Spaziergang zur Clare Abbey

Die Clare Abbey befindet sich am Rand der Stadt Ennis im County Clare am Westufer des Flusses Fergus. Sie wurde 1189 von Donal Mor o’Brien, dem König von Thomond, gegründet und war damals das größte und bedeutendste Augustinerkloster im County Clare. Der ursprüngliche Name lautete: „Abtei von St. Peter und St. Paul in Kilmony“.

Der Glockenturm wurde Mitte des 15. Jahrhunderts angebaut und trennte das Kirchenschiff vom Chor.

Der Vorteil dieser Location ist, sie liegt quasi vor der Haustüre. Von meinem Homeoffice aus habe ich einen guten Blick auf diese Ruine, was mir gelegentlich einen wunderbaren Anblick bei Sonnenaufgang beschert, so wie hier im Oktober 2020.

Da laut Wetterbericht für die nächsten Tage wieder Regen angesagt war, haben meine Frau und ich den schönen Sonntag noch für eine Gassirunde mit dem Hund zur Abbey genutzt. Ich hatte bei dieser Gelegenheit auch gleich das neu erworbene YONGNUO 35mm-Objektiv mitgenommen, um dieses das erste Mal im Außeneinsatz zu testen. Die ersten Bilder zu Hause im Garten waren nicht schlecht. Außerdem wollte ich schon länger einen Beitrag zur Clare Abbey verfassen, daher machten wir uns nach dem Frühstück um 10 Uhr auf den Weg. Die angezeigten 23 °C fühlten sich allerdings bei fast wolkenlosem Himmel und ohne Wind an wie 30 °C. So waren wir froh, nach ca. 1,5 Stunden wieder zu Hause auf der schattigen Terrasse zu sitzen.

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The Candle Stick

19.07.2021, 19:45 Uhr. Das Thermometer im Auto zeigt noch 30°C an. Anstelle mir im Garten ein schattiges Plätzchen zu suchen, düse ich die N68 entlang in Richtung Kilkee. Der Fahrtwind, der durch die beiden offenen Fenster weht, bringt zumindest etwas Abkühlung bei diesen ungewöhnlich hohen Temperaturen hier in Irland.

Aus den Boxen dröhnt der Song „Winter Madness“ der Metalband „Wintersun“ und ich denke, der Titel passt im Moment absolut nicht zum aktuellen Wetter. Plötzlich werde ich grob aus meinen Gedanken gerissen, denn durch das offene Fenster wird eine Biene, dicke Fliege oder ähnliches hereingeweht, prallt dumpf an meinem Kinnbart ab und wird wieder ins Freie katapultiert. Ich sehe jedenfalls nur noch einen schwarzen Punkt nach draußen verschwinden.

Mein heutiges Ziel ist der sogenannte „Candle Stick“. Ein Felsen, der ca. 5 km südwestlich des Badeortes Kilkee (Co. Clare) vor der Küste im Meer steht. Ende Juli soll die Sonne ziemlich genau dahinter untergehen.

Schon am Sonntag hatte ich vor, dort Bilder zu machen, war aber dann abends doch zu faul, bei dem Wetter nochmal ins Auto zu steigen. Nun musste es aber sein, der zweite wolkenlose Tag sollte nicht ungenutzt enden. Ich weiß genau, wenn das Wetter wieder schlechter wird, würde ich es bereuen, diese Gelegenheit nicht genutzt zu haben.

Gegen 21 Uhr erreiche ich mein Ziel und suche mir eine Parkmöglichkeit in der Nähe meines geplanten Standortes, die ich auch einige Meter davon entfernt finde. So kann ich die Fenster im Auto offenlassen, während ich meine Fotos mache.

Ich habe noch etwas Zeit ein paar Bilder von der Umgebung zu machen, bevor ich das Stativ und die Kamera für den Sonnenuntergang platziere. Die Sonne nähert sich nun mehr und mehr dem Horizont und malt so einen wunderschönen Farbverlauf an den Himmel. Jetzt bin ich froh, doch losgefahren zu sein.

Eine knappe Stunde später ist das Naturschauspiel vorbei und ich packe meine Ausrüstung zusammen. Ich hoffe, die Kamera hat die Bilder ordentlich abgespeichert, denn beim letzten Betrachten der Bilder hat mir meine D750 eine Fehlermeldung angezeigt… Aber es ist nun ohnehin zu spät.

Zu Hause angekommen gibt’s erstmal Entwarnung. Die Bilder sind noch auf der Karte.

Update vom 08.01.2022: Den Candlestick sieht man auch ein paar Mal in dem Film „Sprachlos in Irland“, der 2020 in der Gegend hier gedreht wurde.

Siehe auch: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/freitag-im-ersten/sendung/sprachlos-in-irland-100.html

Mit dem Hund ans Meer

Als mir meine Frau vor ein paar Tagen die Wettervorhersage für diesen Samstag, den 17.07.2021, auf ihrem Bildschirm gezeigt hatte, war ich eher skeptisch. Es waren noch einige Tage hin und in der Regel ändert sich das Wetter dann doch noch vorher. Aber diesmal traf der irische Wetterfrosch voll ins Schwarze. Die vorhergesagten 26°C wurden noch übertroffen.

Schon am Abend zuvor war es sehr warm und schwül, daher hatte meine Frau die Idee, am Samstag ans Meer zu fahren und diesmal Bailey, unsere 9 Jahre alte Husky/Rottweiler-Mischlingshündin, mitzunehmen. Sie sollte nicht bei der Hitze allein im Haus eingesperrt bleiben, außerdem war sie noch nie am Meer. Ich hatte ihr die 40minütige Autofahrt immer erspart, auch wenn sie gerne mitfährt.

So packten wir am Samstag gegen 7 Uhr morgens ein paar Sachen ein und machten uns mit Bailey auf den Weg nach Kilkee, Co. Clare. An diesem Strand hat man genug Platz, um mit dem Hund herumzulaufen und Hunde sind von Mai bis September vormittags bis 11 Uhr und dann wieder abends ab 18 Uhr erlaubt.

Gegen 7:40 Uhr morgens erreichten wir den Parkplatz am Strand (das Thermometer im Auto zeigte bereits jetzt 19°C an) und Bailey begann natürlich sofort, die neue Umgebung zu erkunden. Dann ging es das erste Mal mit den Pfoten über warmen Sand. Ich war ziemlich gespannt, was sie wohl direkt am Meer machen würde, denn Wasser war bisher nicht so ihr Ding. Diesem Element ging sie eher aus dem Weg, außer es befindet sich in der Schüssel neben ihrem Fressnapf.

Da meine Frau nur mit Flip-Flops ausgestattet war, ging sie ein paar Schritte ins Meer hinein und zu meinem Erstaunen trabte Bailey furchtlos hinterher. Allerdings war ihr die erste, etwas größere Welle dann doch nicht so geheuer und sie machte einen kurzen Hüpfer in Richtung Strand. Ansonsten machte ihr das neue, ungewohnte Nass nichts aus.

So verbrachten wir eine gute halbe Stunde am Wasser und Bailey traf einige Artgenossen, die mit ihren Besitzern am Strand spazieren gingen und mit ihr spielen wollten.

Anschließend setzten wir uns weiter weg vom Meer in den weichen Sand und verspeisten unsere Wurstsemmeln, die meine Frau noch kurz vor der Fahrt vorbereitet hatte. Bailey blieb jedoch immer an unserer Seite, die neue Umgebung schien ihr doch nicht so geheuer zu sein.

Gegen 10 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg, denn die Sonne brannte weiterhin durch den wolkenlosen Himmel und auch ohne mich viel zu bewegen lief mir der Schweiß von der Stirn. Am Nachmittag gegen 15 Uhr zeigte das Thermometer zu Hause 31°C im Schatten an.


Ich denke, wir werden aber jetzt öfter mit unserer Fellnase ans Meer fahren.

Die Bucht von Kilkee sieht man auch in dem Film „Sprachlos in Irland“, der 2020 in der Gegend hier gedreht wurde.

Siehe auch: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/freitag-im-ersten/sendung/sprachlos-in-irland-100.html

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Rock of Dunamase

Im April 2017 hatte ich den schönen Tag ausgenutzt, um in den County Laois zu fahren. Der Namensgeber des Countys war der König von Leinster, Laois Ceann Mór. Dort steht auf dem Rock of Dunamase, östlich der Stadt Port Laois, die Ruine der Burg von Mac Murrough.

Viele Irlandfans werden das Tor, das den Eingang zur Ruine bildet, aus dem Film „Verlobung auf Umwegen“ (Original Titel: Leap Year) aus dem Jahr 2010 kennen. Hauptdarsteller der romantischen Komödie waren Amy Adams und Matthew Goode.

In einer Szene sieht man die beiden vor dem Torbogen einer Ruine, die im Film „Ballycarbery Castle“ heißt und sich im County Tipperary befindet. Der Torbogen im Film ist vom Rock of Dunamase, die restliche Burg wurde lediglich im Computer erstellt.

Allerdings gibt es in Irland ein Ballycarbery Castle. Dieses steht jedoch in der Nähe von Cahersiveen im County Kerry.

Screenshot aus „Verlobung auf Umwegen“

Von diesem ca. 150 Meter hohen Hügel kann man bis in die Slieve Bloom Mountains blicken.

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Clifden Castle

2015 war ich das erste Mal in Clifden und auch bei dieser schönen Ruine. Da ich damals lediglich Schnappschüsse mit dem Handy gemacht hatte, wollte ich unbedingt bei Gelegenheit noch einmal dort hin. Gestern war die Gelegenheit günstig, denn ich hatte Urlaub und das bedeckte, windige Wetter animierte mich nicht sonderlich dazu, ans Meer zu fahren. Also musste ein Ziel her, das nicht direkt am Meer liegt. Da fiel mir wieder Clifden Castle ein. Das sollte ideal dafür sein. So machte ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg.

Clifden im County Galway ist die inoffizielle Hauptstadt von Connemara und hat ca. 1600 Einwohner. Dort steht ungefähr 3 Kilometer westlich das Clifden Castle. Clifden Castle war eigentlich ein Schloss oder Herrenhaus, keine Burg. Dieses wurde ca. 1818 von John D’Arcy erbaut, der es als Hauptwohnsitz nutzte, bis er 1839 im Alter von 54 Jahren verstarb und sein Sohn das Anwesen erbte.

Im Jahr 1850 kauften die Brüder Thomas und Charles Eyre aus dem englischen Bath (County Somerset) das Schloss, nachdem das Anwesen von D’Arcy in Konkurs ging. Daher findet man auch über dem Eingang heute noch das Wappen der Familie Eyre.

Unterwegs wurde das Wetter deutlich besser und als ich nach 2 Stunden Clifden erreichte, war der Himmel blau und fast wolkenlos. Es war ein schöner Anblick, im Stadtzentrum von Clifden die Menschen wieder in den Außenbereichen der Cafes und Restaurants in der Sonne sitzen zu sehen, nachdem die letzten Monate von Masken, Abstand und Isolation geprägt waren. Zum Glück lag mein Ziel außerhalb der Stadt, denn es war kaum ein leerer Parkplatz zu sehen.

Am Ziel angekommen parkte ich mein Auto am Eingang des Anwesens und machte mich auf den Fußmarsch zum Schloss. Dieses erreicht man nach ca. 10-15 Minuten über einen Schotterweg.

Das Schloss ist von der Rückseite aus zugänglich. Den Spuren im hinteren Teil des Grundstückes nach zu urteilen, wird es wohl auch als Kuhstall genutzt. Daher hatte ich die Gelegenheit, Bilder von den Innenräumen zu machen, bzw. was davon übrig ist.

Nach ca. 45 Minuten machte ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Vom Parkplatz aus fuhr ich dann auf der Sykroad ca. 800 Meter weiter in Richtung Westen. Dort kommt man an eine Grundstücksmauer mit einer kleinen Parkbucht. Da das Schloss in einem Tal liegt, hat man von dort oben einen guten Blick auf das Schloss und den Schotterweg.

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Mehr Bilder und Videos hier:

Valentia Island

Wer jetzt denkt, in der Überschrift befindet sich ein Schreibfehler, liegt falsch. Hier handelt es sich hier nicht um den spanischen Ort Valencia.

In dieser Geschichte geht es um die Insel „Valentia Island“. Diese liegt im schönen County Kerry im Südwesten Irlands. Von März bis Oktober erreicht man die Insel mittels Fähre zwischen Reenard Point und Knightstown im Nordwesten. Eine andere Möglichkeit ist die Route über eine Brücke, die von dem südlich auf dem Festland gelegenen Ort Portmagee auf die Insel führt. Der Ortsname bezieht sich auf den im 18. Jahrhundert in Irland lebenden Schmuggler, Kapitän Theobald Magee. Die meisten Irlandfans kennen den Ort sicher aus einem anderen Grund, denn von dort aus starten die Touristenboote für die Touren zur Insel Skellig Michael.

Hier zwei Bilder aus 2014, die ich gefunden habe. Damals noch mit dem Smartphone aufgenommen.

Ein Highlight (zumindest für mich) ist der Leuchtturm, der dort im nördlichen Teil der Insel steht. Auf unserer Tour 2014, als wir den Ring of Kerry abgefahren hatten, hatte ich keine Gelegenheit, die Insel bis zum Leuchtturm zu erkunden. Im Juni 2018 machte ich mich daher gezielt auf den Weg zum Leuchtturm, um ein paar Bilder bei Sonnenuntergang zu machen. Zumindest hatte ich es ursprünglich so geplant, denn Ende Juni sollte die Sonne in einem guten Winkel für mein Vorhaben stehen.

Was ich jedoch nicht eingeplant hatte, war die Tatsache, dass die Landzunge, auf der dieser Leuchtturm steht, mit der Spitze in etwa in Richtung Norden zeigt. Das bedeutet, wenn ich die Sonne hinter dem Leuchtturm haben wollte, müsste ich mich logischerweise östlich davon aufstellen. Leider ist die Landzunge so schmal, dass “östlich” vom Leuchtturm heißt: auf dem Wasser. Zumindest, wenn ich weit genug vom Leuchtturm entfernt sein möchte, um ihn ins Bild zu bekommen.

Karte von Valentia Island von openstreetmap.org

Als ich am späten Nachmittag dort ankam, wurde mir schnell klar, dass ich das mit dem Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm abhaken konnte. Ich erkundete also die Gegend, um einen geeigneten Alternativ-Standort zu suchen. Diesen fand ich auch etwas weiter südlich, wo das Land wieder breiter wird. Von dort aus bekam ich auch einen Teil der gegenüberliegenden Insel „Beginish Island“ mit auf das Bild. Diese Komposition war ganz interessant und so bin ich wenigstens nicht ganz umsonst die ca. 3 Autostunden nach Valentia Island gefahren. Außerdem hatte ich schon bei der Anreise den einen oder anderen Zwischenstopp eingelegt um ein paar Fotos zu schießen und auch auf dem Heimweg hielt ich noch mal kurz für diverse Aufnahmen an. Gegen 21 Uhr ging es dann wieder in Richtung Heimat.

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