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Gedanken zum Jahresende

Wow…schon Mitte Dezember. Ich sitze an meinem Schreibtisch und bin erstaunt, wie schnell das Jahr doch schon wieder vergangen ist. Dieses spezielle Jahr 2020 hat uns allen sicher einige Nerven gekostet und auch einiges an Geduld, Disziplin, Mut und Zuversicht abverlangt und es ist so schnell kein Ende in Sicht.

Wie viele andere hatte auch ich Pläne, die durch dieses Virus zunichtegemacht wurden, als uns im März/April allmählich klar wurde, dass das Ganze etwas länger dauern wird als nur ein paar Wochen.

Im Januar hatte ich noch neue Ideen für den wöchentlichen Markt hier in Ennis, an dem ich nun dieses Jahr verstärkt teilnehmen und meine Bilder und Kalender verkaufen wollte. Im März wurde dieser dann erstmals wegen Corona abgesagt und kurze Zeit später bis auf Weiteres ganz eingestellt. Als der Markt im Juni wieder geöffnet wurde, entschied ich mich jedoch dazu, vorerst nicht teilzunehmen. Ein Grund (neben den Auflagen mit Covid-Warnschildern, Masken und Desinfektionsmitteln, die jeder Stand haben musste) war, dass es für mich in jener Zeit einfach keinen Sinn machte. Aufgrund der aktuellen Situation kamen keine Touristen, es gab keine Festivals und die Leute hier im Ort hatten sicher andere Sorgen als Bilder oder Kalender zu kaufen. Themen wie Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Infektionsraten und dergleichen beherrschten die Medien weltweit.

Chapel Lane Market Ennis, Oktober 2019

Die fehlenden Marktbesuche ärgerten mich jedoch nicht so sehr wie die Tatsache, dass ich nicht wie gewohnt im Land herumfahren konnte. um Fotos zu machen. In den letzten Jahren hatte ich mir immer wieder Notizen mit interessanten Locations gemacht, die ich beim Stöbern im Internet gesehen hatte. Bis auf den Sonnenuntergang in Ballybunion, den ich seit 2 Jahren geplant hatte (siehe Beitrag: Kurzfristige Planänderung), war nichts davon abgearbeitet. Als der Lockdown zwischenzeitlich aufgehoben war, passte die Jahreszeit oder das Wetter nicht, wenn das Wetter gepasst hätte, hatten wir den 5km Radius oder es hatte tagelang geregnet usw.

Auch die für Mai geplante PHOTOEXPO in Limerick wurde abgesagt, nachdem man diese erst auf September verschoben hatte und dann doch ganz absagen musste. Schade, da wäre ich doch gerne hingefahren.

Einziger Vorteil in der derzeitigen Situation: Ich brauche nicht viele Klamotten. Seit Ende März ist Homeoffice angesagt und meine Jogginghosen sind, neben meinen diversen T-Shirts, ständige Begleiter im Büroalltag. Zumindest meine Haare muss ich mir täglich richten, denn bei den Videokonferenzen mit der Firma möchte ich nicht aussehen, als wäre ich gerade aus dem Bett gekrochen.

Apropos Haare – Mohammed, meinen Barber, den ich alle paar Wochen aufgesucht hatte, habe ich seit Dezember 2019 auch nicht mehr gesehen. Das hat meine Frau mittels Bartschneider mit Aufsatz heuer ganz gut erledigt. Außerdem sieht mich ohnehin sonst keiner, es sei denn, ich treffe Bekannte beim Einkaufen am Wochenende. Unter der Woche fährt meine Frau zum Glück alleine, denn Einkaufstouren (mit Ausnahme von Fotogeschäften) sind mir ein Graus.

Mittlerweile habe ich auch meine Gesichtsbehaarung etwas erweitert. Zu dem schon seit Jahrzehnten vorhandenen Schnauzbart kam nun eine Verlängerung in Form eines sogenannten „Ziegenbartes“ dazu, der sich nun an den Mundwinkeln entlang und über das Kinn erstreckt. Ich wollte schon lange mal sehen, ob mir sowas steht, hatte den Plan allerdings nie in die Tat umgesetzt, denn in den ersten Tagen sieht das eher ungepflegt aus. Jetzt hatte ich Zeit und Gelegenheit dazu und selbst meiner Frau gefällt es ganz gut.

Ansonsten gab es keine großartigen Veränderungen und die Einschränkungen halten sich für uns in Grenzen. Da wir ohnehin selten zum Essen ausgegangen sind, fehlen uns Restaurantbesuche nicht wirklich und als Vertreter der Kategorie Ü50 sind auch Discobesuche und wilde Partys bis in den Morgen, mit Ausnahme der einen oder anderen betrieblichen Weihnachtsfeier, kein Thema (mehr).

Was den Urlaub angeht, sage ich immer „Ich lebe in Irland und hab da noch so viel zu sehen und zu entdecken, wozu soll ich ins Ausland reisen?“ Klar, letztes Jahr waren wir zwei Wochen in Deutschland und haben Familie und Freunde in Hamburg und München besucht, macht man aber auch nicht jedes Jahr. Zu Hause ist es doch am schönsten. Vor allem wenn dieses „Zu Hause“ seit 9 Jahren „Irland“ heißt.

Unsere Familie und wir haben dieses Jahr 2020 – übrigens auch unser verflixtes 7. Jahr – ohne Krankheit oder Jobverlust überstanden, worüber ich sehr froh und dankbar bin.

Ich hoffe, im neuen Jahr gibt es wieder mehr Bilder und Stories, über die es sich zu schreiben lohnt.

Da ich denke, dass dies der letzte Beitrag für heuer sein wird, wünsche ich allen Lesern schon heute ein gesegnetes Weihnachtsfest und kommt gut ins neue Jahr.

Euer Markus

3 replies »

  1. Hallo Markus, hast du schon einen Beitrag über eure Auswanderung nach Irland geschrieben? Mich interessiert, wo ihr euch niedergelassen habt und warum? War die Landschaft der Grund oder ging es darum, leicht eine Arbeit zu finden? Wie seid ihr von den Einheimischen aufgenommen worden? Was schätzt du / ihr im Vergleich zu Deutschland? Was ist ungewöhnlich? Viele Grüße von Eva

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    • Hallo Eva,
      über das Auswandern habe ich noch keinen Beitrag verfasst. Ist ne lange Geschchte, vielleicht schreib ich mal was während der Feiertage 🙂
      Wir habe erst im County Tipperary gewohnt und sind dann nach Ennis im Co. Clare gezogen weil ich Shannon Arbeit gefunden hatte und nicht jeden Tag 100km einfach in die Arbeit fahren wollte.
      LG Markus

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      • Sehr interessant, Markus. Dann hoffe ich, dass du während der Feiertage ein Zeitfensterchen findest und über euren Weg an neue Ufer etwas schreibst. LG; Eva

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