Wikinger in Craggunowen 2022

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Der Kampfplatz
  3. Die Schlacht
  4. Das Ringfort
  5. Das Crannog
  6. Das Brendan Boat

Einleitung

Am 04. und 05. Juni fand nach langer Pause wieder Die Wikinger-Invasion von Craggunowen statt. Ein Schauspiel, auf dem Gelände des Craggunowen Castles, mit diversen Lagern, welche die Lebensweise der Wikinger darstellen. Mehr Infos zur Burg findet Ihr im Beitrag Die Wikinger kommen aus dem Jahr 2018.

Da Craggunowen, nur knapp 20 Kilometer von Ennis entfernt liegt, fuhr ich gegen 10:30 Uhr los und der Parkplatz vor dem Besucherzentrum war gerade mal halb voll. So ergatterte ich noch einen schattigen Platz unter einem Baum. Nach einem teilweise bewölkten Morgen schien die Sonne am späten Vormittag durch einen fast wolkenlosen Himmel und ließ die Temperaturen mittlerweile in sommerliche Höhen ansteigen. Ich konnte also getrost in T-Shirt und Shorts ins Auto steigen. Der Zeitpunkt meiner Anreise war perfekt, denn schon am späten Nachmittag zogen wieder leichte Wolken auf und es fing mal kurz an, zu nieseln. Auch für die Nacht vom 04. auf 05. Juni waren schon wieder Regenschauer angesagt.


Der Kampfplatz

Auf dem Platz vor der Burg wurden einige Waffen und Rüstungen ausgestellt und den interessierten Besuchern erklärt.

Um ca. 12 Uhr machten sich die Kämpfer allmählich bereit für die Vorführung.

Anders als vor 4 Jahren wurde diesmal keine Schlacht im Ringfort nachgespielt, sondern auf dem Gelände vor der Burg wurden diverse Arten des Kampfes vorgeführt und erklärt.


Die Schlacht

Nach der Erklärung diverser Kampfstile gab es noch ein paar Vorführungen und vor allem die Kinder waren begeistert und belohnten das Schauspiel mit viel Beifall.

Bei diesen Temperaturen in den altertümlichen Gewändern und Rüstungen zu Kämpfen macht durstig.


Das Ringfort

Im Ringfort waren lediglich ein paar wenige Lager errichtet. Ich hatte auch das Gefühl, dass in diesem Jahr weniger Besucher gekommen waren als 2018.


Das Crannog

Auf dem Gelände in Craggunowen befindet sich auch nachgebautes Crannog. Eine künstliche Insel, die aus Baumstämmen, Sand und Steinen errichtet wurde. Auch dort zeigten Handwerker ihre Kunst, wie z. B. das Knüpfen von Fischernetzen oder das Anfertigen von Holzgeschirr.

Crannogs wurden in Irland während der Eisenzeit und der frühchristlichen Zeit gefunden.


Das Brendan Boat

Eine weitere Attraktion auf dem Gelände um das Craggunowen Castle ist das „Brendan Boat“. Mit diesem nachgebauten Currach (einem irischen Boot mit Holzrahmen, über das Tierhäute gespannt wurden), stellte Tim Severin (* 25. September 1940 in Assam, Indien; † 18. Dezember 2020 in Timoleague) in den Jahren 1976-1977 die Reise von St. Brendan nach, der zwischen 565 und 573 von Irland in die Vereinigten Staaten gesegelt sein soll.

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Inisheer

Mitte September hatten wir Besuch aus Deutschland. Daher hatten wir als eines der Ausflugsziele Inis Oirr (engl.: Inisheer), die erste und kleinste der drei Aran-Inseln, vor der Westküste Irlands im County Galway, geplant. Als wir am 20.09. am frühen Vormittag zu Hause in Ennis in Richtung Doolin losfuhren, fing es gerade wieder leicht an zu regnen und graue Wolken hingen am Himmel. Verärgert über das Wetter überlegte ich schon, die Kamera diesmal zu Hause zu lassen. Was soll man an so einem grauen düsteren Tag schon fotografieren können. Aber egal dachte ich, der Fotorucksack nimmt ohnehin nicht zu viel Platz weg. Also packte ich ihn trotzdem in den Kofferraum.

Wir erreichten Doolin ca. 10:40 Uhr, die Abfahrt des Bootes nach Inisheer war für 11 Uhr geplant. Mittlerweile hatte es auch aufgehört zu nieseln und die Wolken zeigten erste kleine Löcher, durch die man den blauen Himmel erkennen konnte. Das ermutigte mich doch, den Fotorucksack auf die Insel mitzunehmen.

Als das Boot gegen ca. 11:30 Uhr am Hafen von Inisheer anlegte, waren die Wolken verschwunden und wir betraten das Festland unter fast wolkenfreiem blauen Himmel. Spätestens jetzt hätte ich mir in den Allerwertesten gebissen, wenn ich meinen Rucksack im Auto gelassen hätte.

Der Hafen von Insheer, Aran Islands

Am Hafen warteten schon die Pferdekutschen auf die Touristen und wir buchten eine davon, um uns ein wenig von der Insel anzusehen. Als ich ca. 2015 oder 2016 das letzte Mal auf der Insel war, hatte ich nur ein paar Bilder mit dem Mobiltelefon gemacht, so war ich froh, nun erneut Gelegenheit für einige bessere Bilder zu haben. Die Fahrt ging etwa 3 km entlang der Küste über holperige Straßen zwischen den typisch irischen Steinmauern hindurch in Richtung Osten.

Allerdings war es trotz elektronischer Bildstabilisierung nicht immer leicht, Fotos aus der fahrenden Kutsche zu machen, daher wanderten einige davon später in den Papierkorb auf meinem PC.

Unser erster Halt war das bekannte Wrack der Plassey. Das Schiff war, mit Whiskey und anderen Gütern beladen, im März 1960 aufgrund eines heftigen Sturmes auf den Felsen der Insel aufgelaufen. Die Crewmitglieder wurden jedoch alle durch den tapferen Einsatz der Inselbewohner gerettet. Einige Wochen später wurde das Wrack dann durch einen Hurrikan weiter an Land gehoben, wo es seitdem liegt. Irlandfans ist das Wrack sicher auch durch die TV-Komödie „Father Ted“ bekannt.

Etwas weiter südlich hatte die Kutsche zum zweiten Mal eine kurze Pause eingelegt, damit ich ein paar Bilder vom Leuchtturm der Insel machen konnte, der ca. 2 Kilometer südwestlich des Wracks liegt. Leider kamen wir auf unserer kleinen Tour nicht näher an diesen heran. Um Bilder aus der Nähe zu machen, müsste man sich ein Fahrrad auf der Insel mieten.

Nach der Kutschfahrt, gönnten wir uns im Außenbereich eines Pubs in der Nähe des Hafens noch ein erfrischendes Getränk und warteten auf das nächste Boot in Richtung Festland.

Für die Rückfahrt hatten wir die Tour gebucht, die auch einen Abstecher an die Cliffs of Moher macht. Da die Wolken in Doolin mittlerweile auch verschwunden waren, hatte ich Gelegenheit, die Küste auch von der Meerseite aus bei sonnigem Wetter zu fotografieren. Auch die Felsen vor Doolin sind, vor allem vom Boot aus, ein schönes Motiv.

Ich war froh, dass ich den Fotorucksack doch mitgenommen hatte.

Auf Delfin-Safari

Im Juli 2018 hatte ich erneut die Gelegenheit, Delfine aus der Nähe zu betrachten. Da ich eine Woche Urlaub hatte und wir mit unserem Besuch aus Deutschland etwas Besonderes unternehmen wollten, entschieden wir uns für eine Delfin-Tour. Wir hatten vor einigen Jahren bereits eine Delfin-Tour in Kilrush, Co. Clare, unternommen, aber leider kaum Delfine gesehen. Wenn sie sich gezeigt hatten, dann sehr weit weg.

Wenn man im Internet unter „Whale watching“ sucht, findet man diverse Unternehmen, die entsprechende Touren anbieten. Unsere Wahl fiel auf „Whale Watch West Cork“ in Baltimore im County Cork. Baltimore liegt südwestlich von Skibbereen und ist einer der südlichsten Orte Irlands. Aufgrund der Lage hoffte ich, diesmal mehr Glück zu haben.

Die Tour startete gegen 14 Uhr, daher machten wir uns nach einem ordentlichen Frühstück am frühen Vormittag rechtzeitig auf den Weg. Immerhin sind es von Ennis nach Baltimore etwas mehr als 200 km oder ca. 3,5 Stunden reine Fahrtzeit ohne Zigarettenpausen unseres Besuches, denn im Auto wurde nicht geraucht. Zum Glück hatten meine Frau und ich dieses Problem nicht mehr, denn im Dezember 2014 hatte ich den Glimmstängeln endgültig abgeschworen und mir fehlen sie bis heute nicht. Meine bessere Hälfte raucht seitdem „elektrisch“. Das Rauchen aufzuhören war nicht nur aus gesundheitlichen Gründen von Vorteil. Bei einem Zigarettenpreis von ca. 14 € pro Packung (Stand 2021) kann man sich ausrechnen wie viel Geld wir mittlerweile eingespart haben…

Als wir also gegen 13 Uhr in Baltimore am Hafen ankamen, bestand die Herausforderung nun darin, einen Parkplatz zu finden. Aufgrund des sommerlichen Traumwetters war das Gebiet rund um das Hafengelände voll mit Autos, die an jeder nur möglichen Ecke der ohnehin schmalen Straßen parkten. Der öffentliche Parkplatz am Hafen war auch bis auf den letzten Zentimeter ausgefüllt. Dazu kamen noch unzählige Fußgänger, die sich in den Straßen tummelten, denn die Cafés und Bars, die an der Straße etwas oberhalb des Hafens lagen, hatten aufgrund ihrer genialen Lage alle Außenbereiche mit Meerblick.

Während sich meine Frau mit unserem Besuch schon zu Fuß in Richtung Kai begab, wo bereits das Boot wartete, fuhr ich immer noch mit unserem Auto um das Gelände herum und hoffte, irgendwo eine Parkmöglichkeit zu finden. Langsam wurde die Zeit knapp. Schließlich entschied ich mich dazu, mich vor dem überfüllten Parkplatz zu postieren und abzuwarten bis der erste Wagen wegfährt. Eine gute Entscheidung. 10 Minuten später wurde endlich ein Platz frei und ich machte mich schnell auf den Weg zum Boot. 15 Minuten später war Abfahrt. Hier hatte ich auch noch die tolle Gelegenheit, den „Baltimore Beacon“ diesmal von der Seeseite aus zu fotografieren, nachdem ich ein paar Monate zuvor Bilder von dort oben gemacht hatte.

Delfin-Safari in Baltimore
Abfahrt in Baltimore

Als wir nach ca 1,5 Stunden unser Zielgebiet vor der Küste Irlands erreicht hatten, stoppte unser Kapitän den Motor des Bootes um Ausschau nach Delfinen oder Walen zu halten, die sich üblicherweise hier aufhielten. Leider war nichts zu sehen. So fuhr er langsam weiter in Richtung Meer hinaus. Er erklärte uns, dass es nicht immer mit dem Beobachten der Delfine klappt, denn diese zeigen sich nur, wenn sie auch Lust dazu haben und in Spiellaune sind. Er sprach sich immer wieder über Funk mit dem Kapitän des zweiten Bootes ab, das in derselben Gegend unterwegs war, um zu hören, ob die andere Gruppe schon was gesichtet hatte.

Nach einiger Zeit wurde es unruhig auf dem Boot, denn die ersten Delfine zeigten sich und begannen allmählich, in der Nähe der Boote herumzuschwimmen und kurz aus dem Wasser zu springen, um dann wieder abzutauchen. Auch wenn man diese wunderbaren Tiere nur immer für einige Sekunden zu Gesicht bekam, war es doch ein ergreifender und fast magischer Moment, ihnen so nahe sein.

Delfine in Irland
Delfine im Atlantik

So verbrachten wir eine gute Stunde auf dem Atlantik. Das Spiel der Delfine ging auch weiter, als sich unser Boot wieder langsam in Richtung Festland in Bewegung setzte. Sie hatten Spaß daran, immer kurz neben oder vor dem Boot aufzutauchen und gleich wieder zu verschwinden. Dieses Spiel hielt mich jedoch ziemlich in Bewegung. Immer wenn ich mich auf einer Seite des Bootes aufhielt und die Kamera im Anschlag hatte, meldete einer der Touristen die Tiere auf der anderen Seite. Also hieß es, schnell die Seite zu wechseln, die Kamera vors Auge zu halten und auf die vermeintliche Stelle zu fokussieren, wo sie hoffentlich nochmal auftauchen würden.

Obwohl wir keine Wale zu sehen bekamen, war dieser Tag doch unvergesslich und bescherte mir ein paar besondere Fotos in meiner Sammlung.

Hier laut Whale Watch West Cork die besten Jahreszeiten für Beobachtungen je nach Gattung:

März bis Mai – Rundkopfdelfine
März bis November – Zwergwale
April bis Juli – Riesenhaie
Juli bis August – Atlantischer Sonnenbarsch
August bis Dezember – Gewöhnliche Delfine
September bis Dezember – Finnwale
November bis Januar – Buckelwale

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Die „Ros Tuaiscert“ – Mehr Wrack als Schiff

Der Sonntag versprach angenehm warm und sonnig zu werden. So kam ich auf die Idee, an den Gortmellia-Strand im Co. Mayo zu fahren. Dort liegt das Wrack der „Ros Tuaiscert“, ein Trawler, der 1978 dort gestrandet war.

Der Gezeitentabelle nach, die ich im Internet fand, sollte auch am späten Nachmittag dort noch Ebbe sein. Also packte ich meine Sachen und fuhr gegen 14 Uhr los, in Richtung Co. Mayo.

Da der Gortmellia-Strand nur ca. 15 Autominuten von Belmullet entfernt liegt, wollte ich auch gleich einen Abstecher zum „Deirbhile’s Twist“ machen. Dieser befindet sich auf der südlichen Seite der Mullet Halbinsel (Irisch: An Muirthead). Als ich 2019 dort war, war es relativ bewölkt und bei meiner Nikon D750 hatte sich damals beim ersten Bild vom 2 km entfernten Blacksod-Leuchtturm der Spiegel nicht mehr zurückgeklappt. Zum Glück hatte ich die Fuji XT-2 dabei, sonst wäre ich die 236 km umsonst gefahren.

Trotz der „nur“ 18 Grad, die mir das Thermometer im Auto angezeigt hatte, war es so warm, dass ich teilweise mit halb geöffnetem Fenster durch die karge Landschaft gefahren bin.

Nimmt man die Route von Castlebar aus über die R312, zieht sich diese ca. 35 Kilometer durch Bäume und hohe Büsche, bei denen man nur selten einen Blick auf die Landschaft dahinter hat. Irgendwann verschwinden dann die Bäume, die Büsche werden niedriger und innerhalb weniger Minuten findet man sich in einer fast steppenähnlichen Landschaft wieder.

Die R312

Etwas später kommt man dann auf die N59, die fast parallel zum Oweniny River nach Richtung Bangor Erris verläuft. Auch die weitere Strecke über die R313 / R314 ist von diesem Landschaftsbild geprägt.

Als ich gegen 17 Uhr am Gortmellia-Strand ankam, war ich jedoch enttäuscht. Ich hatte noch die Bilder aus dem Internet von dem Schiffswrack im Kopf, die ich gefunden hatte und welche mich dazu inspirierten, mal wieder in diese Ecke Irlands zu fahren. Allerdings war das, was ich nun vorfand, mehr Wrack als Schiff.

Die „Ros Tuaiscert“ bzw. was davon übrig war, lag friedlich im Sand und wartete auf ihren endgültigen Zerfall, der, im Vergleich zu Bildern aus den Jahren 2017/2018, mehr als deutlich vorangeschritten war. Nur gut, dass dies nicht das einzige Ziel auf meiner Tagestour war.

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Die „Ros Tuaiscert“ – Mehr Wrack als Schiff

Ich machte ein paar Bilder von dem Wrack und begab mich anschließend auf den Weg zu meinem zweiten Ziel an diesem Tag.

Deirbhile’s Twist

Als ich zum ersten Mal ein Bild vom Deirbhile’s Twist im Internet sah, dachte ich zuerst, es wäre einer der vielen Steinkreise in Irland, der auch noch sehr gut erhalten war.

Meine weitere Recherche dazu ergab allerdings: Der Steinkreis ist eine Skulptur des in Offaly geborenen Wissenschaftlers und Künstlers Michael Bulfin. Diese besteht aus spiralförmig angeordneten Granitsteinen und bezieht sich auf die Legende von St. Dervilla, einer heiligen Jungfrau aus dem 6. Jahrhundert, die in der Gegend lebte.

Deirbhile’s Twist, Co. Mayo
Deirbhile’s Twist

Auf dem Weg zum Deirbhile’s Twist kam ich auch am Blacksod Leuchtturm vorbei, der knapp 2 km entfernt an der Blacksod Bay liegt. Hier hatte ich Gelegenheit, diesmal ein paar Bilder vom Leuchtturm bei sonnigem Wetter zu machen.

Blacksod Leuchtturm, Co. Mayo
Blacksod Leuchtturm

Gegen 18:30 Uhr ging auch die Sonne langsam unter, daher entschied ich mich dazu, noch den Sonnenuntergang abzuwarten und fuhr nach einigen weiteren Bildern gegen 19:30 Uhr nach Hause.

Deirbhile’s Twist, Co. Mayo
Deirbhile’s Twist

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Die Suche nach der „Sunbeam“

Eine meiner Suchen nach einem geeigneten Objekt, dass sich zu fotografieren lohnt, brachte mich auf diverse Webseiten mit einem interessanten Schiffswrack im County Kerry. Dort lag die 1860 in Exmouth (England) gebaute „Sunbeam“ am Rossbeigh Strand. Dieser liegt am Ring of Kerry auf der Iveragh-Halbinsel. Nach einem Schiffbruch 1903 an Land gespült, lag das Boot seit über 100 Jahren an diesem Strand und wurde erst 2014 von der Natur freigegeben, nachdem große Teile Irlands von Stürmen und Rekordfluten heimgesucht wurden. Die Bilder, die ich dazu im Internet gefunden hatte, inspirierten mich, eine Reise an diesen Strand zu planen.

Mit meinem Fotorucksack bepackt fuhr ich im März 2017 in Richtung Glenbeigh, nachdem der Wetterbericht einen sonnigen Tag versprach und der Sonnenstand ideal für meinen Plan war. Nachdem sich die Lage und Position des Wracks immer wieder aufgrund der Stürme und des Unwetters änderte, wusste ich zwar nicht was mich erwartet, aber die ca. 2,5 Stunden lange Reise war es wert. Es bestand durchaus die Möglichkeit, dass das, was noch übrig war, gerade jetzt wieder weiter im Meer und von Sand begraben lag.

Am späten Nachmittag angekommen, suchte ich mir erst mal einen Parkplatz an dem bei Touristen und Einheimischen beliebten Strand und begann dann meine Wanderung entlang der ca. 3 km langen Landzunge. Irgendwo in der Mitte sollte das Wrack liegen.

Nach ca 20 min Fußmarsch sah ich in der Ferne etwas, das aus dem Sand ragte. Sollte ich doch Glück gehabt haben? An dem anvisierten Punkt angekommen lag es nun vor mir. Das hölzerne „Gerippe“ der Sunbeam, die zwar zum Teil wieder unter Sand begraben war aber doch weit genug frei lag, um einige Fotos davon mit nach Hause nehmen zu können. Es war ein Mix aus Freude und Enttäuschung, denn ich hatte mir erhofft, doch mehr davon zu Gesicht zu bekommen. Andererseits war ich froh, wenigstens das vorzufinden, denn es hätte auch schlimmer sein können, wenn es z. B. wieder weiter im Meer liegen würde oder beim letzten Sturm endgültig an den Strand gespült und dort zerbrochen wäre.

Ich denke, ich war noch einer der glücklichen, die diesen über 100 Jahre alten Zeitzeugen so zu Gesicht bekamen. 1 1/2 Jahre später, als ich wieder in der Gegend war, machte ich einen kurzen Abstecher an diesen Strand und ich fand nicht mal mehr ein Stück des Skelettes. Ich weiß nicht, ob es nur mal wieder ganz unter den sandigen Massen verschollen war oder mittlerweile endgültig am Strand verteilt als Feuerholz diente. Jedenfalls war ich froh, noch rechtzeitig die Idee in die Tat umgesetzt zu haben.

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Bad Eddie, Co. Donegal

Ich hatte schon einige Bilder im Internet von diesem Schiffswrack in den letzten Jahren gesehen und war begeistert davon. Also kam es natürlich auf meine Liste mit potenziellen Orten, die ich mir so mit der Zeit angelegt hatte. Um den Plan in die Tat umzusetzen war jedoch eine gute Planung notwendig, da das Objekt der Begierde ca. 4 Autostunden (oder 329km) von meinem Wohnort entfernt liegt. Das heißt, am falschen Tag dort anzukommen und zu bemerken, daß das Wrack teilweise im Wasser liegt, weil gerade Flut ist, kostet nicht nur Nerven sondern auch ca. 8 Stunden unnötig verfahrene Zeit und Geld für Diesel und evtl. Verpflegung unterwegs.


Meine Planung begann schon Wochen vorher, als ich die Idee hatte, bei nächster Gelegenheit in Richtung Bunbeg, Co. Donegal aufzubrechen um meine ersehnten Bilder zu machen. Zuerst musste ich mir Gedanken machen in welchem Monat die Sonne da untergeht, wo ich sie haben wollte, nämlich vom Strand aus gesehen hinter dem Boot. Zu meinem Glück war die ideale Zeit etwa Ende März. Wäre es in den Wintermonaten gewesen, hätte mir wahrscheinlich der Regen den Plan vermasselt. Dabei hat mir ein nettes Tool geholfen, das sich The Photographer’s Ephemeris nennt. Diese Webseite hat mich schon oft vor unnötigen Fahrten bewahrt und ist nur zu empfehlen. So, jetzt war klar, ich muss also im März dahin.


Problem Nr. 2: Die Gezeiten und Problem Nr. 3: Der Wochentag. Da ich auch noch einen regulären Beruf habe, dem ich von Montag bis Freitag nachgehe, und daher solche Unternehmungen hauptsächlich fürs Wochenende plane, war die Herausforderung wie folgt: Ich musste ein Wochenende im März finden, bei dem die Ebbe etwa dann ist, wenn die Sonne schon fast untergeht.Diese drei Faktoren lassen sich mittels diverser Webseiten mit Gezeitentabellen usw. relativ gut errechnen, jedoch der letzte wichtige Faktor ist das Wetter.

Selbst wenn das Wochenende, die Gezeiten und der Sonnenstand aufs Genaueste geplant ist und es an diesem Tag in Strömen regnet und alles nur grau ist, war alles für die Katz. Im schlimmsten Fall musste das Unternehmen auf den nächsten März verlegt werden.

Am Tag vor der großen Fahrt hatte ich immer wieder die Wettervorhersagen für den Raum Donegal studiert und der Wettergott war mir hold. Somit war klar: Am nächsten Tag gings zu Bad Eddie.Begleitet von meinem Freund Boris, der mich oft auf meinen Fototouren begleitet hat, fuhren wir gegen 13 Uhr los. Unterwegs fing es an zu regnen, aber aus meiner Erfahrung heraus wusste ich, in der Regel ist es am Meer immer schöner als im Landesinneren und ich hatte Recht.

Meine Planungen mache ich meist so, dass ich noch etwas mehr Zeit als nötig habe, sollte ich unterwegs noch etwas entdecken, das sich zu knipsen lohnt, oder der Weg zum geplanten Punkt sich doch länger erstrecken als geplant, weil z. B. ein Teil des Weges nicht mit dem Pkw befahrbar ist.Die Planung sah so aus: 13 Uhr Abfahrt, ca. 4 Stunden Fahrt, d. h. ca. 17-17:30 ankommen, Stativ und Fotoapparat mit Filter aufbauen und dann schauen von wo sich die besten Bilder ergeben. Sonnenuntergang war für ca. 20 Uhr angezeigt.

Daher mein Tipp an alle, die ein Foto planen: Plant nicht zu knapp, die Zeit bis man den geeigneten Standort gefunden hat und alles an die Kamera geschraubt und eingestellt hat, vergeht schneller als man denkt!

Da mir mein Navi, das ich benutzt hatte, kurz vor Bunbeg einen Streich gespielt und uns ca. 30-45min im Kreis geführt hatte, fanden wir den Strand dann doch rechtzeitig.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert: Um ca. 18:45 Uhr hatte ich mein erstes Bild geschossen und das Wetter war traumhaft. Fast keine Wolke am Himmel und ich hatte endlich meinen „Bad Eddie“ im Kasten…

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