Genialer Reisebegleiter

Wenn ich kurze Spaziergänge unternehme, will ich natürlich die Kamera mitnehmen, diese aber nicht ständig in der Hand halten. Es macht allerdings nicht viel Sinn, den kompletten Rucksack mit dem Equipment auf den Rücken zu schnallen, wenn ich z. B. mal wieder mit dem Hund zur Abbey gehe (siehe auch: Spaziergang zur Clare Abbey) oder nur ziellos durch die Stadt laufe, so wie letztes Jahr, als ich mit dem 50 mm-Objektiv unterwegs war (Siehe: Lilli Marleen in Ennis).

Bisher hatte ich dafür immer eine alte Fototasche benutzt, die ich vor einigen Jahren zu meiner gebrauchten Nikon dazubekam. Allerdings war diese gerade mal so groß, dass eine Kamera mit einem kurzen Objektiv darin Platz hatte. Meine Nikon D750 mit dem Nikkor 50 mm bestückt, passte also gerade mal so rein.

Ich suchte also nach einer Zwischenlösung, die es erlaubte, die Kamera mit einem zweiten Objektiv und evtl. etwas Zubehör (Reinigungspinsel, Blasebalg etc.) mitzunehmen, ohne dass ich einen Rucksack mitschleppen musste. Außerdem sollte in Kürze auch mein neues Sigma 105 mm Makro-Objektiv geliefert werden. Das Objektiv selbst hat eine Länge von ca. 13 cm. Spätestens mit dem Sigma auf der Kamera wäre die alte Tasche definitiv zu klein.

Ich durchforstete also die Angebote im Internet und wurde bald fündig. Meine Wahl fiel auf die Amazon Basics – Große L Umhängetasche. Die Größe schien ideal für meine Zwecke und der Preis war auch in Ordnung. Da ich zum Netto-Preis einkaufe, zeigte mir die Produktseite einen Preis von 18,90€ + Versand an. Also Bestellung abgeschickt und Thema erledigt. Nach 5 Tagen lag die Tasche auf meinen Tisch.

Die Größe dieser Tasche ist ideal. Nicht zu groß, aber genug Platz für eine Kamera mit etwas größerem Objektiv. Weiterhin ist auch Platz für ein zusätzliches Objektiv und diverses Zubehör. An der hinteren Innenwand befindet sich ein Fach für ein kleines Tablet und auch die seitlichen Taschen bieten genug Platz für weitere Utensilien.

An der Vorderseite befinden sich auch zwei Schlaufen, die es erlauben, ein kleines Stativ daran zu befestigen.

Zu meiner Freude kam einen Tag später auch mein neues SIGMA-Objektiv an, so konnte ich die Tasche gleich damit testen. Ich packte also die Kamera mit dem SIGMA darauf in die Tasche und hatte noch genügend Platz für 1-2 Objektive. Alternativ dazu könnte man Objektive in der Größe des SIGMA auch einzeln in die Tasche stellen, denn der Abstand vom Boden bis zur Oberkante des Innenfutters beträgt ca. 17 cm. Da der Deckel der Tasche auch sehr gut gepolstert ist, sollten Objektive mit einer Gesamtlänge von ca. 20 cm kein Problem sein.

Die Außenmaße: (L x B x H): 30,5 x 17,8 x 22,9 cm

Die innere Abdeckung lässt sich separat vom äußeren Deckel öffnen, das hat z. B. den Vorteil, dass man bei Regen nicht das Fach mit der Kamera öffnen muss, wenn man etwas aus der vorderen Tasche benötigt. Auch am Strand kann das sehr praktisch sein, denn so ist das Equipment auch vor Sand geschützt. Lässt man den Reißverschluss offen, klappt die innere Abdeckung mit dem äußeren Deckel durch die beiden Klettbefestigungen mit auf.

Mein Fazit: Eine geniale Fototasche für unterwegs, wenn man mal nicht den ganzen Rucksack mitnehmen will, mit genügend Platz für verschiedene Objektive und Zubehör. Für den Preis von unter 25€ ein idealer und preiswerter Reisebegleiter.

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YONGNUO YN35 35mm F2.0

Wenn man seinen Fotorucksack auf den Rücken schwingen will, sollte man auf jeden Fall sicherstellen, dass dieser auch komplett geschlossen ist. Diese Regel habe ich vor ca. 2 Wochen gelernt, als ich nach einigen Fotos am Strandparkplatz meine Kamera wieder in meinen Rucksack packte und diesen mit Schwung aufnehmen wollte. Da ich vergessen hatte, den Reißverschluss der großen Klappe zu schließen, flogen durch den Schwung 2 Objektive durch die Luft und landeten auf dem steinigen Boden. Das Fisheye hat es überlebt, das 35mm-Objektiv leider nicht wirklich.

Nun musste also Ersatz her. Die Suche nach einer geeigneten und vor allem günstigen Festbrennweite, die auch für Vollformatkameras geeignet ist, gestaltete sich schwieriger als gedacht. Nachdem ich diverse Angebote im Internet durchforstet hatte, fiel meine engere Wahl auf das „YONGNUO 35mm F2.0“. Nachdem ich mir einige Testberichte auf YouTube und beim Online-Händler angesehen hatte, habe ich es dann mal bestellt.

Als es ankam, montierte ich es erst mal auf die D610 und testete den Autofokus. Ein kurzes Surren und dieser war schnell gefunden, was mich doch positiv überrascht hat. In den Testberichten war immer wieder zu hören, dass der Autofokus so lange brauchen würde, um den korrekten Punkt zu finden. Nur ein- oder zweimal musste der Motor im Gehäuse hin- und herfahren, bis der Fokus gefunden war, als das Objekt weiter weg stand. Bei kürzeren Abständen geht das fast so schnell wie bei meinem Nikkor 50mm. Ich war auch nicht sonderlich verwöhnt, denn mein altes 35mm-Objektiv war komplett manuell. Außerdem ist ein schneller Autofokus im Bereich Landschaftsfotografie, in dem ich mich hauptsächlich bewege, eher Luxus.

Eines meiner ersten Motive war eine der Sonnenblumen in unserer Einfahrt. Diese sind gerade dabei, sich zu entfalten und langsam erkennt auch ein Laie wie ich, was das einmal werden soll. Ein ideales Objekt zum Testen. Um einen direkten Vergleich mit meinem Nikkor 50mm zu haben, habe ich dieselbe Blume mit beiden Objektiven auf derselben Kamera fotografiert und das Ergebnis ließ sich absolut sehen. Die nachfolgenden Bilder zeigen die JPG’s aus den RAW-Dateien ohne jede Nachbearbeitung. Bei den beiden unteren Bildern wurde lediglich der Bildausschnitt verändert.

Da die ersten Eindrücke bei den Bildern im Garten positiv waren, hatte ich heute Gelegenheit das Teil mal im Außeneinsatz zu testen.

Hier ein paar Fotos mit der Nikon D750 aus den letzten Tagen. Die ersten 5 Bilder sind aus der Hand fotografiert. Beim 6. Bild hatte ich die Kamera auf einem Zaunpfahl aufgestützt. Alle nachfolgenden Bilder sind mit Lightroom nachbearbeitet.

Verblüffend ist die Schärfe bei Nahaufnahmen. Hier ein Bild mit unterschiedlichen Bildausschnitten aus der Hand fotografiert.

Ursprüngliche Auflösung: 6016 x 4016
Nikon D750 – f4.5 – 1/640 sec. – ISO 100

Mein erstes Fazit:

Das Objektiv hat seine Stärken vor allem im Nahbereich und bei optimalem Licht. Der Fokuspunkt wird (mit einzelnen Ausnahmen) meist schnell gefunden, was jedoch für meinen Einsatzbereich irrelevant ist. Wie mir das Bild Nr. 6 oben gezeigt hat, denke ich, dass es durchaus ratsam ist, ein Stativ zu verwenden, denn das Objektiv hat keinen eingebauten Bildstabilisator.
Wenn mal allerdings bedenkt, dass man hier eine Festbrennweite in der Hand hält, die für Vollformatkameras geeignet ist und die man für unter 150€ inkl. Mwst. bekommt, ist das Yongnuo durchaus eine Alternative.

Ich denke, ich werde es behalten und bei Gelegenheit nochmal bei anderen Lichtsituationen testen (Sonnenuntergang etc.) und evtl. mal ein Foto als Poster ausdrucken lassen.

Mehr Fotos mit diesem Objektiv gibt es hier:

https://irlandfoto.com/2021/07/25/spaziergang-zur-clare-abbey/

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Spaziergang zur Clare Abbey

Die Clare Abbey befindet sich am Rand der Stadt Ennis im County Clare am Westufer des Flusses Fergus. Sie wurde 1189 von Donal Mor o’Brien, dem König von Thomond, gegründet und war damals das größte und bedeutendste Augustinerkloster im County Clare. Der ursprüngliche Name lautete: „Abtei von St. Peter und St. Paul in Kilmony“.

Der Glockenturm wurde Mitte des 15. Jahrhunderts angebaut und trennte das Kirchenschiff vom Chor.

Der Vorteil dieser Location ist, sie liegt quasi vor der Haustüre. Von meinem Homeoffice aus habe ich einen guten Blick auf diese Ruine, was mir gelegentlich einen wunderbaren Anblick bei Sonnenaufgang beschert, so wie hier im Oktober 2020.

Da laut Wetterbericht für die nächsten Tage wieder Regen angesagt war, haben meine Frau und ich den schönen Sonntag noch für eine Gassirunde mit dem Hund zur Abbey genutzt. Ich hatte bei dieser Gelegenheit auch gleich das neu erworbene YONGNUO 35mm-Objektiv mitgenommen, um dieses das erste Mal im Außeneinsatz zu testen. Die ersten Bilder zu Hause im Garten waren nicht schlecht. Außerdem wollte ich schon länger einen Beitrag zur Clare Abbey verfassen, daher machten wir uns nach dem Frühstück um 10 Uhr auf den Weg. Die angezeigten 23 °C fühlten sich allerdings bei fast wolkenlosem Himmel und ohne Wind an wie 30 °C. So waren wir froh, nach ca. 1,5 Stunden wieder zu Hause auf der schattigen Terrasse zu sitzen.

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The Candle Stick

19.07.2021, 19:45 Uhr. Das Thermometer im Auto zeigt noch 30°C an. Anstelle mir im Garten ein schattiges Plätzchen zu suchen, düse ich die N68 entlang in Richtung Kilkee. Der Fahrtwind, der durch die beiden offenen Fenster weht, bringt zumindest etwas Abkühlung bei diesen ungewöhnlich hohen Temperaturen hier in Irland.

Aus den Boxen dröhnt der Song „Winter Madness“ der Metalband „Wintersun“ und ich denke, der Titel passt im Moment absolut nicht zum aktuellen Wetter. Plötzlich werde ich grob aus meinen Gedanken gerissen, denn durch das offene Fenster wird eine Biene, dicke Fliege oder ähnliches hereingeweht, prallt dumpf an meinem Kinnbart ab und wird wieder ins Freie katapultiert. Ich sehe jedenfalls nur noch einen schwarzen Punkt nach draußen verschwinden.

Mein heutiges Ziel ist der sogenannte „Candle Stick“. Ein Felsen, der ca. 5 km südwestlich des Badeortes Kilkee (Co. Clare) vor der Küste im Meer steht. Ende Juli soll die Sonne ziemlich genau dahinter untergehen.

Schon am Sonntag hatte ich vor, dort Bilder zu machen, war aber dann abends doch zu faul, bei dem Wetter nochmal ins Auto zu steigen. Nun musste es aber sein, der zweite wolkenlose Tag sollte nicht ungenutzt enden. Ich weiß genau, wenn das Wetter wieder schlechter wird, würde ich es bereuen, diese Gelegenheit nicht genutzt zu haben.

Gegen 21 Uhr erreiche ich mein Ziel und suche mir eine Parkmöglichkeit in der Nähe meines geplanten Standortes, die ich auch einige Meter davon entfernt finde. So kann ich die Fenster im Auto offenlassen, während ich meine Fotos mache.

Ich habe noch etwas Zeit ein paar Bilder von der Umgebung zu machen, bevor ich das Stativ und die Kamera für den Sonnenuntergang platziere. Die Sonne nähert sich nun mehr und mehr dem Horizont und malt so einen wunderschönen Farbverlauf an den Himmel. Jetzt bin ich froh, doch losgefahren zu sein.

Eine knappe Stunde später ist das Naturschauspiel vorbei und ich packe meine Ausrüstung zusammen. Ich hoffe, die Kamera hat die Bilder ordentlich abgespeichert, denn beim letzten Betrachten der Bilder hat mir meine D750 eine Fehlermeldung angezeigt… Aber es ist nun ohnehin zu spät.

Zu Hause angekommen gibt’s erstmal Entwarnung. Die Bilder sind noch auf der Karte.

Update vom 08.01.2022: Den Candlestick sieht man auch ein paar Mal in dem Film „Sprachlos in Irland“, der 2020 in der Gegend hier gedreht wurde.

Siehe auch: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/freitag-im-ersten/sendung/sprachlos-in-irland-100.html

Mit dem Hund ans Meer

Als mir meine Frau vor ein paar Tagen die Wettervorhersage für diesen Samstag, den 17.07.2021, auf ihrem Bildschirm gezeigt hatte, war ich eher skeptisch. Es waren noch einige Tage hin und in der Regel ändert sich das Wetter dann doch noch vorher. Aber diesmal traf der irische Wetterfrosch voll ins Schwarze. Die vorhergesagten 26°C wurden noch übertroffen.

Schon am Abend zuvor war es sehr warm und schwül, daher hatte meine Frau die Idee, am Samstag ans Meer zu fahren und diesmal Bailey, unsere 9 Jahre alte Husky/Rottweiler-Mischlingshündin, mitzunehmen. Sie sollte nicht bei der Hitze allein im Haus eingesperrt bleiben, außerdem war sie noch nie am Meer. Ich hatte ihr die 40minütige Autofahrt immer erspart, auch wenn sie gerne mitfährt.

So packten wir am Samstag gegen 7 Uhr morgens ein paar Sachen ein und machten uns mit Bailey auf den Weg nach Kilkee, Co. Clare. An diesem Strand hat man genug Platz, um mit dem Hund herumzulaufen und Hunde sind von Mai bis September vormittags bis 11 Uhr und dann wieder abends ab 18 Uhr erlaubt.

Gegen 7:40 Uhr morgens erreichten wir den Parkplatz am Strand (das Thermometer im Auto zeigte bereits jetzt 19°C an) und Bailey begann natürlich sofort, die neue Umgebung zu erkunden. Dann ging es das erste Mal mit den Pfoten über warmen Sand. Ich war ziemlich gespannt, was sie wohl direkt am Meer machen würde, denn Wasser war bisher nicht so ihr Ding. Diesem Element ging sie eher aus dem Weg, außer es befindet sich in der Schüssel neben ihrem Fressnapf.

Da meine Frau nur mit Flip-Flops ausgestattet war, ging sie ein paar Schritte ins Meer hinein und zu meinem Erstaunen trabte Bailey furchtlos hinterher. Allerdings war ihr die erste, etwas größere Welle dann doch nicht so geheuer und sie machte einen kurzen Hüpfer in Richtung Strand. Ansonsten machte ihr das neue, ungewohnte Nass nichts aus.

So verbrachten wir eine gute halbe Stunde am Wasser und Bailey traf einige Artgenossen, die mit ihren Besitzern am Strand spazieren gingen und mit ihr spielen wollten.

Anschließend setzten wir uns weiter weg vom Meer in den weichen Sand und verspeisten unsere Wurstsemmeln, die meine Frau noch kurz vor der Fahrt vorbereitet hatte. Bailey blieb jedoch immer an unserer Seite, die neue Umgebung schien ihr doch nicht so geheuer zu sein.

Gegen 10 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg, denn die Sonne brannte weiterhin durch den wolkenlosen Himmel und auch ohne mich viel zu bewegen lief mir der Schweiß von der Stirn. Am Nachmittag gegen 15 Uhr zeigte das Thermometer zu Hause 31°C im Schatten an.


Ich denke, wir werden aber jetzt öfter mit unserer Fellnase ans Meer fahren.

Die Bucht von Kilkee sieht man auch in dem Film „Sprachlos in Irland“, der 2020 in der Gegend hier gedreht wurde.

Siehe auch: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/freitag-im-ersten/sendung/sprachlos-in-irland-100.html

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Rock of Dunamase

Im April 2017 hatte ich den schönen Tag ausgenutzt, um in den County Laois zu fahren. Der Namensgeber des Countys war der König von Leinster, Laois Ceann Mór. Dort steht auf dem Rock of Dunamase, östlich der Stadt Port Laois, die Ruine der Burg von Mac Murrough.

Viele Irlandfans werden das Tor, das den Eingang zur Ruine bildet, aus dem Film „Verlobung auf Umwegen“ (Original Titel: Leap Year) aus dem Jahr 2010 kennen. Hauptdarsteller der romantischen Komödie waren Amy Adams und Matthew Goode.

In einer Szene sieht man die beiden vor dem Torbogen einer Ruine, die im Film „Ballycarbery Castle“ heißt und sich im County Tipperary befindet. Der Torbogen im Film ist vom Rock of Dunamase, die restliche Burg wurde lediglich im Computer erstellt.

Allerdings gibt es in Irland ein Ballycarbery Castle. Dieses steht jedoch in der Nähe von Cahersiveen im County Kerry.

Screenshot aus „Verlobung auf Umwegen“

Von diesem ca. 150 Meter hohen Hügel kann man bis in die Slieve Bloom Mountains blicken.

Diese Ruine ist auch Teil meines neuesten Buches „Irische Ruinen“. Ab sofort bei Amazon erhältlich:

Irische Ruinen - Das Buch

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