Verlassene Mauern (Teil 3)

Seit Jahren bin ich immer wieder an diesem Grundstück vorbeigefahren. Da es heute mal nicht geregnet hat, habe ich die Chance genutzt, um dort ein paar Aufnahmen für den nächsten Beitrag zu meinem aktuellen Projekt zu machen.

Das Haus scheint gar nicht so alt zu sein und eigentlich ist es schade, dass so ein Gebäude mehr und mehr verkommt. Ich habe versucht, im Internet mehr darüber erfahren aber es war absolut nichts zu finden. Es scheint auch nicht in einem Portfolio der vielen Immobilienmakler hier gelistet zu sein, denn spätestens da hoffte ich, mehr Informationen dazu zu finden. Aber nichts. Aber es ist auch kein Verkaufsschild auf dem Grundstück zu sehen.

Das Haus scheint ein Zweifamilienhaus zu sein, denn es befinden sich dort zwei separate Eingangstüren und zwei metallene Gartentürchen an der Straße. Zu dem Haus gehört ein Vorgarten, der sich auch über die beiden Seiten erstreckt.

Auf der Rückseite verläuft im Abstand von ca. 1,5 Metern zur Hausmauer ein Maschendrahtzaun und dahinter eine hohe Baumreihe. In seinen Glanzzeiten war es sicher schön anzusehen. Allerdings ist die Lage, an einer Verbindungsstraße zu einer viel befahrenen Hauptstraße, nicht sehr reizvoll.

Hinter und neben dem Haus türmt sich Müll jeglicher Art und eine Scheibe an der Rückseite wurde eingeschlagen. Auch wurde eines der Fenster scheinbar von innen geöffnet. Ich habe es jedoch vermieden ins Haus einzusteigen.

Ich möchte mich dort weder beim Einsteigen verletzen noch möchte ich etwas von den Hinterlassenschaften der letzten Besucher an meinen Schuhen haben und das mit nach Hause bringen. So interessant ist da Haus dann doch nicht von innen.

Soweit man durch die Scheiben des Erdgeschosses sehen kann, sind ohnehin kaum Möbel vorhanden und es sieht aus, als wenn man die Renovierungsarbeiten vor Jahren eingestellt hatte.

Ich denke, das Haus wird noch länger so stehen bleiben, denn eine Renovierung erfordert offensichtlich viel Zeit und Geld.

Zum ersten Teil von „Verlassene Mauern“ geht’s hier .

Zum zweiten Teil von „Verlassene Mauern“ geht’s  hier .

Zu den ersten beiden Teilen gibt es auch ein Video:

Tierfotos in Irland

Irland bietet unzählige Freizeitangebote. Sei es Wandern in den Wicklow Mountains, Wellenreiten im Surferparadies Lahinch oder eine Städtetour in Dublin. Auch ein Badeurlaub ist auf der Insel mit ihren wunderschönen Stränden möglich. Was macht man aber, wenn man mit Kindern Urlaub in Irland macht? Der Nachwuchs wird, je nach Alter, wahrscheinlich von den oben genannten Freizeitaktivitäten weniger begeistert sein. Da bietet sich natürlich ein Besuch im Tierpark oder einer Falknerei an. Aber auch zum Fotografieren ist ein Zoobesuch ideal und eine willkommene Abwechslung zu den sonst üblichen Fotos von Landschaften und Burgruinen.

Inhalt

Ausrüstung

Ein Sprichwort sagt: Die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat. Jedoch wird man mit einem Mobiltelefon im Tierpark wohl nicht die besten Ergebnisse erzielen. Mittlerweile gibt es jedoch relativ gute und günstige Bridgekameras mit ordentlichen Zoombereichen. Diese Kameras eignen sich natürlich deutlich besser für Bilder von den meist weiter entfernten Tieren. Bestes Beispiel: Die Nikon Coolpix P1000 mit ihrem 125-fachen Zoom. Ins Kleinbildformat umgerechnet ergibt das eine Brennweite von 24 bis 3.000 Millimeter.
Idealerweise hat man natürlich eine Spiegelreflexkamera und ein Objektiv mit großer Brennweite (100-300 mm) dabei. Auch ein Dreibeinstativ macht im Zoo Sinn, denn wenn man länger mit der Kamera im Anschlag vor einem Gehege steht, um auf den richtigen Moment zu warten, können die Arme schon mal schwer werden. Ansonsten dienen auch Mauern und Zaunpfähle an den Gehegen als praktische Auflage und geben genügend Halt. So wie bei diesem Besucher hier, den ich im Zoo in Dublin aufgenommen hatte. Nicht dass man im Zoo eine Tarnung am Objektiv anbringen müsste, aber diese Cover in Tarnmuster sind in der Regel aus Neopren und damit ein guter Schutz gegen Kratzer und Schrammen.

Eine große Brennweite ist natürlich im Zoo sehr praktisch.

Hier einige Beispiele aus den Besuchen der letzten Jahre.

Dublin Zoo

Der wohl bekannteste Tierpark in Irland, der jedes Jahr über 1 Million Besucher anzieht, wurde im September 1831 eröffnet. Er liegt am Rande des Phonix-Parks in Dublin und erstreckt sich auf eine Fläche von ca. 28 Hektar. Er ist neben London, Paris und Wien der viertälteste Zoo der Welt. Die Geschichte Irlands ging auch am Zoo in Dublin nicht spurlos vorbei. Während des Osteraufstandes 1916 wurden die Futtermittel knapp, daher mussten einige Tiere getötet werden, um die großen Raubtiere am Leben zu erhalten.

Eine Berühmtheit aus dem Dubliner Zoo kennt wohl jeder. Leo der Löwe, der seit 1957 am Anfang eines Filmes von Metro-Goldwyn-Mayer aus dem Logo brüllt, wurde im Dubliner Zoo geboren. Auch Slats, der erste der insgesamt 7 MGM-Löwen stammt aus dem Zoo in Dublin. Er verzierte das Logo von 1916–1928.

Die folgenden Bilder wurden mit einem Tamron 150-600 mm Objektiv ohne Stativ aufgenommen.

Mehr dazu auf https://www.dublinzoo.ie/


Fota Wildlife-Park

Mit ca. 40 Hektar ist der Fota-Wildlife-Park deutlich größer als der Zoo in Dublin und meines Erachtens auch der schönere Park von beiden. Dieser Tierpark liegt auf der Halbinsel „Fota Island“ ca. 10 km östlich der Stadt Cork im gleichnamigen County. Der Fota-Wildlife-Park wurde 1983 eröffnet und zählte im Jahr 2019 ca. 462.000 Besucher. Wenn man durch den Park spaziert, hat man auch das Gefühl, man ist den Tieren näher. Die Gehege sind großzügiger und offener angelegt.

Ein Besucher schrieb z. B. auf Tripadvisor:

Der Dubliner Zoo fühlt sich an, als würden Sie die Tiere beobachten. Fota fühlt sich an, als ob Sie zwischen ihnen gehen.

Hier hatte ich das Tamron 70-300 und das Nikon 24-120 dabei.

Der „Löwenangriff“

Ein unvergessliches Erlebnis hatten wir beim Löwengehege im Fota-Wildlife-Park. Da es leicht zu regnen begann, stellten wir uns unter eine Überdachung vor der großen Scheibe, hinter der der Löwe friedlich schlief. Scheinbar wurde er durch das Geschrei der Kinder geweckt, die sich auch dort untergestellt hatten.

Noch schläft er friedlich…

Da meine Frau mit dem Rücken zur Scheibe auf der dort angebrachten Holzablage saß und meine Mutter sich gerade im Bereich vor der Überdachung aufhielt, um nach dem Wetter zu sehen, bemerkten Sie beide nicht, dass sich der Löwe inzwischen an der Glasscheibe aufbäumte. In dem Moment kam meiner Mutter um die Ecke und blieb vor Schreck stehen. Ein genialer Moment und da sich der Löwe immer wieder aufs Neue aufbäumte, hatte ich Gelegenheit, mir schnell meine Kamera zu schnappen und diesen Moment festzuhalten.


Burren Birds of Prey Centre

Diese Falknerei liegt in der Nähe von Ballyvaughan im Burren, einer 250 km² großen Karstlandschaft im Nordwesten des County Clare.

The Burren, Co. Clare
Die Karstlandschaft des Burren im Co. Clare

Dort sieht man Greifvögel aus aller Welt, wie z. B. Falken, Eulen, Adler und Geier. Das im März 2008 eröffnete „Burren Birds Of Prey Center“ ist das größte derartige Zentrum in Irland und bietet einen seltenen Einblick in die Welt dieser wunderbaren Vögel. Höhepunkt eines jeden Besuches sind, für Kinder und auch für Erwachsene, die täglich stattfindenden Flugvorführungen.

Auch hier war das Tamron 150-600 mm dabei.

Infoseite: https://www.aillweecave.ie/birds-of-prey


The Donkey Sancutary

Wer Esel mag, sollte unbedingt einen Abstecher nach Liscarroll im County Cork machen. Dort befindet sich die 1987 eröffnete Donkey Sanctuary, eine Art Reservat und Pflegestation für Esel, mit ca. 150 Tieren. Seit der Eröffnung haben sich die Mitarbeiter dort bisher um mehr als 5.000 Esel gekümmert. Für viele von den Tieren, die aus ganz Irland dorthin gebracht werden, ist es das erste Mal, dass sie liebevoll behandelt werden.

Man kann die Tiere streicheln und in Ruhe auf den diversen Wiesen und Gehegen beobachten. Der Eintritt und das Parken ist dort kostenlos.

Mehr Infor: https://www.thedonkeysanctuary.ie/

Weitere Tieparks in Irland:

Galway Atlantaquaria: https://www.nationalaquarium.ie/

Dingle Oceanworld, Co. Kerry: https://www.dingle-oceanworld.ie/

National Sea Life Bray, Co. Wicklow: https://www.visitsealife.com/bray/

Belfast Zoo: http://www.belfastzoo.co.uk/

The National Reptile Zoo, Kilkenny https://www.nationalreptilezoo.ie/

Coolwood Wildlife Park and Zoo, Co. Kerry: https://www.facebook.com/CoolwoodWildlifePark/

Secret Valley Wildlife Park, Co. Wexford: https://www.secretvalley.ie/

Wild Ireland, Co Donegal: https://www.wildireland.org/

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1 Jahr Irlandfoto – Ein Rückblick

Wie schnell die Zeit vergeht sieht man am besten, wenn Geburtstage anstehen. Vor einem Jahr hatte ich meinen Blog gestartet. Auch wenn die ersten Beiträge erst einige Tage später ins Netz gestellt wurden. Als ich meinen ersten Beitrag getippt hatte, konnte noch keiner ahnen, dass das Thema „Lockdown“ auch nach 12 Monaten noch unser tägliches Leben bestimmen wird.

In dieser Zeit war es für mich undenkbar, dass es mir ein Jahr später an neuen Fotos von der Insel mangeln würde. Ich hatte so viele Pläne und Ziele für den Sommer, aber da hat mir, wie auch vielen anderen, Corona einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht.

Zum Glück hatte ich bisher genügend Bilder aus den letzten Jahren auf meinen externen Festplatten, dass ich doch nach dem ersten Jahr auf heute genau 50 Beiträge zurückblicken kann. Immerhin 30 davon zum Fotografieren in Irland. Aber es war nicht immer leicht, geeignete Themen zu finden. Da kam mir auch der Gastbeitrag von shamrock.blog zur Weihnachtszeit sehr gelegen.

Neben den irischen Landschaften musste ich mir notgedrungen auch zusätzliche Themen für den Blog suchen. So kamen Berichte über Stative, ein spezielles Objektiv oder auch mal ein Beitrag zur Fotobearbeitung dazu. Trotzdem hatte ich es bisher vermieden, die Seite mit Fotografie-Tutorials oder Beiträgen wie z. B. „Häufige Fehler bei Urlaubsfotos“ zu füllen. Obwohl es auch ums Fotografieren geht, soll das Hauptthema doch Irland bleiben. Außerdem ist das Internet voll von Videos und Webseiten mit Fotokursen und dergleichen, da muss ich nicht auch noch den Leuten erzählen und bildhaft verdeutlichen, wie schlimm Urlaubsfotos mit schiefen Horizonten sind etc.

Zwischenzeitlich habe ich mir auch notgedrungen Objekte gesucht, die man zu Hause fotografieren kann. Dabei bin ich auf die kleinen Figuren gekommen, die man eigentlich beim Modellbau verwendet. Ich habe aber noch keinen Beitrag darüber erstellt. Ich denke, wer sich in die Mailing-Liste einträgt, um über neue Beiträge von „Irlandfoto“ informiert zu werden, erwartet auch einen Bericht von der Insel und keine kleinen Männchen die, wie hier, eine Tafel Schokolade bearbeiten.

Idee zum Fotografieren im Lockdown
Idee zum Fotografieren im Lockdown

Sehr gelegen kam mir damals Fionn, das Landschaftsfotoschaf. Der kleine Kerl füllt mittlerweile ein ganzes Album im Blog und auf der Facebook-Seite. Eigentlich sollte er nur als Maskottchen ab und zu mit auf diverse Landschaftsfotos, hatte aber dann quasi ein „Eigenleben“ entwickelt. So beschert er mir gelegentlich Fotoshootings der besonderen Art, weil mir immer wieder eine neue Idee in den Kopf kommt, wie ich ihn passend zur Jahreszeit in Szene setzen könnte. Da werden dann schon mal Webseiten mit Puppenmöbeln und Zubehör im Internet durchforstet, um passenden Utensilien zu finden.

Fotoshooting mit Fionn im Schnee
Fotoshooting mit Fionn im Schnee

Fazit nach dem ersten Jahr: Bloggen macht Spaß und ist eine nette Nebenbeschäftigung, vor allem in der Zeit, in der man ohnehin zu Hause sitzt. Da ich nun mehr und mehr andere Blogs besuche, bekomme ich auch immer wieder Ideen oder Anregungen zu neuen Themen. Noch besser wäre es natürlich, wenn es auch wieder neue Bilder von interessanten Orten in Irland geben würde. Aber da werde ich wohl noch etwas Geduld haben müssen.

Tolurenplanung in Irland
Die nächste Tour wird noch warten müssen

Bis dahin heißt es: Vorfreude ist die schönste Freude. Sobald ich wieder losdüsen kann, gibt es auch wieder mehr Irlandbilder.

Gerne könnt Ihr im Kommentar Eure Meinung dazu schreiben. Soll es mehr Beiträge zum Fotografieren geben oder soll sich der Blog rein auf Irland beziehen? Habt Ihr Anregungen oder Ideen? Was interessiert Euch speziell? Was stört euch?

Euer Markus

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Ein Nachmittag im Garten

Meine Frau und ich hatten den sonnigen Samstag gestern dazu genutzt, unseren Garten etwas auf Vordermann zu bringen. Auch Fionn genoss das schöne Wetter und hatte nur Blödsinn in seinem Plüschkopf.

Reiten auf dem Steinschaf. Ich suche ihm jetzt einen kleinen Cowboyhut. 😉

Fionn auf dem Steinschaf

„Versteckspielen“ hinter der durchsichtigen Folie des neuen Gewächshauses… war dann doch weniger sinnvoll.

Fionn im Gewächshaus

Auch die Holzumrandung für unser neu angelegtes Beet, die ich letzte Woche gebaut habe, musste natürlich inspiziert werden. Jetzt muss nur noch Erde rein.

Fionn im Garten

Der Frühling und der Sommer liegen zum Glück noch vor uns, mal sehen, was wir noch alles mit ihm erleben.

Mehr Geschichten von Fionn gibts hier: Fionn, das Landschaftsfotoschaf

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Autokauf in 45 Minuten

„Na, was habt Ihr Schönes eingekauft?“, fragte meine Mutter letzten Montag am Telefon, nachdem meine Frau und ich meinen Urlaubstag neben meinem Arzttermin noch für ein paar Besorgungen genutzt hatten. Diesmal hatten wir uns ein paar Stunden später als üblich gemeldet und erzählt, dass wir unterwegs beim Einkaufen waren. Meine Antwort: „Ein paar Sachen für den Garten, Hundefutter und ein neues Auto“. Danach einige Sekunden Stille. „Ja, wir waren noch kurz bei unserem Autohändler und am Donnerstag können wir unser neues Auto abholen“, fügte ich dann mit einem breiten Grinsen hinzu.

An diesem Urlaubstag beschlossen meine Frau und ich nach meinem Arztbesuch noch ein paar Besorgungen zu machen. Wir machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Heimwerkermarkt, um einige Gartengeräte zu besorgen. Im Zooladen daneben holten wir auch gleich noch die Monatsration Hundefutter für Bailey, unseren vierbeinigen Liebling. Das war ganz praktisch, denn unter der Woche ist deutlich weniger los, so komme ich schneller wieder aus den Läden raus und kann mir die nervige Maske vom Gesicht reißen.

Da der Autohändler unseres Vertrauens auf dem Weg lag, machten wir auch hier noch Halt um uns zu erkundigen, wie es denn mit dem erneuten Wechsel unseres Autos aussieht. Im April werden es schon wieder drei Jahre, seit wir unseren zweiten Dacia Sandero Stepway abgeholt hatten. Den ersten hatten wir uns 2015 geholt, nachdem ich es Leid war immer wieder Geld in die Reparaturen unseres alten Autos zu stecken. 2018 wurde dieser dann durch dasselbe Modell, nur in einer anderen Farbe, ersetzt. Mit beiden Fahrzeugen waren wir absolut zufrieden. Außer zum Kundendienst hat mich die Werkstatt die ganzen 6 Jahre nicht gesehen. Ab und zu mal Öl und Wasser kontrollieren, das war’s.

Dacia Sandero Stepway 2015
Dacia Sandero Stepway 2015

Wie auch den ersten Stepway hatten wir diesen mit einer sogenannten „Ballonfinanzierung“ erstanden. Diese nennt sich hier in Irland PCP (Personal Contract Plan) und funktioniert im Prinzip wie Leasing. Nach Ende der vereinbarten Laufzeit hat man die Möglichkeit, das Auto zurückzugeben, den Restbetrag erneut zu finanzieren oder den Wagen zu tauschen. Wenn das Auto mehr Wert ist als der garantierte Restwert, wird der Differenzbetrag als Anzahlung für das neue Modell verwendet und das Spiel geht von vorne los.

Mit Nummer 2 in den Wicklow Mountains 2018

Aufgrund der Coronakrise sind wir im letzten Jahr nicht viel gefahren, somit war der Restwert des bisherigen Fahrzeugs höher als vor 3 Jahren kalkuliert. Der Verkäufer ließ schnell die aktuellen Daten durch den Computer laufen und sah sich unseren Wagen an. Nach der Kalkulation kam heraus, dass sich die monatliche Rate für einen neuen Wagen trotz Preiserhöhung bei den neuen Modellen, auf demselben Niveau wie bisher befinden würde. Weil auch gerade ein Modell mit der gleichen Motorisierung auf Lager war, entschieden wir uns kurzerhand für einen erneuten Fahrzeugwechsel. So sparen wir uns nicht nur den TÜV, der hier auf der Insel NCT (National Car Test) heißt, sondern haben auch immer ein Fahrzeug mit Werksgarantie unterm Hintern und ersparen uns diverse Verschleißreparaturen.

Alles, was der Verkäufer an Daten benötigte, war meine PPS-Nummer, das ist quasi die irische Sozialversicherungsnummer, mit der alle Behörden und Banken meine Daten einsehen können. Da wir in den letzten 6 Jahren keine Probleme hatten und die neue Finanzierung nahtlos weitergeführt wurde, brauchte es auch keinen neuen Vertrag. Er brauchte nur einen aktuellen Adressnachweis von mir und eine Kopie vom Führerschein. Damit war die Sache klar. Der ganze Besuch beim Händler inkl. Besichtigung des neuen Wagens dauerte keine 45 Minuten.

Der Verkäufer versprach uns, den neuen Wagen bis Donnerstag fertig zu machen. Und nun steht er da, fertig zugelassen. Jetzt müssen wir nur noch unseren Versicherungsmakler anrufen und das neue Kennzeichen durchgeben, das war’s. Kein ewiges Warten auf das OK von der Bank, kein Schlangestehen auf irgendwelchen Zulassungsstellen.

Einfach unkompliziert irisch eben. 😉

Stepway Nr. 3 – 2021

Auch die Ummeldung von Fahrzeugen läuft hier genial einfach ab. Verkauft man sein Auto, wird die Adresse des neuen Besitzers in das sogenannte „tax book“ eingetragen. Das ist in etwa so wie der Kfz-Brief in Deutschland. Dort unterschreibt dann der neue Besitzer und das Dokument wird per Post zum „department of transport“ geschickt. Nach ein paar Tagen bekommt der neue Besitzer das neue „tax book“ mit seinen Adressdaten per Post zugeschickt, damit ist die Ummeldung erledigt.
Die Kennzeichen bleiben auf den Fahrzeugen und ändern sich auch nicht mehr, selbst wenn der neue Besitzer in einem anderen County wohnt.

Die Kfz-Steuer ist übrigens fahrzeuggebunden. Das heißt, die bezahlte Steuer bekommt man nach dem Verkauf des Fahrzeugs nicht mehr zurück. Man kann diese aber vierteljährlich, halbjährlich oder gleich jährlich zahlen und bekommt dann per Post eine Steuerplakette, die neben dem Versicherungsnachweis im Fahrzeug an der Frontscheibe angebracht wird. Bei Fahrzeugen, die älter als 3 Jahre sind, kommt hier auch noch der NCT-Nachweis dazu.


Praktisch für die Polizei bei Straßenkontrollen. Ein Blick auf die Frontscheibe genügt und der Beamte sieht, ob das Fahrzeug noch versichert ist, die Steuer bezahlt wurde und der NCT noch gültig ist. Man tut übrigens gut daran, die Fristen nicht zu überziehen. Das Fehlen einer Kfz-Versicherung oder das Fahren ohne Versicherung in Irland wird im Allgemeinen mit folgenden Strafen geahndet:

  • Eine Geldstrafe von bis zu 5.000 €
  • 5 Strafpunkte
  • Je nach Ermessen des Gerichts beträgt die Freiheitsstrafe bis zu 6 Monate.

Ich glaube, das war der schnellste Autokauf meines Lebens.

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