Clifden Castle

2015 war ich das erste Mal in Clifden und auch bei dieser schönen Ruine. Da ich damals lediglich Schnappschüsse mit dem Handy gemacht hatte, wollte ich unbedingt bei Gelegenheit noch einmal dort hin. Gestern war die Gelegenheit günstig, denn ich hatte Urlaub und das bedeckte, windige Wetter animierte mich nicht sonderlich dazu, ans Meer zu fahren. Also musste ein Ziel her, das nicht direkt am Meer liegt. Da fiel mir wieder Clifden Castle ein. Das sollte ideal dafür sein. So machte ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg.

Clifden im County Galway ist die inoffizielle Hauptstadt von Connemara und hat ca. 1600 Einwohner. Dort steht ungefähr 3 Kilometer westlich das Clifden Castle. Clifden Castle war eigentlich ein Schloss oder Herrenhaus, keine Burg. Dieses wurde ca. 1818 von John D’Arcy erbaut, der es als Hauptwohnsitz nutzte, bis er 1839 im Alter von 54 Jahren verstarb und sein Sohn das Anwesen erbte.

Im Jahr 1850 kauften die Brüder Thomas und Charles Eyre aus dem englischen Bath (County Somerset) das Schloss, nachdem das Anwesen von D’Arcy in Konkurs ging. Daher findet man auch über dem Eingang heute noch das Wappen der Familie Eyre.

Unterwegs wurde das Wetter deutlich besser und als ich nach 2 Stunden Clifden erreichte, war der Himmel blau und fast wolkenlos. Es war ein schöner Anblick, im Stadtzentrum von Clifden die Menschen wieder in den Außenbereichen der Cafes und Restaurants in der Sonne sitzen zu sehen, nachdem die letzten Monate von Masken, Abstand und Isolation geprägt waren. Zum Glück lag mein Ziel außerhalb der Stadt, denn es war kaum ein leerer Parkplatz zu sehen.

Am Ziel angekommen parkte ich mein Auto am Eingang des Anwesens und machte mich auf den Fußmarsch zum Schloss. Dieses erreicht man nach ca. 10-15 Minuten über einen Schotterweg.

Das Schloss ist von der Rückseite aus zugänglich. Den Spuren im hinteren Teil des Grundstückes nach zu urteilen, wird es wohl auch als Kuhstall genutzt. Daher hatte ich die Gelegenheit, Bilder von den Innenräumen zu machen, bzw. was davon übrig ist.

Nach ca. 45 Minuten machte ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Vom Parkplatz aus fuhr ich dann auf der Sykroad ca. 800 Meter weiter in Richtung Westen. Dort kommt man an eine Grundstücksmauer mit einer kleinen Parkbucht. Da das Schloss in einem Tal liegt, hat man von dort oben einen guten Blick auf das Schloss und den Schotterweg.

Diese Ruine ist auch Teil meines neuesten Buches „Irische Ruinen“. Ab sofort bei Amazon erhältlich:

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Mehr Bilder und Videos hier:

Kurzurlaub auf Inishbofin

Inishbofin, Co. Donegal

Im September 2019 entschieden wir uns, d. h. meine Frau und meine Eltern, die ihren jährlichen Irlandurlaub bei uns verbrachten, die Insel Inishbofin zu erkunden.


Da uns meine Eltern seit einigen Jahren immer im Mai und, wenn möglich, nochmals im Herbst hier in Irland besuchen und wir dann jedesmal eine andere Ecke Irlands für 1-3 Tage bereisen, wurde es mit der Zeit immer schwerer, ein geeignetes Ziel zu finden. In den vergangenen Jahren hatten wir so bereits ziemlich den gesamten „Wild Atlantic Way“ von Cork bis Nordirland abgegrast. In einem Jahr waren es allein 3 Tage durch Connemara, in einem anderen Jahr war der Ring of Kerry an der Reihe, 2018 ging es durch den Osten Irlands, über Wickow Mountains und Waterford wieder zurück usw.


So saß ich im September 2019 wieder vor dem PC und studierte alle möglichen Reiseziele und Routen für unsere Tour. Irgendwie blieb ich im County Galway hängen und suchte die Küste auf der Landkarte im Internet ab. Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit einem Arbeitskollegen vor einigen Monaten, bei dem dieser von Inishbofin schwärmte. Ich suchte genauer nach dieser Insel und die Bilder die ich fand, sahen vielversprechend aus. So verkündete ich fröhlich meinen Vorschlag, der allen gefiel und wir planten die Tour.


Inishbofin ist die größte Insel Connemaras und liegt ca. 9 km südwestlich des Fischerdorfes Cleggan an der Spitze der Cleggan Bay. Von dort aus geht 3 mal täglich eine Fähre nach Inishbofin. Die Überfahrt dauert ca. 30 Minuten.


Da wir uns für die letzte Fähre am Abend entschieden hatten, fuhren wir schon mittags los um genügend Zeit für diverse Pausen zu haben, denn der Wetterbericht versprach einige schöne und warme Tage. Da ich nicht zum ersten mal durch Connemara fuhr, war mir auch auch klar, die meisten Pausen würde ich zum Fotografieren brauchen, den dort findet man alle paar Kilometer ein schönes Motiv.


Die Route führte von Ennis über Galway und dann entlang der N59 in Richtung Nordwesten, unter anderem vorbei am Derryclare Lough, dem, speziell bei Lachs- und Forellenfischern beliebte, Süßwassersee mit seiner malerischen Insel „Pine Island“ und dem 12-Bens-Gebirge im Hintergrund. Dort wollte ich unbedingt ein paar Fotos machen, denn bei meinem letzten Besuch in der Gegend war das Wetter nicht berauschend und die zweite Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Aufgrund des traumhaften Wetters entschieden wir uns unterwegs, anstelle nach Cleggan abzubiegen auch noch einen Abstecher zur Kylemore Abbey zu machen, denn wir hatten genügend Zeit eingeplant und das Kloster war nur ca. 20 Minuten entfernt. Nach einem kleinen Imbiss beim Besucherzentrum ging es wieder zurück nach Cleggan, wo wir unser Auto am Hafen geparkt hatten und auf die Fähre warteten, denn die ca. 15 km² große Insel Inishbofin kann nur zu Fuß besucht werden.


Während der Überfahrt mit der Fähre ging die Sonne langsam unter und ich hatte die Gelegenheit, einen Sonnenuntergang auf See zu fotografieren. Diese Gelegenheit bekommt man auch nicht jeden Tag.

Je länger die Fahrt dauerte, desto nervöser wurde ich, denn ich hatte gehofft, das Festland noch zu erreichen, bevor die Sonne endgültig untergeht.


Am Hafen angekommen, hatte ich schnell die Kamera aus der Tasche geholt und auf einer kleinen Mauer ausgerichtet, denn zum Aufbauen des Statives war keine Zeit mehr. Gerade noch rechtzeitig hatte ich den Auslöser gedrückt und konnte noch schnell ein paar Bilder von dem gelb/orangen Streifen am Horizont schießen, bevor alles in ein dunkles Blau getaucht wurde.

Der Abend war gerettet und ich konnte mich gemütlich daran machen, unser restliches Gepäck ins nahe gelegene Hotel zu bringen und das Restaurant fürs Abendessen aufzusuchen.

Am nächsten Morgen wurde ich mit einem wunderbaren Ausblick von der Terrasse unseres Zimmers aus belohnt. Vor mir lag eine kleine Bucht, in der die Boote ruhig im Wasser lagen und auf die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages warteten.


Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg und wanderten eine steile Straße beim Hafen entlang, hinauf zu einer Anhöhe von der man eine wunderbare Aussicht auf den südlich Teil der Insel mit seinem 1909 erbauten Leuchtturm hatte.

Auf unserer weiteren Wanderung trafen wir auf einen freundlichen Iren, mit dem wir ins Gespräch kamen und der hier ein Ferienhaus besaß. Da man sich auf Anhieb gut verstand, bot er uns an, uns für ein paar Euros in seinem Jeep mitzunehmen uns uns die Insel zu zeigen. Das kam vor allem mir sehr gelegen denn, obwohl die Insel „nur“ 5,5 km lang und ca. 3 km breit ist, wäre eine Erkundung zu Fuß in den paar Stunden, die uns bis zum Ablegen der Fähre am späten Nachmittag blieben, unmöglich gewesen. So hatte ich doch die Möglichkeit, einen Großteil von Inishbofin zu sehen und vor allem Bilder davon zu machen.

Auf der östlichen Seite besuchten wir Dumhach Beach, einem kleinen Sandstrand, der 2019 den „Green Coast Avard“ für saubere Umwelt und ausgezeichnete Wasserqualität verliehen bekam. Auf dem Weg dorthin passierten wir den St. Colman’s Friedhof mit seiner Kirchenruine, der idyllisch etwas weiter unten gelegen neben der Straße lag und von dem man einen wunderbaren Blick auf den Strand und die Berge von Connemara im Hintergrund sah.


Nach einen kurzen Aufenthalt am Strand brachte uns unser „Reiseleiter“ auf die nordwestliche Seite der Insel, wo eigentlich eine Seehundkolonie lebt. Leider waren die Tiere an diesem Tag nicht zu sehen, aber allein die, von kleinen Felsen übersäte, raue Gegend dort war auch so genial anzusehen.

Bevor wir dann zu unserem Hotel zurückgebracht wurden, waren wir noch auf eine gute Tasse irischen Tees auf der Terrasse unseres neuen Bekannten eingeladen. Mit vielen neuen Eindrücken ging es dann am späten Nachmittag wieder zurück aufs Festland und in Richtung Heimat. Wir hatten uns jedenfalls die richtige Zeit für diese Unternehmung ausgesucht, denn um diese Zeit, Ende September, sind fast keine Touristen mehr auf der Insel mit ihren ca. 160 Einwohnern und die Hotels schließen bald für die Winterpause. Ich denke, das war nicht der letzte Besuch auf dieser wunderschönen Insel.

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Meine Top 10 Fotolocations in Irland

Wer zum ersten Mal eine Reise nach Irland plant, ist wahrscheinlich überwältigt von den vielen Möglichkeiten und Locations auf dieser schönen Insel, auf der man ja fast an jeder Ecke ein geeignetes Motiv für ein nettes Reisefoto findet. In den letzten Jahren hatte ich neben kurzen Tagesausflügen zu diversen Spots, die Gelegenheit, den Wild Atlantic Way von Cork bis Nordirland abzufahren und habe hier mal meine persönlichen Favoriten aus diesen Jahren zusammengestellt.

Inhalt

10. Rock of Dunamase

Der Rock of Dunamase (irisch: Dún Masc) liegt nahe der (N 80) östlich der Stadt „Port Laois“ auf einem ca. 150 m hohen Hügel im County Laois. Die Grafschaft Laois verdankt seinen Namen dem König von Leinster Laois Ceann Mór. Von diesem Hügel kann man bis in die Slieve Bloom Mountains blicken.


9. Clonmacnoise

Diese wunderschöne Klosterruine, deren Geschichte bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, liegt im County Offaly, am Fluss Shannon und ist heute eine der meistbesuchten touristischen Attraktionen Irlands. Seit 1877 ist Clonmacnoise ein National-Monument.


8. Mizen Head

Die Mizen-Halbinsel im County Cork ist die südlichste der vier südwestlichen Halbinseln Irlands und die Südwestspitze Irlands. Sie bietet mit ihren hohen, rauen Klippen sehr schöne Motive, die auch bei schlechterem Wetter ihren eigenen Reiz haben. Über eine Brücke gelangt man zum Leuchtturm und zum Mizen Head Visitor Centre das fast an der Spitze der Halbinsel liegt.


7. Fanad Head

Fanad ist eine Halbinsel im Norden der Republik Irland im County Donegal. Diese befindet sich zwischen Lough Swilly und Mulroy Bay. An deren Spitze liegt der Fanad Head mit seinem malerisch gelegenem Leuchtturm, der 1814 gebaut wurde, nachdem 1812 die Fregatte „Saldana“ am Fanad Point (dem heutigen Fanad Head) zerschellt war.
Allein die Fahrt entlang der östlichen Küste, über die R268 ist traumhaft und lädt einen alle paar Kilometer dazu ein, für ein Foto anzuhalten. Daher meine Empfehlung für jeden, der diese Route plant: Genug Zeit für kurze Pausen einplanen!


6. Cliffs of Moher

Wer kennt sie nicht, die berühmten Cliffs of Moher? Zwischen den Orten Liscannor und Doolin im County Clare gelegen, erreichen diese Steilklippen am O’Brien’s Tower eine Höhe von bis zu 214 m.

Die ideale Zeit für Fotos von Sonnenuntergängen ist Januar/Februar.
Im Juni 2013 wurde der ca. 20 km lange „Cliffs Coastal Walk“ eröffnet. Dieser Trampelpfad führt nur einige Meter vom Rand der Klippen entfernt und teilweise unbefestigt, von Doolin nach Liscannor und bietet an einigen Stellen atemberaubende Aussichten.

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5. Wicklow Mountains

Die Wicklow Mountains (irisch: Sléibhte Chill Mhantáin), der Gebirgszug im Osten Irlands, der sich vom Süden Dublins bis in den County Wexford erstreckt, muss hier aufgrund seiner Vielfalt von Möglichkeiten und Motiven ebenfalls genannt werden.
Hier befindet sich z. B. der berühmteste und, mit 121 Metern, größte Wasserfall Irlands. Der Powerscourt Wasserfall, der auch von Hollywood gern als Kulisse benutzt wird. Er ist unter anderem in den Filmen „Excalibur“ und „Der Graf von Monte Christo“ zu sehen.

Ein weiterer Fotospot im Herzen der Wicklow Mountains ist der 48 Hektar große Lough Tay (auch auch Guinness Lake genannt).
Die Familie Guinness ließ den weißen Sand des Sees importieren, um ihm ein unverwechselbares Aussehen zu verleihen.


4. Inishmore

Die größte der 3 Aran-Inseln, im Westen Irlands, in der Galway-Bay gelegen, ist ein ideales Ausflugsziel mit vielen Sehenswürdigkeiten und malerischen Motiven. Idealerweise bleibt man über Nacht in einem der netten und gastfreundlichen B&B’s, die es auf der Insel gibt, so hat man genügend Zeit, diese zu erkunden. Auch wenn die Insel nur 14 km lang und 3 km breit ist, hat man Mühe alles Sehenswerte zu besuchen. Dort gibt es, neben der wohl berühmtesten Touristenattraktion, dem prähistorischen Steinfort „Dun Aengus“ (zu dem es hier auch einen eigenen Blog gibt), noch vieles mehr zu entdecken.

Zur richtigen Zeit und sofern das Wetter mitspielt, kann man hier wunderschöne Sonnenaufgänge fotografieren. Wie z. B. hier im Mai 2018, morgens um 4:30 Uhr am Fischerhafen von Kilronan.


3. Glendalough

In Glendalough, einem Tal in den Wicklow Mountains, liegt die wohl bekannteste Klostersiedlung Irlands. Deren markanter, 33 Meter hohe Rundturm wurde ca. 1066 während der Wikingerinvasion gebaut.

Die über die gesamte Anlage verstreuten, Hochkreuze und alten, teilweise im Boden eingesunkenen Grabsteine, die man entlang es Weges durch die Anlage findet, sind interessante und beliebte Motive und ergeben vor den, mit Bäumen bewachsenen Hügeln, an manchen Stellen ein schönes und seltenes Motiv.

Im 12. Jahrhundert sollen in Glendalough bereits mehr als 3000 Menschen gelebt haben.


2. Garnish Island

Garnish Island (oder auch Garinish Island) ist eine Insel in der Bantry Bay, im County Cork, welche mit einer Fähre von Glengarriff aus erreicht werden kann. Auf dem Weg dorthin kommt man vorbei an Seal Island, einem Felsen mit einer Robbenkolonie, die aus bis zu 250 Tieren besteht.

Auf der Insel gibt es verschiedene Bereiche wie z.B. die „Italienischen Gärten“ oder das „Happy Valley“.

Man kann dort die verschiedensten Motive finden. Von allerlei Pflanzen, die entlang der Wege mit entsprechenden Informationen beschildert sind, über diverse Bauwerke wie z. B. einen Martello Tower aus dem Jahre 1805 oder einem wunderschön gelegenen griechischen Tempel u. v. m.

Da es auf der Insel auch ein Cafe gibt, kann man sich dort einige Stunden aufhalten und Möglichkeiten für Fotos gibt es genug.


1. Connemara

Die absolute Nummer 1 unter den Fotolocations in Irland ist, meines Erachtens, Connemara. Das Gebiet im Westen Irlands, das Oscar Wild schon als „Wilde Schönheit“ bezeichnete, lässt wohl das Herz eines jeden Landschaftsfotografen höher schlagen.

Connemara

Die verschiedensten Landschaftsarten wie, z. B. Seen, Berge, Halbinseln, Heide- und Moorlandschaften sind hier zu finden. Die inoffizielle Hauptstadt von Connemara ist Clifden mit seinen ca. 1600 Einwohnern. Das Besucherzentrum des 1980 gegründeten, ca. 30 km² großen, Nationalparks im County Galway befindet sich in Letterfrack.
Die größte Insel in Connemara ist, mit ihren im Jahr 2011 gezählten 180 Einwohnern, Inishbofin, welche ca. 9km vor der Küste liegt.

Inishbofin

In Connemara befindet sich auch das Zwölf-Bens-Gebirge. Der Gebirgszug mit seinen mehreren, bis zu 700m hohen Bergen, liegt nördlich des Derryclare Lough, einem Süßwassersee am Eingang des Inagh-Tals.

Derryclare Lough mit den 12 Bens im Hintergrund

Auch die älteste irische Benediktinerinnenabtei – Kylemore Abbey – findet man in Connemara.

Kylemore Abbey

Um die Eindrücke von Connemara zu beschreiben, bräuchte es wahrscheinlich mehrere Seiten mit unzähligen Bildern. Ich hoffe, ich konnte Euch hier einen kleinen Eindruck dieser wunderschönen Landschaft vermitteln.

Meine Top 10 Fotoloactions in Irland gibt es auch als eBook: https://irlandfoto.com/buecher/

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