier auf das einzige Glockenspiel Irlands mit insgesamt 49 Glocken. Da die Restaurants hier eher teuer sind, gibt es zum Abendessen ganz traditionell Fish & Chips.

Am nächsten Morgen regnet es wenig überraschend und wir beschließen weiterzuziehen. Insgeheim bin ich froh, diesen Ort wieder verlassen zu können. Bei all der malerischen Kulisse drehen sich meine Gedanken doch ständig um die Schicksale der verzweifelten Auswanderer und der ertrunkenen Passagiere der Titanic.

Ich bin gespannt, was es noch zu entdecken gibt. Nächstes Highlight der Reise: Garinish Island!


Garnish Island

Die Reise begann in Dublin und führte uns über Glendalough und Kilkenny, wo wir das malerische Kilkenny Castle besichtigten, nach Cobh. Anschließend ging es weiter zur Beara Halbinsel im Südwesten von Irland. Wir fuhren den bekannten Ring of Beara entlang. Die enge und kurvenreiche Straße ist für Reisebusse und Wohnmobile gesperrt. Es sind daher nur wenige Touristen mit ihren Mietautos unterwegs.

Wir nächtigten im Ort Glengarriff. Hier ist man stolz darauf, die mildesten Wintertemperaturen in ganz Irland zu haben. Das angenehme Klima macht sich natürlich in der Vegetation bemerkbar. Unter dem wärmenden Einfluss des Golfstroms blüht und gedeiht alles hervorragend. Die Niederschlagsmenge ist recht hoch, bei unserem Besuch blieb es erfreulicherweise trocken. Die malerische Landschaft war ein Traum! Die Halbinsel ist zu Recht nach der altirischen Fruchtbarkeitsgöttin Beara benannt. Die zahlreichen Menhire, Steinkreise und Hügelgräber wirken selbst bei Sonnenschein mystisch und geheimnisvoll auf die Besucher.

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen nach Killarney, wo ein Nationalpark bereits darauf wartete von uns bewandert zu werden, weiterfahren. Der Besitzer des Bed and Breakfast gab uns jedoch den Tipp, vor der Weiterfahrt noch einen Abstecher auf die Insel Garinish zu machen. Wir änderten unsere Pläne und wurden nicht enttäuscht!

Die 15 ha große Insel erreicht man mit einer Fähre. Allein die Überfahrt war schon den ungeplanten Ausflug wert. Die Fahrt ging an Robbenbänken vorbei und wir konnten die beeindruckenden Tiere aus der Nähe beobachten. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob die Robben überhaupt echt warten. Denn sie lagen gemütlich auf ihren Felsen und bewegten sich nicht. Erst, als unsere Fähre an ihnen vorbeifuhr, glitt eines der schwerfälligen Tiere mit einem mächtigen Platscher ins Wasser. Es fehlte nicht viel und wir wären nassgespritzt worden.

Einst war die Insel Garinish nur ein karger Felsen. Der Boden wurde mit Humus fruchtbar gemacht. Nach und nach entstand ein Paradies aus Blumen, Bäumen und Sträuchern, welches man in wärmeren Gefilden erwarten würden, aber sicher nicht im sonst eher kalten und verregneten Irland. Die Pläne für die Bepflanzung der Insel stammt vom Architekten und Landschaftsgärtner Harald Peto. Seit den 50er Jahren ist die Insel im Besitz des Staates Irland.

Garnish Island (oder auch Garinish Island), Co. Cork – Foto: Stefanie Bleier

Wir spazierten gemächlich durch die verschiedenen Themengärten. Neben dem italienischen Garten und dem griechischen Tempel hat mir der ummauerte Garten am besten gefallen. Er wirkte auf mich wie ein verwunschener Garten aus einem Märchen. Bei all der Blumenpracht hielt ich allerdings vergeblich Ausschau nach einem Märchenprinzen auf seinem weißen Pferd!


Céad Míle Fáilte

Céad Míle Fáilte – so lautet die irische Begrüßungsformel für die zahlreichen Touristen, die Jahr für Jahr die grüne Insel bereisen. Die Iren sind ein sehr freundliches Volk. Von den allgegenwärtigen Religionsstreitigkeiten bekamen wir auf unserer Reise zum Glück nichts mit. Wir fühlten uns immer herzlich willkommen.

Wir waren nun ungefähr eine Woche in Irland unterwegs. Halbzeit. Und genau ab diesem Zeitpunkt brachte ich das traditionelle irische Frühstück, bestehend aus Eiern, Speck, Würstchen und Sodabrot mit Honig einfach nicht mehr hinunter. Ich wechselte auf mein traditionelles Frühstück, bestehend aus Brot, Butter und Marmelade zurück. Trotzdem gut gesättigt ging die Fahrt mit unserem Mietauto an diesem Morgen weiter. Der Killarney Nationalpark in der Grafschaft Kerry war das nächste Highlight unserer Reise.

Der über 100 km² große Nationalpark befindet sich im Südwesten Irlands auf der Halbinsel Iveragh. Zur Anlage gehören drei Seen: der Lough Leane, der Muckross Lake und der Upper Lake. Die Besucher können den Nationalpark zu Fuß erkunden oder eine Rundfahrt mit einer Pferdekutsche machen. Es gibt auch Fahrräder zum Ausleihen. Nachdem das Wetter leider nicht so ganz mitgespielt hatte, es war stark bewölkt und sah nach Regen aus, gingen wir zu Fuß los. Die Regenjacken hatten wir wie immer gut im Rucksack verstaut. Die Landschaft ist hier ganz anders als an der kargen Küste. Die Besucher erwartet einer der ältesten noch verbliebenen Eichenwälder Irlands. Neben Moosen, Flechten und Farnen wachsen auch bunt blühende Rhododendron-Sträucher. Letztere verbreiten sich so stark, dass sie Teile des Parks zu überwuchern drohen.

Wir spazierten bis zur Bricin Bridge, dann kehrten wir um. Den Muckross Lake zu Fuß zu umwandern war uns zu weit. Nachdem das Wetter nun besser wurde und die Sonne zwischen den Wolken hervorblinzelte, bedauerten wir es, uns nicht doch Fahrräder ausgeborgt zu haben.

Bricin Bridge, Killarney Nationalpark, Co. Kerry – Foto: Stefanie Bleier

Zurück beim Parkplatz bewunderten wir noch das Muckross House. Das 1843 im Tudor-Stil erbaute Herrenhaus mit seinem malerischen Blumen- und Steingarten verzauberte mich. Nach einem durchschnittlichen, eher kantinenmäßigen Mittagessen machten wir es uns noch ein Stündchen im Park gemütlich und genossen die warmen Sonnenstrahlen auf unserer Haut.

Um die Stadt Killarney machten wir anschließend einen großen Bogen, da sie in unserem Reiseführer als teure Touristenfalle bezeichnet wurde. Wir fuhren stattdessen weiter in Richtung der berühmten Cliffs of Moher.

Werbung


Aran Islands

Nachdem wir die Cliffs of Moher besichtigt hatten, nächtigten wir im beschaulichen Ort Doolin. Wir wollten für den nächsten Tag eine Überfahrt mit der Fähre zur größten der drei Aran-Inseln buchen. Leider waren wir zu spät dran, die Fähre bereits ausgebucht und wir mussten mit der kleinsten Insel, Inis Oírr, vorlieb nehmen. Trotz der kleinen Enttäuschung verbrachten wir einen netten Abend. Wir wollten ganz traditionell irisch speisen. Meine Reisebegleiter bestellten Fisch und Meeresfrüchte. Ich persönlich mache um Hummer, Krebse, Muscheln und Austern lieber einen großen Bogen. Stattdessen ließ ich mir ein Irish Stew, einen Eintopf aus Lammfleisch, schmecken. Wir ließen den Abend in einem Pub mit Live Musik gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen schlenderten wir zu Fuß zum Hafen. Wir waren früh dran und somit die ersten, die sich einen guten Platz auf der Fähre aussuchen durften. Bei der Überfahrt begleitete uns ein Delfin ein Stück. Ich war begeistert, hatte ich doch noch nie einen Delfin außerhalb eines Zoos beobachten dürfen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, die Sonne strahlte vom Himmel und es war angenehm warm.

Als wir die kleine Insel betraten, konnte ich es kaum fassen, dass sich hier, an diesem abgelegenen Ort, Menschen angesiedelt hatten. Auf der kargen Kalksteininsel gibt es keine Bäume. Nur Sträucher, Gras, Farne, ein paar Blumen und sehr viele Steinmauern. Diese wurden errichtet um zu verhindern, dass der von Menschenhand angelegte, fruchtbare Boden wieder fortgeweht oder fortgeschwemmt wurde.

Die Inselgruppe der Aran-Inseln (Oileáin Árann) umfasst eine Landfläche von 51 km² und hat an die 1.250 Einwohner. Im 18. Jahrhundert wurden die Inseln noch von 5.000 Menschen besiedelt. Vor allem die Jungen zieht es mangels Arbeitsplätze fort. Lebten die Bewohner früher vom Fischfang, ist heute der Tourismus die Haupteinnahmequelle.

Wir entdecken eine kleine Kirchenruine und machten ein paar Fotos. Die Kirche ist dem Heiligen Kevin geweiht, von dem wir schon bei unserem Besuch in Glendalough gehört hatten. Wir marschierten weiter und trauten unseren Augen nicht. Mitten auf dem Strand stand ein rostiges, altes Schiffswrack. Wie wir später erfuhren, handelt es sich um das Wrack des Frachters Plassy. Alle Besatzungsmitglieder konnten bei dem Schiffsunglück im Jahre 1960 gerettet werden. Gerne hätten wir noch den Leuchtturm besichtigt, doch der ist für die Touristen leider nicht zugänglich.

O’Brien’s Castle, Aran Islands, Co. Galway – Foto: Stefanie Bleier

Gegen Ende der Runde kamen wir noch an den Resten eines Ringforts und dem O’Brien’s Castle aus dem 14. Jahrhundert vorbei. Wir machten es uns auf dem Hügel gemütlich und genossen unsere Jause. Mein Blick schweifte auf den Hafen und den kleinen Flugplatz hinunter. Noch hatten wir Zeit, bis unsere Fähre wieder zurückfuhr. Verpassen wollte ich sie auf keinen Fall, denn dieser Teil Irlands war mir dann doch etwas zu abgelegen um länger hier zu verweilen.


Wie im Märchen

Nach dem Besuch der Aran Islands ging es weiter Richtung Connemara. Eine karge Moorlandschaft, felsige Klippen und Heidekraut empfingen uns dort. Die dünn besiedelte Gegend ist Heimat der bekannten Connemara-Ponys. Diese Pferderasse gilt als besonders genügsam und zuverlässig. Bei einer kleinen Wanderung trafen wir auf eine Herde. Eines der schönen Tiere ließ sich von mir streicheln.

Danach besichtigten wir das zurecht am meisten fotografierte Gebäude in Irland: die Kylemore Abbey. Auch wir zückten natürlich unseren Fotoapparat um das traumhaft schöne Gebäude, erbaut aus Kalkstein und Granit, festzuhalten. Das Schloss sieht aus wie aus einem meiner geliebten Fantasyfilme entsprungen und liegt an einem malerischen, mit Schilf bewachsenen See. Beim Betreten des Schlosses kam ich mir vor wie in einem Märchen. Leider ist die Geschichte des Gebäudes wenig märchenhaft und sehr traurig. Es wurde von dem Unternehmer Mitchell Henry in Auftrag gegeben und im Jahr 1871 fertiggestellt. Mitchells Ehefrau Margaret erkrankte nur drei Jahre später während eines Urlaubs in Ägypten an der Ruhr und verstarb. Sie wurde in einem Mausoleum in Kylemore beigesetzt und eine gotische Kirche zum Andenken an sie errichtet. Ohne seine Frau wurde Mitchell in dem prächtigen Anwesen nicht glücklich und es wechselte mehrmals seinen Besitzer. Seit 1920 beherbergt das Gebäude den Orden der Benediktinerinnen. Die Haupteingangshalle und drei angrenzende Räume dürfen von den zahlreichen Touristen besichtigt werden.

Kylemore Abbey, Connemara, Co. Galway – Foto: Stefanie Bleier

Genauso bezaubernd wie das Schloss selbst empfand ich den dazugehörigen viktorianischen Mauergarten. Wir verzichteten auf den Shuttlebus und gingen zu Fuß. Der „Walled Garden“ hat eine Größe von 3,4 Hektar und ist in mehrere Themengärten unterteilt. Er wurde zeitgleich mit dem Schloss angelegt. Neben wunderschönen Blumen, Sträuchern und Zierbäumchen, die es zu betrachten gibt, wurde der Garten auch als Obst- und Küchengarten verwendet. Von den ursprünglich 21 Gewächshäusern wurden bislang nur zwei wieder aufgebaut. Ebenfalls zu besichtigen gibt es die Gärtnerhäuser. Die Besucher erhalten einen interessanten Einblick in die Lebensumstände von früher. Wir zögerten kurz bevor wir eintraten. Alles wirkte so lebendig und bewohnt. Im Kamin brannte sogar ein Feuer und verlieh der Wohnstube eine gemütliche Atmosphäre.

Von Connemara aus fuhren wir noch ein Stück die Westküste entlang bis nach Achill Island, wo es leider stark regnete. Dann ging es zurück an die Ostküste. Es hieß langsam Abschied nehmen von der Grünen Insel. Am letzten Tag unternahmen wir noch eine herrliche Klippenwanderung in der Nähe von Dublin. Die zwei Wochen waren wie im Flug vergangen. Dank der Reisegeschichten Challenge habe ich die Rundreise in Gedanken noch einmal erleben dürfen. Eines Tages möchte ich diesen herrlichen Fleck Erde meinen Kindern zeigen.


Autorenprofil:

Stefanie Bleier ist 1982 geboren. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaft und Pädagogik hat es sie der Liebe wegen wieder zurück in die Heimat gezogen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei wundervollen Kindern im schönen Salzkammergut. Mit ihrer Familie ist sie viel in der Natur unterwegs.

Mehr Geschichten von Stefanie findet Ihr auch bei strory.one: https://www.story.one/u/stefanie

Werbung

Tour nach Co. Cork

Station 1: Die Jameson Distillery

In der letzten Woche hatten wir Besuch aus Deutschland. Da wir unbedingt nach Cork fahren wollten, suchten wir uns aufgrund des miserablen Wetterberichtes dafür einen Tag aus, an dem es einigermaßen trocken sein sollte. So buchten wir schon Tage vorher für 23.09. einen Besuch in der Jameson Distillery in Midleton im Co. Cork. Wir hatten unseren Termin um 11 Uhr vormittags und fuhren daher gegen 7 Uhr morgens los, um genügend Zeit für eine kleine Frühstückspause unterwegs zu haben.

Bei der Abfahrt in Ennis hatten wir jedoch erfreulicherweise blauen Himmel und das unerwartet schöne Wetter hielt sich auch den ganzen Tag über. Gegen 10:30 Uhr erreichten wir Midleton, das etwa 25 km östlich von Cork liegt. Beim Einchecken im Besucherzentrum der Brennerei mussten wir nun zum ersten Mal unser Corona-Impfzertifikat vorzeigen, das wir mittlerweile auf unseren Handys installiert hatten und welches so an der Kasse einfach gescannt werden konnte.

Pünktlich um 11 Uhr begann die Führung durch die, im 17. Jahrhundert gegründete „Old Midleton Distillery“. Diese dauerte ca. 1 Stunde und führte durch die alten Gebäude der Brennerei, während einem auf diversen Stationen der Prozess der Whiskey-Herstellung erklärt wurde. Die Führung ist nicht nur für Whiskey-Liebhaber ein interessantes Erlebnis.


Natürlich endete die Führung mit einer kleinen Kostprobe, bei der man neben dem irischen Whiskey auch ein Gläschen schottischen sowie amerikanischen Whiskey probieren konnte, was im direkten Vergleich sehr interessant war. Am Ende der Tour bekamen wir noch einen Drink an der hauseigenen Bar. Dieser war bereits im Ticketpreis von 23 € pro Person inbegriffen.

Im Souvenirladen konnte man neben T-Shirts, Gläsern und anderen Dingen auch eine Flasche Whiskey mit einem persönlichen Etikett erwerben, auf dem man z. B. seinen Namen aufdrucken lassen konnte. Ein besonderes Schmuckstück für zu Hause oder als spezielles Geschenk, wenn auch mit einem Preis von 60 € nicht unbedingt ein Schnäppchen.


Station 2: „The English Market“

Als zweite Station unserer Tagestour hatten wir uns für den „English Market“ entschieden. Der Lebensmittelmarkt, der sich seit ca. 1788 im Zentrum der Stadt Cork befindet und immer wieder umgebaut wurde, ist mittlerweile auch wegen seiner Architektur aus dem 19. Jahrhundert, eine Touristenattraktion. Dort findet man ca. 130 Lebensmittelstände aus allerlei Bereichen.

Selbst wenn man vor dem Besuch im English Market etwas gegessen hat, bekommt man durch die vielen Marktstände mit diversen Leckereien noch Appetit. Dafür gibt es dort auch verschiedene Bars und Restaurants.

Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten, wurden noch diverse Lebensmittel für zu Hause eingekauft. Anschließend machten wir uns mit unseren Einkäufen des Tages gegen 16 Uhr auf den Heimweg.

Hier eine kleine Auswahl der angebotenen Waren:

Werbung

Tierfotos in Irland

Irland bietet unzählige Freizeitangebote. Sei es Wandern in den Wicklow Mountains, Wellenreiten im Surferparadies Lahinch oder eine Städtetour in Dublin. Auch ein Badeurlaub ist auf der Insel mit ihren wunderschönen Stränden möglich. Was macht man aber, wenn man mit Kindern Urlaub in Irland macht? Der Nachwuchs wird, je nach Alter, wahrscheinlich von den oben genannten Freizeitaktivitäten weniger begeistert sein. Da bietet sich natürlich ein Besuch im Tierpark oder einer Falknerei an. Aber auch zum Fotografieren ist ein Zoobesuch ideal und eine willkommene Abwechslung zu den sonst üblichen Fotos von Landschaften und Burgruinen.

Inhalt

Ausrüstung

Ein Sprichwort sagt: Die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat. Jedoch wird man mit einem Mobiltelefon im Tierpark wohl nicht die besten Ergebnisse erzielen. Mittlerweile gibt es jedoch relativ gute und günstige Bridgekameras mit ordentlichen Zoombereichen. Diese Kameras eignen sich natürlich deutlich besser für Bilder von den meist weiter entfernten Tieren. Bestes Beispiel: Die Nikon Coolpix P1000 mit ihrem 125-fachen Zoom. Ins Kleinbildformat umgerechnet ergibt das eine Brennweite von 24 bis 3.000 Millimeter.
Idealerweise hat man natürlich eine Spiegelreflexkamera und ein Objektiv mit großer Brennweite (100-300 mm) dabei. Auch ein Dreibeinstativ macht im Zoo Sinn, denn wenn man länger mit der Kamera im Anschlag vor einem Gehege steht, um auf den richtigen Moment zu warten, können die Arme schon mal schwer werden. Ansonsten dienen auch Mauern und Zaunpfähle an den Gehegen als praktische Auflage und geben genügend Halt. So wie bei diesem Besucher hier, den ich im Zoo in Dublin aufgenommen hatte. Nicht dass man im Zoo eine Tarnung am Objektiv anbringen müsste, aber diese Cover in Tarnmuster sind in der Regel aus Neopren und damit ein guter Schutz gegen Kratzer und Schrammen.

Eine große Brennweite ist natürlich im Zoo sehr praktisch.

Hier einige Beispiele aus den Besuchen der letzten Jahre.

Dublin Zoo

Der wohl bekannteste Tierpark in Irland, der jedes Jahr über 1 Million Besucher anzieht, wurde im September 1831 eröffnet. Er liegt am Rande des Phonix-Parks in Dublin und erstreckt sich auf eine Fläche von ca. 28 Hektar. Er ist neben London, Paris und Wien der viertälteste Zoo der Welt. Die Geschichte Irlands ging auch am Zoo in Dublin nicht spurlos vorbei. Während des Osteraufstandes 1916 wurden die Futtermittel knapp, daher mussten einige Tiere getötet werden, um die großen Raubtiere am Leben zu erhalten.

Eine Berühmtheit aus dem Dubliner Zoo kennt wohl jeder. Leo der Löwe, der seit 1957 am Anfang eines Filmes von Metro-Goldwyn-Mayer aus dem Logo brüllt, wurde im Dubliner Zoo geboren. Auch Slats, der erste der insgesamt 7 MGM-Löwen stammt aus dem Zoo in Dublin. Er verzierte das Logo von 1916–1928.

Die folgenden Bilder wurden mit einem Tamron 150-600 mm Objektiv ohne Stativ aufgenommen.

Mehr dazu auf https://www.dublinzoo.ie/


Fota Wildlife-Park

Mit ca. 40 Hektar ist der Fota-Wildlife-Park deutlich größer als der Zoo in Dublin und meines Erachtens auch der schönere Park von beiden. Dieser Tierpark liegt auf der Halbinsel „Fota Island“ ca. 10 km östlich der Stadt Cork im gleichnamigen County. Der Fota-Wildlife-Park wurde 1983 eröffnet und zählte im Jahr 2019 ca. 462.000 Besucher. Wenn man durch den Park spaziert, hat man auch das Gefühl, man ist den Tieren näher. Die Gehege sind großzügiger und offener angelegt.

Ein Besucher schrieb z. B. auf Tripadvisor:

Der Dubliner Zoo fühlt sich an, als würden Sie die Tiere beobachten. Fota fühlt sich an, als ob Sie zwischen ihnen gehen.

Hier hatte ich das Tamron 70-300 und das Nikon 24-120 dabei.

Der „Löwenangriff“

Ein unvergessliches Erlebnis hatten wir beim Löwengehege im Fota-Wildlife-Park. Da es leicht zu regnen begann, stellten wir uns unter eine Überdachung vor der großen Scheibe, hinter der der Löwe friedlich schlief. Scheinbar wurde er durch das Geschrei der Kinder geweckt, die sich auch dort untergestellt hatten.

Noch schläft er friedlich…

Da meine Frau mit dem Rücken zur Scheibe auf der dort angebrachten Holzablage saß und meine Mutter sich gerade im Bereich vor der Überdachung aufhielt, um nach dem Wetter zu sehen, bemerkten Sie beide nicht, dass sich der Löwe inzwischen an der Glasscheibe aufbäumte. In dem Moment kam meiner Mutter um die Ecke und blieb vor Schreck stehen. Ein genialer Moment und da sich der Löwe immer wieder aufs Neue aufbäumte, hatte ich Gelegenheit, mir schnell meine Kamera zu schnappen und diesen Moment festzuhalten.


Burren Birds of Prey Centre

Diese Falknerei liegt in der Nähe von Ballyvaughan im Burren, einer 250 km² großen Karstlandschaft im Nordwesten des County Clare.

The Burren, Co. Clare
Die Karstlandschaft des Burren im Co. Clare

Dort sieht man Greifvögel aus aller Welt, wie z. B. Falken, Eulen, Adler und Geier. Das im März 2008 eröffnete „Burren Birds Of Prey Center“ ist das größte derartige Zentrum in Irland und bietet einen seltenen Einblick in die Welt dieser wunderbaren Vögel. Höhepunkt eines jeden Besuches sind, für Kinder und auch für Erwachsene, die täglich stattfindenden Flugvorführungen.

Auch hier war das Tamron 150-600 mm dabei.

Infoseite: https://www.aillweecave.ie/birds-of-prey


The Donkey Sancutary

Wer Esel mag, sollte unbedingt einen Abstecher nach Liscarroll im County Cork machen. Dort befindet sich die 1987 eröffnete Donkey Sanctuary, eine Art Reservat und Pflegestation für Esel, mit ca. 150 Tieren. Seit der Eröffnung haben sich die Mitarbeiter dort bisher um mehr als 5.000 Esel gekümmert. Für viele von den Tieren, die aus ganz Irland dorthin gebracht werden, ist es das erste Mal, dass sie liebevoll behandelt werden.

Man kann die Tiere streicheln und in Ruhe auf den diversen Wiesen und Gehegen beobachten. Der Eintritt und das Parken ist dort kostenlos.

Mehr Infor: https://www.thedonkeysanctuary.ie/

Weitere Tieparks in Irland:

Galway Atlantaquaria: https://www.nationalaquarium.ie/

Dingle Oceanworld, Co. Kerry: https://www.dingle-oceanworld.ie/

National Sea Life Bray, Co. Wicklow: https://www.visitsealife.com/bray/

Belfast Zoo: http://www.belfastzoo.co.uk/

The National Reptile Zoo, Kilkenny https://www.nationalreptilezoo.ie/

Coolwood Wildlife Park and Zoo, Co. Kerry: https://www.facebook.com/CoolwoodWildlifePark/

Secret Valley Wildlife Park, Co. Wexford: https://www.secretvalley.ie/

Wild Ireland, Co Donegal: https://www.wildireland.org/

Werbung

Auf Delfin-Safari

Im Juli 2018 hatte ich erneut die Gelegenheit, Delfine aus der Nähe zu betrachten. Da ich eine Woche Urlaub hatte und wir mit unserem Besuch aus Deutschland etwas Besonderes unternehmen wollten, entschieden wir uns für eine Delfin-Tour. Wir hatten vor einigen Jahren bereits eine Delfin-Tour in Kilrush, Co. Clare, unternommen, aber leider kaum Delfine gesehen. Wenn sie sich gezeigt hatten, dann sehr weit weg.

Wenn man im Internet unter „Whale watching“ sucht, findet man diverse Unternehmen, die entsprechende Touren anbieten. Unsere Wahl fiel auf „Whale Watch West Cork“ in Baltimore im County Cork. Baltimore liegt südwestlich von Skibbereen und ist einer der südlichsten Orte Irlands. Aufgrund der Lage hoffte ich, diesmal mehr Glück zu haben.

Die Tour startete gegen 14 Uhr, daher machten wir uns nach einem ordentlichen Frühstück am frühen Vormittag rechtzeitig auf den Weg. Immerhin sind es von Ennis nach Baltimore etwas mehr als 200 km oder ca. 3,5 Stunden reine Fahrtzeit ohne Zigarettenpausen unseres Besuches, denn im Auto wurde nicht geraucht. Zum Glück hatten meine Frau und ich dieses Problem nicht mehr, denn im Dezember 2014 hatte ich den Glimmstängeln endgültig abgeschworen und mir fehlen sie bis heute nicht. Meine bessere Hälfte raucht seitdem „elektrisch“. Das Rauchen aufzuhören war nicht nur aus gesundheitlichen Gründen von Vorteil. Bei einem Zigarettenpreis von ca. 14 € pro Packung (Stand 2021) kann man sich ausrechnen wie viel Geld wir mittlerweile eingespart haben…

Als wir also gegen 13 Uhr in Baltimore am Hafen ankamen, bestand die Herausforderung nun darin, einen Parkplatz zu finden. Aufgrund des sommerlichen Traumwetters war das Gebiet rund um das Hafengelände voll mit Autos, die an jeder nur möglichen Ecke der ohnehin schmalen Straßen parkten. Der öffentliche Parkplatz am Hafen war auch bis auf den letzten Zentimeter ausgefüllt. Dazu kamen noch unzählige Fußgänger, die sich in den Straßen tummelten, denn die Cafés und Bars, die an der Straße etwas oberhalb des Hafens lagen, hatten aufgrund ihrer genialen Lage alle Außenbereiche mit Meerblick.

Während sich meine Frau mit unserem Besuch schon zu Fuß in Richtung Kai begab, wo bereits das Boot wartete, fuhr ich immer noch mit unserem Auto um das Gelände herum und hoffte, irgendwo eine Parkmöglichkeit zu finden. Langsam wurde die Zeit knapp. Schließlich entschied ich mich dazu, mich vor dem überfüllten Parkplatz zu postieren und abzuwarten bis der erste Wagen wegfährt. Eine gute Entscheidung. 10 Minuten später wurde endlich ein Platz frei und ich machte mich schnell auf den Weg zum Boot. 15 Minuten später war Abfahrt. Hier hatte ich auch noch die tolle Gelegenheit, den „Baltimore Beacon“ diesmal von der Seeseite aus zu fotografieren, nachdem ich ein paar Monate zuvor Bilder von dort oben gemacht hatte.

Delfin-Safari in Baltimore
Abfahrt in Baltimore

Als wir nach ca 1,5 Stunden unser Zielgebiet vor der Küste Irlands erreicht hatten, stoppte unser Kapitän den Motor des Bootes um Ausschau nach Delfinen oder Walen zu halten, die sich üblicherweise hier aufhielten. Leider war nichts zu sehen. So fuhr er langsam weiter in Richtung Meer hinaus. Er erklärte uns, dass es nicht immer mit dem Beobachten der Delfine klappt, denn diese zeigen sich nur, wenn sie auch Lust dazu haben und in Spiellaune sind. Er sprach sich immer wieder über Funk mit dem Kapitän des zweiten Bootes ab, das in derselben Gegend unterwegs war, um zu hören, ob die andere Gruppe schon was gesichtet hatte.

Nach einiger Zeit wurde es unruhig auf dem Boot, denn die ersten Delfine zeigten sich und begannen allmählich, in der Nähe der Boote herumzuschwimmen und kurz aus dem Wasser zu springen, um dann wieder abzutauchen. Auch wenn man diese wunderbaren Tiere nur immer für einige Sekunden zu Gesicht bekam, war es doch ein ergreifender und fast magischer Moment, ihnen so nahe sein.

Delfine in Irland
Delfine im Atlantik

So verbrachten wir eine gute Stunde auf dem Atlantik. Das Spiel der Delfine ging auch weiter, als sich unser Boot wieder langsam in Richtung Festland in Bewegung setzte. Sie hatten Spaß daran, immer kurz neben oder vor dem Boot aufzutauchen und gleich wieder zu verschwinden. Dieses Spiel hielt mich jedoch ziemlich in Bewegung. Immer wenn ich mich auf einer Seite des Bootes aufhielt und die Kamera im Anschlag hatte, meldete einer der Touristen die Tiere auf der anderen Seite. Also hieß es, schnell die Seite zu wechseln, die Kamera vors Auge zu halten und auf die vermeintliche Stelle zu fokussieren, wo sie hoffentlich nochmal auftauchen würden.

Obwohl wir keine Wale zu sehen bekamen, war dieser Tag doch unvergesslich und bescherte mir ein paar besondere Fotos in meiner Sammlung.

Hier laut Whale Watch West Cork die besten Jahreszeiten für Beobachtungen je nach Gattung:

März bis Mai – Rundkopfdelfine
März bis November – Zwergwale
April bis Juli – Riesenhaie
Juli bis August – Atlantischer Sonnenbarsch
August bis Dezember – Gewöhnliche Delfine
September bis Dezember – Finnwale
November bis Januar – Buckelwale

Werbung

Sommermorgen in Ballycotton

Eigentlich war an dem Tag ein anderes Ziel geplant, um den Sonnenaufgang an diesem schönen Sonntag im Juni 2017 einzufangen. Meinen Reisebegleiter Boris hatte ich schon am Vorabend kontaktiert und mit ihm geplant, dass ich ihn sehr früh abholen werde da ich, wenn die Sonne aufgeht, bereits am Meer in einer Bucht im County Cork sein möchte.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo genau ich eigentlich hin wollte, aber ich hatte mir zum Glück am Abend nochmal, um ganz sicher zu sein, die Richtung und Uhrzeit des Sonnenaufgangs angesehen als ich bemerkte, dass ich in dem Programm das ich dafür verwende, ein falsches Datum für meine Berechnung eingegeben hatte. Nach dem Aktualisieren des Datums auf dieser Webseite wurde mir ein Sonnenstand angezeigt, der komplett anders aussah und so mein Vorhaben definitiv zum Scheitern verurteilte.

Da ich aber fest entschlossen war, den nächsten Tag auszunutzen, suchte ich nach einem anderen Ziel, das ein paar nette Bilder von einer Morgenstimmung am Meer in Aussicht stellte. So kam ich auf Ballycotton, im County Cork, mit einem Hafen und, welch Freude, auch einem Leuchtturm. Bingo! Das war’s – also kontaktiert ich Boris und berichtete ihm von meiner Planänderung.


Am nächsten Tag gegen 5:30 Uhr morgens erreichten wir, nach ca. 2,5 Stunden Fahrtzeit, das kleine, auf einem Felsvorsprung liegende, Fischerdorf Ballycotton, mit seinen ca. 500 Einwohnern. Um diese Uhrzeit waren noch kaum Autos unterwegs, so konnte ich kurz an einer Grundstückseinfahrt anhalten, denn von dort hatte ich einen traumhaften Blick über das Meer auf den schwarzen Leuchtturm, der nur mit einem Boot erreichbar ist, da er auf einer kleinen Insel vor der Bucht steht.

Der Leuchtturm wurde errichtet, nachdem 1847 der Raddampfer Sirius (das erste Schiff, das den Atlantik nur durch Dampfantrieb überquert hatte) im Nebel Schiffbruch erlitten hatte und erstmalig 1851 angezündet, bevor er am 15. Januar 1975 auf elektrischen Betrieb umgestellt wurde.

Nach diesen ersten Eindrücken ging es weiter hinunter zu dem kleinen, malerischen Fischerhafen, mit seinen bunten Booten, die durch zwei Hafenmauern geschützt, ohne die kleinste Bewegung im Wasser lagen und aussahen wie Spielzeugschiffchen, die man auf einem Spiegel aufgestellt hatte. Dort nahm ich die Gelegenheit wahr, mein vor einigen Tagen neu erworbenes, manuelles 35mm-Objektiv zu testen.

Rechts vom Hafen lag der, von Küstenerosion geprägte, mit keilförmig aus dem Sand ragenden Felsreihen überzogene Strand, der zwar ideal für Fotoaufnahmen ist, an dem man aber nicht stolpern möchte, da die Kanten der kleinen Felsen zum Teil sehr scharf sind. Mit vielen Bildern und neuen Eindrücken machten wir uns, nach einem kurzen Frühstück auf einer sonnigen Bank, um 8:00 Uhr auf den Heimweg.

Werbung

Meine Top 10 Fotolocations in Irland

Wer zum ersten Mal eine Reise nach Irland plant, ist wahrscheinlich überwältigt von den vielen Möglichkeiten und Locations auf dieser schönen Insel, auf der man ja fast an jeder Ecke ein geeignetes Motiv für ein nettes Reisefoto findet. In den letzten Jahren hatte ich neben kurzen Tagesausflügen zu diversen Spots, die Gelegenheit, den Wild Atlantic Way von Cork bis Nordirland abzufahren und habe hier mal meine persönlichen Favoriten aus diesen Jahren zusammengestellt.

Inhalt

10. Rock of Dunamase

Der Rock of Dunamase (irisch: Dún Masc) liegt nahe der (N 80) östlich der Stadt „Port Laois“ auf einem ca. 150 m hohen Hügel im County Laois. Die Grafschaft Laois verdankt seinen Namen dem König von Leinster Laois Ceann Mór. Von diesem Hügel kann man bis in die Slieve Bloom Mountains blicken.


9. Clonmacnoise

Diese wunderschöne Klosterruine, deren Geschichte bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, liegt im County Offaly, am Fluss Shannon und ist heute eine der meistbesuchten touristischen Attraktionen Irlands. Seit 1877 ist Clonmacnoise ein National-Monument.


8. Mizen Head

Die Mizen-Halbinsel im County Cork ist die südlichste der vier südwestlichen Halbinseln Irlands und die Südwestspitze Irlands. Sie bietet mit ihren hohen, rauen Klippen sehr schöne Motive, die auch bei schlechterem Wetter ihren eigenen Reiz haben. Über eine Brücke gelangt man zum Leuchtturm und zum Mizen Head Visitor Centre das fast an der Spitze der Halbinsel liegt.


7. Fanad Head

Fanad ist eine Halbinsel im Norden der Republik Irland im County Donegal. Diese befindet sich zwischen Lough Swilly und Mulroy Bay. An deren Spitze liegt der Fanad Head mit seinem malerisch gelegenem Leuchtturm, der 1814 gebaut wurde, nachdem 1812 die Fregatte „Saldana“ am Fanad Point (dem heutigen Fanad Head) zerschellt war.
Allein die Fahrt entlang der östlichen Küste, über die R268 ist traumhaft und lädt einen alle paar Kilometer dazu ein, für ein Foto anzuhalten. Daher meine Empfehlung für jeden, der diese Route plant: Genug Zeit für kurze Pausen einplanen!


6. Cliffs of Moher

Wer kennt sie nicht, die berühmten Cliffs of Moher? Zwischen den Orten Liscannor und Doolin im County Clare gelegen, erreichen diese Steilklippen am O’Brien’s Tower eine Höhe von bis zu 214 m.

Die ideale Zeit für Fotos von Sonnenuntergängen ist Januar/Februar.
Im Juni 2013 wurde der ca. 20 km lange „Cliffs Coastal Walk“ eröffnet. Dieser Trampelpfad führt nur einige Meter vom Rand der Klippen entfernt und teilweise unbefestigt, von Doolin nach Liscannor und bietet an einigen Stellen atemberaubende Aussichten.

Werbung


5. Wicklow Mountains

Die Wicklow Mountains (irisch: Sléibhte Chill Mhantáin), der Gebirgszug im Osten Irlands, der sich vom Süden Dublins bis in den County Wexford erstreckt, muss hier aufgrund seiner Vielfalt von Möglichkeiten und Motiven ebenfalls genannt werden.
Hier befindet sich z. B. der berühmteste und, mit 121 Metern, größte Wasserfall Irlands. Der Powerscourt Wasserfall, der auch von Hollywood gern als Kulisse benutzt wird. Er ist unter anderem in den Filmen „Excalibur“ und „Der Graf von Monte Christo“ zu sehen.

Ein weiterer Fotospot im Herzen der Wicklow Mountains ist der 48 Hektar große Lough Tay (auch auch Guinness Lake genannt).
Die Familie Guinness ließ den weißen Sand des Sees importieren, um ihm ein unverwechselbares Aussehen zu verleihen.


4. Inishmore

Die größte der 3 Aran-Inseln, im Westen Irlands, in der Galway-Bay gelegen, ist ein ideales Ausflugsziel mit vielen Sehenswürdigkeiten und malerischen Motiven. Idealerweise bleibt man über Nacht in einem der netten und gastfreundlichen B&B’s, die es auf der Insel gibt, so hat man genügend Zeit, diese zu erkunden. Auch wenn die Insel nur 14 km lang und 3 km breit ist, hat man Mühe alles Sehenswerte zu besuchen. Dort gibt es, neben der wohl berühmtesten Touristenattraktion, dem prähistorischen Steinfort „Dun Aengus“ (zu dem es hier auch einen eigenen Blog gibt), noch vieles mehr zu entdecken.

Zur richtigen Zeit und sofern das Wetter mitspielt, kann man hier wunderschöne Sonnenaufgänge fotografieren. Wie z. B. hier im Mai 2018, morgens um 4:30 Uhr am Fischerhafen von Kilronan.


3. Glendalough

In Glendalough, einem Tal in den Wicklow Mountains, liegt die wohl bekannteste Klostersiedlung Irlands. Deren markanter, 33 Meter hohe Rundturm wurde ca. 1066 während der Wikingerinvasion gebaut.

Die über die gesamte Anlage verstreuten, Hochkreuze und alten, teilweise im Boden eingesunkenen Grabsteine, die man entlang es Weges durch die Anlage findet, sind interessante und beliebte Motive und ergeben vor den, mit Bäumen bewachsenen Hügeln, an manchen Stellen ein schönes und seltenes Motiv.

Im 12. Jahrhundert sollen in Glendalough bereits mehr als 3000 Menschen gelebt haben.


2. Garnish Island

Garnish Island (oder auch Garinish Island) ist eine Insel in der Bantry Bay, im County Cork, welche mit einer Fähre von Glengarriff aus erreicht werden kann. Auf dem Weg dorthin kommt man vorbei an Seal Island, einem Felsen mit einer Robbenkolonie, die aus bis zu 250 Tieren besteht.

Auf der Insel gibt es verschiedene Bereiche wie z.B. die „Italienischen Gärten“ oder das „Happy Valley“.

Man kann dort die verschiedensten Motive finden. Von allerlei Pflanzen, die entlang der Wege mit entsprechenden Informationen beschildert sind, über diverse Bauwerke wie z. B. einen Martello Tower aus dem Jahre 1805 oder einem wunderschön gelegenen griechischen Tempel u. v. m.

Da es auf der Insel auch ein Cafe gibt, kann man sich dort einige Stunden aufhalten und Möglichkeiten für Fotos gibt es genug.


1. Connemara

Die absolute Nummer 1 unter den Fotolocations in Irland ist, meines Erachtens, Connemara. Das Gebiet im Westen Irlands, das Oscar Wild schon als „Wilde Schönheit“ bezeichnete, lässt wohl das Herz eines jeden Landschaftsfotografen höher schlagen.

Connemara

Die verschiedensten Landschaftsarten wie, z. B. Seen, Berge, Halbinseln, Heide- und Moorlandschaften sind hier zu finden. Die inoffizielle Hauptstadt von Connemara ist Clifden mit seinen ca. 1600 Einwohnern. Das Besucherzentrum des 1980 gegründeten, ca. 30 km² großen, Nationalparks im County Galway befindet sich in Letterfrack.
Die größte Insel in Connemara ist, mit ihren im Jahr 2011 gezählten 180 Einwohnern, Inishbofin, welche ca. 9km vor der Küste liegt.

Inishbofin

In Connemara befindet sich auch das Zwölf-Bens-Gebirge. Der Gebirgszug mit seinen mehreren, bis zu 700m hohen Bergen, liegt nördlich des Derryclare Lough, einem Süßwassersee am Eingang des Inagh-Tals.

Derryclare Lough mit den 12 Bens im Hintergrund

Auch die älteste irische Benediktinerinnenabtei – Kylemore Abbey – findet man in Connemara.

Kylemore Abbey

Um die Eindrücke von Connemara zu beschreiben, bräuchte es wahrscheinlich mehrere Seiten mit unzähligen Bildern. Ich hoffe, ich konnte Euch hier einen kleinen Eindruck dieser wunderschönen Landschaft vermitteln.

Meine Top 10 Fotoloactions in Irland gibt es auch als eBook: https://irlandfoto.com/buecher/

Werbung