Inisheer

Mitte September hatten wir Besuch aus Deutschland. Daher hatten wir als eines der Ausflugsziele Inis Oirr (engl.: Inisheer), die erste und kleinste der drei Aran-Inseln, vor der Westküste Irlands im County Galway, geplant. Als wir am 20.09. am frühen Vormittag zu Hause in Ennis in Richtung Doolin losfuhren, fing es gerade wieder leicht an zu regnen und graue Wolken hingen am Himmel. Verärgert über das Wetter überlegte ich schon, die Kamera diesmal zu Hause zu lassen. Was soll man an so einem grauen düsteren Tag schon fotografieren können. Aber egal dachte ich, der Fotorucksack nimmt ohnehin nicht zu viel Platz weg. Also packte ich ihn trotzdem in den Kofferraum.

Wir erreichten Doolin ca. 10:40 Uhr, die Abfahrt des Bootes nach Inisheer war für 11 Uhr geplant. Mittlerweile hatte es auch aufgehört zu nieseln und die Wolken zeigten erste kleine Löcher, durch die man den blauen Himmel erkennen konnte. Das ermutigte mich doch, den Fotorucksack auf die Insel mitzunehmen.

Als das Boot gegen ca. 11:30 Uhr am Hafen von Inisheer anlegte, waren die Wolken verschwunden und wir betraten das Festland unter fast wolkenfreiem blauen Himmel. Spätestens jetzt hätte ich mir in den Allerwertesten gebissen, wenn ich meinen Rucksack im Auto gelassen hätte.

Der Hafen von Insheer, Aran Islands

Am Hafen warteten schon die Pferdekutschen auf die Touristen und wir buchten eine davon, um uns ein wenig von der Insel anzusehen. Als ich ca. 2015 oder 2016 das letzte Mal auf der Insel war, hatte ich nur ein paar Bilder mit dem Mobiltelefon gemacht, so war ich froh, nun erneut Gelegenheit für einige bessere Bilder zu haben. Die Fahrt ging etwa 3 km entlang der Küste über holperige Straßen zwischen den typisch irischen Steinmauern hindurch in Richtung Osten.

Allerdings war es trotz elektronischer Bildstabilisierung nicht immer leicht, Fotos aus der fahrenden Kutsche zu machen, daher wanderten einige davon später in den Papierkorb auf meinem PC.

Unser erster Halt war das bekannte Wrack der Plassey. Das Schiff war, mit Whiskey und anderen Gütern beladen, im März 1960 aufgrund eines heftigen Sturmes auf den Felsen der Insel aufgelaufen. Die Crewmitglieder wurden jedoch alle durch den tapferen Einsatz der Inselbewohner gerettet. Einige Wochen später wurde das Wrack dann durch einen Hurrikan weiter an Land gehoben, wo es seitdem liegt. Irlandfans ist das Wrack sicher auch durch die TV-Komödie „Father Ted“ bekannt.

Etwas weiter südlich hatte die Kutsche zum zweiten Mal eine kurze Pause eingelegt, damit ich ein paar Bilder vom Leuchtturm der Insel machen konnte, der ca. 2 Kilometer südwestlich des Wracks liegt. Leider kamen wir auf unserer kleinen Tour nicht näher an diesen heran. Um Bilder aus der Nähe zu machen, müsste man sich ein Fahrrad auf der Insel mieten.

Nach der Kutschfahrt, gönnten wir uns im Außenbereich eines Pubs in der Nähe des Hafens noch ein erfrischendes Getränk und warteten auf das nächste Boot in Richtung Festland.

Für die Rückfahrt hatten wir die Tour gebucht, die auch einen Abstecher an die Cliffs of Moher macht. Da die Wolken in Doolin mittlerweile auch verschwunden waren, hatte ich Gelegenheit, die Küste auch von der Meerseite aus bei sonnigem Wetter zu fotografieren. Auch die Felsen vor Doolin sind, vor allem vom Boot aus, ein schönes Motiv.

Ich war froh, dass ich den Fotorucksack doch mitgenommen hatte.

Tour nach Co. Cork

Station 1: Die Jameson Distillery

In der letzten Woche hatten wir Besuch aus Deutschland. Da wir unbedingt nach Cork fahren wollten, suchten wir uns aufgrund des miserablen Wetterberichtes dafür einen Tag aus, an dem es einigermaßen trocken sein sollte. So buchten wir schon Tage vorher für 23.09. einen Besuch in der Jameson Distillery in Midleton im Co. Cork. Wir hatten unseren Termin um 11 Uhr vormittags und fuhren daher gegen 7 Uhr morgens los, um genügend Zeit für eine kleine Frühstückspause unterwegs zu haben.

Bei der Abfahrt in Ennis hatten wir jedoch erfreulicherweise blauen Himmel und das unerwartet schöne Wetter hielt sich auch den ganzen Tag über. Gegen 10:30 Uhr erreichten wir Midleton, das etwa 25 km östlich von Cork liegt. Beim Einchecken im Besucherzentrum der Brennerei mussten wir nun zum ersten Mal unser Corona-Impfzertifikat vorzeigen, das wir mittlerweile auf unseren Handys installiert hatten und welches so an der Kasse einfach gescannt werden konnte.

Pünktlich um 11 Uhr begann die Führung durch die, im 17. Jahrhundert gegründete „Old Midleton Distillery“. Diese dauerte ca. 1 Stunde und führte durch die alten Gebäude der Brennerei, während einem auf diversen Stationen der Prozess der Whiskey-Herstellung erklärt wurde. Die Führung ist nicht nur für Whiskey-Liebhaber ein interessantes Erlebnis.


Natürlich endete die Führung mit einer kleinen Kostprobe, bei der man neben dem irischen Whiskey auch ein Gläschen schottischen sowie amerikanischen Whiskey probieren konnte, was im direkten Vergleich sehr interessant war. Am Ende der Tour bekamen wir noch einen Drink an der hauseigenen Bar. Dieser war bereits im Ticketpreis von 23 € pro Person inbegriffen.

Im Souvenirladen konnte man neben T-Shirts, Gläsern und anderen Dingen auch eine Flasche Whiskey mit einem persönlichen Etikett erwerben, auf dem man z. B. seinen Namen aufdrucken lassen konnte. Ein besonderes Schmuckstück für zu Hause oder als spezielles Geschenk, wenn auch mit einem Preis von 60 € nicht unbedingt ein Schnäppchen.


Station 2: „The English Market“

Als zweite Station unserer Tagestour hatten wir uns für den „English Market“ entschieden. Der Lebensmittelmarkt, der sich seit ca. 1788 im Zentrum der Stadt Cork befindet und immer wieder umgebaut wurde, ist mittlerweile auch wegen seiner Architektur aus dem 19. Jahrhundert, eine Touristenattraktion. Dort findet man ca. 130 Lebensmittelstände aus allerlei Bereichen.

Selbst wenn man vor dem Besuch im English Market etwas gegessen hat, bekommt man durch die vielen Marktstände mit diversen Leckereien noch Appetit. Dafür gibt es dort auch verschiedene Bars und Restaurants.

Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten, wurden noch diverse Lebensmittel für zu Hause eingekauft. Anschließend machten wir uns mit unseren Einkäufen des Tages gegen 16 Uhr auf den Heimweg.

Hier eine kleine Auswahl der angebotenen Waren:

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Schönheiten im Regen

Vom 17. bis 19. September fand in Irland der Cannonball Roadtrip statt. Da wollte ich natürlich unbedingt hin, sofern es möglich war. Schon 2019 hatte ich Bilder vom „Retro-Cannonball Ireland“ (Siehe „Die Parade der Oldies„) gemacht. Dieser ist leider 2020 wegen Corona ausgefallen und heuer hatte ich leider keine Gelegenheit dazu, Fotos davon zu schießen. Die Routen führten in diesem Jahr von Sligo aus über Nordirland.

Also studierte ich die Routen für das aktuelle Event, die ich im Internet fand und war begeistert. Die Route für Tag 2 verlief von Cork über Tralee im Co. Kerry nach Galway und führte daher über die N67 entlang der Westküste. Laut Plan sollten die Fahrzeuge ca. gegen 15:30 Uhr in Killimer im Co. Clare von der Fähre fahren, was für mich ideal war, denn Killimer liegt nur ca. 40 Autominuten von Ennis entfernt.

Am 18. September war das Wetter am Vormittag überraschend schön. Daher war mein Plan, mich gegen 13:30 Uhr auf den Weg zu machen, um früh genug am Parkplatz bei der Fähre in Killimer zu sein. Als ich um ca. 13:50 Uhr losfuhr, fing es allerdings leicht an zu Nieseln aber ich dachte, wenn es nicht schlimmer wird ist das zu verkraften und vielleicht habe ich ja Glück und es hört wieder auf bis ich am Ziel bin.

Am Parkplatz in Killimer angekommen, erkundete ich erst einmal das Gelände, um zu sehen, von wo man die besten Fotos schießen könnte. Erst postierte ich mich rechts von der Straße, die zur Hauptstraße führt und machte ein Testbild mit dem 100 mm Sigma-Objektiv von einem der Begleitfahrzeuge. Die erste Fähre hatte nämlich gerade angelegt. Aber außer einem Fahrzeug der Crew und einem Teilnehmer fuhren nur normale Autos vorbei. Ich hatte also noch Zeit, mir einen besseren Platz zu suchen.

Anschließend postierte ich mich auf der gegenüberliegenden Seite, denn von dort aus hatte ich einen besseren Winkel. Die Straße führt nach einer Kurve etwas bergauf und von meinem neuen Standpunkt aus konnte ich vorbeifahrende Fahrzeuge besser ins Bild bringen. Das Problem war allerdings, dass langsam immer mehr Besucher kamen und der Parkplatz schnell voll wurde. Daher bildete sich ein Stau auf der Straße zum Parkplatz. Wenn ich nun die Kamera auf die Kurve gerichtet hatte, hatte ich alle paar Sekunden ein Fahrzeug eines Besuchers vor der Linse. Außerdem parkte nun auch noch ein Wohnmobil genau in der besagten Kurve. Ich hätte also bei jedem Fahrzeug, das ich fotografieren würde, dieses Wohnmobil im Hintergrund.


Also wurde ein neuer Standpunkt gesucht. Dieser wurde kurze Zeit auch später allerdings auch von Besuchern zugeparkt. Langsam war ich am Verzweifeln. Daraufhin entschied ich mich dazu, das Objektiv zu wechseln und mit dem 50 mm Objektiv dort auf die Fahrzeuge zu lauern, wo sie von der Fähre herunterfuhren. Da es dort auch leicht bergauf geht und gleich danach eine Kurve kommt, sollten die Autos auch langsam genug fahren, um brauchbare Bilder zu bekommen.

Als die nächste Fähre anlegte und die ersten Sportwagen von der Anlegestelle heraufkamen, wurde leider auch der Regen stärker und ich wischte nach jedem zweiten Fahrzeug die Regentropfen von der Kamera. Die Gegenlichtblende des Objektivs wurde so zum Regenschutz und verhinderte wenigstens, dass ich Wassertropfen auf der Linse hatte.

Mein neu gewählter Standpunkt stellte sich als gute Wahl heraus und ich konnte einige der Sportwagen fotografieren. Nachdem alle Fahrzeuge vorbeigefahren waren machte ich erstmal Pause und wartete im Auto auf die nächste Fähre, die ca. 30 Minuten später anlegte. Die nächsten Bilder machte ich von der gegenüberliegenden Seite, denn in der Pause waren bereits einige der Besucher, wohl auch wegen des Regenwetters, wieder gefahren.

Ein „etwas anderer“ aber origineller Teilnehmer:

Gegen 16:30 Uhr war das Schauspiel vorbei und ich war froh, wenigstens einige der Fahrzeuge vor die Linse bekommen zu haben. Darunter waren, neben Audi R8, BMW, Mercedes und Porsche auch Exoten, die man nicht jeden Tag live zu sehen bekommt, wie z. B. Mustang, Maserati, Jaguar F-Type, oder der Lamborghini Aventador SVJ Roadster. Den Lamborghini bekommt man aktuell als Gebrauchtwagen im Internet für ca. 540.000 €. Dagegen kommt einem der Jaguar, den man neu für „nur“ ca. 126.000€ bekommt, wie ein Schnäppchen vor.

Dieser Teilnehmer hatte leider etwas Pech. Bei einem Stau während der Tour wurde er angefahren und versuchte nun den Deckel des Kofferraumes, der leider nicht mehr ins Schloss schnappte, einigermaßen zu fixieren damit dieser nicht ständig offen steht.

Nachdem auch dieser Wagen das Gelände verlassen hatte, ging es mit vielen neuen Fotos aber feuchten Füßen wieder nach Hause. Der leichte, aber ständige Nieselregen hatte sich allmählich seinen Weg durch das Stoffgewebe meiner Schuhe gebahnt.

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