Nollaig Shona Dhuit

Gastbeitrag von shamrock.blog – Mehr dazu im Autorenprofil.

Der Weihnachtsmarkt in Belfast – Photo: Shamrock.blog

Feiern die Iren Weihnachten genauso wie wir im kontinentaleuropäischen Raum? Gibt es Weihnachtsmärkte samt Glühwein und gebrannten Mandeln? Wie schmückt man in Irland das heimische Wohnzimmer und was isst man hier an Weihnachten? Auf die Vorweihnachtszeit in Irland waren wir ganz besonders gespannt. Im Zuge dessen haben wir uns auf die Suche nach irischen Weihnachtsmärkten begeben, insgesamt drei verschiedene quer über Irland (und Nordirland) verteilt getestet und uns über die irischen Weihnachtstraditionen schlau gemacht.

Weihnachtsmärkte auf Irisch

Es stellte sich heraus, dass Weihnachtsmärkte noch eine recht neue Erscheinung auf der grünen Insel sind. Erst in den letzten 10 Jahren ist die deutsche Tradition zunächst nach England und dann auch nach Irland übergeschwappt. Nur verhältnismäßig wenige Städte haben wirkliche Weihnachtsmärkte zu bieten, darunter natürlich Dublin, Cork, Galway und Belfast. Auch in kleineren Orten gibt es hier und da mal einen Weihnachtsmarkt, jedoch ähneln diese eher Flohmärkten bzw. „Craft Fairs“ oder sind lediglich für Kinder aufgebaute Weihnachtswelten, in denen man „Santa Clause“ treffen kann.

Der erste Weihnachtsmarkt, den wir ausprobierten, war der in Galway. Hier waren wir Anfang Dezember 2018 mit Freunden aus Deutschland unterwegs. Dick eingepackt und mit einem Hot Cider in der Hand ließ sich das kalte, regnerische Wetter schon deutlich besser ertragen. Der sogenannte Galway Continental Christmas Market würde dieses Jahr zum 11. Mal stattfinden, wäre nicht etwas dazwischen gekommen… Ungefähr 50 Stände um den Eyre Square herum verteilt sowie ein Riesenrad, ein Kinderkarussell und der „German Bier Keller“ gehören für gewöhnlich zu seinem Repertoire. Für deutsche Verhältnisse ein eher kleiner Weihnachtsmarkt für eine der größten Städte Irlands. Gott sei Dank besteht Galway ja nicht nur aus dem Eyre Square und so konnten wir unsere Gäste auch noch die beleuchteten Gassen des Latin Quarters entlang führen und sie zu einem unserer Lieblingspubs – die O’Connells Bar – führen, der ebenfalls weihnachtlich geschmückt war.

Weihnachten in Galway – Photo: Shamrock.blog

Diese Jahr wird eine abgespeckte, „Covid-freundliche“ Version des Weihnachtsmarkts samt Hand-Desinfektionsmittel und Maskenpflicht bis zum 20. Dezember stattfinden.

Eine Woche später ging es für uns das erste Mal in die Hauptstadt Nordirlands, wo wir natürlich als erstes nach Ankunft am Abend den Belfast Christmas Market auscheckten. Vor der beeindruckenden Kulisse der Belfast City Hall, dem prunkvollen Rathaus der Stadt, prangte der nordirische Weihnachtsmarkt. Hier war die Auswahl an weihnachtlichen Getränken und Speisen schon viel größer, wenn auch nicht günstiger. Neben schön geschmückten Hütten mit irischem Kunsthandwerk, köstlichen belgischen Waffeln und original deutschem Glühwein gab es auch hier ein paar kleinere Karussells für Kinder. Auch lokale Spezialitäten, wie Hummer-Burger und anderes Sea Food wurde angeboten.

Seit kurzem ist bekannt, dass der Weihnachtsmarkt in Belfast nach 15 Jahren dieses Jahr leider zum ersten Mal ausfallen muss. Sicher werden die herrlich geschmückte City Hall sowie der nahegelegene Victoria Square trotzdem weihnachtliches Großstadt-Flair versprühen, das seinesgleichen sucht.

Kurz vor unserem Weihnachtsurlaub in Deutschland ging es für uns noch auf einen kleinen Weihnachtsmarkt im preisgekrönten „Mckenna’s Guide Irish Pub of the Year 2018“. In den umgebauten Scheunen des Pot Duggans in Ennistymon fand an zwei Wochenenden im Dezember ein kleiner lokaler Weihnachtsmarkt statt, der jedoch eher einem weihnachtlich angehauchten Flohmarkt aka Craft Fair ähnelte. Statt Glühwein gab es hier Hot Cider von einem lokalen Gut in Cork. Besonders der Ausblick vom Biergarten auf den Fluss Inagh und die bunt beleuchtete Brücke hatte es uns angetan. Leider muss auch dieses Jahr auf diesen schnuckeligen Weihnachtsmarkt verzichtet werden.

Pot Duggans in Ennistymon – Photo: Shamrock.blog

Dafür soll in diesem verrückten Jahr neben dem Galwayer Weihnachtsmarkt auch eine umgedachte Variante von „Glow Cork“ stattfinden – mitsamt künstlerischem, festlichem Pfad durch das Corker Stadtzentrum und Outdoor-Lichtinstallation. Heutzutage muss man eben kreativ werden, um sicher mit seinen Liebsten feiern zu können!

Auch in Waterford steht für das alljährliche, große Winterval das Licht auf Grün – nicht mal auf ein Foto mit Santa muss dieses Jahr verzichtet werden. Man kann sich also auch hier auf ein sicheres und sozial distanziertes Weihnachtserlebnis vom 4. bis 23. Dezember freuen!

Wenn schon die großen Dubliner Weihnachtsmärkte ausfallen, so kann man dieses Jahr wenigstens auf den „Wicklow Christmas Market – Reimagined“ gehen. Um über Einschränkungen wie limitierten Besucherzahlen und Weihnachtsständen sowie einer etwas anderen Santa Express-Erfahrung hinwegzutrösten, soll eine extra Portion Magie und Glitzer sowie großartig klingende Angebote (z.B. eine Alpacca Experience und eine Feuershow) für unvergessliche Weihnachten sorgen.

Die irischen Weihnachtsmärkte versuchten selbst in diesem Jahr ihr Bestes, um an die kontinental-europäischen Vorbilder heranzukommen, jedoch ist bis dahin noch ein weiter Weg zu gehen. Weder das Essen und Trinken, das angeboten wird, hat viel mit hiesigen Weihnachtsmärkten zu tun, noch ist die Stimmung so heimelig und weihnachtlich. Wer einmal auf einem guten deutschen Weihnachtsmarkt war, weiß was wir meinen. Andersherum ist es ja auch genauso mit Irish Pubs in Deutschland – sie geben sich alle Mühe, an ihre großen Brüder in Irland heranzukommen, schaffen es aber einfach nicht. Das ist aber noch lange kein Grund, warum es in Deutschland keine Irish Pubs und in Irland keine Weihnachtsmärkte geben sollte! Trotzdem ist es eine schöne Sache, dass immer mehr Weihnachtsmärkte in Irland aus dem Boden sprießen und die Vorfreude auf Weihnachten versüßen.

Obwohl wir sonst nicht der Meinung sind, dass die größten Weihnachtsmärkte die besten sind (im Gegenteil), hat uns von den drei Weihnachtsmärkten derjenige in Belfast definitiv am besten gefallen. Er hat es am ehesten geschafft uns in Weihnachtsstimmung zu versetzen und der deutsche Glühwein dort hat sehr gut geschmeckt. Die horrenden Preise sind jedoch genau wie auf deutschen Weihnachtsmärkten gegeben, wenn nicht sogar noch schlimmer!

Weihnachten in Irland

Nur weil wir 2020 auf die meisten Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit verzichten müssen, heißt das nicht, dass wir Weihnachten ganz vergessen müssen.

Irland kann nämlich mit einigen unüblichen Weihnachtstraditionen aufwarten, die auch dieses Jahr nicht ausfallen müssen. Die wohl verrückteste und wichtigste davon ist das alljährliche Weihnachtsschwimmen – auf der gesamten Insel springen die Menschen seit mehr als 40 Jahren am Christmas Day, dem 25. Dezember, für den guten Zweck ins eiskalte Wasser. Logischerweise wird dieser „Christmas Swim“ eher in den Küstenregionen der grünen Insel zelebriert.

Der nächste irische Weihnachtsbrauch bezieht sich auf das bevorzugte Heißgetränk. Statt Glühwein gibt es in Irland eher heißen Apfelcider oder noch traditioneller; heißen Whiskey mit Zitrone, Gewürznelken und etwas braunem Zucker. Wärmt von drinnen nach draußen!

Auch beim Weihnachtsessen gibt es ein ganz besonderes Gericht, das vor allem in der Corker Region zu Weihnachten auf den Tisch kommt: Spiced beef, auf Deutsch gewürztes Rindfleisch, das mit Zucker, Gewürzen und Beeren gekocht wird. Dieses Rezept stammt aus der Zeit, als man so das Fleisch haltbar machte. Die Tradition hat sich gehalten und beansprucht ihren Platz auf den Weihnachtstafeln in ganz Irland.

Zum Nachtisch gibt es klassischerweise einen Christmas Pudding, eine Art Kuchen bestehend aus vielen verschiedenen Weihnachtsgewürzen, Rosinen und anderen getrockneten Beeren und vollgesaugt mit irischem Whiskey. Am besten wird er schon ein paar Wochen vor Weihnachten zubereitet, damit sich die Aromen entfalten können. Vor dem Servieren wird er noch einmal zwei Stunden lang gedünstet und anschließend auf dem Tisch noch einmal mit Whiskey übergossen. Das jüngste Familienmitglied hat dann die Ehre, den Pudding mit einem Streichholz anzuzünden bzw. zu flambieren. Sobald die Flamme aus ist, wird er er mit frisch geschlagener Sahne serviert. Wir haben es ausprobiert – schmeckt vollmundig nach Weihnachtsgewürzen und sorgt für Staunen beim Anzünden der blau züngelnden Flamme!

Und wusstet ihr, dass der Weihnachtsbaum in Irland noch eine relativ neue Dekoration ist? Üblicherweise wurden die Häuser sonst eher mit Ilex, auch Stechpalme genannt, sowie mit Efeu geschmückt. Kein Wunder, diese Pflanzen wachsen in Irland das ganze Jahr über, wogegen Bäume in vielen Teilen der Insel (vor allem in Küstenregionen) eine Rarität sind. Heutzutage ist es üblich, dass sich jeder einen Ilex-Kranz an die Haustür hängt. Die Tradition besagt, je mehr rote Beeren am Kranz sind, desto mehr Glück hat man im kommenden Jahr. Auch wir haben die Stechpalme, auf Englisch „holly“ und auf Irisch „cullenagh“ genannt, in unsere Adventsdekoration mit einfließen lassen.

Der letzte irische Weihnachtsbrauch findet erst im neuen Jahr, genauer gesagt am 6. Januar statt. Dieser Tag wird in Irland „Little Christmas“ oder auch „Women’s Christmas“ genannt. An diesem Tag sollen die Frauen alle Hausarbeit vermeiden, ausgehen, sich amüsieren und ihr Weihnachtsgeld ausgeben, während die Männer daheim bleiben und das Haus abschmücken. Es soll Unglück bringen, wenn man es nicht macht!

Na wenn das nicht genügend Traditionen sind, um auch in einem so seltsamen Jahr wie diesem in Weihnachtsstimmung zu kommen. Wir wünschen euch allen jedenfalls Nollaig Shona Dhuit, Blythe Yuletide und frohe Weihnachten!

Verena & Falk

von www.shamrock.blog

Autorenprofil:

Photo: Shamrock.blog

@Shamrock.blog – das sind zwei Irland-Verrückte aus dem Osten Deutschlands, die ihren großen Traum vom Leben in Irland für 15 Monate verwirklicht haben. Dabei reisten sie ausgehend von ihrem küstennahen Zuhause im County Clare quer durch das gesamte Land und erkundeten beinahe jeden Winkel der grünen Insel. Mittlerweile leben Sie wieder in Berlin, von wo aus sie ihre treue und stetig wachsende Follower-Gemeinde weiterhin mit Insider-Tipps rund um das Auswandern, Leben und Reisen in Irland und jeder Menge Stoff für Irlandweh versorgen. Sie können es kaum erwarten, endlich wieder in das Land ihrer Träume reisen zu können.

Ihr findet die beiden auch auf Instagram unter @shamrock.blog

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Irland und das Wetter

Heute habe ich mich dazu entschieden, mal ein paar Zeilen über das Lieblingsthema der Iren zu schreiben… Das Wetter.

Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich durch die heutige Wetterlage. Ich saß in meinen neu eingerichteten Homeoffice und betrachtete den Regen, der fast quer daher kam. Gleichzeitig aber schien die Sonne direkt ins Zimmer, worauf ich den Vorgang bis zur Hälfte des Fensters zog um nicht geblendet zu werden.

Andererseits musste ich aber auch das Fenster für ein paar Minuten öffnen, denn durch die Sonne, die ins Zimmer schien, war es mir definitiv zu warm. Auch das angebrachte Rollo kam zum Einsatz und verdunkelte den hellen Himmel, der noch zusätzlich blendete. Mit meinem schmalen Ausguck, den ich mir so gebaut hatte, kam ich mir vor wie ein Ritter, der durch die Schießscharten der Burg die Umgebung beobachtete.

Das Ganze wurde dann noch untermalt von einem Sturm, der mit lauten Pfeifgeräuschen auf sich aufmerksam machte und die Bäume in der Nachbarschaft ordentlich durchschüttelte.

Originaltext heute auf der Webseite von „Met Éireann“, dem 1936 in Dublin gegründeten Wetterdienst in Irland:

Status Yellow – Wind warning for Galway, Mayo, Clare, Cork, Kerry and Limerick

Southwest to west winds veering northwest will reach mean speed 50 to 65km/h with gusts of 90 to 110km/h.

The combination of strong winds coupled with high tides brings an increased risk of coastal flooding. Valid: 15:00 Wednesday 18/11/2020 to 01:00 Thursday 19/11/2020

Wobei mir derartige Warnungen nach 9 Jahren in Irland lediglich ein leichtes Grinsen bescheren, auch wenn eine Windstärke zwischen 103 und 117 km/h auf einer Webseite, die ich dazu fand, als „orkanartiger Sturm“ bezeichnet wird. Ich glaube, nach ein paar Jahren auf der grünen Insel hat man ohnehin einen anderen Bezug zum Wetter.

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als mich meine Eltern zum ersten Mal in Irland besucht hatten, nachdem ich ausgewandert bin.

Es war Anfang November und ich hatte damals im County Tipperary gewohnt. Nachdem wir vom Flughafen in Cork zu Hause ankamen, machten wir kurz einen Abstecher zu einem größeren Kaufhaus, um noch ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage zu besorgen. Als wir am Parkplatz aus dem Auto stiegen, liefen einige junge Mädchen in Schuluniformen an uns vorbei. Meine Mutter, die sich nach dem Aussteigen aus dem warmen Auto, noch fester in Ihren Wintermantel packte, hatte einen Ausdruck im Gesicht als hätte sie gerade einen Außerirdischen gesehen. Die Mädchen mit ihren kurzen Röcken, ohne Strumpfhosen und in leichten Jäckchen liefen fröhlich lachend an uns vorbei als wäre es Frühling.

Es dauerte noch einige Besuche in Irland, bis sich meine Mutter daran gewöhnt hatte, dass man sich hier zum Teil „etwas anders“ kleidet. Hier auf der Insel ist die Kombination von Winteranorak mit fellbesetzter Kapuze, kombiniert mit Shorts und Flipflops, bei einer Außentemperatur von ca. 5°C für mich mittlerweile ein normaler Anblick. Einen Besucher vom europäischen Festland lässt ein derartiger Anblick doch eher staunen.

Ach ja, ca. 20 Minuten nachdem ich Vorhang und Rollo zugezogen hatte, konnte ich meine „Schutzvorrichtungen“ wieder in den Urzustand versetzen, denn die Wolken, die nun vor der Sonne hingen, verdunkelten das Büro zu sehr.

Das irische Wetter quasi als Bewegungstherapie im Homeoffice…

Vielleicht stelle ich mal die Kamera im Büro auf und mache einen Zeitraffer über das Wetter.

Ich hätte vor ein paar Monaten nicht daran gedacht, jemals einen Blog über das Wetter zu verfassen, aber genau dieses zwingt mich gerade dazu, mir zusätzliche Themen zu suchen. Aktuell befinden wir uns noch im Lockdown und der astronomische Winter steht vor der Türe. Ich befürchte, diese Kombination wird noch eine Weile neue Bilder von Irlands Landschaften verhindern. Ich schreibe bewusst „astronomisch“, denn auf weiße, schneebedeckte Landschaften wartet man hier eher vergeblich.

Ausnahme: Das Jahr 2018, als in Irland der stärkste Schneefall seit 1982 den Verkehr im März für einige Tage lahmlegte und bereits am 28. Februar zu Hamsterkäufen führte als der Wetterbericht den bevorstehenden extremen Schneefall ankündigte. Dieser wurde durch den Sturm „Emma“ oder wie man ihn hier nannte „the beast from the east“ ausgelöst. Aus Sicherheitsgründen wurde uns am Freitag, den 02. März vom Arbeitgeber bezahlter Urlaub verordnet, denn in Irland gibt es keine Winterreifen und das Risiko von Unfällen aufgrund des Wetters sollte somit vermindert werden.

Kinder, die Schneemänner bauten, die noch für Tage zu sehen waren und unseren Hund in einer schneebedeckten Landschaft zu fotografieren, waren schon seltene Erlebnisse für jemanden wie mich, der richtigen Schnee nur noch aus Erinnerungen an die Zeit in Deutschland kannte.

In Irland ist alles etwas anders

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Mit Fionn auf Shopping-Tour

Heute gibts mal etwas andere Bilder, denn bei Regenwetter und Lockdown ist leider nichts mit Landschaftsfotos.

Nachdem ich vor ein paar Wochen scherzhaft zu meiner Frau gesagt hatte, dass ich Fionn nicht mit zum Einkaufen nehmen kann, weil er keine Maske hat, hatte sie ihm letzte Woche eine kleine Maske in seiner Größe genäht.

Fionn, das „Landschaftsfotoschaf“ und Maskottchen von Irlandfoto entwickelt sich langsam zum echten Familienmitglied. Ich hatte mir dieses kleine Plüschschaf eigentlich nur zugelegt, um es auf neuen Bildern, die ich unterwegs mache, als Maskottchen mit ins Bild auf Instagram zu setzen. So wie hier in Fallmore:

Mittlerweile fand ich auch eine kleine Kamera für Fionn – Die Pflichtausstattung für ein Landschaftsfotoschaf. Letzte Woche hat er dann von einer Arbeitskollegin einen Schal bekommen, den sie noch von einem Teddy ihres Sohnes übrig hatte, in einem Laden mit Weihnachtsdeko und allerlei Bastelkram fand ich eine Warnweste in Fionn’s Größe und nun bekam er noch eine Maske von meiner Frau. Wenn das so weitergeht, braucht er bald einen eigenen Schrank.

Da er ja jetzt voll ausgestattet ist, musste er natürlich mit auf unsere heutige Einkaufstour und hat dort einiges erlebt. Die Blicke mancher Leute waren auch zum Teil ein „Erlebnis“, wenn diese an uns vorbeigingen und dann im Getränkehalter des Einkaufswagens ein Schaf mit Schutzmaske sitzen sahen, herrlich…


Meine Eltern, die regelmäßig die neuesten Bilder von Fionn per Mail bekommen, meinten, da hat man wenigstens was zu Lachen in dieser Zeit in der Corona und Co. die Schlagzeilen bestimmen.

Mal sehen was mir noch so alles einfällt… die neuesten Fotos gibt es jedenfalls immer auf Irlandfoto.com und auf Facebook.

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Howth, Co. Fingal

Howth Leuchtturm

Wie der aufmerksame Leser sicher inzwischen weiß, liebe ich Leuchttürme. Daher kam mir die Anfrage meines Kollegen Thilo im August 2017 sehr gelegen. Thilo fragte mich damals, ob ich nicht Lust hätte mit ihm nach Dublin zur Deutschen Botschaft zu fahren, weil sein Reisepass wieder verlängert werden müsste. Da er kein Auto hatte und die Fahrt von der Westküste, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, quer durchs Land nach Dublin eher eine Tagesreise war, wäre es eine gute Alternative. Natürlich würde er für die Spritkosten aufkommen.

Die Deutsche Botschaft liegt in Booterstown im Co. Dublin, ca. 400 Meter Luftlinie entfernt vom Ufer der Dublin Bay. Von dort aus erreicht man in knapp einer Stunde den Küstenort Howth, welcher auf der gleichnamigen Halbinsel östlich von Dublin liegt. Am Hafen von Howth steht auch ein schöner Leuchtturm, der mich schon lange interessiert hatte, so nahm ich das Angebot von Thilo gerne an und wir fuhren ein paar Tage später gemeinsam nach Dublin.

Howth gehört übrigens nicht, wie meist vermutet, zum County Dublin sodern zum County Fingal, welcher allerdings nicht zu den historischen Grafschaften gehört. Diese Grafschaft entstand erst im Jahre 1994 im Zuge einer verwaltungstechnischen Aufteilung des Countys Dublin.

Zu meinem Glück war der Tag trocken und sonnig, denn der Termin stand fest. Diesen hatte Thilo bereits ca. 2 Monate vorher gebucht. Die Termine der Botschaft sollte man übrigens auch unbedingt einhalten. Originaler Wortlaut auf der Webseite der Botschaft: Bewerber, die mehr als 5 Minuten nach ihrer festgelegten Zeit eintreffen, können nicht zugelassen werden.

Glücklicherweise hatte Thilo einen Termin am frühen Vormittag gebucht, somit hatten wir anschließend genügend Zeit für unseren Besuch in Howth.

Wir erreichten den Hafen gegen 12 Uhr und fanden auch schnell einen nahen Parkplatz. Das schöne Wetter und die Segelboote die dort lagen, ließen in mir sofort eine Art „Urlaubsstimmung“ aufkommen. Touristen und Einheimische spazierten mit Eistüten am Pier entlang oder entspannten sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee unter den Sonnenschirmen der Außenbereiche der anliegenden Restaurants. Man vergaß innerhalb einer Minute, dass man noch kurz vorher durch die Außenbezirke von Irlands Hauptstadt gefahren ist.

Howth Pier

Wir spazierten also gemütlich am Pier entlang in Richtung Leuchtturm, wo ich einige Aufnahmen machte und erkundeten die Spitze der Halbinsel. Von dieser aus sieht man auch hinüber auf die unbewohnte Insel „Ireland’s Eye“. Auch diese gehört zum County Fingal.

Blick auf Ireland’s Eye

Nach einigen weiteren Bildern schlenderten wir zurück in Richtung Auto, gönnten uns noch ein Eis am Hafen und machten uns allmählich auf den Heimweg.

Wieder ein Leuchtturm mehr in meiner Sammlung…

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