Friedhöfe in Irland

In ca. einer Woche ist wieder Halloween. Der Abend, an dem Kinder als Geister, Skelette oder anderen schaurigen Gestalten verkleidet, von Haus zu Haus gehen und Süßes oder Saures (engl. trick or treat – „Streich oder Leckereien“) verlangen, da sie den Hausbewohnern sonst einen Streich spielen. Wobei es dieses Jahr aufgrund der Corona-Krise wohl etwas ruhiger ablaufen dürfte.

Halloween kommt ursprünglich aus Irland und wurde vor allem in den katholischen Gebieten gefeiert. Nachdem im 19. Jahrhundert viele Iren nach Amerika ausgewandert sind, wurde der Brauch in den Vereinigten Staaten und Kanada übernommen und kam in den 90ern allmählich wieder nach Europa.

Der Name Halloween leitet sich ab von All Hallows’ Eve, dem Abend vor Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November. Was passt hier besser als Blog-Thema als Friedhöfe?

Im Gegensatz zu Friedhöfen in Deutschland oder anderen Ländern, wo die Gräber ordentlich in „Reih und Glied“ sowie mit geraden Wegen dazwischen angelegt wurden, wirken irische Friedhöfe durch ihre, teilweise mehrere Jahrhunderte alten Grabsteine und Kreuze, die zum Teil eingesunken und mit Moos bewachsen sind, immer etwas mystisch und geheimnisvoll. An vielen Stellen lässt sich nur noch erahnen, dass es sich hier um ein Grab handelt, da manchmal nur noch ein Grabstein, oder ein Stück davon, aus dem Boden ragt.

Teilweise werden die Gräber mit bunten Steinen, Spielzeug oder anderen Utensilien geschmückt.

Ein Spaziergang durch einen alten Friedhof in Irland ist immer ein besonderes Erlebnis und bei manchen denkt man unweigerlich, man befindet sich am Schauplatz eines Horrorfilmes. Wie z. B. hier, auf dem alten Friedhof in Ennis.

Ein weiterer interessanter Friedhof befindet sich in der, wahrscheinlich bekanntesten, Klostersiedlung Irlands: Glendalough im Co. Wicklow:

Den nachfolgenden Friedhof habe ich durch Zufall bei einem Spaziergang an einem frostigen Wintermorgen entdeckt. Dazu gibt es auch einen eigenen Blog „Perfektes Timing“ .

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Lili Marleen in Ennis

Ein üppiges Mittagessen letzten Sonntag und das sonnige Wetter brachten mich auf die Idee, mich ein wenig an der frischen Luft zu bewegen. Da ich aber keine große Lust hatte, weit zu fahren, entschied ich mich dazu, mal wieder einen Spaziergang durch Ennis zu machen und zu sehen, was es an interessannten Foto-Objekten gibt.


Ich schnappte mir also eine Kamera und montierte das Nikkor 50mm Objektiv darauf. Auf einem Schrank fand ich noch eine alte Fototasche, die gerade mal Platz für die Kamera mit dem kleinen Objektiv darauf bot und fuhr so ausgerüstet, die 5 Minuten in die Stadtmitte.


Ich hatte absichtlich nicht mehr an Ausrüstung mitgenommen, denn gerade die Objektive mit Festbrennweite zwingen einen dazu, sich mehr Gedanken über die Bildkomposition zu machen. Anstatt am Zoomring zu drehen um den geeigneten Bildausschnitt zu bekommen, muß man sich bewegen. Das ist nicht nur gesund, sondern schult auch das Auge.


Dazu gibt es ein passendes Zitat des 1921 in Wien geborenen, österreichischen Fotografen Ernst Haas:

„Das beste Weitwinkelobjektiv? Zwei Schritte zurück“

Daher ein Tipp an alle Fotografie-Einsteiger:

Kauft euch eine Festbrennweite, es lohnt sich!

Das Nikkor AF 50mm f/1.8D zum Beispiel, gibt es schon für ca. 100 € in Internet. Auch von Canon oder anderen Herstellern gibt es entsprechende Angebote in dieser Preisklasse.


Mit meiner Tasche und einer leichten Jacke bepackt, machte ich mich am frühen Nachmittag auf den Weg durch Ennis und entdeckte auf meinem Spaziergang nette Objekte, die ich sonst nie so wahrgenommen, oder überhaupt gesehen hätte. Wie z. B. im nachfolgenden Bild – Die Ketten an der Grundstücksgrenze unserer örtlichen Bibliothek.

Es sieht aus, als wenn diese durch den Baum hindurchgehen würden. In der Hektik beim Einkaufen oder vom Auto aus, fallen einem solche Dinge gar nicht erst auf. Macht Euch in eurem Heimatort mal zu Fuß auf den Weg, Ihr werdet staunen…

Ich schlenderte ca. 1-2 Stunden durch den Ort und kam an Plätze, die ich bisher noch nie besucht hatte, seit ich 2013 hergezogen bin.

(Das gesamte Album findet Ihr auf der Facebook-Seite)

So kam ich am Ende meiner Tour an eine Brücke, die ich unbedingt fotografieren wollte und hörte schon von weitem, wie jemand Gitarre spielte. Als ich näher kam, saß dort ein älterer Mann auf der Mauer am Fluß und zupfte an den Saiten seiner Holzgitarre. Mit dem Fluß davor war dies eine interessante Komposition und ein weiteres Motiv für meine Bilderreihe, die ich komplett in schwarz/weiß geplant hatte. Da er mit dem Gesicht zum Fluß saß, bemerkte er mich erst gar nicht. Erst als er mein etwas lauteres „How are you“ vernahm, drehte er sich zu mir herüber.

Wir unterhielten uns natürlich erstmal kurz über das Lieblingsthema der Iren – das Wetter. Ich fragte ihn, ob ich ein paar Bilder von ihm machen dürfte, da ich dieses Bild von ihm vor dem Fluss so interessant fand. Er hatte nichts dagegen und lächelte mit einem freundlichen „If you like“ zu mir herüber.


Im Verlauf unserer netten Unterhaltung erzählte mir Peter, wie er sich mir vorstellte, über seine Zeit in München, wo er vor vielen Jahren als Maler gearbeitet hatte und sang mir stolz eine Zeile des Liedes „Lili Marleen“ von Marlene Dietrich vor, das er noch aus dieser Zeit kannte.


Nach ca. 15 Minuten verabschiedeten wir uns und ich spazierte zurück zum Parkplatz. Die Bilder von Peter waren das Highlight des Tages und wieder einmal ein Fall von „perfect timing“.


Wäre ich eine halbe Stunde später dort gewesen, wäre Peter wahrscheinlich bereits weitergezogen, denn die Wolken wurden allmählich dichter und dunkler.

Ich hatte die richtige Zeit für meinen Spaziergang durch Ennis gewählt.

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Der Steinkreis von Grange

Diesen Steinkreis habe ich durch Zufall vor ein paar Jahren entdeckt, als ich von einer Fototour im County Tipperary nach Hause fuhr. Ich sah nur am Straßenrand der N24 an einer unscheinbaren Kreuzung das braune Schild, das den Weg zum Steinkreis zeigte. Da es noch nicht spät war, bog ich kurzentschlossen ab und folgte den Wegweisern. Ca. 20 Minuten später war ich am Ziel.

Der Steinkreis mit seinen 113 Steinen liegt am Lough Gur im Co. Limerick und ist der größte in Irland. Sein Umfang beträgt ca. 48 Meter.

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