Optimismus ist nicht heilbar


Am 28.05.2021 habe ich meine zweite Corona-Impfung bekommen, was für mich einen weiteren Schritt in Richtung Normalität bedeutet. Das brachte mich dazu, mir Gedanken über die letzten 15 Monate zu machen und was ich eigentlich an positiven Dingen aus dieser Krise mitgenommen. Klar, alle jammern und schimpfen, aber es gab auch positives.

Vielleicht ist das aber auch nur das Ergebnis meiner optimistischen Grundeinstellung.

Ich glaube, ich wurde schon als Optimist geboren. Schon als ich noch zur Schule ging, kam ich z. B. mit solchen Sätzen nach Hause wie „Wir haben heute unsere Mathearbeit zurückbekommen“ gefolgt von einem freudigen „Es gab aber Schüler, die bekamen noch schlechtere Noten„. Meine Mutter konnte diesen positiven Aspekt jedoch weniger nachvollziehen. Aber das war eben ich. Immer irgendwo etwas Positives finden, mag es auch noch so schlecht erscheinen.

Wahrscheinlich blicke ich auch deshalb anders auf die letzten Monate zurück als manch anderer. Mir ist natürlich auch klar, dass es viele Leute wirklich schlimm getroffen hat. Ich versuche, mir vorzustellen, was in einem vorgeht, wenn man sein Unternehmen schließen muss, in das man sein halbes Leben lang seine ganze Kraft, Zeit und Geld investiert hat. Vor allem, wenn diese Schließung nicht erfolgt, weil man schlecht gewirtschaftet hat, sondern wegen so einem verdammten Virus. Wie fühlt sich jemand, der in dieser Zeit einen Verwandten verloren hat oder arbeitslos wurde? Ich bin daher froh, dass ich darauf keine Antwort habe und hier nicht mitreden kann.

Was war bzw. ist für mich positiv?

Zum Beispiel, dass ich aufgrund von Homeoffice deutlich weniger Kraftstoff verfahre und mehr Freizeit habe, weil meine Frau nun zum Einkaufen fährt, während ich arbeite. Das Auto steht ja nun ohnehin zu Hause. Vor Corona bin ich meistens auf dem Weg von der Arbeit nach Hause noch zum Supermarkt gefahren und habe die nötigsten Dinge eingekauft. Mit Fahrtzeit und Einkaufen sind das gute 5-6 Stunden mehr Freizeit pro Woche.


Auch was das Essen angeht, gibt es für mich nur positive Veränderungen. Obwohl die Kantine in unserem Bürokomplex eine gute Qualität hat, ziehe ich das Essen zu Hause vor. Nicht nur, weil meine besser Hälfte gern und sehr gut kocht. Vor allem jetzt im Sommer, wo man sein Mittagessen in kurzer Hose im Garten einnehmen kann, anstelle erst mal minutenlang mit einem Tablett in der Hand in einer Schlange zu stehen. Hier zeigen sich einmal mehr die Vorteile, wenn man von zu Hause aus arbeiten kann. Seit Mai 2020 habe ich auch, aufgrund gesünderer und regelmäßiger Ernährung, ca. 6 kg abgenommen.
Dazu kommt noch, dass Frau und Hund glücklich sind, weil Herrchen ja den ganzen Tag zu Haus ist (sorry, im Falle der Frau heißt das natürlich Ehemann).

So sieht eine Mittagspause im Homeoffice aus

Eine weitere positive Sache, die mir bzw. uns Corona beschert hat, ist die Tatsache, dass ich überhaupt ein Homeoffice habe. Der Raum, in dem sich nun der neue Schreibtisch und die Regale befinden und in dem ich nun auch meine Fotoausrüstung ordentlich gelagert habe, war bis letzten August eher eine Art Abstellraum mit einem Gästebett und kaputten Schränken (Siehe Beitrag: Das neue Homeoffice).

Auch unser Garten würde wahrscheinlich ohne Lockdown nicht so aussehen wie jetzt. Die freie Zeit an den Wochenenden hatten wir dazu genutzt, diesen anschaulicher zu gestalten. Auch wenn das Thema Garten und Pflanzen nicht unbedingt meines ist, die Frau freut’s. Siehe dazu auch: https://irlandfoto.com/2021/04/11/gemuesebeet/.

Ohne Lockdown wäre zum Beispiel auch mein Blog erst gar nicht entstanden. Ich hatte mir schon früher mal überlegt, ob und wie ich wohl so etwas beginnen sollte. Dieser Beitrag ist Nr. 62 und ich habe aus den Geschichten mittlerweile zwei Bücher veröffentlicht. Ich werde wohl nicht reich dabei, aber es macht Spaß und die grauen Zellen haben was zu tun.

Die negativen Dinge, die ich Corona zu verdanken habe, halten sich zum Glück in Grenzen. Keiner aus unserer Familie oder unserem Freundeskreis wurde ernsthaft krank oder hat seinen Job verloren. Auch meine Frau und ich haben diese Zeit bisher ohne Krankheit überstanden. Ich hatte im letzten Winter nicht mal eine Erkältung.

Mein Fazit aus der Coronazeit bisher: Es gab nicht nur schlechtes und wir haben für uns das Beste aus dieser Zeit gemacht.

Eines Tages werden wir alle hoffentlich auf diese Zeit zurückblicken und sagen: Wir haben es überstanden.

Unser Gemüsebeet

Meine Frau hatte sich schon lange ein eigenes Gemüsebeet gewünscht. In diesem Jahr wurde diese Idee dann realisiert oder besser gesagt, ich wurde vor „vollendete Tatsachen“ gestellt. Als Mitte Februar plötzlich der LKW unseres örtlichen Heimwerkermarktes vor unserem Haus parkte und 12 Säcke Kompost sowie 5 lange Holzbalken zu je 2,40 Metern Länge in unserer Einfahrt ablud, war mir klar: Ich komme aus der Sache wohl nicht mehr raus. Und gerade ich, der mit Garten, Beete anlegen usw. definitiv nichts am Hut hat.

Aber das Zeug lag nun mal da und wollte natürlich auch verarbeitet werden. Also schleppte ich erstmal die Balken hinter das Haus auf unsere Terrasse. Bei den Kompostsäcken hatte ich jeweils 3 davon auf unseren Rasenmäher gestapelt und nach hinten gebracht um nicht jeden einzeln durch die Gegend schleppen zu müssen, denn genau in dem Moment als ich mit dieser Arbeit begonnen hatte, fing es leicht zu regnen an. Eine Pause war keine Option, denn ich wollte die Säcke aus der Einfahrt haben.

An einem Samstag Ende Februar war das Wetter entsprechend sonnig und trocken, also machte ich mich an die Arbeit. Erstmal musste ein kleiner Graben für die erste Lage der Balken mittels Spitzhacke und Spaten gezogen werden. Einer der Balken wurde in zwei Teile gesägt, um als Wand für die kurze Seite der Umrandung zu dienen. Zum Glück hatte unser Nachbar eine kleine Kettensäge, somit war das schnell erledigt.

Als die ersten Balken dann so lagen, wie es von meiner Frau geplant war, kam die zweite Lage darauf und wurde mit kleinen Metallplatten, Winkeln und Schrauben entsprechend fixiert. Anschließend wurde der Rest vom Rasen innerhalb des neuen Beetes etwas umgegraben und mit dem Kompost befüllt. Aufgrund der Ausmaße des Beetes war hinterher leider noch sehr viel Platz.

Um das Beet vollständig aufzufüllen, wurden im März weitere 21 Säcke Kompost bestellt. Diese kamen dann auch einige Tage später auf einer Palette. Nun ging das Spielchen wieder los. Diesmal diente mir eine Art „Tonne mit Rädern“, die wir im Sonderangebot im Supermarkt gekauft hatten, als Transportfahrzeug. So konnte ich auch wieder je 3 Säcke auf einmal nach hinten karren, während meine Frau bereits anfing, diese in das Beet zu leeren.

Nun wurden die ersten Pflanzen eingesetzt und andere in einem der beiden Gewächshäuser vorgezogen. Dies überließ ich dann gerne wieder meiner Frau und kümmerte mich lieber um die Dokumentation des Projektes „Gemüsebeet“ mittels Kamera.

Unser aktuell gepflanztes Gemüse:

  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Radieschen
  • Kohlrabi
  • Salat
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Spinat
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Pastinaken (Petersilienwurzeln)
  • Rosenkohl
  • Gurken
  • Zucchini
  • Karotten
  • Paprika

Inzwischen haben wir eine nette Vogelscheuche im Beet stehen und bei unserem letzten Besuch im Gartencenter habe ich auch eine Vogeltränke gefunden. Ich hoffe, dass die Vögel diese im Sommer auch benutzen und mir ein paar nette Fotos bescheren, wenn ich mich mit dem großen Objektiv auf die Lauer lege.

Update nach ca. 2 Wochen: Die ersten Blätter lassen sich schon blicken.

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