„Landschaftsfotoschaf“

In der Regel habe ich ja mit Gartengestaltung und Blumen nicht viel am Hut, aber nachdem mein Frau unbedingt ein paar neue Pflanzen für den Garten und die beiden Blumentöpfe vor der Haustüre wollte, fasste ich mir doch ein Herz und machte mich „ausgehfertig“ (Jogginghose aus, Jeans und Straßenschuhe an).


Die Gärtnerei ist nur ca. 5 Autominuten entfernt und gehört zu den wenigen Geschäften, die während dem irischen „Lockdown“ in Zeiten von Corona inzwischen wieder geöffnet hatten.


Dort angekommen, machte sich meine bessere Hälfte gleich freudestrahlend daran, die verschiedenen Blumen und sonstigen Pflanzen zu inspizieren. Meine Begeisterung hielt sich wie üblich in Grenzen, denn ich kann diesem Thema nicht viel abgewinnen. Aber ich war nun mal hier und schlenderte so durch den Außenbereich der Gärtnerei, denn meine ehrenvolle Aufgabe bestand darin, mit dem überdimensionierten Einkaufswagen, der groß genug war, einige große Blumentöpfe zu transportieren, hinter meiner Frau herzufahren und die akribisch ausgesuchten Pflanzen auf diesen zu laden.


Als wir am Ende eines langen Ganges angekommen waren, sah ich auf dem Tisch neben einer großen steinernen Buddha-Figur doch noch etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich lenkte… Ein ca. 30 cm hohes Schaf aus Terrakotta und genau dieses hatte es mir auf Anhieb angetan.

Da leider kein Preis angegeben war, luden wir erstmal das ein, was benötigt war und begaben uns zur Kasse. Dort fragten wir die Verkäuferin nach dem Preis für das steinerne Tier und bei 20€ war auch meiner Frau klar: Das Schaf kommt mit nach Hause.


Jetzt verschönert das „Landschaftsfotoschaf“ unserem Vorgarten.

Kurzurlaub auf Inishbofin

Inishbofin, Co. Donegal

Im September 2019 entschieden wir uns, d. h. meine Frau und meine Eltern, die ihren jährlichen Irlandurlaub bei uns verbrachten, die Insel Inishbofin zu erkunden.


Da uns meine Eltern seit einigen Jahren immer im Mai und, wenn möglich, nochmals im Herbst hier in Irland besuchen und wir dann jedesmal eine andere Ecke Irlands für 1-3 Tage bereisen, wurde es mit der Zeit immer schwerer, ein geeignetes Ziel zu finden. In den vergangenen Jahren hatten wir so bereits ziemlich den gesamten „Wild Atlantic Way“ von Cork bis Nordirland abgegrast. In einem Jahr waren es allein 3 Tage durch Connemara, in einem anderen Jahr war der Ring of Kerry an der Reihe, 2018 ging es durch den Osten Irlands, über Wickow Mountains und Waterford wieder zurück usw.


So saß ich im September 2019 wieder vor dem PC und studierte alle möglichen Reiseziele und Routen für unsere Tour. Irgendwie blieb ich im County Galway hängen und suchte die Küste auf der Landkarte im Internet ab. Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit einem Arbeitskollegen vor einigen Monaten, bei dem dieser von Inishbofin schwärmte. Ich suchte genauer nach dieser Insel und die Bilder die ich fand, sahen vielversprechend aus. So verkündete ich fröhlich meinen Vorschlag, der allen gefiel und wir planten die Tour.


Inishbofin ist die größte Insel Connemaras und liegt ca. 9 km südwestlich des Fischerdorfes Cleggan an der Spitze der Cleggan Bay. Von dort aus geht 3 mal täglich eine Fähre nach Inishbofin. Die Überfahrt dauert ca. 30 Minuten.


Da wir uns für die letzte Fähre am Abend entschieden hatten, fuhren wir schon mittags los um genügend Zeit für diverse Pausen zu haben, denn der Wetterbericht versprach einige schöne und warme Tage. Da ich nicht zum ersten mal durch Connemara fuhr, war mir auch auch klar, die meisten Pausen würde ich zum Fotografieren brauchen, den dort findet man alle paar Kilometer ein schönes Motiv.


Die Route führte von Ennis über Galway und dann entlang der N59 in Richtung Nordwesten, unter anderem vorbei am Derryclare Lough, dem, speziell bei Lachs- und Forellenfischern beliebte, Süßwassersee mit seiner malerischen Insel „Pine Island“ und dem 12-Bens-Gebirge im Hintergrund. Dort wollte ich unbedingt ein paar Fotos machen, denn bei meinem letzten Besuch in der Gegend war das Wetter nicht berauschend und die zweite Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Aufgrund es traumhaften Wetters entschieden wir uns unterwegs, anstelle nach Cleggan abzubiegen auch noch einen Abstecher zur Kylemore Abbey zu machen, denn wir hatten genügend Zeit eingeplant und das Kloster war nur ca. 20 Minuten entfernt. Nach einem kleinen Imbiss beim Besucherzentrum ging es wieder zurück nach Cleggan, wo wir unser Auto am Hafen geparkt hatten und auf die Fähre warteten, denn die ca. 15 km² große Insel Inishbofin kann nur zu Fuß besucht werden.


Während der Überfahrt mit der Fähre ging die Sonne langsam unter und ich hatte die Gelegenheit, einen Sonnenuntergang auf See zu fotografieren. Diese Gelegenheit bekommt man auch nicht jeden Tag.

Je länger die Fahrt dauerte, desto nervöser wurde ich, denn ich hatte gehofft, das Festland noch zu erreichen, bevor die Sonne endgültig untergeht.


Am Hafen angekommen, hatte ich schnell die Kamera aus der Tasche geholt und auf einer kleinen Mauer ausgerichtet, denn zum Aufbauen des Statives war keine Zeit mehr. Gerade noch rechtzeitig hatte ich den Auslöser gedrückt und konnte noch schnell ein paar Bilder von dem gelb/orangen Streifen am Horizont schießen, bevor alles in ein dunkles Blau getaucht wurde.

Der Abend war gerettet und ich konnte mich gemütlich daran machen, unser restliches Gepäck ins nahe gelegene Hotel zu bringen und das Restaurant fürs Abendessen aufzusuchen.

Am nächsten Morgen wurde ich mit einem wunderbaren Ausblick von der Terrasse unseres Zimmers aus belohnt. Vor mir lag eine kleine Bucht, in der die Boote ruhig im Wasser lagen und auf die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages warteten.


Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg und wanderten eine steile Straße beim Hafen entlang, hinauf zu einer Anhöhe von der man eine wunderbare Aussicht auf den südlich Teil der Insel mit seinem 1909 erbauten Leuchtturm hatte.

Auf unserer weiteren Wanderung trafen wir auf einen freundlichen Iren, mit dem wir ins Gespräch kamen und der hier ein Ferienhaus besaß. Da man sich auf Anhieb gut verstand, bot er uns an, uns für ein paar Euros in seinem Jeep mitzunehmen uns uns die Insel zu zeigen. Das kam vor allem mir sehr gelegen denn, obwohl die Insel „nur“ 5,5 km lang und ca. 3 km breit ist, wäre eine Erkundung zu Fuß in den paar Stunden, die uns bis zum Ablegen der Fähre am späten Nachmittag blieben, unmöglich gewesen. So hatte ich doch die Möglichkei,t einen Großteil von Inishbofin zu sehen und vor allem Bilder davon zu machen.

Auf der östlichen Seite besuchten wir Dumhach Beach, einem kleinen Sandstrand, der 2019 den „Green Coast Avard“ für saubere Umwelt und ausgezeichnete Wasserqualität verliehen bekam. Auf dem Weg dorthin passierten wir den St. Colman’s Friedhof mit seiner Kirchenruine, der idyllisch etwas weiter unten gelegen neben der Straße lag und von dem man einen wunderbaren Blick auf den Strand und die Berge von Connemara im Hintergrund sah.


Nach einen kurzen Aufenthalt am Strand brachte uns unser „Reiseleiter“ auf die nordwestliche Seite der Insel, wo eigentlich eine Seehundkolonie lebt. Leider waren die Tiere an diesem Tag nicht zu sehen, aber allein die, von kleinen Felsen übersäte, raue Gegend dort war auch so genial anzusehen.

Bevor wir dann zu unserem Hotel zurückgebracht wurden, waren wir noch auf eine gute Tasse irischen Tees auf der Terrasse unseres neuen Bekannten eingeladen. Mit vielen neuen Eindrücken ging es dann am späten Nachmittag wieder zurück aufs Festland und in Richtung Heimat. Wir hatten uns jedenfalls die richtige Zeit für diese Unternehmung ausgesucht, denn um diese Zeit, Ende September, sind fast keine Touristen mehr auf der Insel mit ihren ca. 160 Einwohnern und die Hotels schließen bald für die Winterpause. Ich denke, das war nicht der letzte Besuch auf dieser wunderschönen Insel.

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Foto-Reise durch County Clare – Teil 2

Inhalt

Startpunkt unseres zweiten Teiles: Spanish Point

Vom bekannten Surferparadies Lahinch aus, ca. 13 km südlich, liegt der Ort Spanish Point. Seinen Namen verdankt er den Schiffen der spanischen Armada, welche 1588 aufgrund eines Untwetters an der irischen Küste zerschellten. Einige Spanier konnten sich zwar von den sinkenden Schiffen retten und erreichten das Festland, doch wurden diese später vom „High Sheriff of Clare“, Sir Turlough O’Brien, hingerichtet.

In Spanish Point findet man auch einen 9-Loch-Golfplatz. Mit über 110 Jahren gehört er zu den ältesten Golfplätzen der Grafschaft Clare.


Der ca. 1 km lange Sandstrand von Spanish Point hat außer den, für Irland so typischen, schräg aus dem Wasser ragenden Felsen, nicht sonderlich viel zu bieten, jedoch geben diese ein interessantes Motiv, vor allem wenn sich das Licht der tief stehenden Sonne bei Ebbe auf den nassen Felsen spiegelt oder bei Flut die Gischt an ihnen hochspritzt.


Kilkee Cliffs

Auf der N67 geht es in südlicher Richtung weiter in das 29 km entfernte Kilkee, dem beliebten Badeort mit seinen (2011 gezählten) 1024 Einwohnern, der jedes Jahr tausende von Touristen aber auch zahlreiche irische Urlauber in die Region lockt.

Von dort aus fahren wir auf einer schmalen Küstenstraße, der Dunlicky Road, entlang der Loop Head-Halbinsel, auf der wir uns nun befinden, bis wir nach 7 km die Kilkee Cliffs erreichen. Einem weiteren, der unzähligen Aussichtspunkte auf dem Wild Atlantic Way.

Die schroffen Felsformationen und die felsige Bucht dort, bieten viel Spielraum für allerlei Fotos.

Es lohnt sich auch grundsätzlich, auf dem Weg entlang der Loop Head Halbinsel ab und zu anzuhalten und zu Fuß den Rand der Klippen zu untersuchen, denn die Küste hier bietet diverse Gelegenheiten, die Kamera zu zücken.


Bridges of Ross

Unseren nächsten Punkt finden wir ca. 17 km weiter südwestlich der Kilkee Cliffs. Die „Bridges of Ross“ waren ursprünglich drei, von der Natur geformte, Steinbrücken. Mitterweile ist nur noch eine von ihnen erhalten. Diese erreicht man zu Fuß auf einem schmalen Trampelpfad, ca. 500 m nach dem kleinen Parkplatz der dort gebaut wurde.

Aber nicht nur diese Brücke, sondern auch das umliegende felsige Ufer, laden einen an sonnigen Tagen dazu ein, sich ein paar Minuten ins Gras zu setzen, den Anblick zu genießen und den Wellen zuzuhören die sich an den rauen Felsen brechen.


Loop Head Leuchtturm

An der Spitze der Halbinsel Loop Head, die den Atlantik von der Mündung des Shannon trennt, befindet sich ein 23 Meter hoher Leuchtturm. Dieser wurde 1854 erbaut und 1991 automatisiert. Hier wurde auch ein Teil des Films „Star Wars: Der letzte Jedi“ gedreht.

Nicht nur der Leuchtturm selbst bietet von der Westseite her betrachtet eine schöne Ansicht. Auch die, teilweise flachen und begehbaren, Klippen auf der südlichen Seite der Mauer, welche die Anlage mit den Gebäuden umfasst, sind besonders in den letzten Monaten des Jahres interessant wenn die Sonne dort untergeht.

Die nachfolgenden beiden Bilder wurden im September 2016 aufgenommen, als ich mir einmal die Mühe gemacht hatte, einem Trampelpfad zu folgen der an der Mauer entlang hinunter in Richtung Meer führte. Nach ca. 460 m hatte ich die Klippen erreicht und wurde mit einer genialen Aussicht belohnt.


Quin Friary

Ein weiterer interessanter Fotospot ist Quin Friary, die auch als Quin Abbey bezeichnet wird. Diese befindet sich ca. 12 km östlich von Ennis in Quin. Das eigentliche Kloster wurde zwischen 1402 und 1433 von von Sioda Cam McNamara für Brüder des Franziskanerordens auf den Ruinen einer normannischen Burg erbaut.

Die Klosteranlage mit dem Kreuzgang, die alten Räume und der Friedhof mit den alten Keltenkreuzen sind sehr interessante Motive. Da die Anlage von außen beleuchtet ist, sind auch interessante Nachtaufnahmen möglich.


Lough Derg

Ca. 40 km östlich von Quin liegt der Lough Derg. Mit 118 km² ist er der drittgrößte See Irlands. Aufgrund seiner geografischen Lage grenzt er an die Counties Clare, Tipperary und Galway. Im Norden, bei Portumna (Co. Galway) fließt der Shannon in den Lough Dergh. Der Abfluss des Shannon liegt im Süden bei Killaloe im County Clare.

Rund um den, im Durchschnitt 5 km breiten, See findet man diverse Gelegenheiten für Fotos. Die schönsten Orte neben Killaloe sind Mountshannon, mit seinem Hafen im Westen und Dromineer im Osten. Von Mountshannon aus kann auch man Bootstouren zur Insel Holy Island, einer der berühmtesten Klosteranlagen Irlands, unternehmen.

Blick auf Holy Island

Ennis

Letzte Station auf unserer Reise ist Ennis, die Hauptstadt der Grafschaft Clare, mit ihren ca. 25.000 Einwohnern. Ennis (irish: Inis) liegt am Fluss Fergus und auch verkehrsmäßig im Zentrum des County’s. Von hier aus kommt man direkt auf die N85 Richtung Lahinch im Nordwesten, die M18 Richtung Galway, das in nördlicher Richtung liegt, die N68 Richtung Kilrush im Südwesten und die, ca 40 km südöstlich gelegene, Stadt Limerick, die man bequem über die N18 erreicht.

Die Geschichte von Ennis geht zurück bis ins Jahr 1240 und begann mit dem Bau einer Kirche auf einer Insel im Fergus. Diese wurde später den Franziskanern überlassen, die sie zu einem Kloster (Ennis Friary) umgebaut hatten. Im 14. Jahrhundert lebten dort bereits ca. 1000 Mönche und Schüler. Aufgrund des weiteren Ausbaus und der zentralen Lage wurde Ennis 1565 Hauptstadt der Grafschaft Clare. Aufgrund der großen Hungersnot zwischen 1845 und 1849 reduzierte sich die Zahl der Bevölkerung um ca. 25%.
Seit 1974 findet in Ennis jährlich das Festival der irischen Kultur „Fleadh Nua“ (was soviel heißt wie „neues Festival“) statt, was unter anderem dazu geführt hat, dass sich Ennis im Laufe der Jahre auch zum Zentrum der traditionellen irischen Musik entwickelt hat.

Auch Fans von alten Friedhöfen kommen in Ennis auf ihre Kosten. Ennis und Umgebung hat einiges an Motiven zu bieten.

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Die Wikinger kommen

Am 06. Mai 2018 hatte ich die Gelegenheit, einem besonderen Schauspiel beizuwohnen: Die Wikinger-Invasion von Craggunowen. Den Termin hatte ich schon vor Wochen eingeplant und zu meiner Freude war das Wetter an diesem Wochenende einfach traumhaft.

Craggunowen ist ein kleines Dorf in der Nähe von Quin im Co. Clare, ca. 16 km östlich von Ennis. Dort befindet sich das „Craggaunowen Megalithic Centre“, eine Art Freilichtmuseum für irische Geschichte das sich auf ca. 50 Hektar erstreckt. Dessen Mittelpunkt bildet eine kleine Burg (Craggunowen Castle) welche ca. 1550 erbaut und im 17. Jahrhundert aufgrund der Niederlage gegen die Truppen Oliver Cromwells verlassen wurde. Anfang des 19. Jahrhundert begann man, die Burg wieder zu restaurieren. Die Restauration wurde erst 1965 fertiggestellt.

Creggunowen Castle

Im Zuge des „Beltain“ (oder auch Beltane), des irischen Sommeranfangs, wurden auf dem Gelände um die Burg diverse Lager errichtet, in denen man mittelalterliche Handwerkskunst und Lebensweisen hautnah besichtigen und förmlich erleben konnte. Es gab Schmiede, Weber, Gerber und mehr, die in Ihren altertümlichen Gewändern ihrer Arbeit nachgingen und den Besuchern vor Ort präsentierten.

Höhepunkt des Tages war die Wikinger-Invasion. Eine, in entsprechenden Rüstungen und Gewändern nachgespielte Schlacht, die in dem Ringfort, in dem man auch ein Wikingerdorf errichtete, stattfand. Eine Attraktion, nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene waren begeistert von dem Schauspiel.

Der Weg vom Ringfort zum Eingang des Besucherzentrums führt zum Teil durch einen kleinen Wald in dem man, unter anderem, einen alten Stein mit noch schwach erkennbaren Ogam-Zeichen oder einen nachgebauten Dolman findet.

Auch ohne spezielle Veranstaltung ist ein Spaziergang durch die Anlage eine nette Abwechslung.

Mittlerweile habe ich auch ein nettes Video dazu im Netz gefunden:


Zur Veranstaltung aus 2022 geht es hier: Wikinger in Craggunowen 2022

Foto-Reise durch County Clare – Teil 1

Im ersten Teil meiner virtuellen Reise nehme ich Euch mit, auf eine Tour zu meinen Lieblings-Fotospots durch den Norden bzw. Nordwesten Clares.

Inhalt

Der Poulnabrone-Dolmen
Wir starten unsere Reise am Poulnabrone-Dolmen. Dieser „Portal Tomb“ ist wahrscheinlich der bekannteste Fotospot nach den Cliffs of Moher in County Clare. Er liegt im Burren (einem ca. 250 km² großen Kalksteingebiet), an der R480, ca. 10km südlich von Ballyvaughan, einem kleinen Ort am südlichen Rand der Galway Bay. Der Dolmen wurde wahrscheinlich zwischen 3800 und 3200 v. Chr. erbaut und ist damit älter als die Pyramiden.


Ein großer Vorteil ist, dass man dort das ganze Jahr über diverse Fotos machen kann, denn man kann um ihn herumlaufen, d. h. wenn man dort einen Sonnenuntergang fotografieren möchte, muss man nicht auf eine bestimmte Zeit im Jahr warten. Das Einzige, das einem in die Quere kommen kann, ist das Wetter.

Poulnabrone Dolmen

Das Foto oben entstand im Juni 2018, meines Erachtens, eine der besten Zeiten für Sonnenuntergänge an diesem Ort.

Ein weiterer Vorteil ist, der Dolmen ist frei über einen kleinen Weg zugänglich, der von einem dort angelegten Parkplatz führt. Wenn nicht gerade ein Reisebus dort Pause macht, sind meist nur wenige Leute zu sehen und man kann in Ruhe warten, bis man ein Foto ohne Touristen darauf schießen kann.


Corcomroe Abbey
Ca. 9 Autominuten östlich von Ballyvaughan befindet sich der nächsten Fotospot im „Banner County“, wie der County Clare auch genannt wird. Die Corcomroe Abbey (irisch: Mainistir Chorca Mrua) wurde ca. 1195 gegründet und ist durch ihre Bauweise nicht nur an sonnigen Tagen ein interessantes Objekt.

Auf der linken Seit der Abbey befindet sich ein Hügel, von dem man auch schöne Bilder mit der dahinterliegenden Landschaft machen kann. Hochzeitsfotografen nutzen diesen Standpunkt ebenfalls gerne wegen der schönen Kulisse.


Black Head
Von der Corcomroe Abbey geht es zurück in Richtung Westen auf die R477, dort finden wir nach ca. 18km den Black Head Leuchtturm. Aufgrund seiner Höhe von 8 Metern und dem zum Meer hin stark abfallenden, für die Burren-Region typischen, Karstlandschaft ist er von der Straße aus leicht zu übersehen. Genau dieser, von langen tiefen Riefen und Spalten durchzogene Felsboden, macht die Bilder von diesem Leuchtturm so besonders und einzigartig.


Nachteil: Es gibt keinen richtigen Parkplatz in unmittelbarer Nähe, somit ist man darauf angewiesen, daß die kleine „Parkbucht“ die sich in Gegenüber der Treppe befindet, die zum Leuchtturm hinunterführt und gerade für 2 kleine Pkw’s Platz bietet, nicht gerade besetzt ist.


Fanore Beach
Wir bleiben auf der R477 und kommen nach ca. 4 km zum Fanore Beach. Ein Sandstrand mit Dünen und verschieden großen Felsen, die sich darauf verteilen und somit einen interessanten Vordergrund ergeben.

Ohne ein Hinweisschild an der Straße ist der Strand mit seinem, einige Meter abseits der Hauptstraße angelegten Parkplatz, leicht zu übersehen da er etwas unterhalb liegt und über eine kurze Treppe die nach unten führt, erreicht werden kann.


Doolin
Ca. 16 km südlich von Fanore Beach liegt das Fischerdorf Doolin. Der Ort mit seinen ca. 500 Einwohnern ist nicht nur in der irischen und internationalen Musikszene bekannt, sondern auch durch den Sweater-Shop mit seiner rosafarbenen Fassade der sich direkt an einer Kurve am Anfang der Fisher Street befindet, die zum ca. 1,5 km entfernten Doolin Pier führt. An der Fisher Street findet man auch den ältesten von den 3 Pubs die es in Doolin gibt: Gus O’Connor’s Pub.


Am Doolin Pier, der im Jahr 2015 für ca. 6 Millionen Euro umgebaut und mit einer neuen Anlegestelle sowie mehr Parkmöglichkeiten versehen wurde, starten die Fähren zu den Aran Inseln oder die Touristenboote, mit denen man die Cliffs of Moher von der Seeseite aus bestaunen kann. Wenn man ein paar hundert Meter rechts vom Pier an der schroffen, felsigen Küste entlang läuft und in Richtung Meer „klettert“ hat man, je nach Wetterlage und Uhrzeit, ein paar gute Motive.

Die ankommenden Wellen, die das Wasser hochpeitschen lassen und dann ein paar Sekunden später wieder, in kleinen Wasserfällen ins Meer zurückzufließen, sind ideal für Langzeitaufnahmen.


Auch der felsige Strand links vom Pier, an an dem man diverse unterschiedliche Gesteinsformationen vorfindet, hat seinen Reiz. Zwar möchte man an manchen Abschnitten definitiv nicht stolpern, aber wenn man sich achtsam in Richtung Wasser vorarbeitet, wird man mit einigen hübschen Motiven belohnt.

Mein Tip zum Fotografieren hier: Nach Möglichkeit die Kamera noch in der Tasche lassen bis man am Ziel ist, denn schnell tritt man in eine der kraterartigen, scharfen Vertiefungen und dann ist ein Sturz fast vorprogrammiert.


Doonagore Castle
Etwa 2 km Luftlinie, bzw. 5 Autominuten entfernt und auf einer Anhöhe, ca. 61 m über dem Meer liegt unser nächstes Motiv: Doonagore Castle.

Diese kleine, nur mit einem Turm und einer Mauer versehene Burg aus dem 16. Jahrhundert bietet speziell im April/Mai einen ideales Motiv wenn dahinter die Sonne untergeht. Da die schmale Straße, die an der Burg vorbeiführt, sehr abschüssig ist, kann man sich einige Meter weiter oben positionieren und hat so einen wunderbaren Ausblick auf die Küste und Doolin.

Hier gehts zu Teil 2

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Sommermorgen in Ballycotton

Eigentlich war an dem Tag ein anderes Ziel geplant, um den Sonnenaufgang an diesem schönen Sonntag im Juni 2017 einzufangen. Meinen Reisebegleiter Boris hatte ich schon am Vorabend kontaktiert und mit ihm geplant, dass ich ihn sehr früh abholen werde da ich, wenn die Sonne aufgeht, bereits am Meer in einer Bucht im County Cork sein möchte.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo genau ich eigentlich hin wollte, aber ich hatte mir zum Glück am Abend nochmal, um ganz sicher zu sein, die Richtung und Uhrzeit des Sonnenaufgangs angesehen als ich bemerkte, dass ich in dem Programm das ich dafür verwende, ein falsches Datum für meine Berechnung eingegeben hatte. Nach dem Aktualisieren des Datums auf dieser Webseite wurde mir ein Sonnenstand angezeigt, der komplett anders aussah und so mein Vorhaben definitiv zum Scheitern verurteilte.

Da ich aber fest entschlossen war, den nächsten Tag auszunutzen, suchte ich nach einem anderen Ziel, das ein paar nette Bilder von einer Morgenstimmung am Meer in Aussicht stellte. So kam ich auf Ballycotton, im County Cork, mit einem Hafen und, welch Freude, auch einem Leuchtturm. Bingo! Das war’s – also kontaktiert ich Boris und berichtete ihm von meiner Planänderung.


Am nächsten Tag gegen 5:30 Uhr morgens erreichten wir, nach ca. 2,5 Stunden Fahrtzeit, das kleine, auf einem Felsvorsprung liegende, Fischerdorf Ballycotton, mit seinen ca. 500 Einwohnern. Um diese Uhrzeit waren noch kaum Autos unterwegs, so konnte ich kurz an einer Grundstückseinfahrt anhalten, denn von dort hatte ich einen traumhaften Blick über das Meer auf den schwarzen Leuchtturm, der nur mit einem Boot erreichbar ist, da er auf einer kleinen Insel vor der Bucht steht.

Der Leuchtturm wurde errichtet, nachdem 1847 der Raddampfer Sirius (das erste Schiff, das den Atlantik nur durch Dampfantrieb überquert hatte) im Nebel Schiffbruch erlitten hatte und erstmalig 1851 angezündet, bevor er am 15. Januar 1975 auf elektrischen Betrieb umgestellt wurde.

Nach diesen ersten Eindrücken ging es weiter hinunter zu dem kleinen, malerischen Fischerhafen, mit seinen bunten Booten, die durch zwei Hafenmauern geschützt, ohne die kleinste Bewegung im Wasser lagen und aussahen wie Spielzeugschiffchen, die man auf einem Spiegel aufgestellt hatte. Dort nahm ich die Gelegenheit wahr, mein vor einigen Tagen neu erworbenes, manuelles 35mm-Objektiv zu testen.

Rechts vom Hafen lag der, von Küstenerosion geprägte, mit keilförmig aus dem Sand ragenden Felsreihen überzogene Strand, der zwar ideal für Fotoaufnahmen ist, an dem man aber nicht stolpern möchte, da die Kanten der kleinen Felsen zum Teil sehr scharf sind. Mit vielen Bildern und neuen Eindrücken machten wir uns, nach einem kurzen Frühstück auf einer sonnigen Bank, um 8:00 Uhr auf den Heimweg.

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