Die „Ros Tuaiscert“ – Mehr Wrack als Schiff

Der Sonntag versprach angenehm warm und sonnig zu werden. So kam ich auf die Idee, an den Gortmellia-Strand im Co. Mayo zu fahren. Dort liegt das Wrack der „Ros Tuaiscert“, ein Trawler, der 1978 dort gestrandet war.

Der Gezeitentabelle nach, die ich im Internet fand, sollte auch am späten Nachmittag dort noch Ebbe sein. Also packte ich meine Sachen und fuhr gegen 14 Uhr los, in Richtung Co. Mayo.

Da der Gortmellia-Strand nur ca. 15 Autominuten von Belmullet entfernt liegt, wollte ich auch gleich einen Abstecher zum „Deirbhile’s Twist“ machen. Dieser befindet sich auf der südlichen Seite der Mullet Halbinsel (Irisch: An Muirthead). Als ich 2019 dort war, war es relativ bewölkt und bei meiner Nikon D750 hatte sich damals beim ersten Bild vom 2 km entfernten Blacksod-Leuchtturm der Spiegel nicht mehr zurückgeklappt. Zum Glück hatte ich die Fuji XT-2 dabei, sonst wäre ich die 236 km umsonst gefahren.

Trotz der „nur“ 18 Grad, die mir das Thermometer im Auto angezeigt hatte, war es so warm, dass ich teilweise mit halb geöffnetem Fenster durch die karge Landschaft gefahren bin.

Nimmt man die Route von Castlebar aus über die R312, zieht sich diese ca. 35 Kilometer durch Bäume und hohe Büsche, bei denen man nur selten einen Blick auf die Landschaft dahinter hat. Irgendwann verschwinden dann die Bäume, die Büsche werden niedriger und innerhalb weniger Minuten findet man sich in einer fast steppenähnlichen Landschaft wieder.

Die R312

Etwas später kommt man dann auf die N59, die fast parallel zum Oweniny River nach Richtung Bangor Erris verläuft. Auch die weitere Strecke über die R313 / R314 ist von diesem Landschaftsbild geprägt.

Als ich gegen 17 Uhr am Gortmellia-Strand ankam, war ich jedoch enttäuscht. Ich hatte noch die Bilder aus dem Internet von dem Schiffswrack im Kopf, die ich gefunden hatte und welche mich dazu inspirierten, mal wieder in diese Ecke Irlands zu fahren. Allerdings war das, was ich nun vorfand, mehr Wrack als Schiff.

Die „Ros Tuaiscert“ bzw. was davon übrig war, lag friedlich im Sand und wartete auf ihren endgültigen Zerfall, der, im Vergleich zu Bildern aus den Jahren 2017/2018, mehr als deutlich vorangeschritten war. Nur gut, dass dies nicht das einzige Ziel auf meiner Tagestour war.

Die „Ros Tuaiscert“ – Mehr Wrack als Schiff

Ich machte ein paar Bilder von dem Wrack und begab mich anschließend auf den Weg zu meinem zweiten Ziel an diesem Tag.

Deirbhile’s Twist

Als ich zum ersten Mal ein Bild vom Deirbhile’s Twist im Internet sah, dachte ich zuerst, es wäre einer der vielen Steinkreise in Irland, der auch noch sehr gut erhalten war.

Meine weitere Recherche dazu ergab allerdings: Der Steinkreis ist eine Skulptur des in Offaly geborenen Wissenschaftlers und Künstlers Michael Bulfin. Diese besteht aus spiralförmig angeordneten Granitsteinen und bezieht sich auf die Legende von St. Dervilla, einer heiligen Jungfrau aus dem 6. Jahrhundert, die in der Gegend lebte.

Deirbhile’s Twist

Auf dem Weg zum Deirbhile’s Twist kam ich auch am Blacksod Leuchtturm vorbei, der knapp 2 km entfernt an der Blacksod Bay liegt. Hier hatte ich Gelegenheit, diesmal ein paar Bilder vom Leuchtturm bei sonnigem Wetter zu machen.

Blacksod Leuchtturm

Gegen 18:30 Uhr ging auch die Sonne langsam unter, daher entschied ich mich dazu, noch den Sonnenuntergang abzuwarten und fuhr nach einigen weiteren Bildern gegen 19:30 Uhr nach Hause.

Deirbhile’s Twist

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Personen einfach entfernen

Wer kennt das nicht? Man ist im Urlaub und versucht, an einer viel besuchten Location ein Bild mit möglichst wenig Leuten darauf zu schießen. Je nach Ort wird das nicht immer einfach sein, denn irgendwer latscht sicher genau im ungünstigsten Moment ins Bild.

Jetzt hast Du die Möglichkeit, geduldig den richtigen Moment abzuwarten. Wenn Du Glück hast, bemerkt der eine oder andere Besucher die Kamera, erkennt Dein Vorhaben und bleibt höflich einen Augenblick stehen. In der Regel ist das aber eher die Seltenheit und bei mehreren Besuchern ist es ohnehin aussichtslos. Nach 10 Minuten mit der Kamera im Anschlag wird es Dir irgendwann zu blöd und Du nimmst das Bild mit den wenigsten Leuten darauf in Kauf.

Eine effektivere Methode zeige ich Dir hier. Diese funktioniert am besten, wenn man ein Stativ dabei hat. Alternativ kann man die Kamera auch auf einem festen Untergrund wie z. B. einem Rucksack ablegen.

Das Beispiel hier habe ich in Glendalough, im Co. Wicklow aufgenommen. Ein Bild ohne Touristen darauf ist im Sommer schon eine Herausforderung.

Die Vorbereitung

Dazu brauchen wir zwei Bilder vom gleichen Objekt. Mach das erste Bild so wie Du es haben willst, auch wenn Personen darauf sind. Wenn Du Glück hast, gehen die Personen nach ein paar Sekunden weiter oder bleiben zumindest an einem anderen Punkt stehen, so wie in diesem Beispiel. Jetzt mach das zweite Bild. Achte dabei darauf, an der Kamera nichts zu verändern.

Bild 1 + 2

Die Bearbeitung

Der Beitrag zeigt die Bearbeitung mit Photoshop. Im Prinzip funktioniert das auch mit anderen ähnlichen Programmen.

Öffne nun das erste Bild in Photoshop. Anschließend lege das zweite Bild mit „Platzieren und einbetten“ darüber.

Wenn Du nun beide Bilder übereinander liegen hast, markiere das zweite Bild und mach es leicht durchsichtig, damit Du beide Bilder siehst. Hier habe ich die Sichtbarkeit auf ca. 50% geändert.

Nun kannst Du das zweite Bild, falls nötig, so verschieben, dass es genau auf dem unteren liegt. Dies ist der Fall, wenn Du keine Schatten vom obersten Bild mehr siehst. So wie hier im ersten Bild.


Daher ist es wichtig, die beiden Bilder aus derselben Perspektive und mit demselben Zoomwert zu erstellen.

Wenn die Bilder nun korrekt übereinander liegen, sieht es dann so aus:

Lege nun eine Maske über das oberste Bild und entferne mit dem Radiergummi-Werkzeug die störenden Teile des zweiten Bildes.

Da das erste Bild darunter liegt, sieht man dort wo radiert wurde, den Hintgrund – also das erste Bild.

Jetzt kannst Du die Sichtbarkeit des ersten Bildes wieder zurück auf 100% stellen und das Bild abspeichern.

Der Vorteil dieser Methode ist, es bleibt die Struktur der Mauer exakt erhalten. Man könnte die beiden Personen auch mit Hilfe des „Bereichsreparatur-Pinsels“ oder „Reparatur-Pinsels“ entfernen. Jedoch ändert sich dann, speziell bei Bildern mit Mauern oder ähnlichem, die Struktur, wie hier zu sehen ist.

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